Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Schülerleben live

Die katastrophale Generalprobe

Morgen beginnt mein Abenteuerurlaub durch die schwedischen Schären. Gemeinsam mit vier Freunden werde ich die kommenden zwei Wochen in Kayaks von einer Ostseeinsel zur nächsten paddeln. Da bei den Vorbereitungen dafür bereits genug schiefgelaufen ist, sind wir jetzt mit allen Wassern gewaschen. Uns kann nichts mehr die Tour verderben – wir sind auf alles gefasst.

Letzten Sonntag fand unser Probelauf mit Kentertraining statt. Als wir losfahren wollten, verhakte sich die Halterung für die beiden Hochseekayaks auf dem Autodach an einem Draht in der Garage und verbog sich. Daraufhin mussten wir die Boote wieder vom Dach holen und den Ständer austauschen. Für uns war das die erste Lektion: Man muss die Höhe des Autos richtig einschätzen können.

Endlich kamen wir am Rothsee an und fingen an, die Faltboote aufzubauen. Wir verfügen nämlich nur über zwei feste Kayaks. Die anderen beiden, ein Einer und ein Doppel, muss man erst aus diversen Holzteilen zusammenstecken, die dann von einer Art Haut zu einem Boot zusammengehalten werden. Damit diese Gestelle auch dann noch schwimmen, wenn Wasser hineinläuft, steckt in den Bootswänden jeweils ein aufblasbarer Schlauch. Einer dieser Schläuche war aber defekt, weshalb wir ihn austauschen mussten. Das erwies sich als komplizierter als gedacht, denn es gibt nur eine Öffnung in der fünf Meter langen Hülle und um den Schlauch passgenau hineinzubekommen, braucht man eine Menge Fingerspitzengefühl und viel Geduld. Lektion zwei lautet also: Viel Zeit zum Aufbauen der Boote einplanen.

Als wir diese „Fitzelarbeit“ endlich beendet und das Boot fertig zusammengesteckt hatten, wurden wir von einem Passanten darauf hingewiesen, dass wir uns in einem Naturschutzgebiet befinden und an dieser Stelle gar nicht ins Wasser dürften. Wir benötigten zwei Fahrten mit dem Auto, um alle vier Kajaks zu einem anderen Platz zu transportieren. Lektion drei: genau informieren, wo man Paddeln darf.

Dort konnten wir dann allerdings ohne Umschweife mit dem Kentertraining beginnen. Bei dem Doppel-Kajak, das ich mir mit einer Freundin teile, muss immer einer das Boot festhalten, damit es nicht kippt, während der andere ins Boot einsteigt. Dieser verlagert dann im Boot das Gewicht entsprechend, damit auch der andere ohne Probleme hineinklettern kann. Bei den Einzelkajaks braucht man ein aufblasbares Kissen, das man über ein Paddel streifen kann. Befestigt man die andere Seite des Paddels am Boot, stabilisiert das Luftkissen es gut genug, damit man sich an der Bootswand hochziehen kann, ohne dass es kippt. Also wäre Lektion vier, wissen, wie man zurück ins Boot kommt, auch geklärt.

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  18.09.2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
18.09.2015

Schülerleben live

Jetzt sollte es ernst werden

Wirklich begriffen, dass ich in wenigen Wochen ein Studium beginnen werde, habe ich als ich in die Facebook-Gruppe der Jura-Erstis in Heidelberg eingetreten bin. Ich konnte einen Blick auf meine künftigen Kommilitonen werfen und bekam mit, dass auch sie viele Fragen haben. Beruhigenderweise haben die meisten auch noch keine Unterkunft gefunden. Die Zimmersuche gestaltet sich momentan noch etwas schwierig. Offiziell sind nämlich alle Wohnheime der Universität komplett voll. Meine Kriterien für die Wohnung sind die Nähe zur Uni, ein finanzielles Limit von 300 Euro für die Miete und bestenfalls nette Mitbewohner zu haben. Von einem befreundeten Studenten bekam ich den Tipp, unbedingt zu den Wohnheimen zu gehen und mich persönlich vorzustellen, um nicht unter den 2.000 anderen Bewerbern unterzugehen. Also habe ich einen weiteren Besuch in Heidelberg geplant und werde bei den Hausmeistern persönlich vorsprechen.

Daneben habe ich mich aber auch bei einem privaten Wohnheim angemeldet und war etwas erstaunt über deren Anforderungen. Neben einem ausformulierten Lebenslauf sollte ich ein Empfehlungsschreiben einreichen. Was mich an einem Wohnheim reizt ist, dass man direkt unter Leute kommt und viele Leute kennenlernt, wenn man sich den Eingang, das Bad und die Küche teilt. An die Sache mit dem Bad muss ich mich zwar erst noch gewöhnen, aber ein kluger Mensch hat mal gesagt: Das Leben beginnt dort, wo die Komfortzone aufhört. Den Luxus eines eigenen Bades, immer frischer Wäsche und eines stets gut gefüllten Kühlschranks kann ich mir wohl abschminken. Aber momentan überwiegt die Vorfreude. Ich kann es kaum glauben: In wenigen Wochen bin ich Studentin!

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  26.08.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
26.08.2015

Schülerleben live

Selbstverteidigung

Lange dauert es nicht mehr bis zu meiner Abreise nach Bolivien. Langsam muss ich auch damit anfangen, mich von allerlei Menschen zu verabschieden. Die ersten waren die Leute aus dem Wing-Tsun-Training. Meine Mutter war es, die mir vorgeschlagen hat, damit anzufangen. Und da es gerade in einem Land wie Bolivien nicht schlecht ist, sich wenigstens ein bisschen verteidigen zu können, begleitete ich eine Freundin, die ebenfalls erst angefangen hatte, zum Schnuppertraining. Ich war sofort begeistert. Nachdem ich mich jetzt so lange nicht wirklich sinnvoll beschäftigt hatte, fiel es mir auch überhaupt nicht schwer, mir wieder neue Fertigkeiten anzueignen. Da es bei dieser Art Kampfsport mehr um Präzision geht, als um Kraft, muss man sich ganz schön konzentrieren und die Bewegungen immer wieder wiederholen, bis alles in Fleisch und Blut übergeht. Allerdings freute ich mich zu früh, als ich annahm, dass das ja gar kein richtiger Sport ist. Denn wir hatten wegen der Hitze bei den ersten Trainingseinheiten das Aufwärmen weggelassen. Als ich das dann mal an einem kühleren Tag kennenlernte, war ich anschließend so erschöpft, dass es mir richtig schwer fiel, mich auf das eigentliche Training zu konzentrieren.

Zwar weiß ich nicht, wie viel mir das alles letztlich bringen wird, da ich insgesamt nur vier Wochen im Training war, aber ein paar grundlegende Bewegungsabläufe und Schritte kann ich auch für mich selbst weiterhin trainieren. Was davon auf jedenfall bleibt, ist das Selbstbewusstsein, dass ich tatsächlich etwas ausrichten kann und die Tatsache, dass ich nun besser einzuschätzen kann, wozu mein Körper in der Lage ist, aber auch, wo meine Grenzen liegen. Wenn ich den Schlag eines Gegners weiterleiten möchte, will ich dazu schließlich nicht zu viel Energie aufwenden, damit er meterweit an mir vorbeigeht, wenn ich mich auch schonen und ihn kanpp an meiner Schulter vorbeilenken kann.

Ich hoffe natürlich trotzdem, dass ich in Bolivien nicht darauf zurückgreifen muss. In einer ernsten Situation könnte ich wahrscheinlich trotzdem nichts gewinnen, aber ein bisschen Sicherheit gibt es mir auf jeden Fall.

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  14.08.2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
14.08.2015