Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Schülerleben live

Selbstverteidigung

Lange dauert es nicht mehr bis zu meiner Abreise nach Bolivien. Langsam muss ich auch damit anfangen, mich von allerlei Menschen zu verabschieden. Die ersten waren die Leute aus dem Wing-Tsun-Training. Meine Mutter war es, die mir vorgeschlagen hat, damit anzufangen. Und da es gerade in einem Land wie Bolivien nicht schlecht ist, sich wenigstens ein bisschen verteidigen zu können, begleitete ich eine Freundin, die ebenfalls erst angefangen hatte, zum Schnuppertraining. Ich war sofort begeistert. Nachdem ich mich jetzt so lange nicht wirklich sinnvoll beschäftigt hatte, fiel es mir auch überhaupt nicht schwer, mir wieder neue Fertigkeiten anzueignen. Da es bei dieser Art Kampfsport mehr um Präzision geht, als um Kraft, muss man sich ganz schön konzentrieren und die Bewegungen immer wieder wiederholen, bis alles in Fleisch und Blut übergeht. Allerdings freute ich mich zu früh, als ich annahm, dass das ja gar kein richtiger Sport ist. Denn wir hatten wegen der Hitze bei den ersten Trainingseinheiten das Aufwärmen weggelassen. Als ich das dann mal an einem kühleren Tag kennenlernte, war ich anschließend so erschöpft, dass es mir richtig schwer fiel, mich auf das eigentliche Training zu konzentrieren.

Zwar weiß ich nicht, wie viel mir das alles letztlich bringen wird, da ich insgesamt nur vier Wochen im Training war, aber ein paar grundlegende Bewegungsabläufe und Schritte kann ich auch für mich selbst weiterhin trainieren. Was davon auf jedenfall bleibt, ist das Selbstbewusstsein, dass ich tatsächlich etwas ausrichten kann und die Tatsache, dass ich nun besser einzuschätzen kann, wozu mein Körper in der Lage ist, aber auch, wo meine Grenzen liegen. Wenn ich den Schlag eines Gegners weiterleiten möchte, will ich dazu schließlich nicht zu viel Energie aufwenden, damit er meterweit an mir vorbeigeht, wenn ich mich auch schonen und ihn kanpp an meiner Schulter vorbeilenken kann.

Ich hoffe natürlich trotzdem, dass ich in Bolivien nicht darauf zurückgreifen muss. In einer ernsten Situation könnte ich wahrscheinlich trotzdem nichts gewinnen, aber ein bisschen Sicherheit gibt es mir auf jeden Fall.

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  14.08.2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
14.08.2015

Schülerleben live

Die Hauptstadt ruft ...

... mal wieder! Jawohl, ich bin schon wieder hier im Zentrum des Lebens, meinem persönlichen „place to be“. Inzwischen bin ich hier öfter als im Stadtzentrum meiner Heimatstadt. Aber was soll ich auch in der Essener Innenstadt, wenn ich in Berlin sein kann? Wer meinem Blog folgt, weiß von meiner Liebe zu Berlin und dass ich vermutlich ein Workaholic bin. Und wie könnte es anders sein: Ich bin natürlich zum Arbeiten hier.

Eigentlich will ich aber auf etwas ganz anderes hinaus: networking. Nach einem regulären Arbeitstag geht es bei mir erst so richtig los. Das klingt vielleicht seltsam und überzogen, aber ich meine dabei nicht, dass ich die Arbeit nicht loslassen kann, sondern dass ich mich dann um neue Kontakte kümmere. Zwar bin ich noch ganz am Anfang, aber eins weiß ich ganz sicher: Kontakte schaden nur dem, der sie nicht hat. Sei es das Abendessen mit Arbeitskollegen oder dem anderen Praktikanten, den man auf dem Weg zur Post kennengelernt hat. Sei es der Jungunternehmer, mit dem man in der Warteschlange im Mittagsbistro stand. Trefft diese Menschen und redet mit ihnen. Nicht aus jedem gemeinsamen Essen muss ein Praktikumsplatz entstehen oder gar die Aussicht auf einen Job – so einfach ist es dann vermutlich doch nicht. Aber allein schon der Tausch von Visitenkarten und Kenntnisse fremder Lebensgeschichten, kann einem irgendwann mal weiterhelfen. Wie viele Firmen, Geschäftsideen und Chancen sind wohl zwischen Hauptgang und Dessert entstanden? Ich vermute, dass es sehr viele gewesen sind. Deshalb: Traut euch einfach mal, auf diese Art und Weise ein Netzwerk neben Schule und Universität aufzubauen. Die Energie, die ihr investiert, wird sich mindestens doppelt auszahlen, wenn ihr im Gegensatz zu anderen Kommilitonen und Mitschülern zum Beispiel direkt einen wirklich guten Praktikumsplatz erhaltet, während andere noch darum einen kämpfen müssen.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  06.08.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
06.08.2015

Schülerleben live

Reisevorbereitungen

Dass sich eine Freundin von mir vor ein paar Tagen nach Mittelamerika aufgemacht hat, macht mir bewusst, dass meine eigene Abreise schon ziemlich bald ist. Das bedeutet, dass ich langsam mal anfangen muss, mich mit den Details zu beschäftigen. Die Flüge habe ich ja schon gebucht, doch wie genau ich von Santa Cruz nach Potosí kommen soll, steht zum Beispiel noch aus. Eine andere Freundin, die ein Jahr in China verbringen wird, fragt mich jedes Mal, wenn wir uns sehen ganz aufgeregt, ob ich schon gepackt habe. Natürlich nicht, schließlich habe ich noch eineinhalb Monate Zeit. Noch? Nein, eher NUR noch. Ich muss mir dringend Gedanken machen, was mitzunehmen sinnvoll ist und was nur Platz verschwenden würde. Allgemein wird für solche Reisen empfohlen, lieber weniger mitzunehmen und zur Not Klamotten oder anderes nachzukaufen. Und daran werde ich mich wohl halten, schließlich kann ich mir keine Vorstellung davon machen, welches Wetter mich auf 4.000 Metern Höhe in den Anden erwarten wird.

Um dort genügend Geld zur Verfügung zu haben, ließ ich lange, verwirrende Beratungsgespräche bei der Bank über mich ergehen. Ich wollte eigentlich nur eine Kreditkarte, was aber nicht möglich ist, weil ich über kein regelmäßiges Einkommen verfüge. Eine Prepaid-Karte wäre zwar eine Alternative, allerdings müsste ich die ja immer wieder aufladen. Also entschloss ich mich letztendlich für eine Kreditkarte über das Konto meiner Eltern. Das ist also wenigstens geregelt. Was jetzt noch ansteht, ist eine letzte Impfung gegen Gelbfieber, die Anschaffung einiger Reiseführer und eines guten Wanderrucksacks. Ich versuche außerdem mein Spanisch aufzufrischen, indem ich mir – mehr oder weniger konsequent – ein paar spanische Bücher vornehme.

Ich frage mich jeden Tag, wie der Ort aussehen wird, an dem ich das nächste halbe Jahr verbringen werde, ob ich auch Leute in meinem Alter kennenlernen und ob wohl ich mit der Sprache, der Höhe und der Kultur zurechtkommen werde. Das alles ist auch mit etwas Angst verbunden, schließlich ist Bolivien nicht gerade der sicherste Ort für ein Mädchen in meinem Alter. Hinzu kommt, dass ich ganz alleine unterwegs sein werde. Aber ich glaube fest daran, dass ich es bereuen würde, diese Erfahrung nicht zu machen. Also werde ich einfach eine Portion Mut und Verstand einpacken und den Leichtsinn zu Hause lassen, damit alles gut geht.

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  30.07.2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
30.07.2015