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Schülerleben live

Die Hauptstadt ruft ...

... mal wieder! Jawohl, ich bin schon wieder hier im Zentrum des Lebens, meinem persönlichen „place to be“. Inzwischen bin ich hier öfter als im Stadtzentrum meiner Heimatstadt. Aber was soll ich auch in der Essener Innenstadt, wenn ich in Berlin sein kann? Wer meinem Blog folgt, weiß von meiner Liebe zu Berlin und dass ich vermutlich ein Workaholic bin. Und wie könnte es anders sein: Ich bin natürlich zum Arbeiten hier.

Eigentlich will ich aber auf etwas ganz anderes hinaus: networking. Nach einem regulären Arbeitstag geht es bei mir erst so richtig los. Das klingt vielleicht seltsam und überzogen, aber ich meine dabei nicht, dass ich die Arbeit nicht loslassen kann, sondern dass ich mich dann um neue Kontakte kümmere. Zwar bin ich noch ganz am Anfang, aber eins weiß ich ganz sicher: Kontakte schaden nur dem, der sie nicht hat. Sei es das Abendessen mit Arbeitskollegen oder dem anderen Praktikanten, den man auf dem Weg zur Post kennengelernt hat. Sei es der Jungunternehmer, mit dem man in der Warteschlange im Mittagsbistro stand. Trefft diese Menschen und redet mit ihnen. Nicht aus jedem gemeinsamen Essen muss ein Praktikumsplatz entstehen oder gar die Aussicht auf einen Job – so einfach ist es dann vermutlich doch nicht. Aber allein schon der Tausch von Visitenkarten und Kenntnisse fremder Lebensgeschichten, kann einem irgendwann mal weiterhelfen. Wie viele Firmen, Geschäftsideen und Chancen sind wohl zwischen Hauptgang und Dessert entstanden? Ich vermute, dass es sehr viele gewesen sind. Deshalb: Traut euch einfach mal, auf diese Art und Weise ein Netzwerk neben Schule und Universität aufzubauen. Die Energie, die ihr investiert, wird sich mindestens doppelt auszahlen, wenn ihr im Gegensatz zu anderen Kommilitonen und Mitschülern zum Beispiel direkt einen wirklich guten Praktikumsplatz erhaltet, während andere noch darum einen kämpfen müssen.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  06.08.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
06.08.2015

Schülerleben live

Reisevorbereitungen

Dass sich eine Freundin von mir vor ein paar Tagen nach Mittelamerika aufgemacht hat, macht mir bewusst, dass meine eigene Abreise schon ziemlich bald ist. Das bedeutet, dass ich langsam mal anfangen muss, mich mit den Details zu beschäftigen. Die Flüge habe ich ja schon gebucht, doch wie genau ich von Santa Cruz nach Potosí kommen soll, steht zum Beispiel noch aus. Eine andere Freundin, die ein Jahr in China verbringen wird, fragt mich jedes Mal, wenn wir uns sehen ganz aufgeregt, ob ich schon gepackt habe. Natürlich nicht, schließlich habe ich noch eineinhalb Monate Zeit. Noch? Nein, eher NUR noch. Ich muss mir dringend Gedanken machen, was mitzunehmen sinnvoll ist und was nur Platz verschwenden würde. Allgemein wird für solche Reisen empfohlen, lieber weniger mitzunehmen und zur Not Klamotten oder anderes nachzukaufen. Und daran werde ich mich wohl halten, schließlich kann ich mir keine Vorstellung davon machen, welches Wetter mich auf 4.000 Metern Höhe in den Anden erwarten wird.

Um dort genügend Geld zur Verfügung zu haben, ließ ich lange, verwirrende Beratungsgespräche bei der Bank über mich ergehen. Ich wollte eigentlich nur eine Kreditkarte, was aber nicht möglich ist, weil ich über kein regelmäßiges Einkommen verfüge. Eine Prepaid-Karte wäre zwar eine Alternative, allerdings müsste ich die ja immer wieder aufladen. Also entschloss ich mich letztendlich für eine Kreditkarte über das Konto meiner Eltern. Das ist also wenigstens geregelt. Was jetzt noch ansteht, ist eine letzte Impfung gegen Gelbfieber, die Anschaffung einiger Reiseführer und eines guten Wanderrucksacks. Ich versuche außerdem mein Spanisch aufzufrischen, indem ich mir – mehr oder weniger konsequent – ein paar spanische Bücher vornehme.

Ich frage mich jeden Tag, wie der Ort aussehen wird, an dem ich das nächste halbe Jahr verbringen werde, ob ich auch Leute in meinem Alter kennenlernen und ob wohl ich mit der Sprache, der Höhe und der Kultur zurechtkommen werde. Das alles ist auch mit etwas Angst verbunden, schließlich ist Bolivien nicht gerade der sicherste Ort für ein Mädchen in meinem Alter. Hinzu kommt, dass ich ganz alleine unterwegs sein werde. Aber ich glaube fest daran, dass ich es bereuen würde, diese Erfahrung nicht zu machen. Also werde ich einfach eine Portion Mut und Verstand einpacken und den Leichtsinn zu Hause lassen, damit alles gut geht.

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  30.07.2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
30.07.2015

Schülerleben live

Halbzeit

Gerade frage ich mich ständig, ob ich mir dieses Praktikum wirklich weiter antun soll. Der Grund dafür ist, dass ich es einfach nicht schaffe, länger als vier Stunden pro Nacht zu schlafen. Ich liege im Bett, weiß genau, dass ich nun dringend einschlafen soll, aber es klappt nicht. Schließlich beginnt mein Dienst zu einer Zeit, in der das normale Schülerhirn noch im Schlafmodus ist. Und wenn selbst ich nach einer Tasse Kaffee noch große Schwierigkeiten habe, meine Augen offen zu halten, dann heißt das was! Auf dem Arbeitsweg, wenn die ersten nervigen Vögel mit ihrem Gezwitscher anfangen, überlege ich regelmäßig, hinzuschmeißen. Ich bin wohl einfach noch sehr daran gewöhnt, erst um acht oder neun Uhr produktiv sein zu müssen.

Bin ich dann angekommen, will ich meine Arbeit natürlich so gut wie möglich erledigen und den Patienten auch die richtigen Medikamente und Infusionen verabreichen – und dafür muss ich mich ganz schön konzentrieren. Als Praktikantin mache ich die Morgenrunde der Schwestern mit, inklusive Waschen, Vitalwerte messen und Dokumentation der Ergebnisse. Wenn dann der erste Ansturm vorbei ist, ist nicht mehr viel zu tun. Für mich bedeutet das frustrierende Langeweile, denn die Zeit geht seltsamerweise noch langsamer vorbei, wenn man nichts zu tun hat. Ich warte dann einfach, ob noch etwas passiert und gerate regelmäßig in den inneren Zwiespalt, ob ich will, dass etwas passiert und etwas zu tun ist oder eben nicht, weil das an sich schon besser ist.

Ich wusste im Vorfeld, was mich erwarten und wie das Praktikum aussehen würde, dementsprechend akzeptiere ich es einfach als unumgängliche Hürde zum Studium. Und einige gute Seiten gibt es ja auch: Meine Kollegen sind wirklich tolle Menschen, die ihren Job mit Überzeugung machen und mir gegenüber sehr offen sind – da hält man selbst die schlimmste Frühschicht durch.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  23.07.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
23.07.2015