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Schülerleben live

Halbzeit

Gerade frage ich mich ständig, ob ich mir dieses Praktikum wirklich weiter antun soll. Der Grund dafür ist, dass ich es einfach nicht schaffe, länger als vier Stunden pro Nacht zu schlafen. Ich liege im Bett, weiß genau, dass ich nun dringend einschlafen soll, aber es klappt nicht. Schließlich beginnt mein Dienst zu einer Zeit, in der das normale Schülerhirn noch im Schlafmodus ist. Und wenn selbst ich nach einer Tasse Kaffee noch große Schwierigkeiten habe, meine Augen offen zu halten, dann heißt das was! Auf dem Arbeitsweg, wenn die ersten nervigen Vögel mit ihrem Gezwitscher anfangen, überlege ich regelmäßig, hinzuschmeißen. Ich bin wohl einfach noch sehr daran gewöhnt, erst um acht oder neun Uhr produktiv sein zu müssen.

Bin ich dann angekommen, will ich meine Arbeit natürlich so gut wie möglich erledigen und den Patienten auch die richtigen Medikamente und Infusionen verabreichen – und dafür muss ich mich ganz schön konzentrieren. Als Praktikantin mache ich die Morgenrunde der Schwestern mit, inklusive Waschen, Vitalwerte messen und Dokumentation der Ergebnisse. Wenn dann der erste Ansturm vorbei ist, ist nicht mehr viel zu tun. Für mich bedeutet das frustrierende Langeweile, denn die Zeit geht seltsamerweise noch langsamer vorbei, wenn man nichts zu tun hat. Ich warte dann einfach, ob noch etwas passiert und gerate regelmäßig in den inneren Zwiespalt, ob ich will, dass etwas passiert und etwas zu tun ist oder eben nicht, weil das an sich schon besser ist.

Ich wusste im Vorfeld, was mich erwarten und wie das Praktikum aussehen würde, dementsprechend akzeptiere ich es einfach als unumgängliche Hürde zum Studium. Und einige gute Seiten gibt es ja auch: Meine Kollegen sind wirklich tolle Menschen, die ihren Job mit Überzeugung machen und mir gegenüber sehr offen sind – da hält man selbst die schlimmste Frühschicht durch.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  23.07.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
23.07.2015

Schülerleben live

Zeit für Mini-Jobs

Ich dachte immer, nach dem Abi hätte ich viel Zeit, mich mit Büchern und Häkelzeug einzuschließen und mal nur das zu machen, worauf ich Lust habe. Tatsächlich habe ich allerdings andauernd irgendwelche Termine. Um etwas Geld für Südamerika zu verdienen, arbeite ich mindestens einmal pro Woche in einem Café in unserer Nähe. Kellnern zu können ist bestimmt keine schlechte Entscheidung. Und wenn man erst einmal die Funktionsweise der Kasse verstanden hat, läuft der Rest ganz flüssig. Was mir aber fast nie gelingt, ist eine schöne Schaumkrone oben auf dem Weizenglas. Ich gebe aber weiterhin mein Bestes, schüttle fleißig die Hefe auf und stelle auch schon leichte Verbesserungen fest. Übung macht ja bekanntlich den Meister!

Doch da ist noch ein Problem, auf das mich der Mathe-Unterricht nie vorbereitet hat: Das Kopfrechnen, wenn Gäste getrennt zahlen und man die Rechnung splitten muss. Sogar im Abitur habe ich für einfache Additionen einen Taschenrechner benutzen dürfen. Ich glaube langsam, die Leute geben mir nur deshalb Trinkgeld, weil sie mein verzweifeltes Gesicht nicht sehen wollen, wenn ich angestrengt versuche, das Rückgeld exakt abzuzählen. Das war es dann aber auch schon. Alles andere läuft ganz gut. Die familiäre Atmosphäre im Café und der Zuspruch meiner Chefin, dass jede ihrer Angestellten ein bisschen Zeit gebraucht hat, um sich an alles zu gewöhnen, helfen mir über meine kleinen Unsicherheiten hinweg.

Zusätzlich zu meiner gelegentlichen Arbeit dort, darf ich meinem Vater bei der Entrümpelung seiner Praxis helfen, die auch wirklich einmal fällig war. Ich bin dort quasi als Aushilfsjobberin auf Zeit angestellt, räume zum Beispiel die Dachbodenzelle auf und streiche hier und da nach. Insgesamt kann ich auf diese Weise doch ein bisschen Geld verdienen bis zu meinem Abflug nach Potosí. Und etwas Zeit für meine Freunde bleibt auch noch. Jetzt, wo man sich nicht mehr jeden Tag in der Schule sieht, unternehmen wir mindestens einmal in der Woche etwas in einer größeren Gruppe. Alles in allem wird mir also zum Glück nie langweilig – auch wenn Bücher und Häkelnadeln doch nicht ganz so oft zum Einsatz kommen.

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  17.07.2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
17.07.2015

Schülerleben live

Filmkarriere?

Per Mail bekam ich das Angebot, in einem Film mitzuspielen. Ich? In einem Film? Bei genauerem Lesen stellte sich heraus, dass sich nicht Hollywood gemeldet hatte, sondern der Meramo-Verlag in Nürnberg, der sich unter anderem für dieses Portal hier verantwortlich zeichnet. Der Film, bei dem ich mitspielen sollte, sollte Schülern, Abiturienten und Studierenden den Nutzen einer Berufsberatung näherbringen. Ich war sofort überzeugt und sagte zu.

Der Tagestrip nach Erlangen war besonders aufregend für mich, da ich ursprünglich von dort stamme und die Stadt lange nicht mehr besucht hatte. Das Drehbuch hatte ich schon vorher erhalten und meine Texte gelernt. In der Arbeitsagentur sollte meine erste Szene gedreht werden. Dort lernte ich auch die Crew und die anderen Darsteller kennen. Bevor wir aber mit den Aufnahmen starten konnten, wurden erst mal alle Kameras, der Ton und die Beleuchtung eingestellt und ein Probeablauf gemacht. Erst dann ging es richtig los. Ich musste die Szene insgesamt zwei Mal spielen, um sie auch von einem anderen Winkel aus in den Kasten zu bringen. So verbrachten wir gut und gerne eine Stunde für eine Szene von zehn Sekunden. Die nächsten Einstellungen sollten in Nürnberg in einem Park gedreht werden. Vor neugierigen Zuschauern sprachen wir dort unsere Einzelszenen ein. Für meine drei Sätze brauchten wir erneut mehr als eine Stunde, weil mal das Licht oder der Ton nicht stimmte, ich mich im Text verhaspelte oder das Mikro im Bild war. Abschließend ging es in die Greenbox im Studio der Medienwerkstatt Nürnberg, in der es ziemlich heiß war.

Insgesamt war es eine tolle Erfahrung, mal selbst bei einem professionellen Filmdreh live dabei zu sein! Ich bin schon sehr gespannt auf das Ergebnis, das ihr dann auch bald hier im Portal unter www.abi.de/videos bewundern könnt.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  16.07.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
16.07.2015