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Schülerleben live

Grüße aus der Sauna

Seit Tagen zeigt das Thermometer über 30 Grad an, aber uns Schülern „hitzefrei“ geben? Niemals. Warum auch? So sind wir wenigstens richtig heiß auf neue Französisch-Grammatik und das Aufwärmen in Sport ist auch überflüssig. Um 16 Uhr, bei dieser Hitze, in einem stickigen 25-Quadratmeter-Zimmer mit 30 schwitzenden Klassenkameraden auf einem Haufen: Das sind doch großartige Aussichten, oder?

Unterricht macht bei diesen Temperaturen meiner Meinung nach jedenfalls keinen Sinn. Aber die Schulleitung gibt einfach nicht nach. Die beliebteste Ausrede: Lehrproben. Tja, jedoch hat dieser Vorwand einen klitzekleinen Schwachpunkt. Lehrproben finden nicht am Nachmittag statt. Aber was soll man machen? Sollen wir einen Sitzstreik organisieren? Haben wir probiert, hat nicht geholfen. Vernünftig mit den Lehrern reden? Unmöglich. Und genau genommen können die ja auch nichts dafür …

Aber wir haben „Fortschritte“ gemacht! Als das Thermometer auf 40 Grad kletterte, wurde beschlossen, dass die zehnte Stunde ausfällt und die Mittagspause auf eine halbe Stunde verkürzt wird, sodass wir alle um 15 Uhr heim durften. Mein Beileid an alle, die nur neun Stunden hatten. Die hatten nämlich einfach nur eine kürzere Pause.

Einen Vorteil hat unsere Schule jedoch, denn kurze Kleidung ist bei uns erlaubt: Hotpants, kurze Tops, sogar bauchfrei. Trotzdem kleben wir alle an den Stühlen fest. Ich finde ja, wenn man schon eine öffentliche Sauna errichtet, sollten die Leute wenigstens in Badesachen kommen dürfen – und der Pool fehlt!

Autor: Janika  |  Rubrik: orientieren  |  09.07.2015
Autor: Janika
Rubrik: orientieren
09.07.2015

Schülerleben live

Krankenhaus

Zugegeben, meine Motivation, einen geregelten Tagesablauf zu führen, geht gegen null. Ich meine, ich hab das Abi geschafft und mir damit doch irgendwie das Recht erworben, jeden Tag auszuschlafen und zu faulenzen. Schön wär’s! Mein Alltag sieht nämlich deutlich anders aus: Ich stehe morgens um 5 Uhr auf. So früh musste ich zu Schulzeiten nicht einmal aufstehen, wenn ein Schneesturm das Straßennetz lahmlegte. Was also ist der Grund für meine morgendlichen Aggressionen, die ich wahlweise an der unschuldigen Bettdecke, dem Bettrahmen oder besonders gern am Wecker auslasse?

Natürlich ist das Studium schuld. Und das, obwohl ich noch nicht einmal sicher bin, ob mir der Schlafmangel und der Verzicht auf ein soziales Leben wirklich etwas bringen werden. Ich mache ein einmonatiges Pflegepraktikum in einem Krankenhaus, welches einen Teil des 90-tägigen Pflichtpraktikums für das Medizinstudium abdecken soll. Das bedeutet also früh morgens auf Station sein, bei der Übergabe des Nachtdiensts mitschreiben und dann die Frühschicht unterstützen. Zur Morgenrunde der Pfleger gehört die Kontrolle der Vitalwerte eines jeden Patienten. Nachdem Puls, Blutdruck und Temperatur gemessen und akribisch in die Akte des Patienten (genannt Kurve) eingetragen wurden, werden diejenigen Patienten gewaschen und versorgt, die dazu selbst nicht in der Lage sind. Im Verlauf des Tages bringe ich dann Blutproben ins Labor oder Patienten zu ihren Untersuchungen in anderen Teilen des Krankenhauses. Ein Patient muss auf die Toilette, schafft es aber nicht und klingelt deshalb? Schon bin ich auf dem Weg und helfe ihm.

Schon in den ersten Tagen ist mir aufgefallen, dass Blutdruck messen lernen keine Kunst ist. Die wahren Herausforderungen liegen ganz woanders. Man muss sich wirklich gut mit den Kollegen verstehen, sonst gestaltet sich die Zusammenarbeit als sehr schwierig. Denn: Schon ein kleines Missverständnis kann hier lebensgefährliche Folgen haben.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  09.07.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
09.07.2015

Schülerleben live

Abifeier

Am Sonntag war es offiziell vorbei. Ich hatte zwar schon seit April keinen Unterricht mehr, aber irgendwie habe ich mich dennoch die ganze Zeit als „Schülerin“ bezeichnet. Es ist ziemlich irritierend, diesen Titel nach zwölf Jahren aufzugeben. Vor der Feier war ich zu 100 Prozent sicher gewesen, dass ich keinen Anflug von Emotionalität oder gar

Trennungsschmerz empfinden würde. Jahrelang hatte ich gemeinsam mit Freundinnen kopfschüttelnd betrachtet, wie die älteren Jahrgänge tränenreiche Abschiede zelebrierten. Das sollte mir nicht passieren.

Herausgeputzt für den letzten Schulauftritt fuhr ich also mit meiner Familie an diesem sonnigen Tag den Weg, den ich in den letzten Jahren so oft gegangen war. Auf dem Programm standen ein Gottesdienst, ein Empfang und dann die Zeugnisübergabe inklusive musikalischer Untermalung durch das Schulorchester. Der Gottesdienst fand in unserer Schulkirche statt und war dann doch emotional – schließlich waren wir hier vor acht Jahren begrüßt worden. Hier hatte alles angefangen. Als dann das „Irische Segenslied“ zum Abschluss gesungen wurde, flossen doch bei nahezu allen ein paar Tränen. Aber es waren eher Tränen der Dankbarkeit für alles Gute, was in den letzten Jahren passiert war und Tränen der Freude darüber, dass man hier Freunde fürs Leben gefunden hatte. Nach dem Empfang und der Verleihung der Zeugnisse ließen wir noch Luftballons steigen – ein unvergesslicher Moment, an den ich mich bestimmt immer wieder gerne erinnern werde. Schlussendlich bleibt mir nur zu sagen: Danke für acht Jahre, die im Nachhinein eher wie acht Tage wirken. Die Schulzeit hat viele Spuren bei mir hinterlassen. Und ich bin jetzt schon gespannt, in zehn oder fünfzehn Jahren zu einem Altschülerinnentreffen zu gehen und dort zu erfahren, was aus den anderen geworden ist.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  02.07.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
02.07.2015