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Schülerleben live

Ungültiges Visum

Der Jugend-Landtag NRW fand im Plenarsaal des Landtags in Düsseldorf statt. Über 200 Jugendliche vertraten die Abgeordneten für drei Tage. Ich war Stellvertreterin für Herrn Hilser von der SPD. Gleich zu Beginn wählten wir die Fraktionsvorsitzenden und die Schriftführer. Es war wirklich beeindruckend, in diesem großen Raum zu sitzen, in dem sich normalerweise die Mitglieder einer Partei versammeln und Entscheidungen treffen. Und: Ich wurde sogar zur Schriftführerin gewählt! Zuerst hatte ich die Befürchtung, die heftigen Diskussionen nicht schnell genug mitzukommen, aber diese Zweifel legten sich rasch.

In den nächsten Tagen nahm ich an allerhand Fraktionssitzungen, Ausschusssitzungen, und Workshops teil, konnte mir zu vielen Themen einen Meinung bilden und diese innerhalb meiner Partei darstellen. Wir haben viel diskutiert, Anträge formuliert, wieder verworfen und Kompromisse geschlossen, um letztendlich in der Plenarsitzung als Partei geschlossen hinter unseren Entscheidungen und Forderungen zu stehen.

Da die meisten Teilnehmer bereits Kontakt zur Politik gehabt hatten, führten wir die Diskussionen auf hohem Niveau. Schnell erkannten wir, dass Politik mehr ist als nur seine eigene Meinung durchzusetzen. Um überhaupt etwas bewegen zu können, brauchten wir eine Mehrheit und somit auch die Unterstützung anderer Parteien, weshalb manchmal auch zähneknirschend Kompromisse ausgehandelt wurden.

Es waren für mich drei unvergessliche Tage voller Spannung und neuer Erfahrungen. Ich fühle mich darin bestätigt, mich weiterhin politisch zu engagieren, da ich so die Zukunft aktiv mitgestalten kann.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  23.06.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
23.06.2015

Schülerleben live

Jugendlandtag NRW

Ich weiß, dass ich mich in letzter Zeit immer wieder über die stressige Abiturzeit ausgelassen habe. Eigentlich sollte ich wohl in meinem stillen Kämmerlein hocken und lernen, statt mich immer nur zu beschweren. Das ist jedoch nicht der Fall: Ich bin mal wieder unterwegs. Natürlich wäre es jetzt sinnvoll, jede freie Minute in mein Abitur zu investieren, aber wer garantiert mir, dass ich dadurch ein besseres Ergebnis erreiche? Zusätzlich stellt sich mir die Frage, ob es sich für mich lohnt, dafür wirklich wertvolle Erfahrungen zu verpassen. Eine davon ist der Jugendlandtag, der am vergangenen Wochenende in Düsseldorf tagte.

Beworben hatte ich mich bereits im Frühjahr, direkt beim Landtagsabgeordneten meines Stadtteils. Diesen sollte ich nun also drei Tage lang vertreten – gemeinsam mit vielen anderen Jugendlichen aus ganz NRW. Ich war total gespannt darauf, in die Rolle eines Politikers zu schlüpfen. Die in den Fraktionssitzungen zu behandelnden Themen waren unter anderem die Hochschulzulassung und andere Aspekte, die insbesondere die Jugend betreffen. Durch Abstimmungen im Vorfeld wurden diese Themen von allen Teilnehmern beschlossen und ich bin sehr froh über die Auswahl, da sie mich persönlich interessiert und betrifft. Da ich momentan am liebsten Medizin studieren möchte und mich mit den Zulassungsvoraussetzungen der Universitäten auseinandersetze, ist es tröstlich zu sehen, dass andere Jugendliche vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Und wer weiß? Vielleicht können wir mit unserem Engagement tatsächlich etwas bewirken.

Entgegen der geläufigen Meinung sind die Diskussionen und Abstimmungen, die dort laufen, nämlich sehr wohl relevant. Immerhin bekommen die Politiker dadurch einen realistischen Einblick in das, was die Jugendlichen bewegt und wo sie sich Änderungen wünschen.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  16.06.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
16.06.2015

Schülerleben live

Die Stadt des Lärms

Der Flug ist gebucht! Im September werde ich mich von München über Madrid nach Santa Cruz de la Sierra in Bolivien aufmachen. Von dort geht es auf dem Landweg weiter nach Potosí. Ein früherer Studienkollege meines Onkels ist dort katholischer Priester und leitet gemeinsam mit einem Orden eine soziale Einrichtung für Kinder und Jugendliche. Ich rief also an und stellte mich vor. Nachdem ich versichert hatte, dass ich bereits Spanisch beherrsche und mit Sicherheit keine Bezahlung erwarte, lud man mich tatsächlich ein, ein halbes Jahr gegen Kost und Logis in der Kinderbetreuung und Hausaufgabenhilfe tätig zu sein.

Nur hatte ich noch nie vorher von Potosí gehört. Aber wozu gibt es Wikipedia? Der Name dieser Stadt entstammt der indianischen Sprache Quechua und bedeutet so viel wie „Lärm“. Da kann man sich doch gleich mehr darunter vorstellen. Durch die üppigen Silber-Vorkommen in diesem Teil der Anden gewann die Stadt im 16. und 17. Jahrhundert gleichermaßen Reichtum und Ruhm. So entstand im Spanischen sogar das Sprichwort „vale un potosí“ („das ist ein Vermögen wert“). An der harten Arbeit in den Bergwerken litt vor allem der indigene Teil der Bevölkerung. Nicht wenige Eingeborene kamen dabei ums Leben. Als das Silber schließlich irgendwann zur Neige ging, war die Stadt auf 4.000 Metern Höhe über dem Meeresspiegel gezwungen, auf den Zinnabbau umzusteigen, was ihren wirtschaftlichen Niedergang zur Folge hatte. Heute gilt Potosí für bolivianische Verhältnisse als relativ arme Stadt. Die Arbeitsbedingungen in den Minen sind immer noch sehr zu bemägneln und obwohl die Kinderarbeit in Bolivien verboten ist, arbeiten weiterhin viele Minderjährige in den Bergwerken.

Genau diesen Kindern und den Nachkommen von Minenarbeitern möchte der Orden, bei dem ich mein Praktikum absolvieren werde, durch seine Arbeit eine Perspektive bieten. Ich freue mich bereits sehr darauf, diese Erfahrung zu machen und bin sehr gespannt, ob die Stadt wirklich so laut ist.

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  11.06.2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
11.06.2015