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Schülerleben live

Akademie

Die dritte Woche meines Berlin-Aufenthalts ist angebrochen. Kann das überhaupt stimmen? Erst die dritte Woche? Ich kann kaum glauben, jemals woanders gewesen zu sein. Die täglichen Demos gegen Hunger oder Krieg sind mittlerweile fester Bestandteil meines Alltags. Es gibt tausende Großstädte auf der Welt, aber Berlin ist anders. Berlin ist nicht freundlich oder schön, und schon gar kein Ort für einsame Seelen, aber die Stadt hat das Zeug, für jeden ein Zuhause zu werden. Wer es laut und lebhaft mag, zieht nach Prenzlauer Berg oder Kreuzberg, den Szenevierteln schlechthin. Hat man das nötige Kleingeld, wohnt man eben in Mitte. Ganz anders sind die Randbezirke. In Strausberg beispielsweise, das östlich von Berlin liegt, spürt man nichts mehr von der Millionenstadt. Strausberg ist eine idyllische Kleinstadt. Und genau dort werde ich meine dritte Woche bei einer Akademie verbringen.

Das etwa eine Stunde von Berlin-Mitte entfernte Strausberg war für mich bisher nicht interessant. Warum sollte es auch? Neben der Arbeit habe ich kaum Zeit, mir die Viertel in der Innenstadt anzugucken. Aber toll, dass ich nun auch die Bereiche außerhalb sehe. Eigentlich sollte ich ganz entspannt an die Akademie herangehen, schließlich ist sie nicht meine erste, aber stattdessen bin ich doch ganz schön aufgeregt. Eine Menge neuer Menschen und einige bekannte Gesichter werden meine Woche füllen und hoffentlich jeden Tag spannend machen.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  28.05.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
28.05.2015

Schülerleben live

What's up Berlin?

In Berlin ist wirklich einiges los. Eigentlich selbstverständlich für die selbsternannte Hipster-Hauptstadt. Was sofort auffällt, sind die Massen von Touristen in der Innenstadt, ausgerüstet mit „Selfie Stick“ und Rucksack. Mir persönlich fielen insbesondere die zahlreichen Schulklassen auf, die alle mit langen Gesichtern durch die Stadt watschelten. Berlin ist auch wirklich eine undankbare Stadt für Standard-Touristen, die schnell Schnappschüsse von den wichtigsten Sehenswürdigkeiten schießen wollen und dann meinen, alles gesehen zu haben. Viele von euch werden sagen, dass Berlin nicht an Städte wie Paris oder Rom heranreicht. Ich aber sage: Die Magie Berlins ist viel subtiler, dafür aber auch unvergesslicher. Wo sonst kann man schon frühmorgens mit einem Döner in der Hand an der Spree spazieren gehen? Eben, das geht nur in Berlin!

Meine freie Zeit beschränkt sich auf morgens, abends und auf das Wochenende, weshalb ich sie so effektiv wie möglich nutzen will. Mit meiner besten Freundin habe ich mich deshalb schon mal um 7 Uhr morgens verabredet.

Meine Arbeit ist so ziemlich das Gegenteil von Schule. Es fällt mir ganz schön schwer, mich acht Stunden am Stück zu konzentrieren, weil ich das schlicht nicht gewohnt bin. Im normalen Schulalltag gab es immer wieder Stunden, wenn nicht sogar ganze Tage, die ich einfach nur als verschwendete Lebenszeit bezeichnen würde. Die erste Hälfte des Praktikums ist jedenfalls schon rum, und ich befürchte, dass auch die zweite Hälfte viel zu schnell vorbeigehen wird. Ich habe zwar schon einige Praktika gemacht und berufliche Erfahrung gesammelt, aber selten war ich abends so überzeugt davon, wirklich etwas geschafft zu haben und stolz auf meine Leistung. Vielleicht ist es die Stimmung der Stadt, vielleicht das Gemeinschaftsgefühl der unzähligen Praktikanten, aber ich habe wirklich die Hoffnung und Zuversicht, in meinem Leben etwas Gutes auf die Beine stellen zu können.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  22.05.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
22.05.2015

Schülerleben live

Und vorbei

Im Nachhinein ging es schnell. Das bedeutet jetzt also, nie wieder Unterricht in diesem Gymnasium zu haben. Fest steht das natürlich noch nicht, aber es wendet sich hoffentlich alles zum Guten. Alle paar Tage waren jetzt diese „wirklich wichtigen“ Prüfungen, die einen zwangen, vier bis fünf Stunden am Stück mit gut hundert Mitschülern in einer Turnhalle zu sitzen und einander zu ignorieren. Ein Zustand, an den man sich erst einmal gewöhnen muss. Vielleicht lief die Deutsch-Prüfung deshalb so schlecht und Mathe irgendwie am besten. Es lässt sich schwer einschätzen, wie gut ich letztendlich war, schließlich schreibt man nur einmal im Leben Abitur und „es einfach durch Mitarbeitsnoten ausgleichen“ geht jetzt auch nicht mehr. Aber nun habe ich erst einmal eine Woche frei bis zur ersten Colloquiumsprüfung. Ein Aspekt, den ich vorher nicht bedacht habe: Was fange ich mit dieser ganzen Zeit an, die ich jetzt habe? So läuft das doch immer mit der Zeit. Mal hat man zu viel davon und mal zu wenig. Ich habe mir vorgenommen, mir zur Überbrückung bis zu meinem Auslandsaufenthalt und zur Finanzierung desselben einen Job zu suchen. Ob Supermarkt oder Café, ich muss mich in der nächsten Woche dringend umhören.

Nebenbei kommt das Mode-Projekt „azadi“ voran. Dieses Projekt ist einer Idee meiner Mutter entsprungen, die sich schon seit Jahren gemeinsam mit dem Rest meiner Familie für STOP einsetzt, eine indische NGO, die gegen Menschenhandel und insbesondere Frauenhandel kämpft. Rama, eine Abgesandte besagter NGO, die im Herbst 2013 nach Deutschland kam, um über ihr eigenes Schicksal und die Arbeit von STOP zu berichten, besuchte dabei gemeinsam mit meiner Mutter ein Geschäft für faire Mode. Die Inhaberin dieses Geschäfts zeigte sich so begeistert von Ramas selbst genähter Kleidung, dass die Idee entstand, ein eigenes Mode-Label zu gründen, das „faire westliche Mode mit indischem Flair“ herstellen soll. Die Marke trägt den Namen „azadi“, was auf Hindi, der Amtssprache in Indien, „Freiheit“ bedeutet. Natürlich war es ein langer Weg bis jetzt, wo wir schon die Prototypen für die erste Kollektion in den Händen halten und bald auch einen Teil des Startkapitals durch Crowdfunding zusammen haben. Ich helfe, wo ich gerade gebraucht werde: zum Beispiel als Model und Springer auf der ersten Infoveranstaltung mit Modenschau. Der Erlös kommt dann den Mädchen des Schutzhauses von STOP zugute, die dadurch nicht mehr nur von Spenden abhängig sind und somit ein solides Grundeinkommen erhalten.

Es gibt also Dinge zu tun und ich bin froh, nach dem Abi die Aussicht darauf zu haben, bei dieser Art Projekte helfen zu können und nicht nur faul herumzusitzen.

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  15.05.2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
15.05.2015