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Schülerleben live

Es geht nach Berlin

Die ereignisreichen letzten Monate, in denen Schule die Hauptrolle in meinem Alltag spielte, sind jetzt vorbei. Ich muss zwar noch auf die Ergebnisse warten, doch statt in Essen festzusitzen, habe ich mich dazu entschieden, erst mal dem Fernweh nachzugeben. Also auf nach Berlin! Dort kann ich das Leben mal wieder in vollen Zügen genießen. Wie schön ist es, in der Hauptstadt Deutschlands aufzustehen und nicht zu wissen, was bis zum Ende des Tages geschehen wird! Ganz so entspannt ist es dann aber doch nicht: Ich werde in den kommenden zwei Wochen im Büro einer Stiftung arbeiten. Ich kann es kaum erwarten. Ich freue mich riesig auf die Arbeit im Büro. Endlich eine Abwechslung zu der ewigen Lernerei. Statt sehr theoretischen mathematischen Grundlagen oder der Chronologie der deutschen Geschichte, habe ich es dann endlich wieder mit den Herausforderungen im wahren Leben zu tun. Statt der Wiedergabe von Wissen werden dann Multitasking, Schnelligkeit und Anpassungsfähigkeit wichtig sein. Und zugegebenermaßen ist es einfach mal schön, von zu Hause wegzukommen, nachdem ich die letzten Monate quasi nur in meinem Zimmer saß. In Berlin wird mir die Decke nicht so schnell auf den Kopf fallen. Das liegt schon am bunten kulturellen Programm. Ganz besonders freue ich mich auf den Karneval der Kulturen, der am Pfingstwochenende stattfindet.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  13.05.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
13.05.2015

Schülerleben live

Rückschlag

Houston, wir haben ein Problem. Dummerweise habe ich aber leider kein Houston, das mich retten könnte. Im Klartext: Meine mündliche Prüfung ist leider nicht so ausgefallen, wie ich es mir gewünscht hatte. An alle, die diesen Text lesen: Nehmt nicht Mathe im Abi! Die Fächerwahl ist vermutlich der erste Intelligenztest des Abiturs – und ich bin durchgefallen. Irgendwie war es schon zu befürchten: Mathe und ich, das war nie eine wirklich gesunde Beziehung. Dazu kommt, dass es bei der mündlichen Prüfung keine Nachprüfung gibt, dementsprechend ist das Ergebnis endgültig. Ich hätte weinen können (zugegeben habe ich das auch ein wenig) und schreien, aber irgendwie bringt das ja auch nichts. Ich bin ein positiver Mensch, aber keiner dieser Übermenschen, die aus jedem Rückschlag direkt Kraft schöpfen können. Ich knabbere an Rückschlägen – und das auch ziemlich lang. Manchmal auch nächtelang. Dann stelle ich mir vor, wie es hätte laufen sollen, können, müssen ... Am Ende erreiche ich aber den Punkt, an dem ich akzeptieren muss, dass es einfach so ist, wie es ist. Das ist jedes Mal ernüchternd.

Seltsamerweise fühle ich mich an genau diesem Wendepunkt aber nicht hilflos oder hoffnungslos, sondern irgendwie wie auf Durchreise. Mit jeder Sekunde, die vergeht, verblasst auch das negative Gefühl. Was bleibt mir auch anderes übrig als weiterzumachen? Und bezogen auf das Abi sage ich mir. Hey, es ist noch nicht alles vorbei! Verlier nicht den Glauben an dich, schließlich hast du noch einige Chancen, deinen Notenschnitt zu heben. Ja, ich habe meine mündliche Abiprüfung in den Sand gesetzt, und ja, das ist ein Problem. Ich werde mich davon aber auf keinen Fall runterziehen lassen, sondern mich jetzt auf das konzentrieren, was vor mir liegt. Also werde ich die Präsentation meiner besonderen Lernleistung vorbereiten und mich auf eine mögliche Nachprüfung einstellen.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  08.05.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
08.05.2015

Schülerleben live

Wer hat Angst vorm Mathe-Abi?

Nachdem die schriftlichen Abi-Klausuren geschafft sind, stehen nun die mündlichen Prüfungen an. Ich kann nicht mehr genau sagen, was mich zu der unbegreiflichen Entscheidung trieb, Mathe als viertes Fach zu wählen. War es, weil mir so viele geraten haben, bloß nicht Bio zu nehmen? Schließlich ist das ein sehr lernintensives Fach und in Kombination mit Geschichte überhaupt nicht zu empfehlen. Für Mathe müsse man hingegen nicht so viel lernen, hieß es. Was immer es auch war, ich bereue meine Entscheidung bitterlich. Wenn man seine mündliche Prüfung in einem Fach wie Sozialwissenschaften/Wirtschaft oder Religion macht, kann man selbst sehr viel sagen und damit die Prüfung lenken. In Mathe kann man im schlimmsten Fall nur versagen. Ich war außerdem nie sonderlich interessiert an mathematischen Zusammenhängen. Wenn ich den Stoff jetzt durchgehe, wundere ich mich, wie exzellent ein menschliches Hirn bereits gelernten Stoff wieder löschen kann. Sogar die relativ frischen Themen kommen mir nicht so wirklich bekannt vor. Zwei Jahre hatten die Mathematik und ich nebeneinanderher gelebt und nur sehr wenige Berührungspunkte. Insgesamt war es eine relativ friedliche Beziehung, aber jetzt entwickle ich eine regelrechte Abneigung. Jeder, der mir jetzt mit der Schönheit und Ästhetik der Mathematik kommt, sollte meinen verwirrten Gesichtsausdruck beim Lösen dieser Rätsel betrachten. Daran ist nichts Ästhetisches mehr. Mein Leben könnte wirklich einfacher sein ohne Integrale, Vektoren und Matrizen.

Gott sei Dank gibt es YouTube. Dort habe ich schon in Vorbereitung auf vorherige Matheklausuren immer wieder Lernvideos geguckt, aber jetzt sind diese Videos meine Rettung. Kompakt wurde mir der Lernstoff in kleinen Häppchen serviert. Stück für Stück setzt sich so aus wirren Zahlen und Formeln langsam ein Gesamtkunstwerk zusammen, das zwar immer noch bedrohlich wirkt, aber zugleich immer verständlicher wird.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  30.04.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
30.04.2015