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Schülerleben live

Wer hat Angst vorm Mathe-Abi?

Nachdem die schriftlichen Abi-Klausuren geschafft sind, stehen nun die mündlichen Prüfungen an. Ich kann nicht mehr genau sagen, was mich zu der unbegreiflichen Entscheidung trieb, Mathe als viertes Fach zu wählen. War es, weil mir so viele geraten haben, bloß nicht Bio zu nehmen? Schließlich ist das ein sehr lernintensives Fach und in Kombination mit Geschichte überhaupt nicht zu empfehlen. Für Mathe müsse man hingegen nicht so viel lernen, hieß es. Was immer es auch war, ich bereue meine Entscheidung bitterlich. Wenn man seine mündliche Prüfung in einem Fach wie Sozialwissenschaften/Wirtschaft oder Religion macht, kann man selbst sehr viel sagen und damit die Prüfung lenken. In Mathe kann man im schlimmsten Fall nur versagen. Ich war außerdem nie sonderlich interessiert an mathematischen Zusammenhängen. Wenn ich den Stoff jetzt durchgehe, wundere ich mich, wie exzellent ein menschliches Hirn bereits gelernten Stoff wieder löschen kann. Sogar die relativ frischen Themen kommen mir nicht so wirklich bekannt vor. Zwei Jahre hatten die Mathematik und ich nebeneinanderher gelebt und nur sehr wenige Berührungspunkte. Insgesamt war es eine relativ friedliche Beziehung, aber jetzt entwickle ich eine regelrechte Abneigung. Jeder, der mir jetzt mit der Schönheit und Ästhetik der Mathematik kommt, sollte meinen verwirrten Gesichtsausdruck beim Lösen dieser Rätsel betrachten. Daran ist nichts Ästhetisches mehr. Mein Leben könnte wirklich einfacher sein ohne Integrale, Vektoren und Matrizen.

Gott sei Dank gibt es YouTube. Dort habe ich schon in Vorbereitung auf vorherige Matheklausuren immer wieder Lernvideos geguckt, aber jetzt sind diese Videos meine Rettung. Kompakt wurde mir der Lernstoff in kleinen Häppchen serviert. Stück für Stück setzt sich so aus wirren Zahlen und Formeln langsam ein Gesamtkunstwerk zusammen, das zwar immer noch bedrohlich wirkt, aber zugleich immer verständlicher wird.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  30.04.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
30.04.2015

Schülerleben live

Auf die Plätze, fertig, los!

Letzte Woche ging's los: erste Abitur-Prüfung. Das war zwar „nur“ der mündliche Teil, aber trotz allem ein Anfang. Ich hatte es mir irgendwie spektakulärer vorgestellt. Im Endeffekt lief es aber genauso ab, wie jede mündliche Schulaufgabe auch: Monolog, Dialog, Gedanken zu einem Bild, alles auf Französisch, versteht sich.

Ab jetzt muss ich auch nur noch in die Stunden gehen, die für das Abitur relevant sind. Da kommt es schon mal vor, dass ich gerade mal von 11.30 Uhr bis 13 Uhr Schule habe. Freitags muss ich überhaupt nicht hingehen. Das kommt mir sehr entgegen, vor allem weil ich es bisher nicht auf die Reihe gebracht hat, die Epochen in Deutsch zusammenzufassen. Da ist plötzlich so viel, was ich lernen muss und ich stelle mir die Frage, wo ich eigentlich anfangen soll. Und so läuft es meistens darauf hinaus, dass ich mich mit etwas gänzlich anderem beschäftige. Meine Ausrede für mich selbst geht so: Unter der Woche mache ich doch sowieso in der Schule was für die Prüfungen, da muss ich mich nicht auch noch am Nachmittag hinsetzen. Und am Wochenende sollte man sich doch auch endlich einmal ausruhen dürfen. Ein weiteres Argument ist die Zeit: Wenn man sich vornimmt, einen guten Übungsaufsatz zu verfassen, braucht man schon einmal fünf Stunden – wie in der richtigen Abi-Prüfung – und wer hat schon so viel Zeit an einem Stück? Da hilft nur eins: Disziplin. Gut sind aber auch die Stark-Bücher. Man fühlt sich, als hätte man richtig etwas erledigt, wenn man auch nur eine Aufgabe daraus gelöst hat.

Aber es wird sich am Ende doch hoffentlich lohnen. Schon allein nach der Französisch-Prüfung hatte ich ein so gutes Gefühl, dass ich nach den Schriftlichen bestimmt doppelt so zufrieden sein werde. Darauf hoffe ich zumindest, denn wofür kann der ganze Aufwand sonst gut sein?

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  24.04.2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
24.04.2015

Schülerleben live

Abi

Es ist kaum zu glauben, aber ich kann mit Stolz und absoluter Glückseligkeit verkünden: Alle Abiklausuren sind geschrieben! Und zwar innerhalb einer Woche. Den Anfang machte Deutsch.

In der Aula der Schule trafen sich alle Prüflinge und machten sich gegenseitig immer noch nervöser. Der eine hatte konsequent auf Lücke gelernt und fürchtete sich, doch etwas Wichtiges ausgelassen zu haben. Der nächste hatte eigentlich alles gelernt, war aber trotzdem absolut nicht zu beruhigen. Ich saß dazwischen und ging nochmal die Themen durch, machte mir klar, wo meine Stärken und Schwächen waren, und sagte mir zur Motivation: Wird schon schief gehen! Als ich das Themenblatt in der Hand hielt, war alle Spannung abgefallen, denn relativ schnell entschied ich mich für die Gedichtanalyse. Der Sachtext über die Sprachtheorie erschien mir zu trocken, die Analyse von „Hiob“ und „Der Prozess“ hätte mich zwar gereizt, aber da ich Gedichte sehr gern mag, entschied ich mich dafür. Vom Schwierigkeitsgrad her war es absolut machbar, nur zeitlich wurde es ein wenig knapp.

Zwei Tage später: Englisch. Ich fand beide Themen nicht gut, schließlich hatten wir im Unterricht nie mit Karikaturen und Drehbüchern gearbeitet. Das Drehbuch erschien mir aber das kleinere Übel zu sein und so legte ich los.

Vor der Geschichtsklausur hatte ich schon sehr viel Respekt, da man in Geschichte viel Grundwissen haben muss und die Quellen nicht immer leicht zu interpretieren sind. In der letzten Klausur in Geschichte hatte ich Karikaturen bearbeitet und war sehr zufrieden mit der Note, weshalb ich auch im Abi die Karikatur nehmen wollte. Das bedeutete, dass ich mich eigentlich auf alle Themen in Geschichte vorbereiten musste, da ich nicht wissen konnte, welche Karikatur mich erwarten würde. Schließlich war es eine Zeichnung über die Märzrevolution 1848, ein Thema, das ich sehr mag.

Momentan bin ich einfach nur froh, zumindest diesen Teil hinter mir zu haben. In zwei Wochen geht es mit den mündlichen Prüfungen weiter. Darauf kann ich mich nun in aller Ruhe vorbereiten.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  23.04.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
23.04.2015