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Schülerleben live

Allerlei Organisatorisches

Die letzte „normale“ Klausur meines Lebens handelte von modalen Tonarten in Beatles-Songs und Alban Bergs Beitrag zur Dodekaphonie (Zwölftontechnik in der Musik). Ich habe mich jetzt entschieden, Musik zu meinem zweiten Kolloquiums-Fach zu machen, mit Schwerpunkt auf der romantischen Orchestermusik am Beispiel von Richard Wagner. Und nicht nur die Schwerpunkte mussten wir jetzt festlegen: In der letzten Woche vor den Osterferien fiel plötzlich den engagierteren unter meinen Mitschülern ein, was sie von jedem von uns noch für die Abi-Feier oder -Zeitung brauchten. Da waren zum einen die Lehrer- und Schüler-Rankings: Jeder darf zu ausgewählten Kategorien, wie zum Beispiel „Wer würde sogar das Abi verschlafen?“, einen oder mehrere Stufenkameraden angeben, der seiner Meinung nach dazu passt. Die Ergebnisse werden dann in der Abi-Zeitung abgedruckt.

Ein großes organisatorisches Problem bezog sich mehr auf die Abi-Feier. Die begrenzte Anzahl an Sitzplätzen musste gerecht auf die Familien der Schüler aufgeteilt werden. Es kommt nämlich durchaus vor, dass jemand mit vier Geschwistern antanzt. Bei mir war das Ganze eher unproblematisch, da zwei meiner drei Geschwister aufgrund von Prüfungen sowieso keine Zeit haben. Die Organisationsgruppe der Abi-Feier wollte außerdem die Lieder wissen, zu denen wir paarweise „einlaufen“. Nach einigem Hin und Her konnten meine beste Freundin und ich unsere sehr unterschiedlichen Musikgeschmäcker doch noch unter einen Hut bringen.

Außerdem brauchen momentan alle Bilder von Seminarfahrten, Einkehrtagen und sonstiger gemeinsam verbrachter Zeit für Filmchen während der Abi-Feier und für Collagen und Artikel in der Abi-Zeitung. Als die Osterferien endlich da waren, wurde es nicht unbedingt besser. Da wir uns endlich auf ein Logo geeinigt hatten, musste ich ran. Schließlich habe ich mich freiwillig für die Abi-T-Shirts gemeldet. Ich musste also mittels Facebook von all meinen Mitschülern die jeweilige Größe und gewünschte Farbe in Erfahrung bringen. Es reicht ja nicht, allen vorher Bescheid zu sagen, dass sie sich bitte bei mir melden mögen, man muss sie auch noch einzeln dazu auffordern. Aber dafür haben wir ja unsere sozialen Netzwerke. Mir fehlen nur noch drei Leute, bevor ich die Bestellung abschicken kann.

Immerhin konnte ich über Ostern ein paar Tage in der Münchner Wohnung meiner Tante in Ruhe Mathe lernen. Sowieso gab es da alles, was das Abiturientenherz begehrt: Alle Klassiker der deutschen Literaturgeschichte, wahlweise als Hörbuch oder gebundene Ausgabe, und der Mitschnitt des Einführungsvortrags der Bayreuther Festspiele. Darauf spielt und erklärt ein Pianist Wagners „Tannhäuser“, also genau meinen Musik-Schwerpunkt. Keine Frage also, dass ich mir diese Gelegenheit, einfacher zu lernen, gleich mit nach Hause genommen habe.

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  10.04.2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
10.04.2015

Schülerleben live

Osterferien

Alle Welt freute sich in den Osterferien auf Freizeit, Urlaub und Erholung. Alle – abgesehen von den angehenden Abiturienten in NRW. Statt die ersten vorsichtigen Sonnenstrahlen zu genießen, saß ich hermetisch abgeriegelt in meinem Zimmer, umzingelt von gefährlich aussehenden Ordnern und Büchern, die alle um meine Aufmerksamkeit buhlten. Ein Lernplan musste her, der mir den Tag nicht in Stunden, sondern in Lerneinheiten einteilte. Schließlich hatte ich einiges vor. Was ich in den zwei Wochen schaffen wollte? Nichts Schwierigeres als den Stoff aus zwei Jahren in zwei Wochen zu lernen. Nein, ich spreche nicht nur von wiederholen, sondern von lernen. Manche haben vielleicht solch ein Superhirn mit eingebauter Sofortspeicherfunktion und integrierter Kamera, aber ich habe es leider nicht. Bedeutet, dass ich nicht auf Abruf die Befreiungskriege samt Daten und Hintergrund herunterrattern kann. Man kann ja schließlich nicht alles haben. „Halt!“ werden die ersten Kritiker schreien. Man habe doch genug Zeit gehabt und eigentlich sei das ja alles selbstverschuldet, wegen missratener Zeitplanung! Sehr witzig... Ich habe neben besonderer Lernleistung, Schule, Ehrenamt, Nachhilfe, Bedürfnis nach sechs Stunden Schlaf, Hausaufgaben, Klausuren und sozialem Leben wirklich nicht zu viel Zeit gehabt. Aber ich werde nicht nur jammern, schließlich bin ich nicht das einzige Opfer des erbarmungslosen Abis und andere haben es auch schon überlebt. Und wie formulierte es ein wirklich guter Lehrer: Ihr schafft es eh nicht so, wie ihr wollt, also nehmt es wie es kommt. Ich denke, er hat Recht.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  10.04.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
10.04.2015

Schülerleben live

Mottowoche

Genau sieben Mal habe ich die Mottowoche der älteren Jahrgänge mitbekommen und aus einem Mix aus Faszination und Schrecken zugesehen. Und dann war es endlich auch für mich so weit. Die letzte Schulwoche vor Beginn der Abi-Prüfungen soll zu einem unvergesslichen Ereignis werden, schließlich ist man mit den Menschen, die einen die letzten acht Jahre begleitet haben, nun das letzte Mal in dieser Konstellation zusammen. Jeder Tag hat ein eigenes Motto, bei uns sind das Kindheitshelden, Pyjama, Hippie, Geschlechtertausch und Schulmädchen. Vor dem Schulgebäude wird mit einem Ghettoblaster laute Musik gespielt. Manche haben ihre komplette Energie auf die Planung und Ausführung dieser Tage gesteckt, was sich in spektakulär kreativen Outfits zeigt. Leider verstehen nur andere Abiturienten und direkt Betroffene diese Verkleidungen, weshalb man im öffentlichen Straßenverkehr nur wenig Verständnis erntet. Die meisten Menschen sind eher verwirrt von einem Prinzessinnen-Kostüm. Der Pyjama-Look inklusive Morgenmantel, Schlafbrille und eingedrehten Lockenwicklern ging hingegen ganz gut. Und wer kann schon von sich behaupten, im Schlafanzug in der U-Bahn gesessen zu haben?

Das alles ist zwar sehr spaßig, aber nicht ganz so entspannt, wie es sich vielleicht anhört. Jeden Tag steht eines der vier Abiturfächer auf dem Plan und in fünf Stunden wird intensiv der obligatorische Stoff wiederholt. Nach diesem intensiven Frontalunterricht funktioniert mein Kopf nur noch bedingt. Ganz praktisch, um die seltsamen Blicke auf dem Nachhauseweg in der U-Bahn zu ignorieren.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  31.03.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
31.03.2015