Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Schülerleben live

Abi

Es ist kaum zu glauben, aber ich kann mit Stolz und absoluter Glückseligkeit verkünden: Alle Abiklausuren sind geschrieben! Und zwar innerhalb einer Woche. Den Anfang machte Deutsch.

In der Aula der Schule trafen sich alle Prüflinge und machten sich gegenseitig immer noch nervöser. Der eine hatte konsequent auf Lücke gelernt und fürchtete sich, doch etwas Wichtiges ausgelassen zu haben. Der nächste hatte eigentlich alles gelernt, war aber trotzdem absolut nicht zu beruhigen. Ich saß dazwischen und ging nochmal die Themen durch, machte mir klar, wo meine Stärken und Schwächen waren, und sagte mir zur Motivation: Wird schon schief gehen! Als ich das Themenblatt in der Hand hielt, war alle Spannung abgefallen, denn relativ schnell entschied ich mich für die Gedichtanalyse. Der Sachtext über die Sprachtheorie erschien mir zu trocken, die Analyse von „Hiob“ und „Der Prozess“ hätte mich zwar gereizt, aber da ich Gedichte sehr gern mag, entschied ich mich dafür. Vom Schwierigkeitsgrad her war es absolut machbar, nur zeitlich wurde es ein wenig knapp.

Zwei Tage später: Englisch. Ich fand beide Themen nicht gut, schließlich hatten wir im Unterricht nie mit Karikaturen und Drehbüchern gearbeitet. Das Drehbuch erschien mir aber das kleinere Übel zu sein und so legte ich los.

Vor der Geschichtsklausur hatte ich schon sehr viel Respekt, da man in Geschichte viel Grundwissen haben muss und die Quellen nicht immer leicht zu interpretieren sind. In der letzten Klausur in Geschichte hatte ich Karikaturen bearbeitet und war sehr zufrieden mit der Note, weshalb ich auch im Abi die Karikatur nehmen wollte. Das bedeutete, dass ich mich eigentlich auf alle Themen in Geschichte vorbereiten musste, da ich nicht wissen konnte, welche Karikatur mich erwarten würde. Schließlich war es eine Zeichnung über die Märzrevolution 1848, ein Thema, das ich sehr mag.

Momentan bin ich einfach nur froh, zumindest diesen Teil hinter mir zu haben. In zwei Wochen geht es mit den mündlichen Prüfungen weiter. Darauf kann ich mich nun in aller Ruhe vorbereiten.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  23.04.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
23.04.2015

Schülerleben live

Allerlei Organisatorisches

Die letzte „normale“ Klausur meines Lebens handelte von modalen Tonarten in Beatles-Songs und Alban Bergs Beitrag zur Dodekaphonie (Zwölftontechnik in der Musik). Ich habe mich jetzt entschieden, Musik zu meinem zweiten Kolloquiums-Fach zu machen, mit Schwerpunkt auf der romantischen Orchestermusik am Beispiel von Richard Wagner. Und nicht nur die Schwerpunkte mussten wir jetzt festlegen: In der letzten Woche vor den Osterferien fiel plötzlich den engagierteren unter meinen Mitschülern ein, was sie von jedem von uns noch für die Abi-Feier oder -Zeitung brauchten. Da waren zum einen die Lehrer- und Schüler-Rankings: Jeder darf zu ausgewählten Kategorien, wie zum Beispiel „Wer würde sogar das Abi verschlafen?“, einen oder mehrere Stufenkameraden angeben, der seiner Meinung nach dazu passt. Die Ergebnisse werden dann in der Abi-Zeitung abgedruckt.

Ein großes organisatorisches Problem bezog sich mehr auf die Abi-Feier. Die begrenzte Anzahl an Sitzplätzen musste gerecht auf die Familien der Schüler aufgeteilt werden. Es kommt nämlich durchaus vor, dass jemand mit vier Geschwistern antanzt. Bei mir war das Ganze eher unproblematisch, da zwei meiner drei Geschwister aufgrund von Prüfungen sowieso keine Zeit haben. Die Organisationsgruppe der Abi-Feier wollte außerdem die Lieder wissen, zu denen wir paarweise „einlaufen“. Nach einigem Hin und Her konnten meine beste Freundin und ich unsere sehr unterschiedlichen Musikgeschmäcker doch noch unter einen Hut bringen.

Außerdem brauchen momentan alle Bilder von Seminarfahrten, Einkehrtagen und sonstiger gemeinsam verbrachter Zeit für Filmchen während der Abi-Feier und für Collagen und Artikel in der Abi-Zeitung. Als die Osterferien endlich da waren, wurde es nicht unbedingt besser. Da wir uns endlich auf ein Logo geeinigt hatten, musste ich ran. Schließlich habe ich mich freiwillig für die Abi-T-Shirts gemeldet. Ich musste also mittels Facebook von all meinen Mitschülern die jeweilige Größe und gewünschte Farbe in Erfahrung bringen. Es reicht ja nicht, allen vorher Bescheid zu sagen, dass sie sich bitte bei mir melden mögen, man muss sie auch noch einzeln dazu auffordern. Aber dafür haben wir ja unsere sozialen Netzwerke. Mir fehlen nur noch drei Leute, bevor ich die Bestellung abschicken kann.

Immerhin konnte ich über Ostern ein paar Tage in der Münchner Wohnung meiner Tante in Ruhe Mathe lernen. Sowieso gab es da alles, was das Abiturientenherz begehrt: Alle Klassiker der deutschen Literaturgeschichte, wahlweise als Hörbuch oder gebundene Ausgabe, und der Mitschnitt des Einführungsvortrags der Bayreuther Festspiele. Darauf spielt und erklärt ein Pianist Wagners „Tannhäuser“, also genau meinen Musik-Schwerpunkt. Keine Frage also, dass ich mir diese Gelegenheit, einfacher zu lernen, gleich mit nach Hause genommen habe.

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  10.04.2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
10.04.2015

Schülerleben live

Osterferien

Alle Welt freute sich in den Osterferien auf Freizeit, Urlaub und Erholung. Alle – abgesehen von den angehenden Abiturienten in NRW. Statt die ersten vorsichtigen Sonnenstrahlen zu genießen, saß ich hermetisch abgeriegelt in meinem Zimmer, umzingelt von gefährlich aussehenden Ordnern und Büchern, die alle um meine Aufmerksamkeit buhlten. Ein Lernplan musste her, der mir den Tag nicht in Stunden, sondern in Lerneinheiten einteilte. Schließlich hatte ich einiges vor. Was ich in den zwei Wochen schaffen wollte? Nichts Schwierigeres als den Stoff aus zwei Jahren in zwei Wochen zu lernen. Nein, ich spreche nicht nur von wiederholen, sondern von lernen. Manche haben vielleicht solch ein Superhirn mit eingebauter Sofortspeicherfunktion und integrierter Kamera, aber ich habe es leider nicht. Bedeutet, dass ich nicht auf Abruf die Befreiungskriege samt Daten und Hintergrund herunterrattern kann. Man kann ja schließlich nicht alles haben. „Halt!“ werden die ersten Kritiker schreien. Man habe doch genug Zeit gehabt und eigentlich sei das ja alles selbstverschuldet, wegen missratener Zeitplanung! Sehr witzig... Ich habe neben besonderer Lernleistung, Schule, Ehrenamt, Nachhilfe, Bedürfnis nach sechs Stunden Schlaf, Hausaufgaben, Klausuren und sozialem Leben wirklich nicht zu viel Zeit gehabt. Aber ich werde nicht nur jammern, schließlich bin ich nicht das einzige Opfer des erbarmungslosen Abis und andere haben es auch schon überlebt. Und wie formulierte es ein wirklich guter Lehrer: Ihr schafft es eh nicht so, wie ihr wollt, also nehmt es wie es kommt. Ich denke, er hat Recht.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  10.04.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
10.04.2015