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Schülerleben live

Lernen am lebenden Objekt

„Die nächsten Monate solltet ihr nur zum Lernen nutzen.“ Was ist das nur für ein absolut unnötiger Satz, den Lehrer in letzter Zeit zu oft sagen? Natürlich ist mir klar, dass man das Abi nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte und dass die letzten Punkte geholt werden müssen, aber dafür gleich das ganze Leben und Sozialgefüge aufgeben? Eindeutig keine Alternative. Es ist weder sinnvoll noch möglich, seine komplette Energie einzig auf die Abi-Vorbereitung zu konzentrieren. Auch hat diese Einstellung nichts mit Uneinsichtigkeit zu tun, wie manche Lehrer das interpretieren, sondern mit der Tatsache, dass das Leben nun mal Vieles bietet und Schule nicht immer das spannendste Angebot hat.

Wie wär es denn zum Beispiel, einfach mal einen Abend zum lokalen Poetry Slam zu gehen und sich statt Goethe und Schiller aktuelle Dichtkunst anzuhören? Hört sich gut an? Ist es auch, und vielleicht hat man ja während eines Slams die zündende Idee, wie man Kafka analysieren könnte. Ich könnte mir auch vorstellen, mal ein Wochenende nach Berlin zu fahren, um all die historischen Plätze hautnah zu erleben. Wo kann man denn besser die deutsche Wiedervereinigung spüren als am Brandenburger Tor? Das in der Schule so oft gepriesene interaktive Lernen wird dann in seiner schönsten Form angewendet. Learning by doing mal anders.

Den Kopf komplett freizumachen, funktioniert nicht auf Knopfdruck und der Versuch setzt einen nur zusätzlich unter Stress. Deshalb sollte man nicht gegen, sondern mit dem Abi arbeiten. Also vielleicht mal was Verrücktes tun, morgens in der Suppenküche der Stadt arbeiten und sich aus der Sicht eines echten Menschen das Leben mit Hartz IV erklären lassen. Anschließend kann man im Unterricht einen klugen Beitrag leisten. Es gibt tausende Möglichkeiten, sich das Lernen zu erleichtern – man muss nur aufpassen, dass man es nicht übertreibt, sonst hat man ja schon wieder Stress.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  13.03.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
13.03.2015

Schülerleben live

Abiturbedingungen

Am Freitag stand die Generalprobe fürs Abi an. Die letzte Klausur im Deutsch- Leistungskurs wurde nämlich unter Abiturbedingungen geschrieben. Das bedeutete eine Prüfungszeit von 8.15 bis 13.00 Uhr. Die erste halbe Stunde sollten wir nutzen, um uns für ein Thema zu entscheiden. Statt zwei Themen standen drei zur Auswahl – und zwar nicht nur zum aktuellen Stoff, sondern auch zu Lernstoff aus der elften Klasse. Ich war doch etwas nervös, denn so lange hatte ich noch nie an einer Klausur geschrieben und oftmals fühlte ich mich schon nach einer „normalen“ Leistungskursklausur erschlagen und erschöpft.

Als der große Moment kam und die Klausuren ausgeteilt wurden, kehrte Ruhe im ganzen Raum ein. Nach einem Durchlesen der Themen war für mich schnell klar, was ich nehmen wollte. Der Textauszug aus dem Roman „Tauben im Gras“ von Wolfgang Koeppen sprach mich am meisten an und so konnte ich relativ schnell mit der Arbeit beginnen. Meine Nervosität wich dann schnell einer Routine, denn diese Art von Klausuren waren nicht neu für mich – nur der Umfang war deutlich größer.

Deutsch-Klausuren sind bei mir häufig Glückssache: Entweder ich kann mich in dem Moment auf den Text einlassen und ihn auseinandernehmen, oder eben nicht. In meiner Schulzeit habe ich aber gelernt, dass ich dann einfach weitermachen und hoffen muss, dass ich irgendwann doch noch reinkomme. Und zur Not hilft mir meine Fantasie, denn egal, was man sagt, Deutsch ist doch oft viel Interpretation. Ich hätte an diesem Tag ewig weiter schreiben können und hatte kurz Panik, die Zeit würde nicht reichen. Aber im Endeffekt ging alles gut und ich habe sogar ein bisschen die Angst vor den Abiturprüfungen verloren.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  02.03.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
02.03.2015

Schülerleben live

Durchblick im Geschichte-Sozialkunde-Abitur

In meiner Jahrgangsstufe gibt es mit mir genau zwei Schülerinnen, die in Geschichte-Sozialkunde Abi machen wollen. Geschichte-Sozialkunde ist ein Kombi-Fach und als solches bietet es verschiedene Möglichkeiten, darüber eine Abitur-Prüfung anzulegen. Dabei ist es wichtig, sich zu entscheiden, ob man nur in Geschichte geprüft werden möchte oder im Kombi-Fach. In einer schriftlichen Abiturprüfung darf man sich beide Male eine aus vier Aufgaben aussuchen, um diese zu bearbeiten. Im Colloquium hingegen gibt es einige Unterschiede.
Wählt man nur Geschichte, so darf man ein Halbjahr Unterrichtsstoff aus der elften Klasse streichen. Über diesen Teil wird man nicht abgefragt. Die Prüfung besteht aus einem zehnminütigen Referat aus einem Themenbereich, den der Schüler sich zuvor ausgesucht hat, zu dem anschließend fünf Minuten lang Fragen gestellt werden können. Danach werden in einem fünfzehnminütigen Gespräch weitere Themen aus den anderen Halbjahren abgefragt. Auf das Referat darf sich der Prüfling natürlich im Vorfeld 30 Minuten lang unter Aufsicht vorbreiten.
In Geschichte-Sozialkunde gibt es eindeutige Regelungen zur Gewichtung der beiden Fächer. Von den 30 Minuten Prüfung sollen sich 20 mit der Geschichte und zehn mit der Sozialkunde beschäftigen. Das Problem dabei ist nur, dass man sein Referat dann schlecht über einen Themenbereich der Sozialkunde halten kann, denn sonst können keine Fragen mehr gestellt werden. Es sei denn, es gibt ein geschichtliches Thema, von welchem aus fächerübergreifend auf das Referat Bezug genommen werden kann. Der Rest der Befragung würde sich dann nur um Geschichte drehen. Die andere Möglichkeit, in Geschichte das Referat zu halten und im anschließenden Gespräch beide Fächer abzuhandeln, erscheint also viel einfacher. Der große Vorteil bei der Kombi-Prüfung: Man darf zwei Ausbildungsabschnitte streichen, jeweils einen aus der elften und aus der zwölften. Ein echter Fortschritt!

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  26.02.2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
26.02.2015