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Schülerleben live

Kurze Verschnaufpause?

Der Stress kommt immer in Phasen. Vergangene Woche hatte ich zum Beispiel irre viel zu tun und vorzubereiten. Da waren zwei Klausuren und eine Kurzarbeit. Zusätzlich musste ich noch ein Deutsch-Referat fertig machen. Ich erzählte meinen Mitschülern etwas über „Die Blechtrommel“ von Günter Grass. Das Thesenblatt hierfür zu erstellen war gar nicht so einfach und raubte mir mehrere Nachmittage. Unsere Lehrerin möchte es immer sehr ausführlich haben, mit Kurzbiografie des Autors, Entstehungsgeschichte, Intention und Rezeption. Ansonsten wollte ich für die Präsentation meiner Gedanken einmal nicht auf unseren guten Freund und Helfer „PowerPoint“ vertrauen, sondern ganz altmodisch Overhead-Folien drucken. Das nimmt bei unserem Drucker viel Zeit und Geduld in Anspruch. Was den Vortrag anbelangt, bin ich in einer Deutschstunde nicht ansatzweise fertig geworden und musste am nächsten Tag weitermachen.

Zusätzlich musste ich mich in Französisch wieder mehr anstrengen. Die letzte Note war keine Glanzleistung und das Fach ist schließlich auch mein drittes schriftliches Abiturfach. In unserer Schulbibliothek, die ich vor kurzem wieder neu entdeckt habe, gibt es zwar französische Jugend-Zeitschriften, aber die letzten Ausgaben von „Le Monde“ sind leider noch von letztem Jahr. Deshalb werde ich mir wohl ab und an eine kaufen müssen. Aber ansonsten bin ich mit dem, was unsere Bibliothek zu bieten hat, sehr zufrieden. Und wenn man mal nach der einen oder anderen Information vergeblich sucht, kann man sich immer noch eines der iPads ausleihen, die dort deponiert sind.

Auch in der evangelischen Jugend, in der ich mich nebenbei engagiere, war vergangene Woche mal wieder Hochbetrieb. Und für den Führerschein muss ich so kurz vor der Prüfung auch langsam mal das Tempo anziehen.

Und dann kommt oft ganz plötzlich und unverhofft eine kleine Atempause. Da wird es Zeit, sich mal wieder mit den ganzen Arbeiten zu beschäftigen, die ich mir selber auferlegt habe: Abi-Zeitung, Abi-T-Shirts, Fotos, überhaupt erst einmal ein Logo. Für eine Freundin muss ich noch den Steckbrief schreiben, der sich natürlich mit unserem Motto „Abiversial – ein filmreifer Abgang“ beschäftigen soll. Irgenwie ist mein Kopf aber wie leergefegt, wenn es darum geht, mich einmal komplett kreativ zu betätigen. Ich hoffe, ich komme bald mal wieder dazu, etwas nur für mich zu machen.

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  13.03.2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
13.03.2015

Schülerleben live

Lernen am lebenden Objekt

„Die nächsten Monate solltet ihr nur zum Lernen nutzen.“ Was ist das nur für ein absolut unnötiger Satz, den Lehrer in letzter Zeit zu oft sagen? Natürlich ist mir klar, dass man das Abi nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte und dass die letzten Punkte geholt werden müssen, aber dafür gleich das ganze Leben und Sozialgefüge aufgeben? Eindeutig keine Alternative. Es ist weder sinnvoll noch möglich, seine komplette Energie einzig auf die Abi-Vorbereitung zu konzentrieren. Auch hat diese Einstellung nichts mit Uneinsichtigkeit zu tun, wie manche Lehrer das interpretieren, sondern mit der Tatsache, dass das Leben nun mal Vieles bietet und Schule nicht immer das spannendste Angebot hat.

Wie wär es denn zum Beispiel, einfach mal einen Abend zum lokalen Poetry Slam zu gehen und sich statt Goethe und Schiller aktuelle Dichtkunst anzuhören? Hört sich gut an? Ist es auch, und vielleicht hat man ja während eines Slams die zündende Idee, wie man Kafka analysieren könnte. Ich könnte mir auch vorstellen, mal ein Wochenende nach Berlin zu fahren, um all die historischen Plätze hautnah zu erleben. Wo kann man denn besser die deutsche Wiedervereinigung spüren als am Brandenburger Tor? Das in der Schule so oft gepriesene interaktive Lernen wird dann in seiner schönsten Form angewendet. Learning by doing mal anders.

Den Kopf komplett freizumachen, funktioniert nicht auf Knopfdruck und der Versuch setzt einen nur zusätzlich unter Stress. Deshalb sollte man nicht gegen, sondern mit dem Abi arbeiten. Also vielleicht mal was Verrücktes tun, morgens in der Suppenküche der Stadt arbeiten und sich aus der Sicht eines echten Menschen das Leben mit Hartz IV erklären lassen. Anschließend kann man im Unterricht einen klugen Beitrag leisten. Es gibt tausende Möglichkeiten, sich das Lernen zu erleichtern – man muss nur aufpassen, dass man es nicht übertreibt, sonst hat man ja schon wieder Stress.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  13.03.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
13.03.2015

Schülerleben live

Abiturbedingungen

Am Freitag stand die Generalprobe fürs Abi an. Die letzte Klausur im Deutsch- Leistungskurs wurde nämlich unter Abiturbedingungen geschrieben. Das bedeutete eine Prüfungszeit von 8.15 bis 13.00 Uhr. Die erste halbe Stunde sollten wir nutzen, um uns für ein Thema zu entscheiden. Statt zwei Themen standen drei zur Auswahl – und zwar nicht nur zum aktuellen Stoff, sondern auch zu Lernstoff aus der elften Klasse. Ich war doch etwas nervös, denn so lange hatte ich noch nie an einer Klausur geschrieben und oftmals fühlte ich mich schon nach einer „normalen“ Leistungskursklausur erschlagen und erschöpft.

Als der große Moment kam und die Klausuren ausgeteilt wurden, kehrte Ruhe im ganzen Raum ein. Nach einem Durchlesen der Themen war für mich schnell klar, was ich nehmen wollte. Der Textauszug aus dem Roman „Tauben im Gras“ von Wolfgang Koeppen sprach mich am meisten an und so konnte ich relativ schnell mit der Arbeit beginnen. Meine Nervosität wich dann schnell einer Routine, denn diese Art von Klausuren waren nicht neu für mich – nur der Umfang war deutlich größer.

Deutsch-Klausuren sind bei mir häufig Glückssache: Entweder ich kann mich in dem Moment auf den Text einlassen und ihn auseinandernehmen, oder eben nicht. In meiner Schulzeit habe ich aber gelernt, dass ich dann einfach weitermachen und hoffen muss, dass ich irgendwann doch noch reinkomme. Und zur Not hilft mir meine Fantasie, denn egal, was man sagt, Deutsch ist doch oft viel Interpretation. Ich hätte an diesem Tag ewig weiter schreiben können und hatte kurz Panik, die Zeit würde nicht reichen. Aber im Endeffekt ging alles gut und ich habe sogar ein bisschen die Angst vor den Abiturprüfungen verloren.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  02.03.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
02.03.2015