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Schülerleben live

Mottowoche

Genau sieben Mal habe ich die Mottowoche der älteren Jahrgänge mitbekommen und aus einem Mix aus Faszination und Schrecken zugesehen. Und dann war es endlich auch für mich so weit. Die letzte Schulwoche vor Beginn der Abi-Prüfungen soll zu einem unvergesslichen Ereignis werden, schließlich ist man mit den Menschen, die einen die letzten acht Jahre begleitet haben, nun das letzte Mal in dieser Konstellation zusammen. Jeder Tag hat ein eigenes Motto, bei uns sind das Kindheitshelden, Pyjama, Hippie, Geschlechtertausch und Schulmädchen. Vor dem Schulgebäude wird mit einem Ghettoblaster laute Musik gespielt. Manche haben ihre komplette Energie auf die Planung und Ausführung dieser Tage gesteckt, was sich in spektakulär kreativen Outfits zeigt. Leider verstehen nur andere Abiturienten und direkt Betroffene diese Verkleidungen, weshalb man im öffentlichen Straßenverkehr nur wenig Verständnis erntet. Die meisten Menschen sind eher verwirrt von einem Prinzessinnen-Kostüm. Der Pyjama-Look inklusive Morgenmantel, Schlafbrille und eingedrehten Lockenwicklern ging hingegen ganz gut. Und wer kann schon von sich behaupten, im Schlafanzug in der U-Bahn gesessen zu haben?

Das alles ist zwar sehr spaßig, aber nicht ganz so entspannt, wie es sich vielleicht anhört. Jeden Tag steht eines der vier Abiturfächer auf dem Plan und in fünf Stunden wird intensiv der obligatorische Stoff wiederholt. Nach diesem intensiven Frontalunterricht funktioniert mein Kopf nur noch bedingt. Ganz praktisch, um die seltsamen Blicke auf dem Nachhauseweg in der U-Bahn zu ignorieren.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  31.03.2015
Autor: Bo
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31.03.2015

Schülerleben live

Zehn letzte Male

Die Zeit rast. Nur noch zehn Tage lang werde ich die Schule mit meiner Anwesenheit beehren, dann ist erst mal Schluss bis zu den Abiprüfungen. Nur noch zehn Mal werde ich durch das historische Schultor laufen und dabei den passenden Spruch „Omnibus prodesse, obesse nemini“ (allen nützen, niemandem schaden) lesen. Wem habe ich (hoffentlich) genützt und nicht geschadet, frage ich mich so kurz vor dem Ende. Ich habe mein Bestes gegeben, der Schülergemeinde so viel wie möglich zu geben, sei es durch mein Ehrenamt im Orchester, Mitarbeit im Unterricht, Bereitschaft, mich zu bessern, oder ein tröstendes Wort.

Aus dieser Reise namens Schulzeit habe ich eine bedeutende Lehre gezogen, nämlich, dass ich auch mir nicht schaden darf. Das Motto meiner Schule hat mich gelehrt, dass ich mich nicht vernachlässigen darf, denn das schadet nicht nur mir, sondern auch den Menschen um mich herum.

In all die Vorfreude über die wenigen verbleibenden Schultage mischt sich nichtsdestotrotz eine Prise Melancholie. Es sind die letzten Tage einer zentralen Episode meines Lebens. Ich habe im Laufe meines Lebens mehr Zeit in der Schule verbracht als außerhalb davon. Nur noch wenige Tage lang werde ich die Routine der Schule haben, ein Korsett, keine Frage, aber zugegebenermaßen auch ein Anker.

Zehn Mal die Schule mit müden Augen betreten und mit Erleichterung verlassen. Zehn Mal durch die Gänge laufen und im Schnelldurchlauf das Wochenende zusammenfassen. Zehn Mal sich über die kleinen Ungerechtigkeiten in der Schule aufregen. Zehn Mal über die Kleinen staunen und sich fragen, woher sie diese Energie nehmen. Zehn Mal sich gegenseitig Mut zusprechen, um die Furcht vor den Prüfungen zu nehmen. Zehn Mal versuchen, hundertmal so viele letzte Eindrücke einzufangen. Zehn Mal sich schwören, so viel Spaß zu haben, wenn alles vorbei ist. Zehn Mal sich versichern, dass man nichts und wirklich gar nichts vermissen wird. Zehn Mal merken und sich nicht eingestehen, dass vielleicht das eine oder andere doch fehlen wird. Zehnmal üben, auf Wiedersehen zu sagen. Zehn Mal wissen, dass man sich für immer an diese Tage erinnern wird.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  24.03.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
24.03.2015

Schülerleben live

Kurze Verschnaufpause?

Der Stress kommt immer in Phasen. Vergangene Woche hatte ich zum Beispiel irre viel zu tun und vorzubereiten. Da waren zwei Klausuren und eine Kurzarbeit. Zusätzlich musste ich noch ein Deutsch-Referat fertig machen. Ich erzählte meinen Mitschülern etwas über „Die Blechtrommel“ von Günter Grass. Das Thesenblatt hierfür zu erstellen war gar nicht so einfach und raubte mir mehrere Nachmittage. Unsere Lehrerin möchte es immer sehr ausführlich haben, mit Kurzbiografie des Autors, Entstehungsgeschichte, Intention und Rezeption. Ansonsten wollte ich für die Präsentation meiner Gedanken einmal nicht auf unseren guten Freund und Helfer „PowerPoint“ vertrauen, sondern ganz altmodisch Overhead-Folien drucken. Das nimmt bei unserem Drucker viel Zeit und Geduld in Anspruch. Was den Vortrag anbelangt, bin ich in einer Deutschstunde nicht ansatzweise fertig geworden und musste am nächsten Tag weitermachen.

Zusätzlich musste ich mich in Französisch wieder mehr anstrengen. Die letzte Note war keine Glanzleistung und das Fach ist schließlich auch mein drittes schriftliches Abiturfach. In unserer Schulbibliothek, die ich vor kurzem wieder neu entdeckt habe, gibt es zwar französische Jugend-Zeitschriften, aber die letzten Ausgaben von „Le Monde“ sind leider noch von letztem Jahr. Deshalb werde ich mir wohl ab und an eine kaufen müssen. Aber ansonsten bin ich mit dem, was unsere Bibliothek zu bieten hat, sehr zufrieden. Und wenn man mal nach der einen oder anderen Information vergeblich sucht, kann man sich immer noch eines der iPads ausleihen, die dort deponiert sind.

Auch in der evangelischen Jugend, in der ich mich nebenbei engagiere, war vergangene Woche mal wieder Hochbetrieb. Und für den Führerschein muss ich so kurz vor der Prüfung auch langsam mal das Tempo anziehen.

Und dann kommt oft ganz plötzlich und unverhofft eine kleine Atempause. Da wird es Zeit, sich mal wieder mit den ganzen Arbeiten zu beschäftigen, die ich mir selber auferlegt habe: Abi-Zeitung, Abi-T-Shirts, Fotos, überhaupt erst einmal ein Logo. Für eine Freundin muss ich noch den Steckbrief schreiben, der sich natürlich mit unserem Motto „Abiversial – ein filmreifer Abgang“ beschäftigen soll. Irgenwie ist mein Kopf aber wie leergefegt, wenn es darum geht, mich einmal komplett kreativ zu betätigen. Ich hoffe, ich komme bald mal wieder dazu, etwas nur für mich zu machen.

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  13.03.2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
13.03.2015