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Schülerleben live

Abiturbedingungen

Am Freitag stand die Generalprobe fürs Abi an. Die letzte Klausur im Deutsch- Leistungskurs wurde nämlich unter Abiturbedingungen geschrieben. Das bedeutete eine Prüfungszeit von 8.15 bis 13.00 Uhr. Die erste halbe Stunde sollten wir nutzen, um uns für ein Thema zu entscheiden. Statt zwei Themen standen drei zur Auswahl – und zwar nicht nur zum aktuellen Stoff, sondern auch zu Lernstoff aus der elften Klasse. Ich war doch etwas nervös, denn so lange hatte ich noch nie an einer Klausur geschrieben und oftmals fühlte ich mich schon nach einer „normalen“ Leistungskursklausur erschlagen und erschöpft.

Als der große Moment kam und die Klausuren ausgeteilt wurden, kehrte Ruhe im ganzen Raum ein. Nach einem Durchlesen der Themen war für mich schnell klar, was ich nehmen wollte. Der Textauszug aus dem Roman „Tauben im Gras“ von Wolfgang Koeppen sprach mich am meisten an und so konnte ich relativ schnell mit der Arbeit beginnen. Meine Nervosität wich dann schnell einer Routine, denn diese Art von Klausuren waren nicht neu für mich – nur der Umfang war deutlich größer.

Deutsch-Klausuren sind bei mir häufig Glückssache: Entweder ich kann mich in dem Moment auf den Text einlassen und ihn auseinandernehmen, oder eben nicht. In meiner Schulzeit habe ich aber gelernt, dass ich dann einfach weitermachen und hoffen muss, dass ich irgendwann doch noch reinkomme. Und zur Not hilft mir meine Fantasie, denn egal, was man sagt, Deutsch ist doch oft viel Interpretation. Ich hätte an diesem Tag ewig weiter schreiben können und hatte kurz Panik, die Zeit würde nicht reichen. Aber im Endeffekt ging alles gut und ich habe sogar ein bisschen die Angst vor den Abiturprüfungen verloren.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  02.03.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
02.03.2015

Schülerleben live

Durchblick im Geschichte-Sozialkunde-Abitur

In meiner Jahrgangsstufe gibt es mit mir genau zwei Schülerinnen, die in Geschichte-Sozialkunde Abi machen wollen. Geschichte-Sozialkunde ist ein Kombi-Fach und als solches bietet es verschiedene Möglichkeiten, darüber eine Abitur-Prüfung anzulegen. Dabei ist es wichtig, sich zu entscheiden, ob man nur in Geschichte geprüft werden möchte oder im Kombi-Fach. In einer schriftlichen Abiturprüfung darf man sich beide Male eine aus vier Aufgaben aussuchen, um diese zu bearbeiten. Im Colloquium hingegen gibt es einige Unterschiede.
Wählt man nur Geschichte, so darf man ein Halbjahr Unterrichtsstoff aus der elften Klasse streichen. Über diesen Teil wird man nicht abgefragt. Die Prüfung besteht aus einem zehnminütigen Referat aus einem Themenbereich, den der Schüler sich zuvor ausgesucht hat, zu dem anschließend fünf Minuten lang Fragen gestellt werden können. Danach werden in einem fünfzehnminütigen Gespräch weitere Themen aus den anderen Halbjahren abgefragt. Auf das Referat darf sich der Prüfling natürlich im Vorfeld 30 Minuten lang unter Aufsicht vorbreiten.
In Geschichte-Sozialkunde gibt es eindeutige Regelungen zur Gewichtung der beiden Fächer. Von den 30 Minuten Prüfung sollen sich 20 mit der Geschichte und zehn mit der Sozialkunde beschäftigen. Das Problem dabei ist nur, dass man sein Referat dann schlecht über einen Themenbereich der Sozialkunde halten kann, denn sonst können keine Fragen mehr gestellt werden. Es sei denn, es gibt ein geschichtliches Thema, von welchem aus fächerübergreifend auf das Referat Bezug genommen werden kann. Der Rest der Befragung würde sich dann nur um Geschichte drehen. Die andere Möglichkeit, in Geschichte das Referat zu halten und im anschließenden Gespräch beide Fächer abzuhandeln, erscheint also viel einfacher. Der große Vorteil bei der Kombi-Prüfung: Man darf zwei Ausbildungsabschnitte streichen, jeweils einen aus der elften und aus der zwölften. Ein echter Fortschritt!

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  26.02.2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
26.02.2015

Schülerleben live

Besinnungstage (Teil 2)

Rückblickend lässt sich sagen, dass die Besinnungstage mir wirklich gut getan haben. Schon der Ort, in dem wir waren, war einfach wunderschön und perfekt für gestresste Großstadtmenschen wie mich. Statt Autolärm, verstopfter Straßen und Hochhäusern bot uns das Dorf Westkapelle absolute Ruhe, nur einen winzigen Supermarkt und kleine Fachwerkhäuser. Um die Herberge, in der wir untergebracht waren, gab es nur Strand und Meer und überall führen Menschen auf Fahrrädern.

Hinzu kam, dass es keinen Internetzugang und nur sehr schlechter Handy-Empfang gab. In den ersten Tagen fiel es einigen ganz schön schwer, sich in ein Leben ohne Handy, Facebook, Instagram und Co. einzugewöhnen. Das Schöne daran war aber, dass wir uns alle richtig unterhalten konnten, ohne dass einer immer die Finger am Smartphone hatte. Passionierte Langschläfer und Morgenmuffel opferten dann sogar ihren Schlaf, um morgens den Sonnenaufgang am Strand erleben zu können. Für mich war es eine magische Zeit, denn Schule, Leistungen und das Abi rückten in weite Ferne. Ich hatte Zeit, über die Schulzeit zu reflektieren und zur Ruhe zu kommen.

Diese Fahrt veränderte vor allem mein Verhältnis zu den Lehrern. Statt sie als autoritäre und verständnislose Wesen wahrzunehmen, begegneten wir uns auf Augenhöhe und ich sah ein, dass Lehrer auch nur Menschen sind. Richtig „besinnlich“ waren diese Tage für mich zwar nicht, aber ich konnte mal durchatmen und Kraft tanken für die spannende, aber sicher auch anstrengende, Abi-Zeit.