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Schülerleben live

Exkursion

In meinem letzten Schuljahr habe ich – abgesehen von den Abi-Fächern – keine Klausuren mehr. In einigen Kursen herrscht deshalb deutlich mehr Entspannung. Vor allem Kunst ist noch lockerer als es ohnehin schon war. Was kann man in solchen Situationen besseres tun als auf Exkursionen zu gehen? Gesagt, getan. Der ganze Kurs schlenderte ins nur fünfzehn Minuten entfernte Folkwang Museum. Im Laufe meiner Schullaufbahn war ich dort zwar gefühlte jede zehnte Kunststunde, aber das machte gar nichts, schließlich gibt es neben der Dauerausstellung dort immer wieder sehenswerte Sonderausstellungen. Gerade zeigen sie eine mit dem Thema „Van Gogh, Monet, Matisse – Inspiration Japan“. Außerdem bezahlen wir als Schulklasse nur einen Bruchteil des regulären Eintrittspreises. Und diese Flucht aus dem Schulalltag war wirklich eine willkommene Abwechslung.

Solche Momente sind es, die meiner Meinung nach Schule ausmachen. Es geht nicht nur darum, irgendwelche Biografien von Künstlern hoch und runter rattern zu können, sondern auch darum, die Möglichkeit zu haben, sich mit etwas auseinanderzusetzen, mit dem man sich sonst nicht auseinandergesetzt hätte. Wer hat in seinem stressigen Alltag schon Zeit, den Besuch eines Museums einzuplanen? In solchen viel zu seltenen Schulmomenten habe ich das Gefühl, wirklich etwas fürs Leben zu lernen. Das Ausschlaggebende daran ist nämlich, dass ich gar nicht bewusst lerne, sondern erlebe. Ich habe dabei die Möglichkeit, diese Jahrhundertwerke aus einer völlig neuen Perspektive zu sehen. Dabei kann ich erkennen, was mich am meisten fasziniert und am meisten bewegt. Auch lerne ich dadurch mich besser kennen, da ich herausfinde, was mich gar nicht interessiert, was mich langweilt und ich nicht verstehe. Hört sich ziemlich weltbewegend an, aber das ist eigentlich ein normaler Prozess, der täglich in der Schule passieren sollte.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  12.02.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
12.02.2015

Schülerleben live

Zeugnisse

Kurz vor der Vergabe der Halbjahreszeugnisse ging es los. Knapp die Hälfte meines Jahrgangs verfiel in Panik. Besonders in der Nähe des Lehrerzimmers schlich eine Gruppe von Schülern herum, die sich über private Gespräche mit den Lehrern noch den einen oder anderen Punkt erkämpfen wollen – unter ihnen auch ich.

Erstaunlicherweise bringt ein Gespräch mit dem Fachlehrer doch mehr als man glaubt, und so habe ich mir doch noch einen besseren Schnitt erpokert.

Ist es denn überhaupt möglich, dass ein Lehrer die Note verändert, die er vergeben hat, schließlich wird er sich was dabei gedacht haben? Ich kann euch sagen: Ja, es ist möglich. Denn Lehrer sind auch nur Menschen. Außerdem zeigt ein Schüler, der um eine bessere Note kämpft, Motivation. Allerdings sollte man sich vor dem Gespräch im Unterricht bemühen und rege mitarbeiten. Ich finde, man hat als Schüler das Recht, der Lehrperson die eigene Meinung über die erbrachte Leistung zu sagen. Jeder Lehrer, der das als negativ empfindet, sollte sich darüber Gedanken machen, dass wir in der Schule zu frei denkenden Personen erzogen werden sollen, die eben nicht einer Obrigkeit ohne kritisches Fragen zustimmen. In so einem Gespräch hat der Lehrer die Möglichkeit, sein Urteil zu überdenken und Faktoren in die Benotung einzubringen, die er gar nicht kannte oder vielleicht sogar übersehen hat.

Mein Fazit ist, dass jeder Schüler sich trauen sollte, mit einem Lehrer über die eigenen Noten zu verhandeln. Denn verlieren kann man nichts und wenn es ganz schlimm kommt: Man sieht die Lehrer so kurz vor dem Abi sowieso nicht mehr oft.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  10.02.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
10.02.2015

Schülerleben live

Bewertungen

Gestern erhielt ich verschiedene Bewertungen. Bei der ersten handelte es sich um ein Zertifikat zur Teilnahme am P-Seminar und den BUS-Veranstaltungen. BUS steht für Berufs- und Studienorientierung. Die zweite Bewertung war mein Zeugnis, mit dem ich einigermaßen zufrieden war. Für die Eins vor dem Komma im Abitur muss ich mich allerdings noch anstrengen. Die dritte Bewertung kam nicht von Seiten der Schule, sondern wurde mir per Post aus Dresden zugestellt. Vor zwei Wochen hatte ich meine Seminararbeit an jenen Herrn gesandt, den ich zu meinem Thema interviewt hatte, und jetzt habe ich die Antwort erhalten. Es freute mich sehr zu hören, dass es mir offenbar gelungen war, in meiner Arbeit neutral über ein DDR-Thema zu berichten, sodass sich einerseits ein Kabarettist der DDR wiedererkennen würde, sie aber andererseits auch interessant für jemanden wäre, der wenig über das Thema weiß.

Dieser Kommentar zu meiner Seminararbeit war mir weitaus wichtiger, als die offizielle Note und Rezension, die meine Lehrerin mir gegeben hatte. Ich hielt diese Note zwar für sehr gerecht, da mir die Fehler, die ich gemacht hatte, selbst bereits aufgefallen waren. Aber die Stellen, die sie kritisierte oder auch lobte, waren meiner Meinung nicht das, was mir persönlich und vor allem hinsichtlich meines Themas wirklich wichtig waren. Das Hauptproblem war einfach, dass ich viele Fehler hätte vermeiden können, wenn ich mir das Ganze vor der Abgabe noch einmal in Ruhe durchgelesen hätte.

Was aber im Nachhinein von der Arbeit bleibt und weshalb viele enttäuscht von ihrer Note sind, ist das Fach- und Detailwissen, das wir uns angeeignet haben. Die Begeisterung und Hingabe, mit der meine Kurskameraden ihr Thema präsentierten, erlebt man selten bei einem herkömmlichen Referat. Wir wissen, dass wir vielleicht auch dem Lehrer etwas Neues erzählen können, und tragen komplett frei die Früchte monatelanger Recherchen vor. Dabei setzen wir voraus, dass unsere Lehrerin über ein umfangreiches Vorwissen verfügt, was aber nicht immer der Fall ist. Sie bewertet lediglich das Produkt und verletzt hier und da den Stolz eines „Experten“. Und deshalb ist mir die Meinung des ehemaligen Kabarett-Pianisten aus Dresden so wichtig. Er versteht etwas von meinem Thema und findet trotzdem, dass ich etwas Gutes geleistet habe.

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  06.02.2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
06.02.2015