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Schülerleben live

Besinnungstage

Andere Schulen verlangen in der Vorbereitungsphase vor dem Abi von den Schülern, dass sie sich komplett aufs Lernen konzentrieren. Meine Schule hingegen plant für die zwölfte Klasse im Februar Besinnungstage ein – als Pflichtveranstaltung. Eine Woche lang fährt man mit einer Gruppe von anderen Schülerinnen und einigen Lehrern weg. Es stehen fünf Orte zur Auswahl und jeder Ort hat einen anderen Themenschwerpunkt. So gab es zum Beispiel Münster, Wolfach, Westkapelle, Hardehausen und einige andere Ziele. Ich entschied mich für Westkapelle, einen kleinen Ort an der Küste der Niederlande. Das Programm konzentriert sich auf das bewusste Leben. Dazu gehören Angebote wie Yoga, künstlerische Auseinandersetzung mit sich selbst, Wandern am Strand, gesundes Kochen aber auch Stunden zur Selbstreflektion. Natürlich kommt die Zeit, die man mit den Freunden verbringt, auch nicht zu kurz. Da das die wahrscheinlich letzte gemeinsame Reise mit vielen Freunden wird, freue ich mich riesig.

Es ist der pure Luxus vor der intensiven Lernphase einfach mal eine Woche nichts Schulisches tun zu müssen, sondern tief durchatmen und Kraft tanken zu können. Daneben wird für uns in dieser Woche auch die Frage „Was mache ich nach dem Abi?“ im Vordergrund stehen. Diejenige, die noch nicht genau wissen, wie es weitergehen soll, können sich Meinungen anderer einholen, aber auch mal Abstand nehmen und sich fragen: „Wer bin ich und was will ich?“.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  16.02.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
16.02.2015

Schülerleben live

Exkursion

In meinem letzten Schuljahr habe ich – abgesehen von den Abi-Fächern – keine Klausuren mehr. In einigen Kursen herrscht deshalb deutlich mehr Entspannung. Vor allem Kunst ist noch lockerer als es ohnehin schon war. Was kann man in solchen Situationen besseres tun als auf Exkursionen zu gehen? Gesagt, getan. Der ganze Kurs schlenderte ins nur fünfzehn Minuten entfernte Folkwang Museum. Im Laufe meiner Schullaufbahn war ich dort zwar gefühlte jede zehnte Kunststunde, aber das machte gar nichts, schließlich gibt es neben der Dauerausstellung dort immer wieder sehenswerte Sonderausstellungen. Gerade zeigen sie eine mit dem Thema „Van Gogh, Monet, Matisse – Inspiration Japan“. Außerdem bezahlen wir als Schulklasse nur einen Bruchteil des regulären Eintrittspreises. Und diese Flucht aus dem Schulalltag war wirklich eine willkommene Abwechslung.

Solche Momente sind es, die meiner Meinung nach Schule ausmachen. Es geht nicht nur darum, irgendwelche Biografien von Künstlern hoch und runter rattern zu können, sondern auch darum, die Möglichkeit zu haben, sich mit etwas auseinanderzusetzen, mit dem man sich sonst nicht auseinandergesetzt hätte. Wer hat in seinem stressigen Alltag schon Zeit, den Besuch eines Museums einzuplanen? In solchen viel zu seltenen Schulmomenten habe ich das Gefühl, wirklich etwas fürs Leben zu lernen. Das Ausschlaggebende daran ist nämlich, dass ich gar nicht bewusst lerne, sondern erlebe. Ich habe dabei die Möglichkeit, diese Jahrhundertwerke aus einer völlig neuen Perspektive zu sehen. Dabei kann ich erkennen, was mich am meisten fasziniert und am meisten bewegt. Auch lerne ich dadurch mich besser kennen, da ich herausfinde, was mich gar nicht interessiert, was mich langweilt und ich nicht verstehe. Hört sich ziemlich weltbewegend an, aber das ist eigentlich ein normaler Prozess, der täglich in der Schule passieren sollte.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  12.02.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
12.02.2015

Schülerleben live

Zeugnisse

Kurz vor der Vergabe der Halbjahreszeugnisse ging es los. Knapp die Hälfte meines Jahrgangs verfiel in Panik. Besonders in der Nähe des Lehrerzimmers schlich eine Gruppe von Schülern herum, die sich über private Gespräche mit den Lehrern noch den einen oder anderen Punkt erkämpfen wollen – unter ihnen auch ich.

Erstaunlicherweise bringt ein Gespräch mit dem Fachlehrer doch mehr als man glaubt, und so habe ich mir doch noch einen besseren Schnitt erpokert.

Ist es denn überhaupt möglich, dass ein Lehrer die Note verändert, die er vergeben hat, schließlich wird er sich was dabei gedacht haben? Ich kann euch sagen: Ja, es ist möglich. Denn Lehrer sind auch nur Menschen. Außerdem zeigt ein Schüler, der um eine bessere Note kämpft, Motivation. Allerdings sollte man sich vor dem Gespräch im Unterricht bemühen und rege mitarbeiten. Ich finde, man hat als Schüler das Recht, der Lehrperson die eigene Meinung über die erbrachte Leistung zu sagen. Jeder Lehrer, der das als negativ empfindet, sollte sich darüber Gedanken machen, dass wir in der Schule zu frei denkenden Personen erzogen werden sollen, die eben nicht einer Obrigkeit ohne kritisches Fragen zustimmen. In so einem Gespräch hat der Lehrer die Möglichkeit, sein Urteil zu überdenken und Faktoren in die Benotung einzubringen, die er gar nicht kannte oder vielleicht sogar übersehen hat.

Mein Fazit ist, dass jeder Schüler sich trauen sollte, mit einem Lehrer über die eigenen Noten zu verhandeln. Denn verlieren kann man nichts und wenn es ganz schlimm kommt: Man sieht die Lehrer so kurz vor dem Abi sowieso nicht mehr oft.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  10.02.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
10.02.2015