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Schülerleben live

Die Jagd nach dem Freiwilligendienst

Ablehnungen zu erhalten ist immer enttäuschend. Aber es gilt, weiter zu machen und seine Strategie zu ändern. Die Organisation in Peru, bei der ich mich zuvor um ein Volontariat beworben hatte, antwortete erst einmal sehr lange nicht mehr. Schließlich hakte ich nach und erhielt daraufhin eine sehr freundliche Absage. Na toll, das hätten sie mir auch früher sagen können. Mittlerweile waren natürlich schon einige Bewerbungsfristen für die öffentlichen Organisationen, die einen internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) oder den Bundesfreiwilligendienst anbieten, abgelaufen. Also berief ich mich zum zweiten Mal auf allerlei Kontakte, die mir einfielen. Meine Tante beispielsweise hatte über die katholische Kirche und weitere Freunde und Bekannte Beziehungen nach Südamerika. So bewarb ich mich bei einer Organisation, die in Kolumbien mit Straßenkindern arbeitet. Den leitenden Personen dort war allerdings das Risiko zu groß, die Verantwortung für eine Volontärin zu tragen. Da in Kolumbien die Kriminalität vor allem durch Guerilla-Kämpfer noch sehr hoch ist, könnten sie nicht damit leben, wenn jemand von außerhalb zu Schaden käme. Ich konnte das sehr gut nachvollziehen. Eine weitere Möglichkeit habe ich noch: Ich könnte Ende Februar einen weiteren Bekannten meiner Tante treffen, der sein Volontariat in Bolivien gerade beendet hat. Er hat bei einer Lehrerin in Bolivien gewohnt, die an verschiedenen Schulen in den Anden unterrichtet. Er wies mich darauf hin, dass die Gegend dort aber „Pampa“ wäre und sehr einsam.

Über verschiedene Pfade im Internet und Empfehlungen stieß ich neulich dann auf eine Seite von Volontären für Volontäre, auf der Organisationen Anzeigen schalten können, um Freiwillige zu finden. Dadurch wiederum konnte ich zu einer Organisation in Peru Kontakt aufnehmen, die allein durch Freiwillige getragen wird. Sie arbeiten nach dem Motto „You don't pay us, we don't pay you“. Das heißt, dass man seine Lebenshaltungskosten selbst tragen muss, dafür aber auch nichts für Vorbereitungsseminare zu zahlen braucht.

Momentan versuche ich alle Strippen gleichzeitig zu ziehen, weil die Zeit sonst zu knapp wird, um noch etwas zu finden.

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  17.02.2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
17.02.2015

Schülerleben live

Besinnungstage

Andere Schulen verlangen in der Vorbereitungsphase vor dem Abi von den Schülern, dass sie sich komplett aufs Lernen konzentrieren. Meine Schule hingegen plant für die zwölfte Klasse im Februar Besinnungstage ein – als Pflichtveranstaltung. Eine Woche lang fährt man mit einer Gruppe von anderen Schülerinnen und einigen Lehrern weg. Es stehen fünf Orte zur Auswahl und jeder Ort hat einen anderen Themenschwerpunkt. So gab es zum Beispiel Münster, Wolfach, Westkapelle, Hardehausen und einige andere Ziele. Ich entschied mich für Westkapelle, einen kleinen Ort an der Küste der Niederlande. Das Programm konzentriert sich auf das bewusste Leben. Dazu gehören Angebote wie Yoga, künstlerische Auseinandersetzung mit sich selbst, Wandern am Strand, gesundes Kochen aber auch Stunden zur Selbstreflektion. Natürlich kommt die Zeit, die man mit den Freunden verbringt, auch nicht zu kurz. Da das die wahrscheinlich letzte gemeinsame Reise mit vielen Freunden wird, freue ich mich riesig.

Es ist der pure Luxus vor der intensiven Lernphase einfach mal eine Woche nichts Schulisches tun zu müssen, sondern tief durchatmen und Kraft tanken zu können. Daneben wird für uns in dieser Woche auch die Frage „Was mache ich nach dem Abi?“ im Vordergrund stehen. Diejenige, die noch nicht genau wissen, wie es weitergehen soll, können sich Meinungen anderer einholen, aber auch mal Abstand nehmen und sich fragen: „Wer bin ich und was will ich?“.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  16.02.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
16.02.2015

Schülerleben live

Exkursion

In meinem letzten Schuljahr habe ich – abgesehen von den Abi-Fächern – keine Klausuren mehr. In einigen Kursen herrscht deshalb deutlich mehr Entspannung. Vor allem Kunst ist noch lockerer als es ohnehin schon war. Was kann man in solchen Situationen besseres tun als auf Exkursionen zu gehen? Gesagt, getan. Der ganze Kurs schlenderte ins nur fünfzehn Minuten entfernte Folkwang Museum. Im Laufe meiner Schullaufbahn war ich dort zwar gefühlte jede zehnte Kunststunde, aber das machte gar nichts, schließlich gibt es neben der Dauerausstellung dort immer wieder sehenswerte Sonderausstellungen. Gerade zeigen sie eine mit dem Thema „Van Gogh, Monet, Matisse – Inspiration Japan“. Außerdem bezahlen wir als Schulklasse nur einen Bruchteil des regulären Eintrittspreises. Und diese Flucht aus dem Schulalltag war wirklich eine willkommene Abwechslung.

Solche Momente sind es, die meiner Meinung nach Schule ausmachen. Es geht nicht nur darum, irgendwelche Biografien von Künstlern hoch und runter rattern zu können, sondern auch darum, die Möglichkeit zu haben, sich mit etwas auseinanderzusetzen, mit dem man sich sonst nicht auseinandergesetzt hätte. Wer hat in seinem stressigen Alltag schon Zeit, den Besuch eines Museums einzuplanen? In solchen viel zu seltenen Schulmomenten habe ich das Gefühl, wirklich etwas fürs Leben zu lernen. Das Ausschlaggebende daran ist nämlich, dass ich gar nicht bewusst lerne, sondern erlebe. Ich habe dabei die Möglichkeit, diese Jahrhundertwerke aus einer völlig neuen Perspektive zu sehen. Dabei kann ich erkennen, was mich am meisten fasziniert und am meisten bewegt. Auch lerne ich dadurch mich besser kennen, da ich herausfinde, was mich gar nicht interessiert, was mich langweilt und ich nicht verstehe. Hört sich ziemlich weltbewegend an, aber das ist eigentlich ein normaler Prozess, der täglich in der Schule passieren sollte.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  12.02.2015
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
12.02.2015