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Schülerleben live

Fünf Monate

Vor einigen Tagen machte mich eine Freundin darauf aufmerksam, dass wir nur noch fünf Monate bis zum Abitur haben. Im ersten Moment reagierte ich eher mit Schrecken als mit Freude. Wie konnte schon so viel Zeit vergangen sein? Die letzten siebeneinhalb Jahre kamen mir vor wie ein Wimpernschlag. Natürlich war ich froh, dass die Schulzeit bald ein Ende haben würde, aber so schnell? Das war doch etwas beängstigend. In den kommenden fünf Monaten soll ich meine Abiturprüfungen schreiben, Weihnachten und meinen Geburtstag feiern? Wie soll ich das alles unter einen Hut bringen? Schule, Nachhilfe, Ehrenamt, Freizeit, auf einmal schien alles einfach zu viel zu sein. Was ich mir anfangs nicht eingestehen konnte, war meine Angst. Ich habe zwar einen Plan, aber ist der wirklich so gut? Was, wenn ich mein Ziel nicht erreiche? Zweifel und Ängste holten mich ein, denn in wenigen Monaten sollte ich nicht nur erwachsen sein, sondern auch wissen, was ich aus meinem Leben machen möchte. War mein Selbstvertrauen vielleicht nur Illusion? Sollte ich nicht auch einen Plan B haben? Woher soll ich mit 17 Jahren überhaupt wissen, was ich die nächsten 40 Jahre machen will?

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  11.11.2014
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
11.11.2014

Schülerleben live

Latein

Seit der sechsten Klasse verfolgt mich dieses Fach und lässt sich einfach nicht abschütteln. Meine Beziehung zu der toten Sprache fing ursprünglich mit großer Begeisterung an. Ich verteidigte meine Entscheidung dafür gegen alle, die Französisch gewählt hatten und mich von den pragmatischen Vorteilen der französischen Sprache überzeugen wollten. Schließlich konnten sie sich im Urlaub verständigen. Wo wolle ich denn bitte Latein benutzen, bei einer Privataudienz beim Papst? Trotz der überzeugenden Argumente hielt ich an meiner Wahl fest. In den ersten Jahren war da noch die Bewunderung für diese mystische Sprache und das stolze Volk der Römer. Ich war überzeugt, das spannendste Fach belegt zu haben und konnte den Glanz vergangener Zeiten spüren. In den Jahren danach kamen immer mehr Zweifel auf. Was hatte mich nur dazu getrieben, eine Sprache lernen zu wollen, die noch mehr Fälle hatte als das Deutsche? Was genau hatte mich an diesen Unmengen von Vokabeln gereizt? Nicht selten verfluchte ich meine Wahl und hatte einen klassischen Lateindurchhänger. Später verbesserte sich die Situation immens, da wir keine neue Grammatik mehr lernen mussten. Stattdessen kam ein Wörterbuch angeflogen, das mich so manche Klausur über- und bestehen ließ. Meine Beziehung zur lateinischen Sprache hatte sich damit deutlich verbessert. Sogar so viel, dass ich mich dafür entschied, das Fach auch in der Oberstufe weiterzuführen.
Momentan lässt sich die Beziehung am besten als ein friedliches Nebeneinander beschreiben. Man akzeptiert sich, aber Liebe ist es nicht. Warum ich mein Verhältnis zu Latein so genau analysiere? Die Antwort ist einfach und dennoch grausam: In wenigen Tagen schreibe ich eine Lateinklausur und hoffe, dass sich die Beziehung danach nicht drastisch verschlechtern wird.

 

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  05.11.2014
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
05.11.2014

Schülerleben live

Endlich Ferien?

Meine Pläne für die Herbstferien: Bücher für die Seminararbeit lesen, die Seminararbeit schreiben und allerhöchstens zum Ausgleich eine Fahrstunde absolvieren oder mein Pferd besuchen. Die ersten paar Tage habe ich diesen Plan erfolgreich umgangen. Dann fand die alljährliche Geschichtennacht im historischen Kloster in meinem Heimatort statt, die wir als evangelische Jugend (kurz EJ) für Kinder der ersten bis sechsten Klasse organisierten. Die Kinder hatten ohne Frage viel Spaß beim Basteln, Spielen und der Nachtwanderung, die wir für sie vorbereitet hatten. Im Grunde lief alles glatt. Es gab keine größeren Notfälle, kein Kind bekam Heimweh. Wir brauchten höchstens einmal ein Pflaster hier und da. Der Umgang mit Kindern erinnert mich immer daran, wie naiv und unkompliziert ich selbst als Kind gedacht habe. Es macht Spaß, sich einmal zurückerinnern zu können. Keine Schulsorgen!

Trotz allem ist es immer die Geschichtennacht, die mich mehr erschöpft als alles andere, zumal ich zu allem Überfluss meistens die Leitung für eine Gruppe übernehmen und nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die anderen Betreuer koordinieren muss. Und ich bin wirklich kein Organisationstalent. So hing ich den ganzen Samstag in den Seilen und war nur noch zum Lebkuchen backen am späteren Nachmittag zu gebrauchen.

Am Abend schlief ich mal wieder über einem Buch ein. Und mein Fahrlehrer fragte mich, ob ich schlecht geschlafen hätte oder irgendwie gestresst sei, da ich etwas abgelenkt war und das Auto wieder öfter abgewürgt habe. Auf Anhieb ist mir keine Ursache eingefallen. Vielleicht kommt meine Unfähigkeit, mich zu konzentrieren aber einfach daher, dass ich mich in letzter Zeit an tausend Dinge gleichzeitig denken muss, ob das nun irgendwelche Arzttermine sind, meine Verpflichtungen in der EJ oder eben die geliebte Schule. Allem voran die Seminararbeit. Ich glaube, das Einzige, was ich dagegen tun kann, ist, mich zu ordnen und dann einfach mal drauf los zu schreiben. Los geht’s!

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  04.11.2014
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
04.11.2014