Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Schülerleben live

Orchestertage

Vergangene Woche war ich mit dem Schulorchester auf Orchesterfahrt im mittelalterlichen Wasserschloss Gemen. Dieses verschlafene Dörfchen gehört zur Gemeinde Borken und liegt etwa eineinhalb Autostunden von Essen entfernt. Wir üben dort traditionell für das Sommerkonzert der Schule – und das gefühlte 16 Stunden täglich. Vor der Fahrt freue ich mich jedes Mal tierisch auf drei schulfreie Tage, aber wenn ich dann in einer vierstündigen Probe sitze, merke ich, wie entspannt Schule sein kann. Unsere Proben gehen nämlich oft bis in die Nacht hinein. Diese späten Proben sind oftmals nicht sehr produktiv, da alle zu müde sind, um etwas Musikalisches auf die Beine zu stellen.

Ein paar freie Stunden bleiben aber doch. In dieser Zeit suche ich die Ländereien auf oder sitze am Steg des Burggrabens und genieße die musikfreie Zeit. Da es nun schon meine siebte Fahrt ist, habe ich meine Lieblingsstellen in der Burg und in der Umgebung und suche diese Orte jedes Jahr wieder auf. Da wäre zum Beispiel der gemütliche Lesesaal, in dem man die vergangenen glanzvollen Zeiten der Burg heute noch spüren kann, oder der beeindruckende Rittersaal, der mit antiken Wandteppichen ausgeschmückt ist. Abends ziehe ich mich in mein Zimmer zurück und habe dann endlich mal Zeit für stundenlange Gespräche oder Albereien mit meinen Freundinnen. In Gemen schafft man es, sich zusammenzusetzen und mal nur für die anderen da zu sein, statt immer von irgendetwas Wichtigem abgelenkt zu sein. In diesen drei Tagen fällt der ganze Stress der Klausurenphase von meinen Schultern.

Für viele meiner Freundinnen war diese Orchesterfahrt die letzte und das ist ein seltsames Gefühl. Das „Gemen-Gefühl“ hat sich bisher jedes Jahr eingestellt – wir waren hier immer gemeinsam. Nächstes Jahr werde ich zu den ältesten gehören und auch meine letzte Orchesterfahrt antreten.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  03.07.2014
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
03.07.2014

Schülerleben live

Meine erste Fahrstunde

Vergangene Woche fiel am Montag der Unterricht aus, da an diesem Tag die mündlichen Abiturprüfungen stattfanden. Das verlängerte Wochenende hatte ich auch nötig, da ich am Dienstag Geschichtsklausur schreiben sollte. Außerdem stand eine Premiere in meinem Terminkalender: Meine erste Fahrstunde. Fast alle in meinem Umfeld sind gerade dabei, ihren Führerschein zu machen, manche haben ihn sogar schon. Und auch ich möchte pünktlich zu meinem 18. Geburtstag am Ende des Jahres die Fahrerlaubnis haben. Nachdem ich alle Theoriestunden überstanden hatte und die Prüfung erfolgreich meisterte, stand der Fahrstunde nichts mehr im Wege. Um mich nicht komplett hilflos im Straßenverkehr zurechtfinden zu müssen, habe ich mit meinem Vater seit Anfang des Jahres den Verkehrsübungsplatz unsicher gemacht. Dabei blieben weder Grasflächen, Reifen noch meine Nerven unbeschädigt. Mein Vater war jedoch ein immer geduldiger Lehrer, den ich nicht aus der Ruhe brachte, egal, welche Manöver ich gefahren bin. Auch die Angst um bleibende Schäden an seinem Auto hielt sich in Grenzen. Nachdem ich also diesen geschützten und idealen Verkehrsraum kennen und lieben gelernt hatte, war der normale Straßenverkehr ein Schock für mich. Neben der Reizüberflutung musste ich auch noch die Anweisungen meines Fahrlehrers in kürzester Zeit umsetzen. Die hupenden Autos um mich herum trugen nicht gerade zur Entschärfung der Situation bei.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  26.06.2014
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
26.06.2014

Schülerleben live

Orkan

Das Wetter war in Essen sehr tropisch. Neben einer Luftfeuchtigkeit von 91’Prozent herrschten Temperaturen von bis zu 36 Grad. Den ganzen Tag hielt sich diese schwüle Hitze und es war kein einziger Luftstoß zu vernehmen. Abends begann dann aber plötzlich das Spektakel. Was zuerst als Sommergewitter angekündigt wurde, wandelte sich schnell zur schlimmsten Unwetterkatastrophe NRWs seit zehn Jahren. Es blitzte und donnerte – der Regen schien gar nicht mehr aufzuhören. Genau wie bei unseren Nachbarn war auch unser Keller auch überflutet. Innerhalb kürzester Zeit mussten wir versuchen, alles auszuräumen. Erst am nächsten Morgen wurde das ganze Ausmaß der Katastrophe deutlich. In manchen Stadtteilen herrschte für einige Stunden sogar kompletter Stromausfall. Der öffentliche Personen-Nahverkehr ist komplett zusammengebrochen, da die Stromleitungen weggefegt worden waren. Die Feuerwehr war komplett ausgelastet und man musste mit einer Wartezeit von bis zu 24 Stunden rechnen, ehe sie kommen würden, um die Keller auszupumpen. So lange wollte aber niemand warten.

Die einzig gute Nachricht ist, dass die Einwohner näher zusammengerückt sind. Die Nachbarschaft in jedem Stadtteil kam zusammen und man half, wo Hilfe benötigt wurde. Gemeinsam wurden Keller leer gepumpt und Bäume von Autos entfernt. Überall war ein tröstendes und aufmunterndes Wort zu vernehmen. Trotzdem dauert es wohl noch eine ganze Weile, bis alle Schäden behoben sind.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  23.06.2014
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
23.06.2014