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Schülerleben live

Engagement nebenher

Jeden Morgen fühlt sich ein jeder Schüler erschlagen und hat nur einen Gedanken: Den Tag überstehen und dann wieder ins Bett fallen. Schließlich ist der Schulalltag oftmals sehr anstrengend. Wenn dann noch Klausuren oder Facharbeiten anstehen, ist es sogar noch schlimmer. Ist es dennoch möglich, sich nebenbei sozial zu engagieren, Hobbys nachzugehen oder sich etwas Geld dazu zu verdienen? Es klingt zwar praktisch unmöglich, aber vermutlich meistert ein großer Teil der deutschen Schüler diese Herausforderung. Einige meiner Mitschüler machen Leistungssport und trainieren sechsmal die Woche. Andere – und dazu zähle ich mich – engagieren sich ehrenamtlich oder haben einen Job, mit dem sie ihr Taschengeld aufstocken. Dabei sollte man auf ein paar Dinge achten: Das erste wichtige Kriterium ist Flexibilität. Finde eine Stelle oder eine Institution, in der du dich einbringen kannst, wenn du auch wirklich Zeit hast. Zweitens: Such dir etwas, was dich begeistert, denn ohne Freude verschwindet die Motivation sehr schnell. Ideal ist es natürlich, wenn du deine schulischen Schwerpunkte einbringen kannst. Wenn du beispielsweise Pädagogik-Leistungskurs hast, bietet es sich an, im Kindergarten auszuhelfen. Der dritte Punkt ist Selbstständigkeit. Wenn man immer mit seiner besten Freundin unterwegs ist, lernt man keine neuen Leute kennen. Der Begleitschutz führt oftmals zu Ablenkung und weniger Aufmerksamkeit gegenüber der Aktivität. Und ganz nebenbei bin ich überzeugt, dass mögliche Arbeitgeber auf solche Dinge im Lebenslauf ihrer Bewerber achten. Außerdem macht es einen Unterschied ob man erfüllt ins Bett fällt, oder nur dem Alltagstrott folgt.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  05.03.2014
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
05.03.2014

Schülerleben live

Jungs an der Schule - was nun?

Ich besuche eine sehr alte und traditionsreiche private Klosterschule, welche ihren Ursprung im 17. Jahrhundert hat. Diese war als Mädchengymnasium gegründet worden, um jungen Mädchen eine Schulbildung zukommen zu lassen. Aber es wurden immer weniger Schülerinnen. Nach dem Doppeljahrgang sank die Zahl der Schüler erneut dramatisch und es wurde nach einer Lösung gesucht. Ohne eine Veränderung hätte unsere Schule schließen müssen. Deshalb entschied sich die Schulleitung für die Koedukation.

Was das bedeutet? Dass wir mit der kommenden fünften Klasse Jungen aufnehmen würden. Eigentlich keine große Sache, aber für uns Schülerinnen war es ein Schock. Aber nicht nur wir reagierten sehr bestürzt, sondern auch Lehrer und Eltern. Sofort meldete sich die Presse und die Reaktionen reichten von Skepsis bis Begeisterung.

Nach den Sommerferien 2013 war es schließlich soweit: Die neuen männlichen Schüler wurden neugierig erwartet und mit Begeisterung aufgenommen. Die kleinen Prinzen genießen noch immer die Aufmerksamkeit von circa 1.200 Schülerinnen, die bei jeder Gelegenheit „süß“ kreischen. Das Fazit? Jungs sind auch nur Menschen, und sie passen sehr gut in unser Schulbild. Natürlich hat sich die Atmosphäre verändert und einige Klischees scheinen sich zu bestätigen. Und man erfährt, wie das andere Geschlecht auf seine eigene Art und Weise Meinungsverschiedenheiten klärt. Besonders schön finde ich es, wenn sie ihre Geschichten erzählen und wir gemeinsam lachen. Oft bleibt mir nur, das mit einem geschmunzelten „typisch Jungs“ zu kommentieren.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  28.02.2014
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
28.02.2014

Schülerleben live

Was bisher geschah ...

Mein Name ist Bo Hyun und ich besuche die elfte Klasse eines Gymnasiums in Essen. In meiner

Freizeit spiele ich Cello und engagiere mich im Altenheim und für Kinder mit Migrationshintergrund. Bis hierhin scheint erstmal jedes Vorurteil bestätigt zu sein, denn man hat sofort das Bild der strebsamen Asiatin vor sich, die ein (nun ehemaliges) Mädchengymnasium mit Kloster besucht und deren liebstes Hobby lernen ist.

Zugegeben: Ich lerne gerne, aber meine Definition von lernen stimmt nicht mit der von Lehrern überein. Bei dem Satz „In der Schule lernt man für das Leben“ frage ich mich jedes Mal, in welcher Art und Weise ich die beliebte Integralrechnung oder das heißgeliebte Bibelzitieren im weiteren Leben benutzen kann. Zumindest auf den nächsten großen Schritt nach dem Abitur bereitet mich die Schule nicht wirklich vor: die Universität.

Die Studiengänge scheinen endlos zu sein und einer klingt skurriler als der andere. Was man genau mit Eurythmie oder Sorabistik später machen kann, war weder mir noch meinen Freunden klar. Auch diverse Berufstests waren wenig aufschlussreich.

Deshalb stellte ich einen Plan auf, mit dem der richtigen Studiengang und somit auch die richtige Karriere erreicht werden sollten. Der ganze Plan basierte auf Praktika, mit denen ich Erfahrungen sammeln konnte. Schon bevor ich den „Masterplan“ erstellte, war mir die Bedeutung von eigenen Erfahrungen und Erlebnissen klar gewesen. Durch zwei Schüleraustausche nach Seoul in Südkorea hatte ich ein Stück meiner Familiengeschichte und einen Kulturbereich besser kennen gelernt. Zusätzlich hatten bei mir zu Hause schon viele Schüler aus Chile, den USA, Kanada und Asien gelebt, das hat mich seit frühester Kindheit geprägt. So kamen Faktoren zusammen, die meiner Meinung nach in meinem späteren Beruf nicht fehlen sollten. Einerseits wollte ich Abwechslung und Internationalität, aber auch etwas mit Menschen machen. Eine perfekte Lösung schien es nicht zu geben.

Einige Berufe, wie den des Arztes, konnte ich mir sehr gut vorstellen. Um einen Einblick in den Alltag im Krankenhaus zu bekommen, absolvierte ich ein Praktikum in der Unfallchirurgie und bekam den Stress mit, aber auch die Leistungen, die dort erzielt werden. Nach dem Praktikum war ich so begeistert und gespannt, dass ich noch zwei weiter Praktika im Krankenhaus machte. Ich erntete Unverständnis von Freunden und Mitschülern, da keiner nachvollziehen konnte, warum ich freiwillig in den Ferien um sechs Uhr morgens aufstand. Aber für mich hat es sich gelohnt, da ich einen noch tieferen Einblick in den Beruf des Arztes bekam.

Nachdem ich diese Erfahrungen gemacht hatte, war mir bewusst geworden, dass die Welt groß ist und es möglicherweise Berufe gibt, die mich noch mehr ansprechen. An diesem Punkt veränderte ich meine sorgfältigen Pläne und beschloss, offen für alles zu sein. Ich wollte nicht starr an etwas festhalten, denn die Gefahr, dadurch etwas Bedeutendes zu verpassen, schien mir zu groß. So machte ich beispielsweise bei einem Jugendpressekongress mit und lernte dort neue Perspektiven und vor allem neue Menschen kennen.

Ich bewarb mich auch für ein einmonatiges Auslandspraktikum und wurde angenommen. Ich weiß nicht, was die Zukunft bringen wird, aber ich werde mich Schritt für Schritt voranarbeiten. Mein wichtigstes Ziel im Moment ist es, mich selbst besser kennenzulernen und einen Berufsweg zu finden, den ich selbst in 30 Jahren nicht bereuen werde.

Bis dahin habe ich noch etwas Zeit. Vielleicht ist Schule ja doch sinnvoll, als eine Art Zeitpuffer, bevor ich mich für meinen weiteren Lebensweg entscheiden muss.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  18.02.2014
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
18.02.2014