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Schülerleben live

Was bisher geschah ...

Mein Name ist Bo Hyun und ich besuche die elfte Klasse eines Gymnasiums in Essen. In meiner

Freizeit spiele ich Cello und engagiere mich im Altenheim und für Kinder mit Migrationshintergrund. Bis hierhin scheint erstmal jedes Vorurteil bestätigt zu sein, denn man hat sofort das Bild der strebsamen Asiatin vor sich, die ein (nun ehemaliges) Mädchengymnasium mit Kloster besucht und deren liebstes Hobby lernen ist.

Zugegeben: Ich lerne gerne, aber meine Definition von lernen stimmt nicht mit der von Lehrern überein. Bei dem Satz „In der Schule lernt man für das Leben“ frage ich mich jedes Mal, in welcher Art und Weise ich die beliebte Integralrechnung oder das heißgeliebte Bibelzitieren im weiteren Leben benutzen kann. Zumindest auf den nächsten großen Schritt nach dem Abitur bereitet mich die Schule nicht wirklich vor: die Universität.

Die Studiengänge scheinen endlos zu sein und einer klingt skurriler als der andere. Was man genau mit Eurythmie oder Sorabistik später machen kann, war weder mir noch meinen Freunden klar. Auch diverse Berufstests waren wenig aufschlussreich.

Deshalb stellte ich einen Plan auf, mit dem der richtigen Studiengang und somit auch die richtige Karriere erreicht werden sollten. Der ganze Plan basierte auf Praktika, mit denen ich Erfahrungen sammeln konnte. Schon bevor ich den „Masterplan“ erstellte, war mir die Bedeutung von eigenen Erfahrungen und Erlebnissen klar gewesen. Durch zwei Schüleraustausche nach Seoul in Südkorea hatte ich ein Stück meiner Familiengeschichte und einen Kulturbereich besser kennen gelernt. Zusätzlich hatten bei mir zu Hause schon viele Schüler aus Chile, den USA, Kanada und Asien gelebt, das hat mich seit frühester Kindheit geprägt. So kamen Faktoren zusammen, die meiner Meinung nach in meinem späteren Beruf nicht fehlen sollten. Einerseits wollte ich Abwechslung und Internationalität, aber auch etwas mit Menschen machen. Eine perfekte Lösung schien es nicht zu geben.

Einige Berufe, wie den des Arztes, konnte ich mir sehr gut vorstellen. Um einen Einblick in den Alltag im Krankenhaus zu bekommen, absolvierte ich ein Praktikum in der Unfallchirurgie und bekam den Stress mit, aber auch die Leistungen, die dort erzielt werden. Nach dem Praktikum war ich so begeistert und gespannt, dass ich noch zwei weiter Praktika im Krankenhaus machte. Ich erntete Unverständnis von Freunden und Mitschülern, da keiner nachvollziehen konnte, warum ich freiwillig in den Ferien um sechs Uhr morgens aufstand. Aber für mich hat es sich gelohnt, da ich einen noch tieferen Einblick in den Beruf des Arztes bekam.

Nachdem ich diese Erfahrungen gemacht hatte, war mir bewusst geworden, dass die Welt groß ist und es möglicherweise Berufe gibt, die mich noch mehr ansprechen. An diesem Punkt veränderte ich meine sorgfältigen Pläne und beschloss, offen für alles zu sein. Ich wollte nicht starr an etwas festhalten, denn die Gefahr, dadurch etwas Bedeutendes zu verpassen, schien mir zu groß. So machte ich beispielsweise bei einem Jugendpressekongress mit und lernte dort neue Perspektiven und vor allem neue Menschen kennen.

Ich bewarb mich auch für ein einmonatiges Auslandspraktikum und wurde angenommen. Ich weiß nicht, was die Zukunft bringen wird, aber ich werde mich Schritt für Schritt voranarbeiten. Mein wichtigstes Ziel im Moment ist es, mich selbst besser kennenzulernen und einen Berufsweg zu finden, den ich selbst in 30 Jahren nicht bereuen werde.

Bis dahin habe ich noch etwas Zeit. Vielleicht ist Schule ja doch sinnvoll, als eine Art Zeitpuffer, bevor ich mich für meinen weiteren Lebensweg entscheiden muss.

Autor: Bo  |  Rubrik: orientieren  |  18.02.2014
Autor: Bo
Rubrik: orientieren
18.02.2014

Schülerleben live

Ich glaube nicht an Zufälle, sondern nur ans Schicksal

Vielleicht sollte ich einfach aufhören mein Leben planen zu wollen, am Ende kommt es sowieso anders als man denkt. Nach Sardinien zu gehen, wäre mir vor einem Jahr noch überhaupt nicht in den Sinn gekommen. Im Nachhinein war es war eine der schönsten Zeiten meines Lebens.

Eigentlich wollte ich nach meinem Aufenthalt in Sardinien nach Rumänien. Um ehrlich zu sein, ich hatte sogar schon eine Zusage. Doch dann kam das Angebot aus Kalabrien. Ich weiß selbst nicht genau, was es war. Vielleicht waren es die Bilder vom Strand, vielleicht war es die Beschreibung des Ortes, vielleicht war es die nette E-Mail der Familie. Auf jeden Fall habe ich mich umentschieden und in einer Nacht- und Nebelaktion meinen Flug in den Süden gebucht. Außerdem ging es in die Buchhandlung, um noch ein Grammatikübungsheft für Italienisch-Anfänger zu kaufen. Denn keiner in der Familie spricht Englisch, geschweige denn Deutsch. Trotzdem weiß ich, dass ich dort einen wunderschönen Monat (eventuell auch zwei) verbringen werde.

Obwohl ich mir meine neue Heimat auf Zeit selbst ausgesucht habe und irgendwie weiß, dass es gut werden wird, plagen mich ab und an doch Selbstzweifel. War die Entscheidung wirklich richtig? Hätte ich nicht doch nach Rumänien gehen sollen? So verhält es sich jedoch auch manchmal, wenn ich einen Text verfasst habe. Will den überhaupt jemand lesen? Bin ich nicht viel zu schlecht? Solche Phasen hat wohl jeder mal, es sei denn, er ist voll und ganz von sich überzeugt. Bezüglich des Schreibens mache ich mir immer wieder bewusst, wieso ich es tue: Nicht, weil ich reich und berühmt werden möchte, sondern weil ich es brauche wie die Luft zum Atmen. Sowohl beim Reisen als auch beim Schreiben trifft man Entscheidungen. Man muss sich tagtäglich zwischen unzähligen Sachen entscheiden. Entscheiden gehört zum Leben dazu. Selbstverständlich bin ich kein zweiter Goethe. Möchte ich auch gar nicht sein. Trotzdem besitze ich inzwischen eine Charaktereigenschaft, die man zum Reisen und Schreiben gleichermaßen benötigt: Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  04.06.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
04.06.2013

Schülerleben live

Ich wollte nie erwachsen sein

"Erwachsen – was heißt das schon? Vernünftig – wer ist das schon?

Ich bin ich und du bist du, das ist alles was ich weiß. Du bist jung und ich bin alt, aber was kann das schon bedeuten?“ (Peter Maffay, „Ich wollte nie erwachsen sein“)

Natürlich wollte ich schon mal erwachsen sein. Eigentlich sogar ziemlich oft. Immer, wenn man mir als kleines Kind etwas verboten hat, fand ich das unfair. Ich verstand nicht, warum Erwachsene mehr Entscheidungsfreiheit haben als Kinder. Und selbstverständlich wusste ich damals auch noch nicht, dass Erwachsene viel mehr Verantwortung tragen müssen. Seit meinem sechzehnten Geburtstag, also circa mit Beginn der gymnasialen Oberstufe, habe ich mich nie wieder danach gesehnt, erwachsen zu sein. Im Gegenteil: Ich beneidete Kinder vielmehr um ihre Unbeschwertheit, ihre Sorglosigkeit und ihre Lebensfreude. Erwachsen zu sein erschien mir gleichbedeutend mit einem Weltuntergang. Erwachsene waren für mich spießig, viel zu vernünftig und überhaupt nicht mehr ungezwungen im Umgang miteinander.

Inzwischen habe ich meine Meinung geändert. Erwachsen wird man nicht mit Erreichen eines bestimmten Alters. Erwachsen sein heißt auch nicht zwangsläufig, das Leben nicht mehr zu genießen. Und Vernunft ist meiner Meinung nach Ansichtssache.

Ist jemand, der seinem Herzen folgt nun vernünftig oder nicht? Tatsache ist, dass wir alle verschieden sind. Deswegen tue ich mich schwer damit, den Begriff „erwachsen“ zu definieren. Ein fünfzigjähriger Anwalt kann immer noch tief in seiner Seele ein Kind sein. Erwachsen zu sein heißt für mich, das, was man ist, freiwillig zu sein. Ich glaube, man sollte als Erwachsener Situationen einschätzen, dabei herausfinden, ob sie einem gut tun und wenn dies nicht der Fall ist, muss man sie ändern. Mir ist durchaus bewusst, dass nicht jeder, der es gerne wäre, Millionär wird, aber die Möglichkeit besteht, wenn man sich ein Ziel setzt und dafür einsteht. Erwachsen zu sein ist eine Chance. Die Chance, seine Träume zu leben!

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  28.05.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
28.05.2013