Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Schülerleben live

Ich glaube nicht an Zufälle, sondern nur ans Schicksal

Vielleicht sollte ich einfach aufhören mein Leben planen zu wollen, am Ende kommt es sowieso anders als man denkt. Nach Sardinien zu gehen, wäre mir vor einem Jahr noch überhaupt nicht in den Sinn gekommen. Im Nachhinein war es war eine der schönsten Zeiten meines Lebens.

Eigentlich wollte ich nach meinem Aufenthalt in Sardinien nach Rumänien. Um ehrlich zu sein, ich hatte sogar schon eine Zusage. Doch dann kam das Angebot aus Kalabrien. Ich weiß selbst nicht genau, was es war. Vielleicht waren es die Bilder vom Strand, vielleicht war es die Beschreibung des Ortes, vielleicht war es die nette E-Mail der Familie. Auf jeden Fall habe ich mich umentschieden und in einer Nacht- und Nebelaktion meinen Flug in den Süden gebucht. Außerdem ging es in die Buchhandlung, um noch ein Grammatikübungsheft für Italienisch-Anfänger zu kaufen. Denn keiner in der Familie spricht Englisch, geschweige denn Deutsch. Trotzdem weiß ich, dass ich dort einen wunderschönen Monat (eventuell auch zwei) verbringen werde.

Obwohl ich mir meine neue Heimat auf Zeit selbst ausgesucht habe und irgendwie weiß, dass es gut werden wird, plagen mich ab und an doch Selbstzweifel. War die Entscheidung wirklich richtig? Hätte ich nicht doch nach Rumänien gehen sollen? So verhält es sich jedoch auch manchmal, wenn ich einen Text verfasst habe. Will den überhaupt jemand lesen? Bin ich nicht viel zu schlecht? Solche Phasen hat wohl jeder mal, es sei denn, er ist voll und ganz von sich überzeugt. Bezüglich des Schreibens mache ich mir immer wieder bewusst, wieso ich es tue: Nicht, weil ich reich und berühmt werden möchte, sondern weil ich es brauche wie die Luft zum Atmen. Sowohl beim Reisen als auch beim Schreiben trifft man Entscheidungen. Man muss sich tagtäglich zwischen unzähligen Sachen entscheiden. Entscheiden gehört zum Leben dazu. Selbstverständlich bin ich kein zweiter Goethe. Möchte ich auch gar nicht sein. Trotzdem besitze ich inzwischen eine Charaktereigenschaft, die man zum Reisen und Schreiben gleichermaßen benötigt: Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  04.06.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
04.06.2013

Schülerleben live

Ich wollte nie erwachsen sein

"Erwachsen – was heißt das schon? Vernünftig – wer ist das schon?

Ich bin ich und du bist du, das ist alles was ich weiß. Du bist jung und ich bin alt, aber was kann das schon bedeuten?“ (Peter Maffay, „Ich wollte nie erwachsen sein“)

Natürlich wollte ich schon mal erwachsen sein. Eigentlich sogar ziemlich oft. Immer, wenn man mir als kleines Kind etwas verboten hat, fand ich das unfair. Ich verstand nicht, warum Erwachsene mehr Entscheidungsfreiheit haben als Kinder. Und selbstverständlich wusste ich damals auch noch nicht, dass Erwachsene viel mehr Verantwortung tragen müssen. Seit meinem sechzehnten Geburtstag, also circa mit Beginn der gymnasialen Oberstufe, habe ich mich nie wieder danach gesehnt, erwachsen zu sein. Im Gegenteil: Ich beneidete Kinder vielmehr um ihre Unbeschwertheit, ihre Sorglosigkeit und ihre Lebensfreude. Erwachsen zu sein erschien mir gleichbedeutend mit einem Weltuntergang. Erwachsene waren für mich spießig, viel zu vernünftig und überhaupt nicht mehr ungezwungen im Umgang miteinander.

Inzwischen habe ich meine Meinung geändert. Erwachsen wird man nicht mit Erreichen eines bestimmten Alters. Erwachsen sein heißt auch nicht zwangsläufig, das Leben nicht mehr zu genießen. Und Vernunft ist meiner Meinung nach Ansichtssache.

Ist jemand, der seinem Herzen folgt nun vernünftig oder nicht? Tatsache ist, dass wir alle verschieden sind. Deswegen tue ich mich schwer damit, den Begriff „erwachsen“ zu definieren. Ein fünfzigjähriger Anwalt kann immer noch tief in seiner Seele ein Kind sein. Erwachsen zu sein heißt für mich, das, was man ist, freiwillig zu sein. Ich glaube, man sollte als Erwachsener Situationen einschätzen, dabei herausfinden, ob sie einem gut tun und wenn dies nicht der Fall ist, muss man sie ändern. Mir ist durchaus bewusst, dass nicht jeder, der es gerne wäre, Millionär wird, aber die Möglichkeit besteht, wenn man sich ein Ziel setzt und dafür einsteht. Erwachsen zu sein ist eine Chance. Die Chance, seine Träume zu leben!

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  28.05.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
28.05.2013

Schülerleben live

Alles wieder auf Anfang

Ich bin wieder daheim. Zumindest körperlich. Denn mit meinen Gedanken bin ich zeitweise ganz woanders. In Sardinien. Bei Menschen, die mich willkommen hießen, obwohl sie mich nicht kannten. Bei denen ich mich zuhause fühlte. Und in Deutschland. Bei den Dingen, die ich vor meiner Abreise noch erledigen muss. Ich habe nämlich nicht vor, lange zu bleiben. Höchstens eine Woche, dann möchte ich wieder auf Reisen gehen. Ich fühle mich gut und ich fühle mich schlecht. Ich fühle mich heimisch und ich fühle mich wie ein Gast. Ich fühle mich komisch. Und ab und an habe ich fast ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht voll bei der Sache bin. Mir fehlt die Arbeit im Garten. Vielleicht werde ich ja doch Gärtnerin. Wer weiß?

In Italien habe ich gelernt, das Leben zu nehmen, wie es kommt. Denn jeden Tag macht das Leben uns unzählige kleine Geschenke, die wir übersehen, weil wir auf das ganz große Geschenk warten. Dabei machen die kleinen Dinge des Lebens gerade so viel aus. Wunderschöne Sonnenuntergänge. Herumtollen mit den Hunden. Einfach nur im Gras liegen. Witzige Tischgespräche mit völlig unterschiedlichen Menschen, die einen genauso annehmen, wie man ist. Ob groß oder klein, zurückhaltend oder extrovertiert: Jeder war willkommen. Ich bin dankbarer, bescheidener und zufriedener geworden mit dem, was ich habe.

Oftmals leben wir nach dem Prinzip: „höher, schneller, weiter.“ Ich möchte das nicht. Denn es macht unzufrieden. In Sardinien habe ich mein Leben neu schätzen gelernt und etwas von meiner kindlichen Offenheit zurückgewonnen. Natürlich denke ich auch über meine Zukunft nach. Aber bis jetzt habe ich bei meinen Überlegungen immer etwas Entscheidendes übersehen: Ich habe mich von meinem Verstand leiten lassen. Obwohl es nicht schadet, auf seinen gesunden Menschenverstand zu hören, gibt es doch eine Sache, die viel wichtiger ist. Ich werde in Zukunft mehr auf mein Herz hören. Denn ich habe in Sardinien gemerkt, dass dies das beste ist, was man tun kann. Es macht mich nämlich glücklich!

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  17.05.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
17.05.2013