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Schülerleben live

Ich wollte nie erwachsen sein

"Erwachsen – was heißt das schon? Vernünftig – wer ist das schon?

Ich bin ich und du bist du, das ist alles was ich weiß. Du bist jung und ich bin alt, aber was kann das schon bedeuten?“ (Peter Maffay, „Ich wollte nie erwachsen sein“)

Natürlich wollte ich schon mal erwachsen sein. Eigentlich sogar ziemlich oft. Immer, wenn man mir als kleines Kind etwas verboten hat, fand ich das unfair. Ich verstand nicht, warum Erwachsene mehr Entscheidungsfreiheit haben als Kinder. Und selbstverständlich wusste ich damals auch noch nicht, dass Erwachsene viel mehr Verantwortung tragen müssen. Seit meinem sechzehnten Geburtstag, also circa mit Beginn der gymnasialen Oberstufe, habe ich mich nie wieder danach gesehnt, erwachsen zu sein. Im Gegenteil: Ich beneidete Kinder vielmehr um ihre Unbeschwertheit, ihre Sorglosigkeit und ihre Lebensfreude. Erwachsen zu sein erschien mir gleichbedeutend mit einem Weltuntergang. Erwachsene waren für mich spießig, viel zu vernünftig und überhaupt nicht mehr ungezwungen im Umgang miteinander.

Inzwischen habe ich meine Meinung geändert. Erwachsen wird man nicht mit Erreichen eines bestimmten Alters. Erwachsen sein heißt auch nicht zwangsläufig, das Leben nicht mehr zu genießen. Und Vernunft ist meiner Meinung nach Ansichtssache.

Ist jemand, der seinem Herzen folgt nun vernünftig oder nicht? Tatsache ist, dass wir alle verschieden sind. Deswegen tue ich mich schwer damit, den Begriff „erwachsen“ zu definieren. Ein fünfzigjähriger Anwalt kann immer noch tief in seiner Seele ein Kind sein. Erwachsen zu sein heißt für mich, das, was man ist, freiwillig zu sein. Ich glaube, man sollte als Erwachsener Situationen einschätzen, dabei herausfinden, ob sie einem gut tun und wenn dies nicht der Fall ist, muss man sie ändern. Mir ist durchaus bewusst, dass nicht jeder, der es gerne wäre, Millionär wird, aber die Möglichkeit besteht, wenn man sich ein Ziel setzt und dafür einsteht. Erwachsen zu sein ist eine Chance. Die Chance, seine Träume zu leben!

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  28.05.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
28.05.2013

Schülerleben live

Alles wieder auf Anfang

Ich bin wieder daheim. Zumindest körperlich. Denn mit meinen Gedanken bin ich zeitweise ganz woanders. In Sardinien. Bei Menschen, die mich willkommen hießen, obwohl sie mich nicht kannten. Bei denen ich mich zuhause fühlte. Und in Deutschland. Bei den Dingen, die ich vor meiner Abreise noch erledigen muss. Ich habe nämlich nicht vor, lange zu bleiben. Höchstens eine Woche, dann möchte ich wieder auf Reisen gehen. Ich fühle mich gut und ich fühle mich schlecht. Ich fühle mich heimisch und ich fühle mich wie ein Gast. Ich fühle mich komisch. Und ab und an habe ich fast ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht voll bei der Sache bin. Mir fehlt die Arbeit im Garten. Vielleicht werde ich ja doch Gärtnerin. Wer weiß?

In Italien habe ich gelernt, das Leben zu nehmen, wie es kommt. Denn jeden Tag macht das Leben uns unzählige kleine Geschenke, die wir übersehen, weil wir auf das ganz große Geschenk warten. Dabei machen die kleinen Dinge des Lebens gerade so viel aus. Wunderschöne Sonnenuntergänge. Herumtollen mit den Hunden. Einfach nur im Gras liegen. Witzige Tischgespräche mit völlig unterschiedlichen Menschen, die einen genauso annehmen, wie man ist. Ob groß oder klein, zurückhaltend oder extrovertiert: Jeder war willkommen. Ich bin dankbarer, bescheidener und zufriedener geworden mit dem, was ich habe.

Oftmals leben wir nach dem Prinzip: „höher, schneller, weiter.“ Ich möchte das nicht. Denn es macht unzufrieden. In Sardinien habe ich mein Leben neu schätzen gelernt und etwas von meiner kindlichen Offenheit zurückgewonnen. Natürlich denke ich auch über meine Zukunft nach. Aber bis jetzt habe ich bei meinen Überlegungen immer etwas Entscheidendes übersehen: Ich habe mich von meinem Verstand leiten lassen. Obwohl es nicht schadet, auf seinen gesunden Menschenverstand zu hören, gibt es doch eine Sache, die viel wichtiger ist. Ich werde in Zukunft mehr auf mein Herz hören. Denn ich habe in Sardinien gemerkt, dass dies das beste ist, was man tun kann. Es macht mich nämlich glücklich!

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  17.05.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
17.05.2013

Schülerleben live

Non parlo italiano

Ich spreche kein Italienisch. Eventuell hätte ich mir das früher überlegen sollen, aber dafür ist es jetzt eh zu spät. Ich sitze in Italien und verstehe absolut kein Wort. Nagut, absolut kein Wort ist vielleicht übertrieben. Da ich verwandte Sprachen in der Schule gelernt habe, verstehe ich immerhin einzelne Worte. Nichtsdestotrotz habe ich aber bis jetzt keinen einzigen italienischen Satz über die Lippen gebracht. Das, was ich jetzt am dringendsten bräuchte, wäre ein geduldiger Italienisch-Lehrer. Blöderweise habe ich bis jetzt keinen gefunden, und so wie es aussieht, werde ich meine Taktik umstellen müssen. Ich habe beschlossen, die Grammatik mithilfe des Internets zu lernen und für meinen Wortschatz werde ich mehr italienische Bücher lesen. Abgesehen davon, dass ich die Sprache nicht spreche, macht das Wetter auch nicht wirklich mit. Seit meiner Ankunft hat es fast ununterbrochen geregnet (ich habe nichts gegen Regen, aber davon hatte ich in Deutschland schon mehr als genug).

Die Leute hier sind allerdings so ganz anders als in Deutschland. Das merkt man beispielsweise daran, dass man mitunter von fast fremden Menschen einfach so zum Essen eingeladen wird. Oder dass alles ein wenig chaotischer abläuft als man es aus Deutschland gewohnt ist. Italiener reden viel und gerne. Da kann es schon mal passieren, dass man die Arbeit ganz vergisst. Ich kann mittlerweile auch bestätigen, dass Italiener (in der Regel) mehr gestikulieren als man es als Deutscher gewohnt ist. Etwas Gutes hat die Sache aber: So versteht man auch ohne Italienischkenntnisse meist relativ schnell, was die jeweilige Person von einem will. Nun gut, was gibt es denn noch zu berichten? Das Gebäude, in dem ich lebe, ist wirklich sehr alt und die Möbel ebenso. Das alles verleiht ihm allerdings einen unwiderstehlichen Charme. Ich zumindest fühle mich hier sehr wohl. An meinen ersten Tagen hier habe ich im Garten gearbeitet und diverse andere Hilfstätigkeiten ausgeführt.

So Leute, das war es fürs erste von mir. Wenn ihr wissen wollt, was ich hier sonst noch so alles erlebe, müsst ihr nicht lange warten, der nächste Eintrag kommt bestimmt. Draußen regnet es immer noch. Auch gut, dann fange ich jetzt eben mit italienischer Grammatik an.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  19.04.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
19.04.2013