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Schülerleben live

Alles wieder auf Anfang

Ich bin wieder daheim. Zumindest körperlich. Denn mit meinen Gedanken bin ich zeitweise ganz woanders. In Sardinien. Bei Menschen, die mich willkommen hießen, obwohl sie mich nicht kannten. Bei denen ich mich zuhause fühlte. Und in Deutschland. Bei den Dingen, die ich vor meiner Abreise noch erledigen muss. Ich habe nämlich nicht vor, lange zu bleiben. Höchstens eine Woche, dann möchte ich wieder auf Reisen gehen. Ich fühle mich gut und ich fühle mich schlecht. Ich fühle mich heimisch und ich fühle mich wie ein Gast. Ich fühle mich komisch. Und ab und an habe ich fast ein schlechtes Gewissen, dass ich nicht voll bei der Sache bin. Mir fehlt die Arbeit im Garten. Vielleicht werde ich ja doch Gärtnerin. Wer weiß?

In Italien habe ich gelernt, das Leben zu nehmen, wie es kommt. Denn jeden Tag macht das Leben uns unzählige kleine Geschenke, die wir übersehen, weil wir auf das ganz große Geschenk warten. Dabei machen die kleinen Dinge des Lebens gerade so viel aus. Wunderschöne Sonnenuntergänge. Herumtollen mit den Hunden. Einfach nur im Gras liegen. Witzige Tischgespräche mit völlig unterschiedlichen Menschen, die einen genauso annehmen, wie man ist. Ob groß oder klein, zurückhaltend oder extrovertiert: Jeder war willkommen. Ich bin dankbarer, bescheidener und zufriedener geworden mit dem, was ich habe.

Oftmals leben wir nach dem Prinzip: „höher, schneller, weiter.“ Ich möchte das nicht. Denn es macht unzufrieden. In Sardinien habe ich mein Leben neu schätzen gelernt und etwas von meiner kindlichen Offenheit zurückgewonnen. Natürlich denke ich auch über meine Zukunft nach. Aber bis jetzt habe ich bei meinen Überlegungen immer etwas Entscheidendes übersehen: Ich habe mich von meinem Verstand leiten lassen. Obwohl es nicht schadet, auf seinen gesunden Menschenverstand zu hören, gibt es doch eine Sache, die viel wichtiger ist. Ich werde in Zukunft mehr auf mein Herz hören. Denn ich habe in Sardinien gemerkt, dass dies das beste ist, was man tun kann. Es macht mich nämlich glücklich!

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  17.05.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
17.05.2013

Schülerleben live

Non parlo italiano

Ich spreche kein Italienisch. Eventuell hätte ich mir das früher überlegen sollen, aber dafür ist es jetzt eh zu spät. Ich sitze in Italien und verstehe absolut kein Wort. Nagut, absolut kein Wort ist vielleicht übertrieben. Da ich verwandte Sprachen in der Schule gelernt habe, verstehe ich immerhin einzelne Worte. Nichtsdestotrotz habe ich aber bis jetzt keinen einzigen italienischen Satz über die Lippen gebracht. Das, was ich jetzt am dringendsten bräuchte, wäre ein geduldiger Italienisch-Lehrer. Blöderweise habe ich bis jetzt keinen gefunden, und so wie es aussieht, werde ich meine Taktik umstellen müssen. Ich habe beschlossen, die Grammatik mithilfe des Internets zu lernen und für meinen Wortschatz werde ich mehr italienische Bücher lesen. Abgesehen davon, dass ich die Sprache nicht spreche, macht das Wetter auch nicht wirklich mit. Seit meiner Ankunft hat es fast ununterbrochen geregnet (ich habe nichts gegen Regen, aber davon hatte ich in Deutschland schon mehr als genug).

Die Leute hier sind allerdings so ganz anders als in Deutschland. Das merkt man beispielsweise daran, dass man mitunter von fast fremden Menschen einfach so zum Essen eingeladen wird. Oder dass alles ein wenig chaotischer abläuft als man es aus Deutschland gewohnt ist. Italiener reden viel und gerne. Da kann es schon mal passieren, dass man die Arbeit ganz vergisst. Ich kann mittlerweile auch bestätigen, dass Italiener (in der Regel) mehr gestikulieren als man es als Deutscher gewohnt ist. Etwas Gutes hat die Sache aber: So versteht man auch ohne Italienischkenntnisse meist relativ schnell, was die jeweilige Person von einem will. Nun gut, was gibt es denn noch zu berichten? Das Gebäude, in dem ich lebe, ist wirklich sehr alt und die Möbel ebenso. Das alles verleiht ihm allerdings einen unwiderstehlichen Charme. Ich zumindest fühle mich hier sehr wohl. An meinen ersten Tagen hier habe ich im Garten gearbeitet und diverse andere Hilfstätigkeiten ausgeführt.

So Leute, das war es fürs erste von mir. Wenn ihr wissen wollt, was ich hier sonst noch so alles erlebe, müsst ihr nicht lange warten, der nächste Eintrag kommt bestimmt. Draußen regnet es immer noch. Auch gut, dann fange ich jetzt eben mit italienischer Grammatik an.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  19.04.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
19.04.2013

Schülerleben live

Neue Inspiration

Eine neue Wohnung ist ja wirklich gut und schön. Auf einmal doppelt so viel Platz, ein Klo, das nicht fast im Wohnraum steht, und ein abgeschlossener Raum, der sich Küche nennt. Aber ohne Internet ist das Leben wirklich nur halb so lebenswert! Okay, Spaß beiseite. Bis zu unserem neuen Internetanschluss dauert es noch gut zwei Wochen, das werden wir jetzt auch noch überleben.

Was sich dank der neuen Wohnung noch geändert hat? Auf einmal fühle ich mich richtig drin im Stadtleben! Keine fünf Minuten, schon stehe ich vor der Wahl, ob ich Bus, U- oder S-Bahn nehme, und ein Einkaufscenter direkt um die Ecke hat auch nicht jeder. Für mich Dorfkind eröffnen sich da ganz neue Möglichkeiten und die Stadt scheint wie ein einziger großer Abenteuerspielplatz.

Sogar über mein soziales Leben kann ich in letzter Zeit nicht meckern. Am Mittwoch war ich zum Beispiel mit einer Freundin bei der Lesung eines deutsch-türkischen Autors. Ich muss sagen, es war wirklich richtig gut! Und ich glaube, der Herr, dessen Namen ich mir leider nicht merken konnte, hat mir auch zu meinem nächsten großen Schreibflash verholfen. Danke an dieser Stelle! Meine große Leidenschaft besteht nämlich im kreativen Schreiben von Geschichten. Wobei „Leidenschaft“ meistens nicht so ganz der richtige Ausdruck ist, „Zwang“ trifft es da schon viel eher. Diesen Begriff benutzte besagter Autor auch und ich finde ihn mehr als passend.

Am liebsten würde ich es auch wie er machen und meine Bücher veröffentlichen. Leider ist es bis dahin ein weiter Weg. Dabei geht es mir auch gar nicht ums Geld, bekanntlich verdienen Autoren ja ohnehin nicht sonderlich gut. Ich möchte anderen einfach meine Gedanken überbringen, die vielleicht genauso denken oder fühlen wie ich. Schreiben ist meistens aber auch alles andere als ein leichtes Hobby, es ist viel eher harte Arbeit, bis irgendwann mal etwas so weit fertig ist, dass man sich auch ungeniert damit sehen lassen kann. Trotzdem – ich mache weiter, denn die Lesung hat mir wieder Mut gemacht. Ich bin offensichtlich nicht die einzige, die mit dem Drang zu schreiben lebt. In dem Sinne: Weiter in die Tasten hauen!

Autor: Noelle  |  Rubrik: orientieren  |  10.04.2013
Autor: Noelle
Rubrik: orientieren
10.04.2013