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Schülerleben live

Neue Inspiration

Eine neue Wohnung ist ja wirklich gut und schön. Auf einmal doppelt so viel Platz, ein Klo, das nicht fast im Wohnraum steht, und ein abgeschlossener Raum, der sich Küche nennt. Aber ohne Internet ist das Leben wirklich nur halb so lebenswert! Okay, Spaß beiseite. Bis zu unserem neuen Internetanschluss dauert es noch gut zwei Wochen, das werden wir jetzt auch noch überleben.

Was sich dank der neuen Wohnung noch geändert hat? Auf einmal fühle ich mich richtig drin im Stadtleben! Keine fünf Minuten, schon stehe ich vor der Wahl, ob ich Bus, U- oder S-Bahn nehme, und ein Einkaufscenter direkt um die Ecke hat auch nicht jeder. Für mich Dorfkind eröffnen sich da ganz neue Möglichkeiten und die Stadt scheint wie ein einziger großer Abenteuerspielplatz.

Sogar über mein soziales Leben kann ich in letzter Zeit nicht meckern. Am Mittwoch war ich zum Beispiel mit einer Freundin bei der Lesung eines deutsch-türkischen Autors. Ich muss sagen, es war wirklich richtig gut! Und ich glaube, der Herr, dessen Namen ich mir leider nicht merken konnte, hat mir auch zu meinem nächsten großen Schreibflash verholfen. Danke an dieser Stelle! Meine große Leidenschaft besteht nämlich im kreativen Schreiben von Geschichten. Wobei „Leidenschaft“ meistens nicht so ganz der richtige Ausdruck ist, „Zwang“ trifft es da schon viel eher. Diesen Begriff benutzte besagter Autor auch und ich finde ihn mehr als passend.

Am liebsten würde ich es auch wie er machen und meine Bücher veröffentlichen. Leider ist es bis dahin ein weiter Weg. Dabei geht es mir auch gar nicht ums Geld, bekanntlich verdienen Autoren ja ohnehin nicht sonderlich gut. Ich möchte anderen einfach meine Gedanken überbringen, die vielleicht genauso denken oder fühlen wie ich. Schreiben ist meistens aber auch alles andere als ein leichtes Hobby, es ist viel eher harte Arbeit, bis irgendwann mal etwas so weit fertig ist, dass man sich auch ungeniert damit sehen lassen kann. Trotzdem – ich mache weiter, denn die Lesung hat mir wieder Mut gemacht. Ich bin offensichtlich nicht die einzige, die mit dem Drang zu schreiben lebt. In dem Sinne: Weiter in die Tasten hauen!

Autor: Noelle  |  Rubrik: orientieren  |  10.04.2013
Autor: Noelle
Rubrik: orientieren
10.04.2013

Schülerleben live

Hipp hipp hurra, Italia!

Nagut, ich gebe es ja zu: der Titel ist vielleicht ein wenig kitschig. Aber er passt zu meiner Stimmung. Geplant war das alles ursprünglich nicht. Wobei man bei mir sowieso nie vom Planen reden sollte, ich bin eher eine Chaotin. Aber ich erzähle es euch am besten von Anfang an.

Also, nachdem ich mir darüber klar war, dass ich mir eigentlich nicht darüber klar bin, wie es jetzt weitergehen soll, hatte ich beschlossen, mir mindestens ein halbes, wenn nicht sogar ein ganzes Jahr Auszeit zu gönnen. Aber: Was will ich machen? Wo will ich hin? Wie kann ich Kosten minimieren? Suche ich mir eine Agentur oder übernehme ich alles in Eigenregie?

Die Idee mit der Agentur habe ich schnell wieder verworfen, dafür bin ich schlicht und ergreifend zu sprunghaft. Stellt euch meine Gedankengänge ungefähr so vor: Heute will ich nach China, morgen nach Mexiko und übermorgen doch lieber nach Österreich. Außerdem habe ich von vielen, die bereits ein Auslandsjahr hinter sich haben, gehört, eine Agentur sei unnötig. Nachdem das geklärt war, ging es an die Länderauswahl. Eigentlich wäre ich gerne für zwei bis drei Monate nach Ungarn oder Norwegen geflogen, daraus wurde (wie ihr bei dem Titel vielleicht schon erraten habt) nichts. Und das hängt mit der Kostenminimierung zusammen. Es gibt diverse Websites, wo man sich registrieren und Gastfamilien im gewünschten Land suchen kann. Dort arbeitet man ein paar Stunden am Tag gegen Kost und Logis. So weit so gut. Also habe ich angefangen, Gastfamilien aus Norwegen und Ungarn anzuschreiben. Allerdings habe ich bis jetzt keine Antworten erhalten. Deshalb musste ich umdenken und meine Ansprüche bezüglich der Länderauswahl über Bord werfen. Das einzige Suchkriterium war jetzt ein Land in Europa. Und dann ging die Schreiberei von vorne los: Wer kann/will mich wie lange aufnehmen?

Gelandet bin ich am Ende bei einem Konvent mit einem tausend Jahre alten Garten, in dem ich mithelfen darf. Auch gut, fliege ich eben nicht nach Norwegen oder Ungarn, sondern nach Sardinien. Inzwischen freue ich mich richtig darauf. Ich habe zwar keine Ahnung was auf mich zukommt, aber genau das wollte ich: Abenteuer und Freiheit!

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  09.04.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
09.04.2013

Schülerleben live

Sonne

Ich habe die ganze Nacht kein Auge zugetan. Und jetzt ist mir ein klein wenig schlecht. Heute muss ich zu meiner mündlichen Abiturprüfung. Faktisch habe ich mein Abitur schon bestanden, das heißt, ich habe eigentlich überhaupt keinen Grund, nervös zu sein. Ich bin es trotzdem. Natürlich bin ich viel zu früh in der Schule. Da meine Prüfung erst in ungefähr einer Stunde beginnt, gehe ich noch einmal in die Stadt und versuche, einen Happen zu essen. Pünktlich bin ich wieder in der Schule und werde mit anderen mehr oder weniger nervösen Mitschülern in den Vorbereitungsraum geführt. Ich bearbeite meine Aufgaben und werde nach gefühlten fünf Minuten zum Prüfungsraum gebracht. Sobald ich den Raum betrete, ist meine Nervosität wie weggeblasen. Ich fange an, Aufgaben an der Tafel vorzurechnen und allmählich macht mir die Prüfung sogar richtig Spaß. Auch die Prüfungszeit vergeht wie im Flug. Ich soll zu den anderen Prüflingen gehen und warten, bis mir meine Note mitgeteilt wird. Sobald ich den Prüfungsraum verlassen habe, grinse ich übers ganze Gesicht. Ich will nochmal. Im Schulflur unterhalte ich mich mit einigen anderen Abiturienten. Einige haben wie ich die Prüfung schon hinter sich, andere müssen noch ran. Nach einer Weile kommen die Lehrer und teilen uns die Noten mit. Mein Gefühl hat mich nicht betrogen, es ist echt gut gelaufen.

Ich gehe nach Hause. Die Sonne scheint und eine merkwürdig heitere Stimmung hat von mir Besitz ergriffen. Zuhause angekommen, tue ich etwas, was ich viel zu lange schon nicht mehr getan habe. Ich singe aus vollem Hals. Die letzten Monate hat mir irgendwie die Kraft dazu gefehlt (ich weiß, es klingt komisch, aber anders kann ich dieses Gefühl nicht beschreiben). Alle Gedanken sind wie weggeblasen. Ich tanze durch die Wohnung und singe. Das tut so gut. Und mir wird klar, dass Denken auch eine Bürde sein kann. Irgendwann ist man an dem Punkt angelangt, an dem man denkt (schon wieder dieses Wort), dass einem gleich der Kopf platzt. Einfach mal nur zu sein, ist meiner Meinung nach wohltuend für die Seele. Ich schaue zum Fenster hinaus. Langsam wird es Frühling. Die Sonne scheint.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  27.03.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
27.03.2013