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Schülerleben live

Hipp hipp hurra, Italia!

Nagut, ich gebe es ja zu: der Titel ist vielleicht ein wenig kitschig. Aber er passt zu meiner Stimmung. Geplant war das alles ursprünglich nicht. Wobei man bei mir sowieso nie vom Planen reden sollte, ich bin eher eine Chaotin. Aber ich erzähle es euch am besten von Anfang an.

Also, nachdem ich mir darüber klar war, dass ich mir eigentlich nicht darüber klar bin, wie es jetzt weitergehen soll, hatte ich beschlossen, mir mindestens ein halbes, wenn nicht sogar ein ganzes Jahr Auszeit zu gönnen. Aber: Was will ich machen? Wo will ich hin? Wie kann ich Kosten minimieren? Suche ich mir eine Agentur oder übernehme ich alles in Eigenregie?

Die Idee mit der Agentur habe ich schnell wieder verworfen, dafür bin ich schlicht und ergreifend zu sprunghaft. Stellt euch meine Gedankengänge ungefähr so vor: Heute will ich nach China, morgen nach Mexiko und übermorgen doch lieber nach Österreich. Außerdem habe ich von vielen, die bereits ein Auslandsjahr hinter sich haben, gehört, eine Agentur sei unnötig. Nachdem das geklärt war, ging es an die Länderauswahl. Eigentlich wäre ich gerne für zwei bis drei Monate nach Ungarn oder Norwegen geflogen, daraus wurde (wie ihr bei dem Titel vielleicht schon erraten habt) nichts. Und das hängt mit der Kostenminimierung zusammen. Es gibt diverse Websites, wo man sich registrieren und Gastfamilien im gewünschten Land suchen kann. Dort arbeitet man ein paar Stunden am Tag gegen Kost und Logis. So weit so gut. Also habe ich angefangen, Gastfamilien aus Norwegen und Ungarn anzuschreiben. Allerdings habe ich bis jetzt keine Antworten erhalten. Deshalb musste ich umdenken und meine Ansprüche bezüglich der Länderauswahl über Bord werfen. Das einzige Suchkriterium war jetzt ein Land in Europa. Und dann ging die Schreiberei von vorne los: Wer kann/will mich wie lange aufnehmen?

Gelandet bin ich am Ende bei einem Konvent mit einem tausend Jahre alten Garten, in dem ich mithelfen darf. Auch gut, fliege ich eben nicht nach Norwegen oder Ungarn, sondern nach Sardinien. Inzwischen freue ich mich richtig darauf. Ich habe zwar keine Ahnung was auf mich zukommt, aber genau das wollte ich: Abenteuer und Freiheit!

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  09.04.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
09.04.2013

Schülerleben live

Sonne

Ich habe die ganze Nacht kein Auge zugetan. Und jetzt ist mir ein klein wenig schlecht. Heute muss ich zu meiner mündlichen Abiturprüfung. Faktisch habe ich mein Abitur schon bestanden, das heißt, ich habe eigentlich überhaupt keinen Grund, nervös zu sein. Ich bin es trotzdem. Natürlich bin ich viel zu früh in der Schule. Da meine Prüfung erst in ungefähr einer Stunde beginnt, gehe ich noch einmal in die Stadt und versuche, einen Happen zu essen. Pünktlich bin ich wieder in der Schule und werde mit anderen mehr oder weniger nervösen Mitschülern in den Vorbereitungsraum geführt. Ich bearbeite meine Aufgaben und werde nach gefühlten fünf Minuten zum Prüfungsraum gebracht. Sobald ich den Raum betrete, ist meine Nervosität wie weggeblasen. Ich fange an, Aufgaben an der Tafel vorzurechnen und allmählich macht mir die Prüfung sogar richtig Spaß. Auch die Prüfungszeit vergeht wie im Flug. Ich soll zu den anderen Prüflingen gehen und warten, bis mir meine Note mitgeteilt wird. Sobald ich den Prüfungsraum verlassen habe, grinse ich übers ganze Gesicht. Ich will nochmal. Im Schulflur unterhalte ich mich mit einigen anderen Abiturienten. Einige haben wie ich die Prüfung schon hinter sich, andere müssen noch ran. Nach einer Weile kommen die Lehrer und teilen uns die Noten mit. Mein Gefühl hat mich nicht betrogen, es ist echt gut gelaufen.

Ich gehe nach Hause. Die Sonne scheint und eine merkwürdig heitere Stimmung hat von mir Besitz ergriffen. Zuhause angekommen, tue ich etwas, was ich viel zu lange schon nicht mehr getan habe. Ich singe aus vollem Hals. Die letzten Monate hat mir irgendwie die Kraft dazu gefehlt (ich weiß, es klingt komisch, aber anders kann ich dieses Gefühl nicht beschreiben). Alle Gedanken sind wie weggeblasen. Ich tanze durch die Wohnung und singe. Das tut so gut. Und mir wird klar, dass Denken auch eine Bürde sein kann. Irgendwann ist man an dem Punkt angelangt, an dem man denkt (schon wieder dieses Wort), dass einem gleich der Kopf platzt. Einfach mal nur zu sein, ist meiner Meinung nach wohltuend für die Seele. Ich schaue zum Fenster hinaus. Langsam wird es Frühling. Die Sonne scheint.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  27.03.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
27.03.2013

Schülerleben live

Aus und vorbei

Ich gehe durch die Gänge, durch die ich jahrelang gegangen bin. Noch einmal sehe ich die Lehrer, die mich durch die Oberstufe begleitet haben. Ich sehe meine Mitschüler, die ich leiden oder eben nicht leiden kann. Ich halte mich an meinen Stundenplan. Das allerletzte Mal. Ich werde mich nie wieder über die Idioten in meiner Stufe aufregen. Ich werde nie wieder über irgendwelchen Unsinn lachen, den der Klassenclown mal wieder angestellt hat. Heute ist mein letzter Schultag. Danach muss ich noch zweimal in die Schule. Einmal wegen der Ergebnisse des schriftlichen Abiturs und dann zur mündlichen Abiturprüfung. Wie fühlt es sich an, wenn man weiß, dass nichts mehr so sein wird, wie man es jahrelang gewohnt war? Wie fühlt es sich an, die Lehrer, die man vielleicht doch mag, nicht mehr zu sehen? Wie fühlt es sich an, zu wissen, dass man nie wieder alle Mitschüler auf einem Fleck erleben wird? Eine gute Frage. Viele meiner Mitschüler wirken bedrückt. Ich bin es nicht. Ich fühle mich einfach nur komisch. Allerdings nicht komisch schlecht, sondern komisch gut. Irgendwie erleichtert. Jetzt bin ich frei. Jetzt muss ich Entscheidungen für meine Zukunft treffen. Und zwar solche, die ich für richtig halte. Ich habe die Freiheit und die Last, alles selbst entscheiden zu können und zu müssen – und mit den Konsequenzen zu leben.

Ich habe es aufgegeben es allen recht machen zu wollen. Das funktioniert sowieso nicht. Natürlich tut es weh, wenn man andere enttäuscht. Aber es ist mein Leben und ich werde mir nicht von anderen vorschreiben lassen, wie ich zu gestalten habe. Ratschläge nehme ich gerne an, allerdings brauche ich keine Moralpredigt, wenn ich mal nicht mache, was alle Welt von mir erwartet. Man lebt schließlich nur einmal. Woher mein Gefühl kommt? Ich kann es wirklich nicht erklären. Ich weiß nur, dass es da ist. Und das ist gut so. Ich bin innerlich völlig ruhig. Ich bin zufrieden. Die Schulglocke ertönt. Meine letzte Schulstunde ist gerade zu Ende gegangen. Ich mache mich auf den Weg zum Ausgang. Mir begegnen einige Mitschüler. Ich überlege kurz, ob ich sie ansprechen soll. Lächelnd und federnden Schrittes verlasse ich meine Schule.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  14.03.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
14.03.2013