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Schülerleben live

Aus und vorbei

Ich gehe durch die Gänge, durch die ich jahrelang gegangen bin. Noch einmal sehe ich die Lehrer, die mich durch die Oberstufe begleitet haben. Ich sehe meine Mitschüler, die ich leiden oder eben nicht leiden kann. Ich halte mich an meinen Stundenplan. Das allerletzte Mal. Ich werde mich nie wieder über die Idioten in meiner Stufe aufregen. Ich werde nie wieder über irgendwelchen Unsinn lachen, den der Klassenclown mal wieder angestellt hat. Heute ist mein letzter Schultag. Danach muss ich noch zweimal in die Schule. Einmal wegen der Ergebnisse des schriftlichen Abiturs und dann zur mündlichen Abiturprüfung. Wie fühlt es sich an, wenn man weiß, dass nichts mehr so sein wird, wie man es jahrelang gewohnt war? Wie fühlt es sich an, die Lehrer, die man vielleicht doch mag, nicht mehr zu sehen? Wie fühlt es sich an, zu wissen, dass man nie wieder alle Mitschüler auf einem Fleck erleben wird? Eine gute Frage. Viele meiner Mitschüler wirken bedrückt. Ich bin es nicht. Ich fühle mich einfach nur komisch. Allerdings nicht komisch schlecht, sondern komisch gut. Irgendwie erleichtert. Jetzt bin ich frei. Jetzt muss ich Entscheidungen für meine Zukunft treffen. Und zwar solche, die ich für richtig halte. Ich habe die Freiheit und die Last, alles selbst entscheiden zu können und zu müssen – und mit den Konsequenzen zu leben.

Ich habe es aufgegeben es allen recht machen zu wollen. Das funktioniert sowieso nicht. Natürlich tut es weh, wenn man andere enttäuscht. Aber es ist mein Leben und ich werde mir nicht von anderen vorschreiben lassen, wie ich zu gestalten habe. Ratschläge nehme ich gerne an, allerdings brauche ich keine Moralpredigt, wenn ich mal nicht mache, was alle Welt von mir erwartet. Man lebt schließlich nur einmal. Woher mein Gefühl kommt? Ich kann es wirklich nicht erklären. Ich weiß nur, dass es da ist. Und das ist gut so. Ich bin innerlich völlig ruhig. Ich bin zufrieden. Die Schulglocke ertönt. Meine letzte Schulstunde ist gerade zu Ende gegangen. Ich mache mich auf den Weg zum Ausgang. Mir begegnen einige Mitschüler. Ich überlege kurz, ob ich sie ansprechen soll. Lächelnd und federnden Schrittes verlasse ich meine Schule.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  14.03.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
14.03.2013

Schülerleben live

Etwas, wofür es sich zu leben lohnt

Eines habe ich in Irland gelernt: Wenn man freundlich auf jemanden zugeht, bekommt man diese Freundlichkeit zurück. Ich hätte genug Ideen, was man in unserer Welt verändern könnte, aber ehrlich gesagt, weiß ich nicht, wie ich andere von meiner Meinung überzeugen soll. Und vielleicht muss ich das auch gar nicht. Ich glaube daran, dass jeder Mensch im Innersten weiß, was richtig und was falsch ist. Erziehung kann meiner Meinung nach nicht das komplette Gewissen eines Menschen löschen. Deshalb glaube ich auch, dass sich die Welt ändern wird. Vielleicht werde ich das nicht mehr erleben, aber es wird garantiert irgendwann passieren. Und hoffentlich wird sie dann besser sein. Man kann den Fortschritt nicht aufhalten und ich rede hier nicht von technischem Fortschritt.

In Deutschland könnten wir zum Beispiel damit anfangen, netter zueinander zu sein. Ich erlebe immer öfter Menschen, die noch nicht mal mehr „Guten Tag" sagen, wenn sie einander auf der Straße begegnen. Probiert es mal aus, begrüßt jeden den ihr trefft. Die allerwenigsten werden stumm wie die Fische weitergehen, die meisten werden sich freuen. So was nennt man dann auch freundliches Miteinander und das kommt bei unserem ganzen Wohlstand entschieden zu kurz. Ich werde keinem sagen, dass es besser sei, keinen neuen iPod (oder was weiß ich) zu kaufen. Geht mich schließlich nichts an. Es ist nicht meine Aufgabe, euch zu fragen, ob und was ihr wirklich braucht. Auch die Sache mit der Freundlichkeit ist nur ein Vorschlag.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  05.03.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
05.03.2013

Schülerleben live

Generation Gehorsam?

Wir haben in der Schule neulich einen Film zum Thema „68er Generation" geguckt. Bei all den Protesten und was weiß ich noch, kommt man sich heutzutage richtig spießig vor. Protestiert in unserer Zeit überhaupt noch jemand? Und wenn ja, erreicht man damit überhaupt etwas? Ich weiß, dass ich eventuell falsch liege, aber ich beschreibe ja nur meine Sichtweise. Aber komisch finde ich es schon. Haben wir nichts mehr, wofür sich das Kämpfen lohnt? Geht es uns zu gut? Genau genommen, brechen die wenigsten Jugendlichen wirklich aus Traditionen aus. Wenn man nicht weiß, was man nach dem Abitur machen soll, macht man ein Freiwilliges Soziales Jahr, Work & Travel oder man studiert BWL. Das haben Millionen vor uns schon getan. Jeder zweite brezelt sich auf, wenn er aus dem Haus geht, obwohl viele zu Hause in die Jogginghose schlüpfen.

Wozu das alles? Weil es sich so gehört, werden viele sagen. Und warum gehört sich das? Weil es die Norm ist. Und Norm ist es so lange, bis jemand die Norm ändert. Warum machen wir so oft das, was die Gesellschaft von uns erwartet, anstatt das zu tun, woran unser Herz hängt? Das soll jetzt kein Freibrief für Verbrechen jedweder Art sein, natürlich gibt es Grenzen. Aber wer bestimmt die eigentlich? Gibt es ein Gesetz, das vorschreibt, was man anziehen muss? Gibt es ein Gesetz, das besagt, es müsse immer mehr Technologie entwickelt werden? Oder könnte man versuchen, eventuell mal wieder mehr im Einklang mit der Natur zu leben? Mir ist keines bekannt. Das einzige, was uns davon abhält, das oben Beschriebene zu tun, ist der Druck der Gesellschaft. Generationen vor uns haben für Freiheit und Gleichheit gekämpft. Nun haben wir sie formal. Und was machen wir daraus? Die meisten anscheinend überhaupt nichts.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  21.02.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
21.02.2013