Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Schülerleben live

Etwas, wofür es sich zu leben lohnt

Eines habe ich in Irland gelernt: Wenn man freundlich auf jemanden zugeht, bekommt man diese Freundlichkeit zurück. Ich hätte genug Ideen, was man in unserer Welt verändern könnte, aber ehrlich gesagt, weiß ich nicht, wie ich andere von meiner Meinung überzeugen soll. Und vielleicht muss ich das auch gar nicht. Ich glaube daran, dass jeder Mensch im Innersten weiß, was richtig und was falsch ist. Erziehung kann meiner Meinung nach nicht das komplette Gewissen eines Menschen löschen. Deshalb glaube ich auch, dass sich die Welt ändern wird. Vielleicht werde ich das nicht mehr erleben, aber es wird garantiert irgendwann passieren. Und hoffentlich wird sie dann besser sein. Man kann den Fortschritt nicht aufhalten und ich rede hier nicht von technischem Fortschritt.

In Deutschland könnten wir zum Beispiel damit anfangen, netter zueinander zu sein. Ich erlebe immer öfter Menschen, die noch nicht mal mehr „Guten Tag" sagen, wenn sie einander auf der Straße begegnen. Probiert es mal aus, begrüßt jeden den ihr trefft. Die allerwenigsten werden stumm wie die Fische weitergehen, die meisten werden sich freuen. So was nennt man dann auch freundliches Miteinander und das kommt bei unserem ganzen Wohlstand entschieden zu kurz. Ich werde keinem sagen, dass es besser sei, keinen neuen iPod (oder was weiß ich) zu kaufen. Geht mich schließlich nichts an. Es ist nicht meine Aufgabe, euch zu fragen, ob und was ihr wirklich braucht. Auch die Sache mit der Freundlichkeit ist nur ein Vorschlag.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  05.03.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
05.03.2013

Schülerleben live

Generation Gehorsam?

Wir haben in der Schule neulich einen Film zum Thema „68er Generation" geguckt. Bei all den Protesten und was weiß ich noch, kommt man sich heutzutage richtig spießig vor. Protestiert in unserer Zeit überhaupt noch jemand? Und wenn ja, erreicht man damit überhaupt etwas? Ich weiß, dass ich eventuell falsch liege, aber ich beschreibe ja nur meine Sichtweise. Aber komisch finde ich es schon. Haben wir nichts mehr, wofür sich das Kämpfen lohnt? Geht es uns zu gut? Genau genommen, brechen die wenigsten Jugendlichen wirklich aus Traditionen aus. Wenn man nicht weiß, was man nach dem Abitur machen soll, macht man ein Freiwilliges Soziales Jahr, Work & Travel oder man studiert BWL. Das haben Millionen vor uns schon getan. Jeder zweite brezelt sich auf, wenn er aus dem Haus geht, obwohl viele zu Hause in die Jogginghose schlüpfen.

Wozu das alles? Weil es sich so gehört, werden viele sagen. Und warum gehört sich das? Weil es die Norm ist. Und Norm ist es so lange, bis jemand die Norm ändert. Warum machen wir so oft das, was die Gesellschaft von uns erwartet, anstatt das zu tun, woran unser Herz hängt? Das soll jetzt kein Freibrief für Verbrechen jedweder Art sein, natürlich gibt es Grenzen. Aber wer bestimmt die eigentlich? Gibt es ein Gesetz, das vorschreibt, was man anziehen muss? Gibt es ein Gesetz, das besagt, es müsse immer mehr Technologie entwickelt werden? Oder könnte man versuchen, eventuell mal wieder mehr im Einklang mit der Natur zu leben? Mir ist keines bekannt. Das einzige, was uns davon abhält, das oben Beschriebene zu tun, ist der Druck der Gesellschaft. Generationen vor uns haben für Freiheit und Gleichheit gekämpft. Nun haben wir sie formal. Und was machen wir daraus? Die meisten anscheinend überhaupt nichts.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  21.02.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
21.02.2013

Schülerleben live

Zwischen den Stühlen

Ich könnte weinen. Oder schreien. Oder beides. Einfach, um den ganzen Druck, der sich in mir angestaut hat, rauszulassen. Eigentlich müsste man denken, dass nach den schriftlichen Abiturprüfungen weniger Druck da wäre, aber weit gefehlt. Ich habe das Gefühl, als würde von jeder Seite an mir gezerrt. Ich soll mich endlich entscheiden, was ich später mal machen möchte. Ich soll für das mündliche Abitur lernen. Ich soll zusätzliche Arbeiten für die Schule anfertigen. Und ich will aber auch Freizeit. In so einer Situation fange ich an zu träumen. Von einem Leben, in dem ich alles in dem Tempo erledigen kann, das gut für mich ist. Von einem Leben, in dem mir nicht ständig jemand sagt, was ich zu tun und zu lassen habe. Von einem Leben, in dem ich völlig frei bin. Und kurz darauf kommt dann die Angst. Missversteht mich bitte nicht: Ich brauche Zeit für mich alleine und ich habe auch kein Problem, einige Zeit alleine unterwegs zu sein. Im Gegenteil: Ich mag es. Allerdings hatte ich bis jetzt immer die Sicherheit, dass es ein Zuhause gibt, wo man auf mich wartet und wo ich sicher bin. Allein der Gedanke, im Leben absolut keine Sicherheit zu haben, macht mir Angst. Denn die meisten Menschen brauchen Sicherheit, ja, sie sind sogar regelrechte Sicherheitsfanatiker. Ein Beispiel gefällig? Warum ist der Begriff „freiberuflich" von einigen Menschen ein wenig negativ besetzt? Unbewusst denken sie, dass man am Ende des Monats eventuell nicht genug Geld verdient hat, um den Lebensstandard halten zu können. Da fühlt man sich mit einem festen Arbeitsplatz gleich viel sicherer. Ich bin da (so gerne ich es auch wäre) keine Ausnahme. Aber trotz allem übt der Gedanke von Freiheit einen geradezu magischen Reiz auf mich aus. Was hält man denn für sicher? Den Arbeitsplatz? Wenn die Firma pleite geht, ist man den los. Die Gesundheit? Ein falscher Schritt, eine Sekunde zu langsam, und dann ist die auch futsch. Die Beziehung mit einem Partner? Die kann auch ganz schnell vorbei sein. Wirklich sicher ist man also nie.

Autor: Nele  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  06.02.2013
Autor: Nele
Rubrik: auszeit nach dem abi
06.02.2013