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Schülerleben live

Zwischen den Stühlen

Ich könnte weinen. Oder schreien. Oder beides. Einfach, um den ganzen Druck, der sich in mir angestaut hat, rauszulassen. Eigentlich müsste man denken, dass nach den schriftlichen Abiturprüfungen weniger Druck da wäre, aber weit gefehlt. Ich habe das Gefühl, als würde von jeder Seite an mir gezerrt. Ich soll mich endlich entscheiden, was ich später mal machen möchte. Ich soll für das mündliche Abitur lernen. Ich soll zusätzliche Arbeiten für die Schule anfertigen. Und ich will aber auch Freizeit. In so einer Situation fange ich an zu träumen. Von einem Leben, in dem ich alles in dem Tempo erledigen kann, das gut für mich ist. Von einem Leben, in dem mir nicht ständig jemand sagt, was ich zu tun und zu lassen habe. Von einem Leben, in dem ich völlig frei bin. Und kurz darauf kommt dann die Angst. Missversteht mich bitte nicht: Ich brauche Zeit für mich alleine und ich habe auch kein Problem, einige Zeit alleine unterwegs zu sein. Im Gegenteil: Ich mag es. Allerdings hatte ich bis jetzt immer die Sicherheit, dass es ein Zuhause gibt, wo man auf mich wartet und wo ich sicher bin. Allein der Gedanke, im Leben absolut keine Sicherheit zu haben, macht mir Angst. Denn die meisten Menschen brauchen Sicherheit, ja, sie sind sogar regelrechte Sicherheitsfanatiker. Ein Beispiel gefällig? Warum ist der Begriff „freiberuflich" von einigen Menschen ein wenig negativ besetzt? Unbewusst denken sie, dass man am Ende des Monats eventuell nicht genug Geld verdient hat, um den Lebensstandard halten zu können. Da fühlt man sich mit einem festen Arbeitsplatz gleich viel sicherer. Ich bin da (so gerne ich es auch wäre) keine Ausnahme. Aber trotz allem übt der Gedanke von Freiheit einen geradezu magischen Reiz auf mich aus. Was hält man denn für sicher? Den Arbeitsplatz? Wenn die Firma pleite geht, ist man den los. Die Gesundheit? Ein falscher Schritt, eine Sekunde zu langsam, und dann ist die auch futsch. Die Beziehung mit einem Partner? Die kann auch ganz schnell vorbei sein. Wirklich sicher ist man also nie.

Autor: Nele  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  06.02.2013
Autor: Nele
Rubrik: auszeit nach dem abi
06.02.2013

Schülerleben live

Soll ich oder soll ich nicht?

Kaum sind die schriftlichen Abiturprüfungen um, habe ich schon das nächste Problem: Was soll ich nur zur mündlichen Prüfung anziehen? Normalerweise gehe ich mit Jogginghose in die Schule, aber von allen Seiten wird mir gesagt, dass das nicht ginge. Zur mündlichen Abiturprüfung sollte man etwas schicker als sonst erscheinen. Habe ich etwas verpasst? Ich dachte, im schriftlichen und mündlichen Abitur ginge es darum, dass man den Unterrichtsstoff beherrscht und nicht darum, wie man aussieht. Soll ich meine normale Alltagskleidung wirklich gegen etwas eintauschen, in dem ich mich nicht wohl fühle? Mein Prüfer kennt mich doch, er hat mich schließlich jahrelang unterrichtet. Da kann ich mir doch dann das Theater sparen, mich anders anzuziehen, oder? Ich denke sowieso, dass es mir egal sein wird, wie ich in der mündlichen Abiturprüfung abschneide. Und außerdem macht die Note in der Prüfung eigentlich nicht so viel aus, wenn man nicht zwanghaft versucht, einen gewissen Abiturschnitt zu erreichen (da ich noch nicht weiß, ob ich überhaupt studieren will, mache ich mich wegen N.C. noch nicht verrückt. Damit befasse ich mich, wenn ich so weit bin). Trotzdem bin ich nervös. Wahrscheinlich mag ich das Gefühl einfach nicht, nicht zu wissen, was auf mich zukommt.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  31.01.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
31.01.2013

Schülerleben live

Leise rieselt der Schnee...

Und ich denke nach. Mal wieder. Meine schriftlichen Prüfungen sind inzwischen alle rum. Die letzte hatte ich gestern. An sich waren die Prüfungen nicht unbedingt schwer. Man weiß vorher halt nicht, was in der Prüfung dran kommt. Aber das ist, wenn man in dem Fach gut ist, nur halb so schlimm. Ich durfte sogar in Geschichte und Deutsch zwischen mehreren Themen, die ich bearbeiten konnte, wählen. Man muss beim Lernen einfach ein bisschen pokern und überlegen, was in der Prüfung dran kommen könnte. Englisch und Deutsch liefen super, Geschichte war allerdings eine klitzekleine Katastrophe. Natürlich hatte ich mich vorbereitet. Aber auf die falschen Themen.

Stellt euch vor, ihr sitzt in der schriftlichen Abiturprüfung und habt die Wahl zwischen Pest und Cholera (ganz so schlimm war es dann doch nicht, aber ihr wisst, was ich meine, oder?). Nicht unbedingt wünschenswert, ich weiß. In meinem Fall war es dann jedoch schon zu spät, um irgendwas an der Situation zu ändern. Ich habe mich einfach für das Thema entschieden, bei dem ich mir persönlich mehr zugetraut habe. Und jetzt hoffe ich mal auf das Beste…

Na gut, darauf wollte ich aber eigentlich gar nicht hinaus. Obwohl die Prüfungen nicht so schrecklich waren, wie die meisten befürchtet hatten, habe ich doch allmählich so meine Zweifel, ob ich mir in Form einer Universität das gleiche noch mal ein paar Jahre antun möchte. Versteht mich nicht falsch, es ist nicht so, dass es keine Studiengänge gibt, die mich interessieren würden. Da gäbe es beispielsweise Amerikanistik,  Afrikanistik, Germanistik, Anglistik und was weiß ich noch alles. Meine Zweifel kommen daher, dass ich mich nach jeder Prüfung hundeelend gefühlt habe. Ich war müde, gereizt, hatte Kopfschmerzen und einen Bärenhunger (während der Prüfungen kam ich wegen Zeitmangel nicht dazu, besonders viel zu essen). Kurzum, ich brauchte mindestens einen Tag, um mich wieder zu erholen. Eigentlich würde ich gerne studieren, aber sollte ich es auch tun, wenn es mir dann dabei körperlich nicht so gut geht? Ich bin, ehrlich gesagt, ein wenig ratlos. Und der Schnee rieselt trotzdem weiter wie bisher...

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  24.01.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
24.01.2013