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Schülerleben live

Vergib dir selbst!

Es ist halb drei Uhr morgens und ich hätte eigentlich weiß Gott besseres zu tun, als gedankenlos im Internet zu surfen. Beispielsweise könnte ich für meine Abiturprüfungen lernen, die im Januar anstehen. Oder ich könnte schlicht und ergreifend schlafen. Klingt doch alles recht plausibel. Es gibt nur ein klitzekleines Problem und das ist meine chronische Unlust. Woher die wohl kommt? Eine durchaus tiefsinnige Frage, die es wert ist, irgendwann mal eine Studie darüber zu erstellen. Aber das überlasse ich jemandem, der sich damit auskennt. Mich beschleicht allerdings so langsam ein schlechtes Gewissen, schließlich sollte man doch ohne Unterlass für seine Abiturprüfungen lernen, damit man diese dann auch mit einer möglichst guten Note ablegt. Trotzdem konnte ich mich bis jetzt nur zu einer Stunde leichter Lektüre am Tag überwinden. Deshalb gab es auch schon Vorhaltungen von diversen Verwandten. Wahrscheinlich habe ich darum ein schlechtes Gewissen. Korrekter wäre inzwischen wohl aber, dass ich ein schlechtes Gewissen hatte (ich habe inzwischen zumindest meistens keins mehr). Seit ich den Film „Eat, pray, love" mit Julia Roberts gesehen habe, denke ich nämlich in einem Punkt grundsätzlich anders: Es sollte egal sein, ob einem die anderen vergeben, in erster Linie sollte man mit sich selbst im Reinen sein und dazu gehört eben auch, dass man lernt, die eigenen Fehler zu verzeihen und sie (wenn nötig) zu beheben. Da ich tendenziell wenig für die Schule lerne, habe ich beschlossen, dass momentan noch nichts zu beheben ist. Es kann sein, dass ich mit dieser Einstellung demnächst richtig auf die Schnauze fliege, aber damit werde ich dann wohl oder übel leben müssen. So, und jetzt wird es wohl doch allmählich Zeit für meinen Schönheitsschlaf (eigentlich gehöre ich nämlich nicht zu den Nachtschwärmern).

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  07.01.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
07.01.2013

Schülerleben live

Akzent oder nicht - das ist hier die Frage

„Nele, du sollst den Ball über der Stirn treffen und nicht auf Augenhöhe." Äußerlich bleibe ich komplett ruhig, aber innerlich brodelt es. Wenn mein Sportlehrer diesen Satz noch einmal zu mir sagt, läuft er Gefahr, dass ich statt des Balls das nächste Mal ihn treffe. Bis Mitte der Sportstunde habe ich diesen Satz bestimmt schon zwanzig Mal gehört. Und ich bin wirklich am Ende meiner Geduld. Natürlich muss ein Sportlehrer die Schüler verbessern. Aber ich werde doch nicht besser, wenn man mir alle fünf Minuten dasselbe sagt. Ich weiß, was ich falsch mache, ich kriege es bloß nicht auf die Reihe, es richtig zu machen. Mein Lehrer könnte mir auch gleich sagen, dass ich zu doof für diese Sportart bin. Genauso schaut er mich nämlich im Moment an. Natürlich sagt er es nicht. Mehr oder weniger frustriert verlasse ich die Sporthalle und mache mich auf den Nachhauseweg. Ich laufe an zwei jungen Männern vorbei, die sich auf dem Gehweg unterhalten. Sowohl bei dem einen, als auch bei dem anderen kann ich einen ausländischen Akzent heraushören. Der größere der beiden scheint Spanier oder Italiener zu sein und der andere ist wahrscheinlich Engländer. Ich kann mich aber auch täuschen. Im Allgemeinen mache ich mir über die Herkunft der Leute eher wenig Gedanken. Mir ist ein Ausländer, der mit Akzent und grammatikalisch korrekt spricht, lieber als ein Deutscher, der die Grammatik seiner Muttersprache nicht beherrscht. Akzent hin oder her. Von manchen habe ich gehört, dass sich ein ausländischer Akzent komisch anhört. Vielleicht tut er das auch. Ist doch aber vollkommen nebensächlich. Außerdem hören „wir Deutschen" uns auch nicht anders an, wenn wir eine Fremdsprache sprechen. Außer vielleicht Menschen, die zweisprachig aufgewachsen sind. Deshalb nerven mich Fremdsprachenlehrer auch so sehr, wenn sie ständig die Akzente ihrer Schüler kritisieren. Natürlich sollte sich die eigene Aussprache im Großen und Ganzen anhören, wie die tatsächliche Betonung der fremden Wörter, aber ein Russe ist nun mal kein Deutscher und ein Deutscher ist kein Italiener und so weiter. Wenn man sich versteht und ein flüssiges Gespräch zustande kommt ist es doch egal, ob man einen Akzent hat, oder etwa nicht?

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  03.01.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
03.01.2013

Schülerleben live

O du fröhliche ...

Vergangene Woche habe ich mich mit einer Freundin in der Stadt getroffen. Zuerst waren wir im Kino (den Titel des Filmes habe ich schon wieder vergessen) und danach haben wir es uns in einem Café gemütlich gemacht. Schließlich hatten wir Zeit. In den letzten Wochen vor den Ferien kommt sowieso meist kein Unterricht zustande. Naja, auf jeden Fall saßen wir dann in diesem kleinen Café und haben die Leute auf der Straße, auf dem Gehweg und in den Geschäften beobachtet. Bis Weihnachten ist es nicht mehr lang, das heißt an diesem Nachmittag wurde meiner Freundin und mir schon einiges geboten.

Zuallererst kam eine junge Frau (ich schätze mal so um die 25 Jahre alt, wobei ich im Schätzen wirklich nicht so gut bin) die Straße entlang. Auf Stöckelschuhen. Anscheinend hatte sie nicht besonders viel Erfahrung mit dieser Art der Fortbewegung. Hinzu kam natürlich noch, dass die Straßen (aber vor allem die Gehwege) spiegelglatt waren. Um es abzukürzen: die Arme stolzierte die Straße entlang wie eine betrunkene Giraffe. Bei diesem Anblick konnte ich mir das Lachen gerade noch verkneifen, beim nächsten allerdings nicht mehr: Eine Mutter (ich nehme mal an, das es die Mutter war) und ihre drei Kinder sind wie die Wiesel die Straße entlang gelaufen. Die Frau war schon voll bepackt mit Geschenktüten und die Kinder wollten trotzdem noch in jedes Geschäft. Blöd für die Mutter war nur, dass jedes ihrer Kinder in ein anderes Geschäft wollte. Was das für ein Chaos war, kann sich wahrscheinlich so ziemlich jeder vorstellen. Am frühen Abend hat sich meine Freundin von mir verabschiedet und ich habe mich nach ein paar Minuten auch auf den Heimweg gemacht. Dabei habe ich beschlossen, dieses Jahr zu Weihnachten nichts zu kaufen, sondern Dinge zu verschenken, die ich eigentlich nicht weggeben möchte. Denn ein Geschenk, welches von Herzen kommt und das man am liebsten selbst behalten würde, ist meiner Meinung nach immer noch das beste.

Autor: Nele  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  21.12.2012
Autor: Nele
Rubrik: auszeit nach dem abi
21.12.2012