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Schülerleben live

Panik + Blamage = Stress

Ich habe morgen meine erste schriftliche Abiturprüfung. Heute habe ich frei, aber die zwei Tage davor hatte ich noch Schule. Fast bei jedem meiner Mitschüler herrschte eine gewisse Grundpanik, die im Unterricht dann noch gesteigert wurde. Also, mal ehrlich, ich bin auch nervös, aber dann mache ich mich doch nicht noch verrückter als ich es ohnehin schon bin, oder? Richtiger Unterricht hat übrigens auch nicht mehr stattgefunden, deshalb hätte man sich die zwei Tage auch schenken können.

Im Matheunterricht ging es dann um die mündlichen Prüfungen (die sind bei mir irgendwann im März) und da ich genau in diesem Fach mündliche Prüfung machen will, sollte ich eine Aufgabe an der Tafel vorrechnen. Es lief nicht schlecht, trotzdem habe ich mich, glaube ich, ein wenig blamiert. Die Hälfte der (einfachen) Teilaufgaben konnte ich nicht ohne Hilfe lösen. Zum Glück hatte meine Lehrerin dafür Verständnis und hat mich sehr fair behandelt. Nach der einzigen richtigen Unterrichtsstunde dieses Tages ging es dann weiter mit der allgemeinen Panikmache. Ich war erstaunt, was die anderen alles lernen. Naja, ein paar Mal war ich kurz davor, ebenfalls in Panik zu verfallen. Ich konnte mich gerade noch so beruhigen. Wahrscheinlich können viele nicht nachvollziehen, dass mich übertriebenes Lernen nervöser macht als weniger zu lernen, es ist aber nun mal so. Sollte ich wirklich in der Prüfung sitzen und Pech haben (kann ja durchaus vorkommen), weil ich mich auf die Prüfungsthemen nicht genug vorbereitet habe, muss ich wohl oder übel auf meinen gesunden Menschenverstand und mein Gedächtnis zählen. Und so viel Selbstvertrauen habe ich.

Natürlich mache ich mir nichts vor: Ich werde aufgeregt sein, die Prüfung wird anstrengend und die Möglichkeit, dass ich durchfalle, besteht immer. Nichtsdestotrotz freue ich mich auch irgendwie auf das schriftliche Abitur. Erstens, weil ich meine Prüfungsfächer Englisch, Deutsch und Geschichte mag. Zweitens, weil danach (mit großer Wahrscheinlichkeit) der Stress vorbei ist und ich wieder aufatmen kann.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  11.01.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
11.01.2013

Schülerleben live

Vergib dir selbst!

Es ist halb drei Uhr morgens und ich hätte eigentlich weiß Gott besseres zu tun, als gedankenlos im Internet zu surfen. Beispielsweise könnte ich für meine Abiturprüfungen lernen, die im Januar anstehen. Oder ich könnte schlicht und ergreifend schlafen. Klingt doch alles recht plausibel. Es gibt nur ein klitzekleines Problem und das ist meine chronische Unlust. Woher die wohl kommt? Eine durchaus tiefsinnige Frage, die es wert ist, irgendwann mal eine Studie darüber zu erstellen. Aber das überlasse ich jemandem, der sich damit auskennt. Mich beschleicht allerdings so langsam ein schlechtes Gewissen, schließlich sollte man doch ohne Unterlass für seine Abiturprüfungen lernen, damit man diese dann auch mit einer möglichst guten Note ablegt. Trotzdem konnte ich mich bis jetzt nur zu einer Stunde leichter Lektüre am Tag überwinden. Deshalb gab es auch schon Vorhaltungen von diversen Verwandten. Wahrscheinlich habe ich darum ein schlechtes Gewissen. Korrekter wäre inzwischen wohl aber, dass ich ein schlechtes Gewissen hatte (ich habe inzwischen zumindest meistens keins mehr). Seit ich den Film „Eat, pray, love" mit Julia Roberts gesehen habe, denke ich nämlich in einem Punkt grundsätzlich anders: Es sollte egal sein, ob einem die anderen vergeben, in erster Linie sollte man mit sich selbst im Reinen sein und dazu gehört eben auch, dass man lernt, die eigenen Fehler zu verzeihen und sie (wenn nötig) zu beheben. Da ich tendenziell wenig für die Schule lerne, habe ich beschlossen, dass momentan noch nichts zu beheben ist. Es kann sein, dass ich mit dieser Einstellung demnächst richtig auf die Schnauze fliege, aber damit werde ich dann wohl oder übel leben müssen. So, und jetzt wird es wohl doch allmählich Zeit für meinen Schönheitsschlaf (eigentlich gehöre ich nämlich nicht zu den Nachtschwärmern).

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  07.01.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
07.01.2013

Schülerleben live

Akzent oder nicht - das ist hier die Frage

„Nele, du sollst den Ball über der Stirn treffen und nicht auf Augenhöhe." Äußerlich bleibe ich komplett ruhig, aber innerlich brodelt es. Wenn mein Sportlehrer diesen Satz noch einmal zu mir sagt, läuft er Gefahr, dass ich statt des Balls das nächste Mal ihn treffe. Bis Mitte der Sportstunde habe ich diesen Satz bestimmt schon zwanzig Mal gehört. Und ich bin wirklich am Ende meiner Geduld. Natürlich muss ein Sportlehrer die Schüler verbessern. Aber ich werde doch nicht besser, wenn man mir alle fünf Minuten dasselbe sagt. Ich weiß, was ich falsch mache, ich kriege es bloß nicht auf die Reihe, es richtig zu machen. Mein Lehrer könnte mir auch gleich sagen, dass ich zu doof für diese Sportart bin. Genauso schaut er mich nämlich im Moment an. Natürlich sagt er es nicht. Mehr oder weniger frustriert verlasse ich die Sporthalle und mache mich auf den Nachhauseweg. Ich laufe an zwei jungen Männern vorbei, die sich auf dem Gehweg unterhalten. Sowohl bei dem einen, als auch bei dem anderen kann ich einen ausländischen Akzent heraushören. Der größere der beiden scheint Spanier oder Italiener zu sein und der andere ist wahrscheinlich Engländer. Ich kann mich aber auch täuschen. Im Allgemeinen mache ich mir über die Herkunft der Leute eher wenig Gedanken. Mir ist ein Ausländer, der mit Akzent und grammatikalisch korrekt spricht, lieber als ein Deutscher, der die Grammatik seiner Muttersprache nicht beherrscht. Akzent hin oder her. Von manchen habe ich gehört, dass sich ein ausländischer Akzent komisch anhört. Vielleicht tut er das auch. Ist doch aber vollkommen nebensächlich. Außerdem hören „wir Deutschen" uns auch nicht anders an, wenn wir eine Fremdsprache sprechen. Außer vielleicht Menschen, die zweisprachig aufgewachsen sind. Deshalb nerven mich Fremdsprachenlehrer auch so sehr, wenn sie ständig die Akzente ihrer Schüler kritisieren. Natürlich sollte sich die eigene Aussprache im Großen und Ganzen anhören, wie die tatsächliche Betonung der fremden Wörter, aber ein Russe ist nun mal kein Deutscher und ein Deutscher ist kein Italiener und so weiter. Wenn man sich versteht und ein flüssiges Gespräch zustande kommt ist es doch egal, ob man einen Akzent hat, oder etwa nicht?

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  03.01.2013
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
03.01.2013