Logo Bundesagentur für Arbeit
Logo Bundesagentur für Arbeit
  • Drucken
  • Versenden
  • PDF (Öffnet sich in neuem Fenster)

Kategorien

Schülerleben live

Glück --alles Ansichtssache (?)

Heute ging es in der Schule um das Thema Glück. Mich wundert eigentlich so langsam nichts mehr. Glück ist ja schön und gut, aber könnte mir vielleicht mal jemand was Nützliches beibringen? Zum Beispiel wäre es schön, bei dem ganzen Börsenfachchinesisch auch mal was zu verstehen. Dann müsste ich nicht immer rätseln, was dieses oder jenes Wort bedeutet. Aber zurück zum Thema Glück: Wir werden so wie es aussieht zwei große Themenbereiche behandeln, die angeblich eng mit Glück zusammenhängen. Nämlich Liebe und Freundschaft. Vielleicht nicht unbedingt in der Reihenfolge. Mal abgesehen davon, dass es auch Menschen gibt, die alleine am glücklichsten sind, aber das ist ein anderes Thema. Angeblich braucht man zum persönlichen Glück auch gesellschaftliche Anerkennung und ein gewisses Maß an materiellen Dingen. Spätestens ab dem Zeitpunkt war ich mir sicher, dass mein Lehrer keine Ahnung hat, wovon er redet. Ich habe in Afrika Menschen gesehen, die fast nichts haben und die sahen glücklicher aus als viele Europäer. Allerdings muss ich zugeben, dass es auch europäische Länder gibt, in denen Lebensfreude und Offenheit herrschen und nein, es ist meinem Empfinden nach nicht Spanien. Sondern Irland. Ich gebe zu, das Wetter dort ist ziemlich bescheiden. Aber die Menschen sind so offen, tolerant und lebensbejahend, dass es einem als Deutschem fast weh tut. Na gut, das war vielleicht ein wenig übertrieben. Nichtsdestotrotz, ich habe jede Sekunde in Irland genossen. Vor allem irische Pubs sind sehr empfehlenswert (nicht wegen des Essens oder der Getränke, sondern wegen der Musik). Ich hatte ja schon immer einen Faible für Irish Folk, allerdings ist es seit der Zeit in Irland noch schlimmer geworden. Den Rest der Schulstunde habe ich nicht wirklich weiter zugehört, das einzige Wort, das ich dann doch noch aufgeschnappt habe war: „Vergleichsmaßstab". Dementsprechend ist ein Afrikaner mit wenig glücklich, weil seine Nachbarn auch wenig haben. Dagegen ist bei uns ein gering verdienender Arbeitnehmer unglücklicher als der Afrikaner, weil er sich mit den Besserverdienenden vergleicht. Im Umkehrschluss sollten sich also diejenigen, die in einer bestimmten Kultur leben und dort weniger als der Durchschnitt verdienen, bewusst machen, was sie im Vergleich zu einem Afrikaner (beispielsweise) besitzen und schon wäre das Problem gelöst (?).

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  05.12.2012
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
05.12.2012

Schülerleben live

Hast du es schon gehört?

Sie denken, ich sehe die Blicke nicht. Sie denken, ich höre die gehässigen Kommentare nicht. Aber ich höre und sehe sie. Inzwischen bin ich dazu übergegangen, mir meine Freunde außerhalb der Schule zu suchen. Denn ich habe das Glück bzw. Pech nicht um meine Versetzung bangen zu müssen. Hatte ich nie. Allein damit schießt man sich in meiner Schule bei den Mitschülern schon ins Aus. Dazu kommt dann noch, dass ich mich anders kleide. Nur als Beispiel: Ich habe im Gegensatz zu vielen anderen Mädchen meiner Stufe keinen Schuhtick. Ich komme mit drei bis fünf Paar Schuhen aus. Ach ja, und shoppen kann ich auch nicht ausstehen. Einzige Ausnahme sind Bücher. Ich habe nichts gegen ein bisschen Klatsch und Tratsch, aber wenn sich das ganze verselbstständigt, wird es mir dann doch zu bunt. Ich weiß wirklich nicht, wieso jedes Fettnäpfchen gleich zu einem Skandal aufgebauscht werden muss. Jeder macht doch mal Fehler. Und dann wird meistens über diejenigen hergezogen, die in irgendeinem Aspekt von der Norm abweichen. Es gab mal einen Jungen, eine Klasse über mir, der stand in der Pause immer alleine da. Gut, er sah ein wenig komisch aus. Aber das ist eigentlich noch lange kein Grund, dass Schülergruppen, die in Hörweite stehen, lauthals über ihn herziehen. War allerdings der Fall. Heute schäme ich mich ein wenig, dass ich nicht einfach zu ihm hingegangen bin und mich mit ihm unterhalten habe. Damals hatte ich jedoch auch noch meine feste Clique. Da war die Meinung meiner sogenannten „Freunde" wichtiger.

Warum sind Menschen eigentlich oft so oberflächlich? Ich sehe ja ein, dass es ein gewisser Schutzmechanismus ist, wenn man in einer dunklen Gasse dem Mann ganz in Schwarz aus dem Weg geht. Er könnte ja gefährlich sein. Genauso gut könnte das allerdings auch auf das lachende, bunt angezogene Mädchen zutreffen. Kleidung sagt nur bedingt etwas über den Charakter aus. Ist jemand, der gerne High Heels trägt, leicht zu haben? Ist jemand, der gerne Jogginghosen anzieht, zwangsläufig unhygienisch und faul? Dieses Schubladendenken geht doch aber im Berufsleben weiter. Einen Bankangestellten im Trainingsanzug hält man für inkompetent, einem im Anzug vertraut man eher seine Finanzen an. Wie unlogisch das eigentlich ist, fällt wohl den wenigsten auf.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  28.11.2012
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
28.11.2012

Schülerleben live

Vortrag, zeig dich

Ich muss zugeben, dass ich langsam echt genervt bin. Wir müssen in der Schule halbjährlich in bestimmten Fächern einen Vortrag halten. Alles schön und gut, habe ich absolut nichts dagegen. Ich gehöre zwar nicht zu den Leuten, die wild darauf sind, sich vor eine Klasse zu stellen und einen Vortrag zu halten, aber so nervös, dass ich beinahe umkippe, bin ich auch nicht. Problematisch wird es nur, wenn der Lehrer seinen Zeitplan nicht im Griff hat. Dann heißt es schon mal: „Nele, du bist nächste Woche dran. 35 Minuten soll der Vortrag schon dauern.“ Super, mal abgesehen davon, dass das Thema nicht gerade das einfachste ist, habe ich auch noch andere Sachen zu tun. Essen und schlafen beispielsweise.

Gibt es irgendeine Fernsehsendung, die ich verpasst habe? In der einem gezeigt wird, wie man einen Vortrag aus dem Hut zaubert? Seit gefühlten Wochen (gut, es sind erst ein paar Tage) sitze ich tagtäglich vor dem Computer und versuche eine Rede oder etwas ähnliches zu finden, die zu dem Thema einigermaßen passt. Fehlanzeige. Ach ja, und mein Lehrer kann mir auch nicht wirklich helfen… Warum denken Lehrer bloß immer, ihr Fach sei das wichtigste? Und warum erkennen sie nicht, dass, wenn alle so denken, es für die Schüler sehr stressig wird? Na gut, jammern hilft ja eh nichts. Nicht mal mehr ein Jahr und dann bin ich zumindest das Schuldurcheinander los. Ich denke mal, es wird höchstwahrscheinlich durch (Zeit-)Druck in Beruf, Studium oder was auch immer ersetzt werden. Andererseits, ohne ein bisschen Chaos wäre das Leben doch irgendwie langweilig. So geht es mir zumindest immer in den Ferien. Nach einer gewissen Zeit fange ich an mich zu langweilen (meistens, sobald ich alle verfügbaren Bücher gelesen habe). Schon komisch, dass man sich immer genau nach dem sehnt, was man im Moment nicht haben kann. Vielleicht liegt das in der Natur von uns Menschen. Es ist trotzdem ein ziemlich unbefriedigender Zustand. Nie zufrieden zu sein, meine ich. Kann man dann überhaupt glücklich sein?

Autor: Nele  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  19.11.2012
Autor: Nele
Rubrik: auszeit nach dem abi
19.11.2012