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Schülerleben live

Hast du es schon gehört?

Sie denken, ich sehe die Blicke nicht. Sie denken, ich höre die gehässigen Kommentare nicht. Aber ich höre und sehe sie. Inzwischen bin ich dazu übergegangen, mir meine Freunde außerhalb der Schule zu suchen. Denn ich habe das Glück bzw. Pech nicht um meine Versetzung bangen zu müssen. Hatte ich nie. Allein damit schießt man sich in meiner Schule bei den Mitschülern schon ins Aus. Dazu kommt dann noch, dass ich mich anders kleide. Nur als Beispiel: Ich habe im Gegensatz zu vielen anderen Mädchen meiner Stufe keinen Schuhtick. Ich komme mit drei bis fünf Paar Schuhen aus. Ach ja, und shoppen kann ich auch nicht ausstehen. Einzige Ausnahme sind Bücher. Ich habe nichts gegen ein bisschen Klatsch und Tratsch, aber wenn sich das ganze verselbstständigt, wird es mir dann doch zu bunt. Ich weiß wirklich nicht, wieso jedes Fettnäpfchen gleich zu einem Skandal aufgebauscht werden muss. Jeder macht doch mal Fehler. Und dann wird meistens über diejenigen hergezogen, die in irgendeinem Aspekt von der Norm abweichen. Es gab mal einen Jungen, eine Klasse über mir, der stand in der Pause immer alleine da. Gut, er sah ein wenig komisch aus. Aber das ist eigentlich noch lange kein Grund, dass Schülergruppen, die in Hörweite stehen, lauthals über ihn herziehen. War allerdings der Fall. Heute schäme ich mich ein wenig, dass ich nicht einfach zu ihm hingegangen bin und mich mit ihm unterhalten habe. Damals hatte ich jedoch auch noch meine feste Clique. Da war die Meinung meiner sogenannten „Freunde" wichtiger.

Warum sind Menschen eigentlich oft so oberflächlich? Ich sehe ja ein, dass es ein gewisser Schutzmechanismus ist, wenn man in einer dunklen Gasse dem Mann ganz in Schwarz aus dem Weg geht. Er könnte ja gefährlich sein. Genauso gut könnte das allerdings auch auf das lachende, bunt angezogene Mädchen zutreffen. Kleidung sagt nur bedingt etwas über den Charakter aus. Ist jemand, der gerne High Heels trägt, leicht zu haben? Ist jemand, der gerne Jogginghosen anzieht, zwangsläufig unhygienisch und faul? Dieses Schubladendenken geht doch aber im Berufsleben weiter. Einen Bankangestellten im Trainingsanzug hält man für inkompetent, einem im Anzug vertraut man eher seine Finanzen an. Wie unlogisch das eigentlich ist, fällt wohl den wenigsten auf.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  28.11.2012
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
28.11.2012

Schülerleben live

Vortrag, zeig dich

Ich muss zugeben, dass ich langsam echt genervt bin. Wir müssen in der Schule halbjährlich in bestimmten Fächern einen Vortrag halten. Alles schön und gut, habe ich absolut nichts dagegen. Ich gehöre zwar nicht zu den Leuten, die wild darauf sind, sich vor eine Klasse zu stellen und einen Vortrag zu halten, aber so nervös, dass ich beinahe umkippe, bin ich auch nicht. Problematisch wird es nur, wenn der Lehrer seinen Zeitplan nicht im Griff hat. Dann heißt es schon mal: „Nele, du bist nächste Woche dran. 35 Minuten soll der Vortrag schon dauern.“ Super, mal abgesehen davon, dass das Thema nicht gerade das einfachste ist, habe ich auch noch andere Sachen zu tun. Essen und schlafen beispielsweise.

Gibt es irgendeine Fernsehsendung, die ich verpasst habe? In der einem gezeigt wird, wie man einen Vortrag aus dem Hut zaubert? Seit gefühlten Wochen (gut, es sind erst ein paar Tage) sitze ich tagtäglich vor dem Computer und versuche eine Rede oder etwas ähnliches zu finden, die zu dem Thema einigermaßen passt. Fehlanzeige. Ach ja, und mein Lehrer kann mir auch nicht wirklich helfen… Warum denken Lehrer bloß immer, ihr Fach sei das wichtigste? Und warum erkennen sie nicht, dass, wenn alle so denken, es für die Schüler sehr stressig wird? Na gut, jammern hilft ja eh nichts. Nicht mal mehr ein Jahr und dann bin ich zumindest das Schuldurcheinander los. Ich denke mal, es wird höchstwahrscheinlich durch (Zeit-)Druck in Beruf, Studium oder was auch immer ersetzt werden. Andererseits, ohne ein bisschen Chaos wäre das Leben doch irgendwie langweilig. So geht es mir zumindest immer in den Ferien. Nach einer gewissen Zeit fange ich an mich zu langweilen (meistens, sobald ich alle verfügbaren Bücher gelesen habe). Schon komisch, dass man sich immer genau nach dem sehnt, was man im Moment nicht haben kann. Vielleicht liegt das in der Natur von uns Menschen. Es ist trotzdem ein ziemlich unbefriedigender Zustand. Nie zufrieden zu sein, meine ich. Kann man dann überhaupt glücklich sein?

Autor: Nele  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  19.11.2012
Autor: Nele
Rubrik: auszeit nach dem abi
19.11.2012

Schülerleben live

Eine Frage der Motivation

An manchen Tagen ist einfach der Wurm drin. Und manchmal sind es nicht nur einzelne Tage, sondern gleich eine ganze Woche. Ganz genauso ergeht es mir nämlich im Moment. Mal abgesehen von der schrecklich ernüchternden allgemeinen Unlust meiner Mitstudierenden - und dabei sollte man doch zumindest zu Beginn des Studiums eine gewisse Motivation an den Tag legen. Aber nein, denn manchmal geht einfach alles schief und dann häuft sich auf unerwartete Krankheitsfälle auch noch die Absage für die schönste Wohnung überhaupt, und gemischt mit einer Woche Schlafmangel entsteht auf jeden Fall nichts Gutes.

Genau an diesem Punkt befinde ich mich gerade. Ich stelle mir die Frage, woraus man seine Motivation schöpfen soll, überhaupt morgens aufzustehen und weiterzumachen, wenn man doch viel lieber liegen bleiben und warten würde, bis alles besser ist. Und dann habe ich das Gefühl, dass uns jungen Menschen viel zu viel abverlangt wird. Wir Erstsemester fahren teilweise eine Stunde oder noch länger zur Uni, weshalb wir zu unmenschlichen Zeiten aufstehen müssen. Da entwickelt man regelrechte Killerinstinkte, wenn es um das Ergattern eines Sitzplatzes oder Ähnliches geht, besonders weil man voraussichtlich auch noch zu spät kommt und in das dritten Obergeschoss hetzen muss. Und all diese Faktoren bewirken, dass man um ein Uhr mittags völlig ausgelaugt den viel zu weiten Heimweg antritt, um dort erschöpft ins Bett zu sinken und einfach nur zu schlafen.

Und dann ist da noch die Sache mit der nie enden wollenden Wohnungssuche! Am Sonntag konnte ich mir eine wirklich traumhafte Wohnung angucken, die in so vielen Punkten völlig meine Erwartungen übertraf. Ich war restlos begeistert und konnte dies auch gar nicht oft genug sagen. Darauf folgten zwei schlaflose Nächte und die zunehmend schwindende Hoffnung, bis dann heute die Absage kam. Da frage ich mich: Was hätte ich besser machen können? Lag es an mir? Wirke ich unsympathisch? Und wie viele Niederlagen muss ich noch einstecken, bis ich endlich einmal Erfolg habe?

Eins kann ich sagen, so langsam bin ich wirklich mit jeder Form der Wohnungssuche vertraut: Internet, Interessentenbögen, Anzeigen, Papierschnipsel zum abreißen ... Also bleibt mir nur die Hoffnung, dass alle lieben Menschen um mich herum Recht behalten und diese Misserfolge irgendeinen Zweck erfüllen. Aber vor allem, dass alles gut wird. Und zwar bald. Vielleicht reicht fürs Erste ja aber auch eine einfache Umarmung und eine Tafel Schokolade. Dann sieht die Welt doch gleich schon viel besser aus.

Autor: Noelle  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  16.11.2012
Autor: Noelle
Rubrik: auszeit nach dem abi
16.11.2012