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Schülerleben live

Eine Frage der Motivation

An manchen Tagen ist einfach der Wurm drin. Und manchmal sind es nicht nur einzelne Tage, sondern gleich eine ganze Woche. Ganz genauso ergeht es mir nämlich im Moment. Mal abgesehen von der schrecklich ernüchternden allgemeinen Unlust meiner Mitstudierenden - und dabei sollte man doch zumindest zu Beginn des Studiums eine gewisse Motivation an den Tag legen. Aber nein, denn manchmal geht einfach alles schief und dann häuft sich auf unerwartete Krankheitsfälle auch noch die Absage für die schönste Wohnung überhaupt, und gemischt mit einer Woche Schlafmangel entsteht auf jeden Fall nichts Gutes.

Genau an diesem Punkt befinde ich mich gerade. Ich stelle mir die Frage, woraus man seine Motivation schöpfen soll, überhaupt morgens aufzustehen und weiterzumachen, wenn man doch viel lieber liegen bleiben und warten würde, bis alles besser ist. Und dann habe ich das Gefühl, dass uns jungen Menschen viel zu viel abverlangt wird. Wir Erstsemester fahren teilweise eine Stunde oder noch länger zur Uni, weshalb wir zu unmenschlichen Zeiten aufstehen müssen. Da entwickelt man regelrechte Killerinstinkte, wenn es um das Ergattern eines Sitzplatzes oder Ähnliches geht, besonders weil man voraussichtlich auch noch zu spät kommt und in das dritten Obergeschoss hetzen muss. Und all diese Faktoren bewirken, dass man um ein Uhr mittags völlig ausgelaugt den viel zu weiten Heimweg antritt, um dort erschöpft ins Bett zu sinken und einfach nur zu schlafen.

Und dann ist da noch die Sache mit der nie enden wollenden Wohnungssuche! Am Sonntag konnte ich mir eine wirklich traumhafte Wohnung angucken, die in so vielen Punkten völlig meine Erwartungen übertraf. Ich war restlos begeistert und konnte dies auch gar nicht oft genug sagen. Darauf folgten zwei schlaflose Nächte und die zunehmend schwindende Hoffnung, bis dann heute die Absage kam. Da frage ich mich: Was hätte ich besser machen können? Lag es an mir? Wirke ich unsympathisch? Und wie viele Niederlagen muss ich noch einstecken, bis ich endlich einmal Erfolg habe?

Eins kann ich sagen, so langsam bin ich wirklich mit jeder Form der Wohnungssuche vertraut: Internet, Interessentenbögen, Anzeigen, Papierschnipsel zum abreißen ... Also bleibt mir nur die Hoffnung, dass alle lieben Menschen um mich herum Recht behalten und diese Misserfolge irgendeinen Zweck erfüllen. Aber vor allem, dass alles gut wird. Und zwar bald. Vielleicht reicht fürs Erste ja aber auch eine einfache Umarmung und eine Tafel Schokolade. Dann sieht die Welt doch gleich schon viel besser aus.

Autor: Noelle  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  16.11.2012
Autor: Noelle
Rubrik: auszeit nach dem abi
16.11.2012

Schülerleben live

Ich weiß, dass ich nichts weiß

„Du bist doch bescheuert". Diesen Satz höre ich ziemlich oft, oder ich kann zumindest an den Augen meines Gegenübers erkennen, dass er mir genau das jetzt am liebsten sagen würde. Einige nennen es durchgeknallt, übergeschnappt, seltsam; ich nenne es abenteuerlustig, mutig und weltoffen. Alles irgendwie Ansichtssache. Ich bin gerne unterwegs, liegt wohl daran, dass ich als Kleinkind schon mal in Südafrika gelebt habe und dort zur Schule gegangen bin. Seitdem hat mich wohl das Reisefieber gepackt, deswegen wurde letztes Jahr fleißig gespart, um in den Sommerferien einen Monat Backpacker in Irland zu spielen. Wenn ich mal nicht in wildfremden Ländern durch die Gegend renne und versuche die richtige Busverbindung zu finden, gehe ich wie jeder andere Schüler zur Schule. Nächstes Jahr habe ich dann (hoffentlich) mein Abitur. Mein Schulalltag fängt meistens morgens um acht Uhr an, circa um halb zehn bin ich dann auch endlich geistig anwesend. Meistens endet die Schule um zwei Uhr. Danach kommt halt das Übliche: Mittagessen, Hausaufgaben, Hausarbeiten und so weiter und so fort. Sollte ich darauf keine Lust haben, setze ich mich aufs Sofa und schreibe Briefe, Geschichten und Gedichte. In der Schule interessieren mich insbesondere Sprachen. Ich habe in der Oberstufe neben Deutsch noch Englisch, Französisch und Spanisch. Außerdem finde ich Geschichte spannend (obwohl das auch sehr vom Thema abhängt). Was ich überhaupt nicht mag sind naturwissenschaftliche Fächer (wie Biologie, Physik und Chemie) und Mathematik. Zwei von diesen Fächern, nämlich Physik und Chemie, bin ich zum Glück in der Oberstufe losgeworden. Was nach der Schule kommt, weiß momentan noch keiner, am allerwenigsten ich. Erstmal nehme ich mir wahrscheinlich eine Auszeit. Ob ich mir da einen Saisonjob suche oder ins Ausland gehe – keine Ahnung. Währenddessen habe ich dann hoffentlich einen Geistesblitz, was ich mit meinem Leben anfangen möchte. Ein Studium wäre schon einen Gedanken wert, dann müsste ich mich aber auf eine bestimmte Richtung festlegen und das fällt mir eben schwer. Arbeiten wäre ein gutes Kontrastprogramm zum jahrelangen Herumsitzen in der Schule, ich könnte mich endlich mal mehr bewegen. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich weiß im Moment wirklich nur, dass ich nichts weiß.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  08.11.2012
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
08.11.2012

Schülerleben live

Zurück in den Alltag

Manchmal gibt es einfach so Tage, an denen man von allem genervt ist. Von den Fusseln auf dem Fußboden und dem kaputten Staubsauger. Von der Tatsache, dass man um halb sechs aufstehen muss, um pünktlich an der Uni anzukommen. Von der deprimierenden Situation des Kölner Wohnungsmarktes. Und genau so einen Tag habe ich heute. Es ist Montag, eigentlich war ich darauf eingestellt, nun endlich ins Studentenleben starten zu können, aber Pustekuchen. Meine erste Vorlesung ist am Mittwoch und mir scheint, als wolle man uns Neulingen eine easy Studienzeit vorgaukeln, um uns kurz darauf extra hart auflaufen zu lassen.

Zu all meinen Ängsten in Anbetracht irgendwelcher Präsentationen und unerwartet kleiner Kurse mischt sich dann auch noch eine große Portion Heimweh. Anlässlich der Buchmesse habe ich vergangenes Wochenende nämlich mit meiner Mama in Frankfurt verbracht. Dort habe ich auch meine beste Freundin getroffen, die nach Wochen der Knechtschaft in ihrer Ausbildung nun frei bekommen hat. Und da übermannt mich wieder der Wunsch, sechs Jahre alt zu sein und keine anderen Probleme zu haben als das Diktat am Montag. Ich muss ehrlich zugeben, als ich meine Mutter am Bahnhof verabschiedete, kamen mir die Tränen. Damit war ich jedoch nicht die Einzige, denn ich bekam mit, dass meine Schulfreundin zur selben Zeit mit denselben Umständen kämpfte. Für sie hieß es zurück nach Tübingen und damit auch eine Trennung auf unbestimmte Zeit von ihrem Freund. Nun bin ich zurück und der Alltag hat mich wieder – der Alltag, die Fusseln, der kaputte Staubsauger und die nicht vorhandene Aussicht auf eine neue Wohnung. Na ja, vielleicht helfen fürs erste ja auch die Anschaffung eines Staubtuchs und das längst überfällige Tätigen des Abwaschs.

Autor: Noelle  |  Rubrik: orientieren  |  26.10.2012
Autor: Noelle
Rubrik: orientieren
26.10.2012