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Schülerleben live

Ich weiß, dass ich nichts weiß

„Du bist doch bescheuert". Diesen Satz höre ich ziemlich oft, oder ich kann zumindest an den Augen meines Gegenübers erkennen, dass er mir genau das jetzt am liebsten sagen würde. Einige nennen es durchgeknallt, übergeschnappt, seltsam; ich nenne es abenteuerlustig, mutig und weltoffen. Alles irgendwie Ansichtssache. Ich bin gerne unterwegs, liegt wohl daran, dass ich als Kleinkind schon mal in Südafrika gelebt habe und dort zur Schule gegangen bin. Seitdem hat mich wohl das Reisefieber gepackt, deswegen wurde letztes Jahr fleißig gespart, um in den Sommerferien einen Monat Backpacker in Irland zu spielen. Wenn ich mal nicht in wildfremden Ländern durch die Gegend renne und versuche die richtige Busverbindung zu finden, gehe ich wie jeder andere Schüler zur Schule. Nächstes Jahr habe ich dann (hoffentlich) mein Abitur. Mein Schulalltag fängt meistens morgens um acht Uhr an, circa um halb zehn bin ich dann auch endlich geistig anwesend. Meistens endet die Schule um zwei Uhr. Danach kommt halt das Übliche: Mittagessen, Hausaufgaben, Hausarbeiten und so weiter und so fort. Sollte ich darauf keine Lust haben, setze ich mich aufs Sofa und schreibe Briefe, Geschichten und Gedichte. In der Schule interessieren mich insbesondere Sprachen. Ich habe in der Oberstufe neben Deutsch noch Englisch, Französisch und Spanisch. Außerdem finde ich Geschichte spannend (obwohl das auch sehr vom Thema abhängt). Was ich überhaupt nicht mag sind naturwissenschaftliche Fächer (wie Biologie, Physik und Chemie) und Mathematik. Zwei von diesen Fächern, nämlich Physik und Chemie, bin ich zum Glück in der Oberstufe losgeworden. Was nach der Schule kommt, weiß momentan noch keiner, am allerwenigsten ich. Erstmal nehme ich mir wahrscheinlich eine Auszeit. Ob ich mir da einen Saisonjob suche oder ins Ausland gehe – keine Ahnung. Währenddessen habe ich dann hoffentlich einen Geistesblitz, was ich mit meinem Leben anfangen möchte. Ein Studium wäre schon einen Gedanken wert, dann müsste ich mich aber auf eine bestimmte Richtung festlegen und das fällt mir eben schwer. Arbeiten wäre ein gutes Kontrastprogramm zum jahrelangen Herumsitzen in der Schule, ich könnte mich endlich mal mehr bewegen. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich weiß im Moment wirklich nur, dass ich nichts weiß.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  08.11.2012
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
08.11.2012

Schülerleben live

Zurück in den Alltag

Manchmal gibt es einfach so Tage, an denen man von allem genervt ist. Von den Fusseln auf dem Fußboden und dem kaputten Staubsauger. Von der Tatsache, dass man um halb sechs aufstehen muss, um pünktlich an der Uni anzukommen. Von der deprimierenden Situation des Kölner Wohnungsmarktes. Und genau so einen Tag habe ich heute. Es ist Montag, eigentlich war ich darauf eingestellt, nun endlich ins Studentenleben starten zu können, aber Pustekuchen. Meine erste Vorlesung ist am Mittwoch und mir scheint, als wolle man uns Neulingen eine easy Studienzeit vorgaukeln, um uns kurz darauf extra hart auflaufen zu lassen.

Zu all meinen Ängsten in Anbetracht irgendwelcher Präsentationen und unerwartet kleiner Kurse mischt sich dann auch noch eine große Portion Heimweh. Anlässlich der Buchmesse habe ich vergangenes Wochenende nämlich mit meiner Mama in Frankfurt verbracht. Dort habe ich auch meine beste Freundin getroffen, die nach Wochen der Knechtschaft in ihrer Ausbildung nun frei bekommen hat. Und da übermannt mich wieder der Wunsch, sechs Jahre alt zu sein und keine anderen Probleme zu haben als das Diktat am Montag. Ich muss ehrlich zugeben, als ich meine Mutter am Bahnhof verabschiedete, kamen mir die Tränen. Damit war ich jedoch nicht die Einzige, denn ich bekam mit, dass meine Schulfreundin zur selben Zeit mit denselben Umständen kämpfte. Für sie hieß es zurück nach Tübingen und damit auch eine Trennung auf unbestimmte Zeit von ihrem Freund. Nun bin ich zurück und der Alltag hat mich wieder – der Alltag, die Fusseln, der kaputte Staubsauger und die nicht vorhandene Aussicht auf eine neue Wohnung. Na ja, vielleicht helfen fürs erste ja auch die Anschaffung eines Staubtuchs und das längst überfällige Tätigen des Abwaschs.

Autor: Noelle  |  Rubrik: orientieren  |  26.10.2012
Autor: Noelle
Rubrik: orientieren
26.10.2012

Schuelerleben live

Neue Herausforderungen und alte Freunde

Darf ich vorstellen: Noelle Bölling, Studentin. Denn vergangenen Donnerstag war es endlich soweit: Ich habe mich an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn eingeschrieben. Wurde auch mal Zeit! Aber jetzt ist es offiziell und das fühlt sich so richtig gut an!

Leider habe ich das Gefühl, dass die Arbeit jetzt erst richtig anfängt und das meine ich nicht auf das Studium an sich bezogen. Bei der Immatrikulation wurde mir der Studienkompass ausgehändigt, den ich noch am selben Abend komplett durchlas, weil ich hoffte, mir würde so einiges klarer werden. Stattdessen bin ich nun aber noch verunsicherter als zuvor! Planen, Anträge stellen, Beratung ... Tausend Namen und Adressen werden genannt und ich habe absolut keine Ahnung, wo ich mit mir nun hin soll.

Dann überkommt mich wieder so ein Moment, indem ich wehmütig an die Schulzeit zurückdenke. Morgens hin, nachmittags wieder heim. Den Stundenplan gab es ausgedruckt und auch sonst bestand die einzige organisatorische Herausforderung darin, den Zettel für den Elternsprechtag in der Schultasche wiederzufinden.

Noch viel mehr Bammel als vor dem Verschlafen irgendwelcher Fristen habe ich jedoch vor meinen Mitstudenten. Vor dem Sekretariat konnte ich nämlich schon mal einen ersten vagen Blick auf sie werfen und musste geschockt feststellen, dass manch einer wirklich die schlimmsten Klischees zu erfüllen scheint: Von gepiercten Punks bis zu aalglatten Chihuahuabesitzern war alles dabei! Wahrscheinlich sollte ich mich zuerst noch einmal in Weltoffenheit üben. Tut mir leid Leute, aber da wo ich herkomme, sind Kurzhaarfrisuren bei Mädchen schon irgendwie seltsam. Andererseits ist es doch klar, dass die Leute, die ich während des Studiums kennenlernen werde, niemals so sein können wie meine Freundinnen zuhause. Und das sollen sie doch auch gar nicht, oder? Naja, davon werde ich mich wohl erst noch selbst überzeugen müssen.

 

Autor: Noelle  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  21.09.2012
Autor: Noelle
Rubrik: auszeit nach dem abi
21.09.2012