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Schülerleben live

Praktikum, ja oder nein?

Liebe Schule,

nicht, dass du denkst, ich wolle mich nun im Nachhinein über dich beschweren. In der Tat habe ich mehr von dir gelernt, als ich dachte. Zumindest kann ich nun in jedem halbwegs intellektuell angehauchten Wälzer die Anspielungen auf vorige Werke verstehen und weiß, dass es sich bei „Faust” nicht nur um ein menschliches Körperteil handelt.

Trotzdem möchte ich an dieser Stelle einen leichten, klitzekleinen Funken Kritik anbringen. Vergangenen Freitag hatte ich ein Vorstellungsgespräch. Meine Erwartungen von „kurz mal hin und schnell wieder weg” wurden jedoch insofern enttäuscht, als dass ich erst nach über einer Stunde und völlig fertig mit den Nerven das Büro wieder verließ. Ich hatte mich für ein Praktikum in einer Online-Redaktion beworben und es war wirklich spannend zu sehen, was sich hinter den Kulissen einer erfolgreichen Website für Frauen verbirgt. Auf die modernen Methoden eines solchen Kennenlernens war ich jedoch nicht gefasst. Nachdem ich das gewöhnliche „Verkaufsgespräch“, das uns während der Schulzeit nicht nur in Deutsch sondern auch auf englischer und französischer Sprache eingetrichtert wurde, hinter mich gebracht hatte, ließ man mich plötzlich mit einem Blatt Papier und einem Stift allein. Ich solle mir doch in den nächsten zwanzig Minuten ein Konzept für eine funktionierende Internetseite ausdenken, inklusive Marketing und Finanzierung, versteht sich.

Meine Wahl fiel auf eine Komposition aus Buch und Film, so etwas gab es schließlich noch nicht. Aber natürlich kamen mir in diesem Moment nur die dämlichsten Namensideen: „Zeile lebt", „booksNmovies" oder wieso nicht gleich eine Mischung aus beiden wie „Boovie"?!

Noch viel weniger Ahnung als von der Namensfindung hatte ich von Finanzen und Geschäftskonzepten. Das merkte auch mein Gegenüber schnell. Der größte Klops sollte jedoch noch folgen: „Nennen Sie mir drei Gründe, wieso wir sie nehmen sollten, aber ich möchte sie noch nie gehört haben.”

Wie war das nochmal mit dem motiviert? Einen älteren Schuh gab es wohl kaum. Ich ähm... weil... Na ja, weil mein Freund hier wohnt und ähm... Ich fahre gerne mit der Bahn. Und, und... Ich war so lange faul, das möchte ich jetzt ändern. Etwas Blöderes hätte mir wohl kaum einfallen können!

Und nun? Na ja, das Praktikum mache ich doch nicht. Schweren Herzens musste ich absagen. Nicht nur, dass Uni- und Wohnungssuche erstmal Priorität haben sollten. Ich muss auch ehrlich zugeben, dass die langen Arbeitszeiten und die nicht vorhandene Bezahlung mich abschreckten. Von null auf hundert war eben noch nie so leicht. Aber eins habe ich trotzdem gelernt: Sei vorbereitet auf das Unmögliche und vor allem, nimm das, was in der Schule gelehrt wird, nicht allzu ernst.

Autor: Noelle  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  17.08.2012
Autor: Noelle
Rubrik: auszeit nach dem abi
17.08.2012

Schülerleben live

Hilf dir selbst!

Montagnachmittag, kurz nach 14 Uhr, Doppelstunde Geschichte: Mein Lehrer ist fast noch unmotiviert als wir Schüler. Thorben kommt mal wieder zwanzig Minuten zu spät und Hanne ist gar nicht erst aufgetaucht. Während Justin im Sitzen eingenickt ist, schreibt Jenna ununterbrochen SMS und ich lästere via Zettelchen mit Judith über alles, was sich gerade so finden lässt.

Ja, so war das mal. Woche um Woche immer wieder dasselbe. Jetzt geht Thorben nach Australien, Hanne macht das letzte Schuljahr nochmal, Justin will BWL studieren, Jenna tingelt von einer deutschen Großstadt in die nächste und Judith fängt im nächsten Monat eine Ausbildung bei der Sparkasse an. Nur unser Lehrer, der ist immer noch da. Jetzt gibt es keinen Ort mehr, an dem man einfach alle finden kann. Oder besser gesagt: Den Ort gibt es schon noch, aber dort ist jetzt keiner mehr.

Also, wenn man sich schon nicht mehr auf die lieben Klassenkameraden verlassen kann, dann müssen eben Mami und Papi herhalten. Ach nee, Mist. Die ist man ja auch bald los. Oder besser gesagt, sie mich.

Und klar, wahre Freunde werden auch immer genau das bleiben, aber es ist schon was anderes, so weit voneinander entfernt.

Da bleibt wohl bloß eins übrig: Ich werde mich auf mich selbst verlassen müssen. Und das ist wohl auch ein großer Teil des Erwachsenwerdens. Einmal nicht die Eltern um Rat fragen, sich einmal nicht darauf verlassen, dass die beste Freundin schon das Geschichtsbuch dabei haben wird. Jetzt bin ich dran.

Autor: Noelle  |  Rubrik: orientieren  |  25.07.2012
Autor: Noelle
Rubrik: orientieren
25.07.2012

Schülerleben live

Endlich unterwegs

Nur vier Tage nach der Abifeier sah mein Zimmer nicht mehr im Entferntesten aus wie sonst: leere Regale, kein Schreibtisch, demontierte Möbel und eine sagenhafte Ordnung, wie ich sie nie selbst zustande hätte bringen können. Grund für diese Änderungen ist natürlich meine Abreise und damit auch mein Auszug von daheim. Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich zwischen der Ankunft aus Frankreich beziehungsweise Spanien und dem Umzug nach Jena im September nur etwa zwei oder drei Tage haben werde. Von daher erschien es sinnvoll, jetzt vorzuarbeiten, zumal meine Familie ein sonst sinnlos leerstehendes Zimmer nun voll und ganz nutzen kann. Natürlich galt es dann, mein neues Heim, einen alten VW-Bus, einzurichten. Zugegebenermaßen eine eher leichte Aufgabe, da ich die nächsten drei Monate wohl eher spartanisch leben werde. Zudem musste ich noch einige organisatorische Dinge erledigen, sodass meine vier letzten Tage alles andere als entspannt waren. Damit ließ es sich allerdings ganz gut leben, denn mit zunehmender Zeitknappheit stieg selbstverständlich das Reisefieber.

Dann war es schließlich so weit: Am Mittwochmorgen saß ich hinter dem Fahrersitz, gemütlich in einer Reihe mit zahllosen Lastwägen. Klar, es gibt schnellere Wege zu reisen, aber um ehrlich zu sein, finde ich es wesentlich interessanter, die Distanz zwischen Abreise- und Zielort zu „fühlen“. Ich brauche die nervenaufreibende Anreise, um wirklich zu realisieren, dass mit erfolgter Ankunft der Urlaub beginnt!

Die Fahrt selbst verlief letzten Endes ohne Zwischenfälle, abgesehen von einem 15-minütigen Stau vor Bordeaux. Auch das Fahren ohne Navi ist ehrlich kein Stress, solange man Karten lesen kann! Voraussetzung dafür ist allerdings eine detaillierte Karte, die mir auf die letzten 30 Kilometer gefehlt hat, sodass ich es geschafft habe einen Umweg von 20 Kilometern zu fahren! Das ist insofern peinlich, als ich mich eigentlich in der Gegend recht gut auskannte.

Wie auch immer, schließlich war ich angekommen und nach circa 28 Stunden (inklusive Pausen) vollkommen erschöpft am Zielort!

Autor: Johannes  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  24.07.2012
Autor: Johannes
Rubrik: auszeit nach dem abi
24.07.2012