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Schülerleben live

Hilf dir selbst!

Montagnachmittag, kurz nach 14 Uhr, Doppelstunde Geschichte: Mein Lehrer ist fast noch unmotiviert als wir Schüler. Thorben kommt mal wieder zwanzig Minuten zu spät und Hanne ist gar nicht erst aufgetaucht. Während Justin im Sitzen eingenickt ist, schreibt Jenna ununterbrochen SMS und ich lästere via Zettelchen mit Judith über alles, was sich gerade so finden lässt.

Ja, so war das mal. Woche um Woche immer wieder dasselbe. Jetzt geht Thorben nach Australien, Hanne macht das letzte Schuljahr nochmal, Justin will BWL studieren, Jenna tingelt von einer deutschen Großstadt in die nächste und Judith fängt im nächsten Monat eine Ausbildung bei der Sparkasse an. Nur unser Lehrer, der ist immer noch da. Jetzt gibt es keinen Ort mehr, an dem man einfach alle finden kann. Oder besser gesagt: Den Ort gibt es schon noch, aber dort ist jetzt keiner mehr.

Also, wenn man sich schon nicht mehr auf die lieben Klassenkameraden verlassen kann, dann müssen eben Mami und Papi herhalten. Ach nee, Mist. Die ist man ja auch bald los. Oder besser gesagt, sie mich.

Und klar, wahre Freunde werden auch immer genau das bleiben, aber es ist schon was anderes, so weit voneinander entfernt.

Da bleibt wohl bloß eins übrig: Ich werde mich auf mich selbst verlassen müssen. Und das ist wohl auch ein großer Teil des Erwachsenwerdens. Einmal nicht die Eltern um Rat fragen, sich einmal nicht darauf verlassen, dass die beste Freundin schon das Geschichtsbuch dabei haben wird. Jetzt bin ich dran.

Autor: Noelle  |  Rubrik: orientieren  |  25.07.2012
Autor: Noelle
Rubrik: orientieren
25.07.2012

Schülerleben live

Endlich unterwegs

Nur vier Tage nach der Abifeier sah mein Zimmer nicht mehr im Entferntesten aus wie sonst: leere Regale, kein Schreibtisch, demontierte Möbel und eine sagenhafte Ordnung, wie ich sie nie selbst zustande hätte bringen können. Grund für diese Änderungen ist natürlich meine Abreise und damit auch mein Auszug von daheim. Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich zwischen der Ankunft aus Frankreich beziehungsweise Spanien und dem Umzug nach Jena im September nur etwa zwei oder drei Tage haben werde. Von daher erschien es sinnvoll, jetzt vorzuarbeiten, zumal meine Familie ein sonst sinnlos leerstehendes Zimmer nun voll und ganz nutzen kann. Natürlich galt es dann, mein neues Heim, einen alten VW-Bus, einzurichten. Zugegebenermaßen eine eher leichte Aufgabe, da ich die nächsten drei Monate wohl eher spartanisch leben werde. Zudem musste ich noch einige organisatorische Dinge erledigen, sodass meine vier letzten Tage alles andere als entspannt waren. Damit ließ es sich allerdings ganz gut leben, denn mit zunehmender Zeitknappheit stieg selbstverständlich das Reisefieber.

Dann war es schließlich so weit: Am Mittwochmorgen saß ich hinter dem Fahrersitz, gemütlich in einer Reihe mit zahllosen Lastwägen. Klar, es gibt schnellere Wege zu reisen, aber um ehrlich zu sein, finde ich es wesentlich interessanter, die Distanz zwischen Abreise- und Zielort zu „fühlen“. Ich brauche die nervenaufreibende Anreise, um wirklich zu realisieren, dass mit erfolgter Ankunft der Urlaub beginnt!

Die Fahrt selbst verlief letzten Endes ohne Zwischenfälle, abgesehen von einem 15-minütigen Stau vor Bordeaux. Auch das Fahren ohne Navi ist ehrlich kein Stress, solange man Karten lesen kann! Voraussetzung dafür ist allerdings eine detaillierte Karte, die mir auf die letzten 30 Kilometer gefehlt hat, sodass ich es geschafft habe einen Umweg von 20 Kilometern zu fahren! Das ist insofern peinlich, als ich mich eigentlich in der Gegend recht gut auskannte.

Wie auch immer, schließlich war ich angekommen und nach circa 28 Stunden (inklusive Pausen) vollkommen erschöpft am Zielort!

Autor: Johannes  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  24.07.2012
Autor: Johannes
Rubrik: auszeit nach dem abi
24.07.2012

Schülerleben live

Letzte Reisevorbereitungen

Letzte Woche war unsere Abifeier: Ich bin jetzt offiziell keine Schülerin mehr! Und in ein paar Tagen fliege ich auch schon für ein gutes halbes Jahr nach Mexiko. Im Moment befinde ich mich in einer Mischung aus Vorbereitungs- und Organisationsstress: Die letzten Impfungen müssen aufgefrischt, eine Reisekrankenversicherung abgeschlossen, ein Geldzugang fürs Ausland eingerichtet, der Handyvertrag still gelegt und ein Telefonzugang fürs Ausland beantragt werden. Außerdem muss ich Mitbringsel kaufen werden und so weiter und so fort. Gleichzeitig fallen so generelle Sachen an wie Kindergeldbescheid beantworten, Lohnsteuerkarte erstellen lassen und alles, was sonst noch erledigt werden muss, wenn man 18 wird und zu arbeiten beginnt beziehungsweise die Schule verlässt. Während der Abiturzeit habe ich mich natürlich um gar nichts gekümmert und deswegen ist es jetzt umso mehr.

Neben dem ganzen Stress bin ich aber andererseits auch ein bisschen melancholisch: Werde ich meine Freunde alle zusammen wieder sehen? Schaffe ich es, mit allen in Kontakt zu bleiben? Ein halbes Jahr ist zwar nicht so lange, aber doch lang genug, um seine Familie und die allerliebsten Freunde sehr zu vermissen. Glücklicherweise war ich in der neunten Klasse schon mal drei Monate in England, sodass ich schon ein bisschen Erfahrung damit habe, die Heimat für längere Zeit hinter mir zu lassen.

In den nächsten Tagen werde ich also Koffer packen, die letzten Dinge organisieren und mich von meinen Freunden verabschieden. Am Samstag werde ich noch eine Abschiedsfete mit hoffentlich gutem Wetter im Garten feiern und am Dienstag steige ich dann auch schon in den Flieger.

Da mein Praktikum bei Amnesty International erst im August beginnen wird, habe ich in den ersten vier Wochen noch Zeit, mein Zimmer einzurichten und noch drei Wochen zu reisen. Ob das allerdings klappt, hängt ein bisschen davon ab, wie sich die politische Situation nach den Wahlen in Mexiko entwickelt. Auf alle Fälle freue ich mich schon sehr auf das nächste halbe Jahr!

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  20.07.2012
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
20.07.2012