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Schülerleben live

Letzte Reisevorbereitungen

Letzte Woche war unsere Abifeier: Ich bin jetzt offiziell keine Schülerin mehr! Und in ein paar Tagen fliege ich auch schon für ein gutes halbes Jahr nach Mexiko. Im Moment befinde ich mich in einer Mischung aus Vorbereitungs- und Organisationsstress: Die letzten Impfungen müssen aufgefrischt, eine Reisekrankenversicherung abgeschlossen, ein Geldzugang fürs Ausland eingerichtet, der Handyvertrag still gelegt und ein Telefonzugang fürs Ausland beantragt werden. Außerdem muss ich Mitbringsel kaufen werden und so weiter und so fort. Gleichzeitig fallen so generelle Sachen an wie Kindergeldbescheid beantworten, Lohnsteuerkarte erstellen lassen und alles, was sonst noch erledigt werden muss, wenn man 18 wird und zu arbeiten beginnt beziehungsweise die Schule verlässt. Während der Abiturzeit habe ich mich natürlich um gar nichts gekümmert und deswegen ist es jetzt umso mehr.

Neben dem ganzen Stress bin ich aber andererseits auch ein bisschen melancholisch: Werde ich meine Freunde alle zusammen wieder sehen? Schaffe ich es, mit allen in Kontakt zu bleiben? Ein halbes Jahr ist zwar nicht so lange, aber doch lang genug, um seine Familie und die allerliebsten Freunde sehr zu vermissen. Glücklicherweise war ich in der neunten Klasse schon mal drei Monate in England, sodass ich schon ein bisschen Erfahrung damit habe, die Heimat für längere Zeit hinter mir zu lassen.

In den nächsten Tagen werde ich also Koffer packen, die letzten Dinge organisieren und mich von meinen Freunden verabschieden. Am Samstag werde ich noch eine Abschiedsfete mit hoffentlich gutem Wetter im Garten feiern und am Dienstag steige ich dann auch schon in den Flieger.

Da mein Praktikum bei Amnesty International erst im August beginnen wird, habe ich in den ersten vier Wochen noch Zeit, mein Zimmer einzurichten und noch drei Wochen zu reisen. Ob das allerdings klappt, hängt ein bisschen davon ab, wie sich die politische Situation nach den Wahlen in Mexiko entwickelt. Auf alle Fälle freue ich mich schon sehr auf das nächste halbe Jahr!

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  20.07.2012
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
20.07.2012

Schülerleben live

Das soll es jetzt gewesen sein?

Eigentlich war es ja vorherzusehen... Schließlich saß ich schon seit einem gefühlten halben Jahr zu Hause rum und tat nichts anderes, als mir den Lernstoff der letzten vier Halbjahre reinzuziehen. Hausaufgaben? Was war das gleich nochmal? Ja, so langsam rückte mein wohltuend durchgeplanter Schulalltag in nicht mehr auszumachende Ferne – und die angsteinflößend unsichere Zukunft rückte immer näher.

Jetzt sitze ich hier an einem Freitagvormittag im Schlafanzug und befürchte, dass diese Zukunft bereits begonnen hat. Zwei-Fach-Bachelor Medien- und Kommunikationswissenschaften oder doch lieber Literatur mit Nebenfach Englisch? Was bitte ist eine Matrikelnummer und wo zur Hölle will ich überhaupt hin? Bonn, Münster, Marburg? Bitte nicht zu groß, aber ein paar coole Klamottenläden sollte es schon geben...

Spätestens seit letzter Woche habe ich nun alles hinter mir, was auf das Ende dieser Ära hindeutet: die Abistreiche, das Tragen meines Kleides auf dem Abiball, den Erhalt meines allerletzten Zeugnisses, das Lesen der Abizeitung. Der einzige Bericht darin, in den ich nicht meine Recht- und Schönheitsfehler aufspüren wollende Nase gesteckt habe, ist wohl der über mich. Geschrieben von meinen zwei besten Freundinnen. Wie das Festhalten eines Ichs, das ich jetzt bin. Und das ich zukünftig möglicherweise nicht mehr sein werde: Ein Geschichten schreibendes Mädchen mit einem vorsintflutlichen VW Golf und einer Berechtigung auf einen Stammkundenplatz im Chinarestaurant meines Vertrauens.

Mit der Wahl meiner Leistungskurse, Deutsch und Englisch, lag ich nach den Meinungen aller goldrichtig – wie denn auch nicht, wenn meine Sportlichkeit in den letzten Jahren beständig weiter ins Bodenlose abdriftete und alle Fachausdrücke in Biologie wie Suomi für mich klangen. Deutsch und Englisch also: Lesen, darüber reden, ach ja – und nochmal lesen. Da nervt wenigstens kein unterbelichteter Muckibudenheini, der 45 Minuten lang nichts anderes im Sinn hat, als mit seinem Smartphone zu spielen.

Das Beste an der Oberstufe – neben der Neuordnung der Kurse – bestand jedoch in dem völlig neuen Lebensgefühl. Plötzlich ist es legal, im Unterricht ein Nickerchen zu halten, und was sind schon zwanzig Minuten Verspätung? Da schwand auch meine Arbeitsmoral allmählich dahin und das, obwohl ich mich noch in der zehnten Klasse mit 40 Grad Fieber kaum zu Hause bleiben traute.

Ein merkwürdiger Gedanke, dass die Realität, an die ich mich gerade gewöhnt hatte, schon wieder zu Ende sein soll. Ehe man sich versieht, trampt die eine durch Thailand und die anderen reisen gemeinsam die Ostküste Australiens entlang, obwohl sie in der Schule nicht einmal anderthalb Worte miteinander wechselten.

Fragt sich nur, was das Leben nun für mich bereit hält. Thailand und Australien fallen schon mal weg – zu viele Krabbelviecher. Aber eins ist sicher: Die Schulzeit war die beste Zeit meines Lebens. Bis jetzt.

Autor: Noelle  |  Rubrik: orientieren  |  13.07.2012
Autor: Noelle
Rubrik: orientieren
13.07.2012

Schülerleben live

Einen Abiturienten, medium rare, bitte

Die Abiturprüfungen sind ja bekanntermaßen schon vorbei, genauso wie die Bekanntgabe der Noten. Doch zumindest formal war jeder noch Schüler und genoss eigentlich nur die wohlverdienten Ferien! Um endgültig der Schule zu entkommen, muss man allerdings noch die offizielle Absolventenfeier über sich ergehen lassen, eine festliche Veranstaltung, bei der lauter wichtige Leute uns Abiturienten Honig um den Mund schmieren dürfen. Dass ich von solchen Veranstaltungen nicht viel halte, ist ja kein Geheimnis, allerdings gibt es ein paar Faktoren, die zur Verschlechterung solcher Festlichkeiten erheblich beitragen können: Da wäre einerseits der Faktor „Wetter“: Wir hatten schwüle 35 Grad und selbst abends um 20 Uhr war es kaum kühler. Und als zweiter Faktor die Location: Ein Glashaus!

So saßen also alle Abiturienten, Lehrer, Schulleiter und Eltern in einer Glassauna, insgeheim nur das Ende des Spuks herbeisehnend, während der Schweiß floss. Man musste gute wie schlechte Reden über sich ergehen lassen und lustige wie unlustige Gedichte anhören. In den Pausen dieser Animation ging es schließlich um uns Abiturienten, in Blocks von je circa 20 Schülern stellte man sich in einer Schlange an, um dann vom Direktor unseres Gymnasiums auf die Bühne gerufen zu werden. Dort erhielt man dann sein Abiturzeugnis sowie etwaige Preise und durfte sich feiern lassen.

Doch es gab – glücklicherweise – auch Lichtblicke: Eine phänomenale Rede über meinen Deutschkurs, gehalten von einem doch sehr talentierten Mitschüler, der es verstand, jedem einzelnen Zuhörer Tränen in die Augen zu treiben. Und natürlich das vorzügliche Essen!

Gegen 22 Uhr schließlich – die Temperaturen nahezu unverändert – lockerte sich die Versammlung immer weiter auf, auch weil ein Gros der Schülerschaft die Location verließ, um sich umzuziehen. Das Programm sah nämlich vor, die Abiturienten mithilfe eines Shuttle-Busses in einen Club zu fahren, wo die anschließende „inoffizielle Abifeier“ steigen sollte.

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  12.07.2012
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
12.07.2012