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Schülerleben live

Das soll es jetzt gewesen sein?

Eigentlich war es ja vorherzusehen... Schließlich saß ich schon seit einem gefühlten halben Jahr zu Hause rum und tat nichts anderes, als mir den Lernstoff der letzten vier Halbjahre reinzuziehen. Hausaufgaben? Was war das gleich nochmal? Ja, so langsam rückte mein wohltuend durchgeplanter Schulalltag in nicht mehr auszumachende Ferne – und die angsteinflößend unsichere Zukunft rückte immer näher.

Jetzt sitze ich hier an einem Freitagvormittag im Schlafanzug und befürchte, dass diese Zukunft bereits begonnen hat. Zwei-Fach-Bachelor Medien- und Kommunikationswissenschaften oder doch lieber Literatur mit Nebenfach Englisch? Was bitte ist eine Matrikelnummer und wo zur Hölle will ich überhaupt hin? Bonn, Münster, Marburg? Bitte nicht zu groß, aber ein paar coole Klamottenläden sollte es schon geben...

Spätestens seit letzter Woche habe ich nun alles hinter mir, was auf das Ende dieser Ära hindeutet: die Abistreiche, das Tragen meines Kleides auf dem Abiball, den Erhalt meines allerletzten Zeugnisses, das Lesen der Abizeitung. Der einzige Bericht darin, in den ich nicht meine Recht- und Schönheitsfehler aufspüren wollende Nase gesteckt habe, ist wohl der über mich. Geschrieben von meinen zwei besten Freundinnen. Wie das Festhalten eines Ichs, das ich jetzt bin. Und das ich zukünftig möglicherweise nicht mehr sein werde: Ein Geschichten schreibendes Mädchen mit einem vorsintflutlichen VW Golf und einer Berechtigung auf einen Stammkundenplatz im Chinarestaurant meines Vertrauens.

Mit der Wahl meiner Leistungskurse, Deutsch und Englisch, lag ich nach den Meinungen aller goldrichtig – wie denn auch nicht, wenn meine Sportlichkeit in den letzten Jahren beständig weiter ins Bodenlose abdriftete und alle Fachausdrücke in Biologie wie Suomi für mich klangen. Deutsch und Englisch also: Lesen, darüber reden, ach ja – und nochmal lesen. Da nervt wenigstens kein unterbelichteter Muckibudenheini, der 45 Minuten lang nichts anderes im Sinn hat, als mit seinem Smartphone zu spielen.

Das Beste an der Oberstufe – neben der Neuordnung der Kurse – bestand jedoch in dem völlig neuen Lebensgefühl. Plötzlich ist es legal, im Unterricht ein Nickerchen zu halten, und was sind schon zwanzig Minuten Verspätung? Da schwand auch meine Arbeitsmoral allmählich dahin und das, obwohl ich mich noch in der zehnten Klasse mit 40 Grad Fieber kaum zu Hause bleiben traute.

Ein merkwürdiger Gedanke, dass die Realität, an die ich mich gerade gewöhnt hatte, schon wieder zu Ende sein soll. Ehe man sich versieht, trampt die eine durch Thailand und die anderen reisen gemeinsam die Ostküste Australiens entlang, obwohl sie in der Schule nicht einmal anderthalb Worte miteinander wechselten.

Fragt sich nur, was das Leben nun für mich bereit hält. Thailand und Australien fallen schon mal weg – zu viele Krabbelviecher. Aber eins ist sicher: Die Schulzeit war die beste Zeit meines Lebens. Bis jetzt.

Autor: Noelle  |  Rubrik: orientieren  |  13.07.2012
Autor: Noelle
Rubrik: orientieren
13.07.2012

Schülerleben live

Einen Abiturienten, medium rare, bitte

Die Abiturprüfungen sind ja bekanntermaßen schon vorbei, genauso wie die Bekanntgabe der Noten. Doch zumindest formal war jeder noch Schüler und genoss eigentlich nur die wohlverdienten Ferien! Um endgültig der Schule zu entkommen, muss man allerdings noch die offizielle Absolventenfeier über sich ergehen lassen, eine festliche Veranstaltung, bei der lauter wichtige Leute uns Abiturienten Honig um den Mund schmieren dürfen. Dass ich von solchen Veranstaltungen nicht viel halte, ist ja kein Geheimnis, allerdings gibt es ein paar Faktoren, die zur Verschlechterung solcher Festlichkeiten erheblich beitragen können: Da wäre einerseits der Faktor „Wetter“: Wir hatten schwüle 35 Grad und selbst abends um 20 Uhr war es kaum kühler. Und als zweiter Faktor die Location: Ein Glashaus!

So saßen also alle Abiturienten, Lehrer, Schulleiter und Eltern in einer Glassauna, insgeheim nur das Ende des Spuks herbeisehnend, während der Schweiß floss. Man musste gute wie schlechte Reden über sich ergehen lassen und lustige wie unlustige Gedichte anhören. In den Pausen dieser Animation ging es schließlich um uns Abiturienten, in Blocks von je circa 20 Schülern stellte man sich in einer Schlange an, um dann vom Direktor unseres Gymnasiums auf die Bühne gerufen zu werden. Dort erhielt man dann sein Abiturzeugnis sowie etwaige Preise und durfte sich feiern lassen.

Doch es gab – glücklicherweise – auch Lichtblicke: Eine phänomenale Rede über meinen Deutschkurs, gehalten von einem doch sehr talentierten Mitschüler, der es verstand, jedem einzelnen Zuhörer Tränen in die Augen zu treiben. Und natürlich das vorzügliche Essen!

Gegen 22 Uhr schließlich – die Temperaturen nahezu unverändert – lockerte sich die Versammlung immer weiter auf, auch weil ein Gros der Schülerschaft die Location verließ, um sich umzuziehen. Das Programm sah nämlich vor, die Abiturienten mithilfe eines Shuttle-Busses in einen Club zu fahren, wo die anschließende „inoffizielle Abifeier“ steigen sollte.

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  12.07.2012
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
12.07.2012

Schülerleben live

Meine private Abifahrt

Und plötzlich war es so weit: Die letzte Abiprüfung war geschafft. Nach einer Woche lernen war die Freude natürlich sehr groß, alles hinter sich zu haben, wobei der Geostoff zugegebenermaßen sehr spannend war. Am Freitag war Notenbekanntgabe und ich war sehr zufrieden mit meinem Schnitt. Besonders aber damit, dass es sich für mich nicht mehr gelohnt hätte, in die freiwillige Nachprüfungen zu gehen. In Bayern kann man nämlich, wenn einem nur noch wenige Punkte zum nächst bessern Schnitt fehlen, durch eine gute Nachprüfung den Schnitt drehen.

So hatte ich also frei und bin auch gleich mit drei Freundinnen zum Campen an den Vohnsee gefahren. Das war sozusagen meine Abifahrt, da ich auf die allgemeine nicht mitfahren werde. Ich zahle doch nicht 500 Euro dafür, nach Bulgarien zu fahren, mich umgeben von Hochhaushotels zu bräunen und den Kater vom Besäufnis im All Inklusive Hotel vom Tag davor auszuschlafen. Abgesehen davon bin ich zum Zeitpunkt der Abifahrt auch schon in Mexiko.

So sind wir also am Freitag direkt von der Schule ins Voralpenland gedüst. Mit dem VW Bus war nicht nur die Anreise wesentlich entspannter als sie es mit dem Zug gewesen wäre, sondern auch das Einrichten am Campingplatz: Betten aufklappen und fertig. Wettermäßig hatten wir absolut Glück und auch der Campingplatz war ein Traum: Direkt am See im Naturschutzgebiet. Ich war schon so lange nicht mehr in der Natur, dass ich es so richtig genossen habe.

Ein weiteres Highlight war, dass eine Freundin aus Paris wieder zurückgekommen und mitgefahren ist und eine andere, die in München wohnt, auch mit von der Partie war. So haben wir uns alle endlich mal wiedergesehen! Nach drei schönen, entspannten Badetagen ging es dann am Sonntagabend wieder zurück nach Hause. Dann ist es aber vorbei mit der Entspannung. Ich bin nur noch drei Wochen in Deutschland, aber es gibt gefühlt für drei Monate Zeug zu erledigen!

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  11.07.2012
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
11.07.2012