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Schülerleben live

Oder doch Medizin?

Wie ihr sicherlich wisst, habe ich mich schon vor langer Zeit darauf festgelegt, nach erfolgreichem Abitur direkt im Herbst mit dem Physik-Studium zu beginnen. Doch je näher ich den finalen Tagen vor der Immatrikulation, beziehungsweise den letzten Tagen in meiner Heimatstadt, komme, desto unsicherer werde ich bezüglich dieser Entscheidung. Aber von Anfang an: Dass meine Noten in der Oberstufe erstaunlicherweise nicht sonderlich schlecht waren, war mir ja vor Bekanntgabe der Abi-Ergebnisse bewusst, auch konnte ich durch Hochrechnungen relativ genau den zu erwartenden Schnitt berechnen. Nun kamen die Abi-Prüfungen und schnell war klar, dass der bisherige Schnitt wohl zu halten sei, vorausgesetzt, mein Bauchgefühl würde mich nicht im Stich lassen. Und so kam der Freitag, an dem die Ergebnisse der einzelnen Prüfungen bekannt gegeben wurden. Ich war tatsächlich besser als erwartet!

Doch einher mit meinem guten Abi geht auch die Unsicherheit, ob ich tatsächlich Physik studieren soll. Irgendwie hat sich in meinem Kopf der Gedanke, Medizin zu studieren, festgesetzt. Weshalb? Ich hatte den größten Teil meiner Schulkarriere in dem Glauben verbracht, niemals die Möglichkeit zu einem Medizin-Studium zu haben, obwohl ich mir eigentlich immer dachte, dass mir das ziemlich viel Spaß machen würde. Und nun habe ich ein Ergebnis erzielt, das mich doch erstaunlich nah an die Realisierung dieses Wunsches katapultiert hat. Da ist guter Rat echt teuer, habe ich mich doch schon um Wohnungen in Jena gekümmert sowie mich innerlich voll und ganz auf Physik eingestellt. Auch wäre es bei Weitem weniger Stress, mich einfach für Physik zu immatrikulieren, schließlich benötigt man dafür nichts als vollständige Bewerbungsunterlagen – einer der Vorteile, die mit einem nicht-zulassungsbeschränkten Studiengang einhergehen.

In Anbetracht der Tatsache, dass ich nur noch knapp zwei Wochen in Deutschland verbringe, erscheint mir die Physik-Option auch etwas sinnvoller. Denn Bewerbungsverfahren und dergleichen sind nunmal für Medizin etwas stressiger, sodass die Koordination aus Frankreich eher schwierig sein dürfte. Naja, ich werde Medizin nun als Plan B im Auge behalten. Sollte mir Physik nicht zusagen, besteht ja immer noch die Möglichkeit, nächstes Jahr zu wechseln.

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  09.07.2012
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
09.07.2012

Schülerleben live

Ein mexikanisches Visum

Seit Monaten sammle ich jetzt schon die Formulare, Bilder und Bestätigungen, die man für ein mexikanisches Visum braucht. Es ist unglaublich, was die alles von einem wissen und haben wollen – als ob man grundsätzlich ein Drogendealer wäre oder gleich für immer in Mexiko sesshaft werden wollte. Nein, ich will bei euch nur ein halbes Jahr bleiben, nehme keine Drogen und bin auch sonst ganz ungefährlich.

Die erste Hürde: Das richtige Foto. Man möge sich bitte frontal, nicht lächelnd, mit sichtbaren Ohren, ohne Kopfbedeckung etc., also genauso wie bei einem biometrischen Bild, fotografieren lassen, aber es darf nicht biometrisch sein! Ich dachte mir, ich gehe auf Nummer sicher und habe mal drei Fotos machen lassen. Das war allerdings schon vor einem halben Jahr, als ich meinen Pass beantragt habe. Jetzt war es natürlich auch noch eine interessante Frage, wo ich die Fotos hingeräumt habe.

Außer dem Foto musste natürlich noch ein Visumsantrag mit Fragen wie: „Haben sie vor, zur Nordgrenze Mexikos (mit den USA) zu reisen? Und wenn ja, was ist Ihr Grund?“ Klar, dass man hier „nein“ ankreuzt, sonst kommt man gleich in die Visumsverweigerugskategorie wegen vermuteten Drogenhandels.

Danach noch eine Herausforderung: Fingerabdrücke. Mit schwarzer, dünn aufgetragener Tinte. Also erst mal schwarze Tinte kaufen und dann üben, dass der Fingerabdruck auch was wird.

Nicht zu vergessen ist natürlich die Bestätigung von Amnesty International, dass ich bei ihnen ein Praktikum mache, und der Nachweis, dass ich genug Geld habe, um nicht während meines Aufenthalts zu verhungern.

Nach einiger Zeit hatte ich dann also alles zusammen gesammelt. Dann ist mir aber aufgefallen, dass man sowohl eine Kopie seines Reisepasses als auch den Reisepass selber an das mexikanische Generalkonsulat in Frankfurt schicken muss. Irgendwie ist mir da nicht so wohl, wenn mein Pass mit der Post verschickt wird.

Inzwischen ist er aber hoffentlich schon ordnungsgemäß in Frankfurt angekommen und mein Visum wird hoffentlich genehmigt. Bald darf ich alles persönlich in Frankfurt abholen.

Die ganze Visumsgeschichte ist ein ziemlicher Aufwand und teuer dazu. Dieses Papier wir mich knappe 100 Euro kosten! Und in Mexiko selber wird das Behördengerenne weitergehen: In den ersten 30 Tagen nach der Ankunft, soll man die Migrationsbehörde aufsuchen. Und da sage mal einer, Deutschland wäre das bürokratiewütigste Land der Erde!

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  04.07.2012
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
04.07.2012

Schülerleben live

Freiheit?!

Am Dienstag um 16.45 Uhr war es also soweit: Meine – voraussichtlich – letzte Abiturprüfung lag hinter mir! Nach einem zehnminütigen Referat über Ursachen und Auswirkungen von Meeresströmungen sowie anschließend 20 Minuten Fragen zur allgemeinen Wirtschaftsgeographie war auch diese Hürde überwunden. Das Gefühl, mit dem ich das Schulgebäude verließ, lässt sich nur schwer beschreiben. Am nächsten kommt vermutlich das an sich recht abgedroschene Bild der abfallenden Tonnenlast.

Die Zeugnisvergabe ist noch ein paar Wochen entfernt, die Ergebnisse der Abiturprüfungen erwarten mich allerdings schon am Freitag, also in genau drei Tagen!

Da ich jedoch auf keinen bestimmten Abiturschnitt angewiesen bin – irgendwie scheint niemand so richtig Physik studieren zu wollen – kann ich der ganzen Show sehr gelassen entgegen blicken.

Was also tun, mit der vielen Freizeit? Keine Sorge, ich habe genug zu tun. Schließlich bedeutet die baldige Abifeier auch, dass meine endgültige Abreise aus meiner Heimatstadt Nürnberg nicht mehr weit ist! In dieser Zeit gilt es also, mit Nürnberg abzuschließen. Dinge wie Zimmer aufräumen, Bücher packen, Regale auseinanderbauen, streichen und derartiges warten auf mich. Zudem die Reisevorbereitungen für die drei Monate in Frankreich, Spanien und eventuell Portugal. Glücklicherweise fallen bürokratische Acts wie internationaler Führerschein, Reisekrankenversicherung, Visa und dergleichen mehr weg, andererseits sehen die nächsten Wochen wohl wirklich sehr stressig aus.

Gleichzeitig gilt es, meinen Bus reisetauglich zu machen, denn 23 Jahre gehen an Autos nicht ganz spurlos vorüber. So werde ich die nächsten Wochen vermutlich putzend, lackierend und polierend verbringen, jedoch ist das auch in gewisser Weise eher ein Hobby als Arbeit. Nebenbei wird die Reisekasse durch Nachhilfe etwas aufgebessert, auch Haushaltsjobs werden freie Zeit in Anspruch nehmen.

Ganz zu schweigen von physischen Vorbereitungen: Da ich ja den Großteil des Sommers in Frankreich als Surflehrer arbeiten werde, muss ich die nächsten Wochen wohl noch drei bis vier Mal pro Woche schwimmen gehen, so wie ich das die letzten drei Monate auch getan habe. Auch das ist aber eher Hobby als Arbeit.

Und natürlich sollen Freizeitaktivitäten auf keinen Fall zu kurz kommen! Entsprechend stehen bouldern, feiern, Freunde treffen und so weiter sehr weit oben auf der To-do-Liste!

Ihr seht also: Langweilig werden die nächsten Wochen sicher nicht. Was letzten Endes jedoch tatsächlich seinen Eintrag in die Chroniken findet, erfahrt ihr in den nächsten Blogs!

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  26.06.2012
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
26.06.2012