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Schülerleben live

Einen Abiturienten, medium rare, bitte

Die Abiturprüfungen sind ja bekanntermaßen schon vorbei, genauso wie die Bekanntgabe der Noten. Doch zumindest formal war jeder noch Schüler und genoss eigentlich nur die wohlverdienten Ferien! Um endgültig der Schule zu entkommen, muss man allerdings noch die offizielle Absolventenfeier über sich ergehen lassen, eine festliche Veranstaltung, bei der lauter wichtige Leute uns Abiturienten Honig um den Mund schmieren dürfen. Dass ich von solchen Veranstaltungen nicht viel halte, ist ja kein Geheimnis, allerdings gibt es ein paar Faktoren, die zur Verschlechterung solcher Festlichkeiten erheblich beitragen können: Da wäre einerseits der Faktor „Wetter“: Wir hatten schwüle 35 Grad und selbst abends um 20 Uhr war es kaum kühler. Und als zweiter Faktor die Location: Ein Glashaus!

So saßen also alle Abiturienten, Lehrer, Schulleiter und Eltern in einer Glassauna, insgeheim nur das Ende des Spuks herbeisehnend, während der Schweiß floss. Man musste gute wie schlechte Reden über sich ergehen lassen und lustige wie unlustige Gedichte anhören. In den Pausen dieser Animation ging es schließlich um uns Abiturienten, in Blocks von je circa 20 Schülern stellte man sich in einer Schlange an, um dann vom Direktor unseres Gymnasiums auf die Bühne gerufen zu werden. Dort erhielt man dann sein Abiturzeugnis sowie etwaige Preise und durfte sich feiern lassen.

Doch es gab – glücklicherweise – auch Lichtblicke: Eine phänomenale Rede über meinen Deutschkurs, gehalten von einem doch sehr talentierten Mitschüler, der es verstand, jedem einzelnen Zuhörer Tränen in die Augen zu treiben. Und natürlich das vorzügliche Essen!

Gegen 22 Uhr schließlich – die Temperaturen nahezu unverändert – lockerte sich die Versammlung immer weiter auf, auch weil ein Gros der Schülerschaft die Location verließ, um sich umzuziehen. Das Programm sah nämlich vor, die Abiturienten mithilfe eines Shuttle-Busses in einen Club zu fahren, wo die anschließende „inoffizielle Abifeier“ steigen sollte.

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  12.07.2012
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
12.07.2012

Schülerleben live

Meine private Abifahrt

Und plötzlich war es so weit: Die letzte Abiprüfung war geschafft. Nach einer Woche lernen war die Freude natürlich sehr groß, alles hinter sich zu haben, wobei der Geostoff zugegebenermaßen sehr spannend war. Am Freitag war Notenbekanntgabe und ich war sehr zufrieden mit meinem Schnitt. Besonders aber damit, dass es sich für mich nicht mehr gelohnt hätte, in die freiwillige Nachprüfungen zu gehen. In Bayern kann man nämlich, wenn einem nur noch wenige Punkte zum nächst bessern Schnitt fehlen, durch eine gute Nachprüfung den Schnitt drehen.

So hatte ich also frei und bin auch gleich mit drei Freundinnen zum Campen an den Vohnsee gefahren. Das war sozusagen meine Abifahrt, da ich auf die allgemeine nicht mitfahren werde. Ich zahle doch nicht 500 Euro dafür, nach Bulgarien zu fahren, mich umgeben von Hochhaushotels zu bräunen und den Kater vom Besäufnis im All Inklusive Hotel vom Tag davor auszuschlafen. Abgesehen davon bin ich zum Zeitpunkt der Abifahrt auch schon in Mexiko.

So sind wir also am Freitag direkt von der Schule ins Voralpenland gedüst. Mit dem VW Bus war nicht nur die Anreise wesentlich entspannter als sie es mit dem Zug gewesen wäre, sondern auch das Einrichten am Campingplatz: Betten aufklappen und fertig. Wettermäßig hatten wir absolut Glück und auch der Campingplatz war ein Traum: Direkt am See im Naturschutzgebiet. Ich war schon so lange nicht mehr in der Natur, dass ich es so richtig genossen habe.

Ein weiteres Highlight war, dass eine Freundin aus Paris wieder zurückgekommen und mitgefahren ist und eine andere, die in München wohnt, auch mit von der Partie war. So haben wir uns alle endlich mal wiedergesehen! Nach drei schönen, entspannten Badetagen ging es dann am Sonntagabend wieder zurück nach Hause. Dann ist es aber vorbei mit der Entspannung. Ich bin nur noch drei Wochen in Deutschland, aber es gibt gefühlt für drei Monate Zeug zu erledigen!

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  11.07.2012
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
11.07.2012

Schülerleben live

Oder doch Medizin?

Wie ihr sicherlich wisst, habe ich mich schon vor langer Zeit darauf festgelegt, nach erfolgreichem Abitur direkt im Herbst mit dem Physik-Studium zu beginnen. Doch je näher ich den finalen Tagen vor der Immatrikulation, beziehungsweise den letzten Tagen in meiner Heimatstadt, komme, desto unsicherer werde ich bezüglich dieser Entscheidung. Aber von Anfang an: Dass meine Noten in der Oberstufe erstaunlicherweise nicht sonderlich schlecht waren, war mir ja vor Bekanntgabe der Abi-Ergebnisse bewusst, auch konnte ich durch Hochrechnungen relativ genau den zu erwartenden Schnitt berechnen. Nun kamen die Abi-Prüfungen und schnell war klar, dass der bisherige Schnitt wohl zu halten sei, vorausgesetzt, mein Bauchgefühl würde mich nicht im Stich lassen. Und so kam der Freitag, an dem die Ergebnisse der einzelnen Prüfungen bekannt gegeben wurden. Ich war tatsächlich besser als erwartet!

Doch einher mit meinem guten Abi geht auch die Unsicherheit, ob ich tatsächlich Physik studieren soll. Irgendwie hat sich in meinem Kopf der Gedanke, Medizin zu studieren, festgesetzt. Weshalb? Ich hatte den größten Teil meiner Schulkarriere in dem Glauben verbracht, niemals die Möglichkeit zu einem Medizin-Studium zu haben, obwohl ich mir eigentlich immer dachte, dass mir das ziemlich viel Spaß machen würde. Und nun habe ich ein Ergebnis erzielt, das mich doch erstaunlich nah an die Realisierung dieses Wunsches katapultiert hat. Da ist guter Rat echt teuer, habe ich mich doch schon um Wohnungen in Jena gekümmert sowie mich innerlich voll und ganz auf Physik eingestellt. Auch wäre es bei Weitem weniger Stress, mich einfach für Physik zu immatrikulieren, schließlich benötigt man dafür nichts als vollständige Bewerbungsunterlagen – einer der Vorteile, die mit einem nicht-zulassungsbeschränkten Studiengang einhergehen.

In Anbetracht der Tatsache, dass ich nur noch knapp zwei Wochen in Deutschland verbringe, erscheint mir die Physik-Option auch etwas sinnvoller. Denn Bewerbungsverfahren und dergleichen sind nunmal für Medizin etwas stressiger, sodass die Koordination aus Frankreich eher schwierig sein dürfte. Naja, ich werde Medizin nun als Plan B im Auge behalten. Sollte mir Physik nicht zusagen, besteht ja immer noch die Möglichkeit, nächstes Jahr zu wechseln.

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  09.07.2012
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
09.07.2012