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Schülerleben live

Einmal Frankreich und zurück

Kaum war das Englisch-Kolloquium rum, hatte ich für die nächsten knapp drei Wochen frei. Allerdings „musste“ ich mich ans Packen machen. Wie ich bereits berichtet habe, stand für mich ja noch die praktische Ausbildung zum Wellenreitlehrer aus. Die trockene Theorie war bekanntermaßen in Köln bereits erledigt worden. Also packte ich meine Siebensachen und machte mich, zusammen mit zwei Mitstreiterinnen, am Donnerstagmorgen um drei Uhr auf den Weg an die französische Atlantikküste. Wir waren mit einem alten VW T3, Baujahr ’89, unterwegs, dementsprechend langsam ging es auch voran. Mit einem Schnitt von gut 90 Stundenkilometern tuckerten wir also gen Westen und kamen nach knapp 18 Stunden an unserem Ziel, etwas südlich von Bordeaux, an.

Der Freitag war sogar noch frei und so hatten wir die Möglichkeit, noch ein bisschen auszuruhen, um unsere Energiereserven für die Woche aufzufüllen. Dies war auch bitter nötig, denn die folgende Woche stellte sich als unglaublich anstrengend heraus: Früh morgens ging es los, wahlweise mit Kursbetreuung, gefolgt von endlosen Nachbesprechungen der Kursstruktur; oder eben Theorievorträgen zu Themen wie Didaktik, Rettungskette oder ähnlichem. Neben all dem hatten wir Lehrproben, Theorievorträge (in meinem Fall „Wellenentstehung“), Videoanalysen, Korrekturlehrproben und abschließend eine zweistündige Klausur. Um den Lehrgang erfolgreich zu abzuschließen, musste ich 50 Prozent in der Klausur erreichen. Aber das habe ich geschafft!

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  14.06.2012
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
14.06.2012

Schülerleben live

Nebenjob im Schwimmbad

Früher dachte ich immer, als Lehrer würde man die komischsten Fragen gestellt bekommen, aber weit gefehlt! Gestern, an meinem ersten Tag als Rettungsschwimmerin, wurde ich eines besseren belehrt: Von grammatikalischen Auswucherungen wie „Ey, wann Dreier?“ bis hin zu rein logischen Fragestellungen wie, „Warum muss man warten, bis der, der vor einem gesprungen ist, weg ist?“, gab es alles. Schön war auch: „Ich habe für eine halbe Stunde Sauna gezahlt und bin mit meinen fünf Kinder hier, die drei Stunden Schwimmbad gezahlt haben und wir sind jetzt eine halbe Stunden zu lange da – wie viel kostet das?“ Ähhm... Moment mal, Mathe Abi ist schon vorbei, das wäre echt eine hoch komplexe Textaufgabe!

Bei der Frage, ob es sich bei der bräunlichen Masse im Nichtschwimmerbecken um menschliche Exkremente handele, blieb ich dem Mädchen allerdings eine Antwort schuldig und gab die Problemstellung mal an einen Kollegen weiter (Es handelte sich dann aber glücklicherweise um ein Pflaster).

Abgesehen von solchen Problemen und jeder Menge dummer Fragen, ist zumindest für mich dieser Nebenjob super! Meiner Meinung nach haben sich sämtlicher Papierkram und auch der Rettungsschwimm- und Erste-Hilfekurs gelohnt. Man wird recht gut bezahlt, darf umsonst schwimmen und in die Sauna, die Stadt ist ein angenehmer Arbeitgeber und meine Kollegen sind auch alle sehr nett.

Aber was macht man jetzt als Rufkraft? Also zunächst arbeitet man dann, wenn gerade besonders viel los ist. Also an Wochenenden, in den Ferien und bei gutem Wetter, weil dann ja zusätzliche Aufpasser für die Freibäder benötigt werden. Das bedeutet einerseits, dass man recht flexibel sein muss, wenn man viel arbeiten will. Andererseits aber auch, dass man nicht arbeiten muss, wenn es einem gerade zu viel ist. Man könnte theoretisch unbegründet wochenlang nicht arbeiten.

Wichtiger Bestandteil der Arbeit ist es auch, Kinder und Jugendliche, die Blödsinn machen, leicht autoritär zurechtzuweisen. Dazu habe ich auch einen Crashkurs bekommen. Am Ende muss man immer fragen: „Haben wir uns verstanden?“ Und auf aufsässige Fragen antworten: „Nichts wieso, ist so!“ oder „Schau dir mal die Baderegeln da hinten an!“ Und wenn sie zurückkommen und sagen, da stünde aber nichts über dies oder jenes, antworten: „Aber da steht, dem Personal sei Folge zu leisten!“

Das absolute Highlight ist aber die Sauna. Ich habe gelernt, wie man einen Aufguss macht, und wie man mit dem Handtuch wedelt. Ich war vorher noch nie in einer Sauna und es hat mir echt gut gefallen – diese Ruhe nach dem dauernden Geschrei im Bad!

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  06.06.2012
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
06.06.2012

Schülerleben live

Physik und Mathe und das Abi ist rum

Nach dem unendlich anstrengenden Aufsatz über das Nichtstun, respektive Deutsch-Abitur, ging für mich persönlich das Abi eigentlich erst richtig los. Mathe und Physik standen auf dem Plan, beides Fächer, in denen ich an sich immer gut war und in denen ich entsprechend meinen Schnitt halten wollte. Das war vermutlich auch der Grund, weswegen ich mit einer gehörigen Portion Druck auf den Schultern in die Physik Prüfung ging. Genauer gesagt war die Pumpe ordentlich am Arbeiten, glücklicherweise stellte sich dies aber im Moment des Prüfungsbeginns wieder ein. Nach kurzem Überfliegen der Aufgaben war recht schnell klar, dass die Vorbereitung ausreichend gewesen war und kein Grund zur Nervosität bestand! Insofern war der Test recht schnell geschrieben, am Ende waren sogar noch gute 30 Minuten übrig und ich hatte Zeit zum Essen.

Als ich heimkam, beschloss ich, wider aller guten Vorsätze, den Tag nicht der Vorbereitung auf das Mathe-Abi zu widmen, sondern ein bisschen zu entspannen. Dies war insofern eher fahrlässig, als ich für Mathe bisher kaum etwas Nennenswertes gemacht hatte, aber das war mir in dem Moment relativ egal.

Am Mittwoch war‘s mir eigentlich immer noch egal, aber ich hab kalte Füße bekommen. Gelernt habe ich natürlich trotzdem nicht. Dafür aber am Donnerstag! Extra früh aufgestanden, trotz Feiertag, und von 8 bis 15 Uhr (fast) durchgelernt. Wirklich beruhigt war ich danach nicht, aber ich hatte beschlossen, es nun gut sein zu lassen.

Dann kam die Prüfung und ich war unglaublich froh, nicht mehr gelernt zu haben. Alles, was ich mehr gemacht hätte, wäre, aus lerntechnischer Sicht zumindest, reine Zeitverschwendung gewesen. Zufälligerweise hatte ich nämlich mit den sieben Stunden Lernen perfekt die Aufgabentypen abgedeckt, sodass das Mathe-Abi ebenfalls sehr gut verlief. Ich fühlte mich, als sei das Abi bereits hinter mir und habe die beiden abschließenden mündlichen Prüfungen beinahe vergessen. Die erste nach nur fünf Tagen, die zweite dann nach den Pfingstferien. Hilft alles nichts, ich werde wohl wieder lernen müssen, aber die Motivation ist trotzdem weg. Ich hoffe mal, die vier Stunden vor der Englisch-Prüfung helfen irgendwie und vertraue einfach mal auf mein Kurzzeitgedächtnis. Der Witz am Englisch-Colloquium ist nämlich, dass die sprachlichen Fähigkeiten zwar in die Bewertung eingehen, der Inhalt jedoch eine viel größere Rolle spielt als das in bisherigen Klausuren der Fall war. Denn man muss den Stoff der vergangenen vier Semester beherrschen. Das heißt im Extremfall, dass man bestimmte Stilmittel der durchgesprochenen Kurzgeschichten können muss beziehungsweise Charaktereigenschaften der Protagonisten von „Brave New World“ aus dem Ärmel schütteln soll.

Ich hoffe einfach, wie immer, auf mein Improvisationstalent. Wird schon irgendwie werden.

Autor: Johannes  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  05.06.2012
Autor: Johannes
Rubrik: auszeit nach dem abi
05.06.2012