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Schülerleben live

Verletzungsgefahr beim Abitur

Von mir hat man in letzter Zeit wenig gehört. Das liegt vor allem daran, dass ich gerade meine Abiturprüfungen schreibe und einerseits nicht viel Interessantes erlebe und andererseits gelernt habe und keine Blog schreiben sollte. Jetzt tue ich das aber trotzdem in einer kleinen Matherlernpause.

Als ich kleiner war und während der Abizeit an der Turnhalle vorbei gelaufen bin, ist mir irgendwie immer so ein kleiner Schauer über den Rücken gelaufen und ich war sehr froh, dass es noch so ewig hin ist, bis auch ich mal in dieser unangenehmen Situation sein werde. Irgendwann war es aber auch bei mir soweit. Im Endeffekt ist es gar nicht so schlimm, wie ich es mir ausgemalt habe: Man hat sich ja die letzten beiden Jahre im Unterricht vorbereitet und jährlich machen tausende das Abitur, das muss also zu schaffen sein.

Natürlich sind die Abiturwochen ziemlich anstrengend, aber so fürchterlich ist es dann doch nicht. Heute ist mir zum Beispiel etwas sehr lustiges im Englisch Abitur passiert: Ich war gerade auf dem Rückweg von der Toilette und wollte mich wieder an meinen Platz setzen, da hat sich irgendwie der rechte Fuß im linken Hosenbein verheddert. Ich weiß auch nicht, wie so was passieren kann! Als ich es danach nachspielen wollte, ist es mir auch partout nicht mehr gelungen. Naja, ich bin umgefallen und zwar mit so viel Schwung, dass ich noch weiter gekippt bin, mit meinem Kopf die Tischkante gestreift habe und dann halb sitzend mit dem Kopf über dem Boden hing. Zu diesem Zeitpunkt haben schon alle laut gelacht.

Die Aufsicht konnte sich den Kommentar, ob ich denn Mr. Beans Spicktechniken weiter ausfeilen wollte, nicht verkneifen.

Naja, jetzt tut mir jedenfalls der Kopf weh, aber wenigstens ist nichts Schlimmeres passiert und alle haben einmal kräftig gelacht, was bei dem Stress ja auch ganz entspannend wirken kann.

Das Abi birgt also scheinbar eher die Gefahr, sich zu verletzten als durchzufallen.

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  01.06.2012
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
01.06.2012

Schülerleben live

Vom Nichtstun

Ich werde jetzt etwas behaupten, was so ziemlich jeden hier etwas überraschen wird: Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus hat ein Fünkchen Humor. Oder zumindest der Teil der Mitarbeiter, der das Deutsch-Abitur 2012 entworfen hat.

Doch von vorne: Seit Mitte der 11. Klasse stand für mich eigentlich fest, das Lernen für das Deutsch-Abi auf ein Minimum zu beschränken. In meinem Fall hieß das, einfach gar nichts zu machen. Ein etwas riskantes Unterfangen, gibt es doch nur ein Themengebiet, bei dem man wirklich nichts lernen muss: Aufgabenteil V, Argumentieren auch in freieren Formen. Hier muss man zu einem vorgegebenen Thema wahlweise eine Erörterung oder einen anderen argumentativen Text zu Papier bringen. 2011 war ein Kommentar über die Freundschaft in Zeiten von Facebook verlangt, entsprechend konnte man davon ausgehen, dass dieses Jahr kein Kommentar drankommen würde. Unser Deutschlehrer hatte uns aber bereits darauf vorbereitet, mit der Alternative, Rede oder Essay, ebenfalls einigermaßen klarzukommen. So ging ich also in die Prüfung, auf ein gutes Thema und eine Rede hoffend. Denn unter einem guten Essay konnte ich mir, um ehrlich zu sein, nicht ganz so viel vorstellen. Wir bekommen also die Themenhefte ausgeteilt, ich blättere gespannt zum Themengebiet V (die anderen hatte ich ja kategorisch ausgeschlossen) und kann meinen Mund erstmal nichtmehr schließen.

„Muße. Vom Glück des Nichtstuns, so lautet der Titel eines im Jahr 2010 erschienenen Buchs von Ulrich Schnabel [...] Gewünscht wird ein Essay über das Nichtstun in einer Länge von etwa 1500 Wörtern. [...]“.

Gut, mit dem Essay hatte ich mich recht schnell abgefunden, doch mit dem Thema – Nichtstun – hatte ich schon ein paar Startschwierigkeiten. Ein derart schwammiger Begriff, dass ich selbst jetzt noch nicht sicher bin, ob ich mich darüber freuen soll, unendliche Freiheiten gehabt zu haben oder aber Angst davor haben sollte, auch ohne weiteres einfach elegant am Thema vorbeigeschrammt zu sein. Nach knapp eineinhalb Stunden fing ich also an, das Thema zu bearbeiten, und siehe da: Ein neuer Vielschreib-Rekord stellte sich ein: Gute zwölf Seiten plus Gliederung und Ideensammlung habe ich zu Papier gebracht. Wobei die Seitenanzahl ja erstmal nicht in Beziehung zur Note steht. So viel über das Nichtstun zu schreiben hätte ich vor vollbrachter Leistung nicht für möglich gehalten, ehrlich! Bleibt abzuwarten, was der Erst- und der Zweitkorrektor davon halten. Im Prinzip würde mich nichts zwischen 11 Punkten und einer glatten Themaverfehlung wundern, also bleibe ich gespannt.

Das ist halt das Los des Nichtstuns: Mangels Alternativen aufgrund fehlender Vorbereitung hat sich das Ministerium wohl gedacht, macht es uns eine Freude und lässt uns Lern-Verweigerer über unsere Vorbereitung schreiben. Respekt!

Autor: Johannes  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  31.05.2012
Autor: Johannes
Rubrik: auszeit nach dem abi
31.05.2012

Schülerleben live

Spicken verboten?

Gestern war es also soweit: Das letzte größere Plenum vor den Abitur-Prüfungen. Auf der Tagesordnung stand zunächst einmal die Punkte-Auswertung, sprich, die Einbringungen der Halbjahresleistungen aus den Klassen elf und zwölf. Gut, für die meisten sollte das an sich wirklich nichts Neues sein, man hat ja normalerweise schon eine Idee von den ungefähren Leistungen der beiden Jahre davor, aber dennoch gab es genug Leute die die ganze Geschichte meisterhaft in die Länge zogen.

So saßen wir also erst mal eine Stunde in einem Raum, der definitiv zu klein für 80 Menschen war, und durften dem wilden Geschnatter punktefeilschender Mitschüler lauschen. Und kaum waren wir damit fertig, ging die eigentliche Odyssee erst los: Abiturbelehrung. Der Inhalt dieser Belehrung passt auf ein DIN-A4- Blatt. Das Ding durchzulesen dauerte ungefähr fünf Minuten. Irgendwie haben wir es trotzdem geschafft, uns eine Stunde lang darüber zu unterhalten. Man glaubt es kaum, aber wir dürfen im Abitur nicht spicken. Handys müssen also ausgeschaltet sein und dürfen sich auch sonst nicht in der Tasche befinden. Man darf nicht auf dem eigenen Block schreiben, sondern muss das bereitgestellte Papier verwenden.

Ich langweile euch? Kein Wunder, das sind alles Dinge, die, zumindest an bayerischen Gymnasien, seit der fünften Klasse so funktionieren, entsprechend entnervt war auch ein Großteil der Versammelten. Offensichtlich wird von uns erwartet, eine eigenständige Recherche-Arbeit, hoch-intellektuell mit dem Terminus wissenschaftspropädeutische Arbeit bezeichnet, anzufertigen. Aber eine DIN-A4-Seite an Fakten zu verstehen, das kann man uns wohl nicht zutrauen!

Das beunruhigende an dem ganzen Plenum war allerdings allein der psychische Druck, dadurch verursach, dass wir gegenseitig unser Lernpensum verglichen. Ich muss ehrlich sagen, in Sachen Abitur war ich bis zu diesem Plenum echt entspannt, viel schiefgehen kann nicht, für mein angestrebtes Physikstudium brauche ich sowieso keinen bestimmten Schnitt und auch sonst bin ich nicht bestrebt, meine Zeit zu sehr der Schule zu widmen. Aber diese 2,5 Stunden, eingepfercht mit fast panischen Mitschülern, haben es tatsächlich geschafft, ein sehr tief sitzendes, ziemlich beunruhigendes Gefühl in mir zu säen.

Damit steht die Entscheidung eigentlich schon fest, mich von der Schule möglichst fern zu halten, zumindest für die nächsten paar Tage vor den Prüfungen. In sechs Tagen geht es dann los, es gilt einen Deutsch-Aufsatz zu schreiben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  18.05.2012
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
18.05.2012