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Schülerleben live

Spicken verboten?

Gestern war es also soweit: Das letzte größere Plenum vor den Abitur-Prüfungen. Auf der Tagesordnung stand zunächst einmal die Punkte-Auswertung, sprich, die Einbringungen der Halbjahresleistungen aus den Klassen elf und zwölf. Gut, für die meisten sollte das an sich wirklich nichts Neues sein, man hat ja normalerweise schon eine Idee von den ungefähren Leistungen der beiden Jahre davor, aber dennoch gab es genug Leute die die ganze Geschichte meisterhaft in die Länge zogen.

So saßen wir also erst mal eine Stunde in einem Raum, der definitiv zu klein für 80 Menschen war, und durften dem wilden Geschnatter punktefeilschender Mitschüler lauschen. Und kaum waren wir damit fertig, ging die eigentliche Odyssee erst los: Abiturbelehrung. Der Inhalt dieser Belehrung passt auf ein DIN-A4- Blatt. Das Ding durchzulesen dauerte ungefähr fünf Minuten. Irgendwie haben wir es trotzdem geschafft, uns eine Stunde lang darüber zu unterhalten. Man glaubt es kaum, aber wir dürfen im Abitur nicht spicken. Handys müssen also ausgeschaltet sein und dürfen sich auch sonst nicht in der Tasche befinden. Man darf nicht auf dem eigenen Block schreiben, sondern muss das bereitgestellte Papier verwenden.

Ich langweile euch? Kein Wunder, das sind alles Dinge, die, zumindest an bayerischen Gymnasien, seit der fünften Klasse so funktionieren, entsprechend entnervt war auch ein Großteil der Versammelten. Offensichtlich wird von uns erwartet, eine eigenständige Recherche-Arbeit, hoch-intellektuell mit dem Terminus wissenschaftspropädeutische Arbeit bezeichnet, anzufertigen. Aber eine DIN-A4-Seite an Fakten zu verstehen, das kann man uns wohl nicht zutrauen!

Das beunruhigende an dem ganzen Plenum war allerdings allein der psychische Druck, dadurch verursach, dass wir gegenseitig unser Lernpensum verglichen. Ich muss ehrlich sagen, in Sachen Abitur war ich bis zu diesem Plenum echt entspannt, viel schiefgehen kann nicht, für mein angestrebtes Physikstudium brauche ich sowieso keinen bestimmten Schnitt und auch sonst bin ich nicht bestrebt, meine Zeit zu sehr der Schule zu widmen. Aber diese 2,5 Stunden, eingepfercht mit fast panischen Mitschülern, haben es tatsächlich geschafft, ein sehr tief sitzendes, ziemlich beunruhigendes Gefühl in mir zu säen.

Damit steht die Entscheidung eigentlich schon fest, mich von der Schule möglichst fern zu halten, zumindest für die nächsten paar Tage vor den Prüfungen. In sechs Tagen geht es dann los, es gilt einen Deutsch-Aufsatz zu schreiben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  18.05.2012
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
18.05.2012

Schülerleben live

Über das Nichtlernen und Chaosbrunchen

Wenn ich mich nicht gerade mit Freunden treffe, schwimme, Geige spiele, Zeitung lese, endlose und mindestens genauso sinnlose Diskussionen führe, koche oder ins Kino gehe, dann sollte ich eigentlich sehr, sehr, sehr dringend fürs Abi lernen.

Meine Top-Ausrede bis heute war immer, dass ich noch zwei Klausuren nach den Osterferien hatte und davor natürlich nicht aufs Abi lernen konnte, sondern nur auf die Klausuren. Und dann fand sie statt: Die letzte Klausur meines Lebens. Das ist natürlich eigentlich Grund zur Freude, aber andererseits auch nicht, denn jetzt hab ich keinen Vorwand mehr. Jetzt helfen nur noch Tee und Kekspausen um die Lernerei zu überstehen. Kennt doch sicher jeder, die kleinen Fressatacken beim Lernen, oder? Meine Theorie ist ja, dass man einfach nur Zeit schindet, während meine Mutter irgendwas von wegen Konditionierung meinte.

Bevor ich jetzt aber wirklich zu lernen beginne, schreibe ich doch erst mal noch meinen Blog und zwar über das wahrscheinlich letzte schöne Erlebnis in der Zeit bis nach dem Abitur: Am Sonntag hatte ich Geburtstag und weil man ja jede Gelegenheit zum Feiern nutzen sollte, musste natürlich irgendetwas passieren. Da mir erst vier Tage vorher aufgefallen ist, dass ich ja doch schon recht bald Geburtstag habe und die meisten fast-Abiturienten die absolute Lerneritis hatten, kam keine große Feier in Frage. Per Facebook – was in dieser Hinsicht dann doch ganz praktisch ist – ließ sich aber noch ein Brunch organisieren. Es war sehr nett, nochmal die meisten meiner Freunde auf einem Haufen zu haben – wer weiß, wann das mal wieder möglich sein wird. Allerdings war ich auch leicht im Stress, da es extrem chaotisch geworden ist. Man stelle sich vor: In der nicht direkt großen Wohnung meiner Mutter 30 Leute auf 18 Stühlen, wovon die Hälfte Klappstühle waren. Naja, es war so wenig Platz, dass sich die, die sich zumindest alle, die sich vorher noch nie gesehen hatten, kennenlernten. Vielleicht, weil meine Freunde alle so kommunikativ und offen sind oder vielleicht auch, weil man sich einfach kennenlernt, wenn man bei seinem Nachbarn fast auf dem Schoß sitzt.

Alles in allem habe ich den Tag jedenfalls sehr genossen und selbstverständlich nichts gelernt, war ja mein Geburtstag – perfekte Ausrede oder? Aber jetzt ist die Schonzeit vorbei! Sofort, nachdem der Blog abgeschickt ist, wird gelernt.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  14.05.2012
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
14.05.2012

Schülerleben live

Eine viel zu kurze Woche

Wie erwähnt ging es am Montag in den Ferien recht zügig ans Eingemachte: nach nur dreieinhalb Stunden Schlaf bin ich mit drei Freunde ins Zillertal zum Snowboarden gefahren. Wie sich das für einen Winterurlaub gehört, war von Erholung keine Spur, die Öffnungszeiten des Gletscherskigebietes wurden gnadenlos ausgenutzt und Schlaf kam wie immer eher zu kurz! Die ersten zwei Tage war das Wetter noch (fast) perfekt: Sonnenschein und super warm, sodass man fast meinte, es sei Sommer!

HALT! Wollten wir nicht Boarden? Genau darin lag auch ein bisschen das Problem, denn die Luft war zwar recht kalt, immerhin bewegten wir uns konstant zwischen 2.000 und 3.000 Metern, aber man merkte eben doch, dass die Sonne im April schon einiges an Kraft vorzuweisen hat. Deshalb verschlechterten sich die Schneeverhältnisse gegen Mittag zusehends, was den Zustand des Freestyle-Parks auch nicht unbedingt begünstigte. An den letzten beiden Tagen verschwand die Sonne dann unter Wolken, die uns am letzten Tag sogar noch Neuschnee bescherten! Ein Genuss für jeden Snowboarder. Natürlich ging auch diese knappe Woche wieder viel zu schnell vorbei und mir nichts dir nichts saßen wir schon wieder im Auto auf dem Weg nach Nürnberg.

Ich weiß immer noch nicht, welcher Teufel mich geritten hat, als ich den Zeitrahmen für diesen Urlaub festgelegt habe. Jedenfalls werde ich NIE wieder an einem Gründonnerstag abends gegen 17 Uhr versuchen, RECHTZEITIG nach Hause zu kommen, denn 60 bis 70 Prozent der Strecke standen wir im Stau. Na gut, ich habe da so eine leise Vermutung, weshalb wir am Donnerstag abreisen wollten... Das nunmehr nur noch fünf Wochen entfernte Abitur drückt sich mit aller Gewalt immer mehr ins Bewusstsein und verlangt eine Menge Aufmerksamkeit. Wenn schon nicht beim Lernen, dann doch zumindest in Form des schlechten Gewissens.

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  10.05.2012
Autor: Johannes
Rubrik: orientieren
10.05.2012