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Praktikum im Studium

Ein weiterer Schritt

Vier Wochen an meiner Praktikumsschule sind vorbei! Traurig verlasse ich das Schulhaus und laufe über den Pausenhof. Auch wenn man „nur“ die Praktikantenrolle einnimmt, ist es immer wieder ein bewegender Moment, eine Klasse zu verlassen. So vieles geht mir bei meiner Heimfahrt durch den Kopf. Situationen, Gefühle, darunter auch Ängste. Es war ein Auf und Ab. Neben schweißtreibenden auch gelassene Momente, ernste, aber auch fröhliche Situationen. Mein Verbesserungsvorschlag an mich: Auf alle Fälle sollte ich mehr Selbstbewusstsein gewinnen, genau überlegen, wie ich als Lehrer auftreten sollte, wie ich mich am besten ausdrücke und mir Respekt verschaffe. Bei den Kleinen in der Grundschule war das bislang kein Problem, doch in der höheren Klasse merkte ich, dass ich noch Luft nach oben habe.
Genau deshalb müssen wir Sonderpädagogen zahlreiche Praktika absolvieren, immer wieder neue Herausforderungen meistern. Wir werden uns unserer Fehler bewusst, reflektieren unser Verhalten und vergleichen uns mit anderen Lehrern. Unterrichtstechnisch muss ich zugeben, habe ich wenig Neues mitgenommen. Aufbau und Struktur sind mir klar. Doch wie gehe ich vor, wenn ein Schüler andere beschimpft und sich mir gegenüber respektlos verhält? Was tue ich, wenn er stur ist, nicht hört und selbst das Verstärken durch Belohnen und Bestrafen versagt? Wie verhalte ich mich bei extremen Familienbedingungen? Oder wie kann ich die Schüler in schweren Momenten unterstützen? Genau das habe ich in diesem Praktikum für mich gelernt- was kann/ muss ich tun, um das zu unterbinden! Am Förderzentrum lernte ich den Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern. Und trotzdem fühle ich mich unvorbereitet. Zu kurz sind diese vier Wochen und zu wenig informativ das Studium, um für solche Vorkommnisse vollkommen gewappnet zu sein.
Als ich dann wieder an mir zweifelte und mir nicht sicher mit meiner Berufswahl war, sah ich die Klasse vor mir. Ich übergab jedem eine Blume, auf der stand: „Schön, dass es dich gibt – du bist ein Geschenk!“ Und genau das ist das Tolle: Egal, wie schwierig ein Schüler ist, wie viele graue Haare er einem verpassen kann – ich kann immer eine geniale Eigenschaft an ihm entdecken, die ihn zu etwas Besonderem macht. Das Feedback der Schüler war großartig und nahm mir die Angst.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  19.10.2017

Praktikum im Studium

Das Wandern ist des Schülers „Lust“

An meiner Praktikumsschule fand ein Wandertag statt. Alle Schüler kamen mit Rucksäcken, bepackt mit Vesper und Getränken, in die Schule. In meiner pubertären 6. Klasse hielt sich die Begeisterung in Grenzen. „Wir würden lieber im Klassenzimmer sitzen und hätten Unterricht, als den ganzen Tag laufen zu müssen, meinte ein Schüler.

Ich dachte mir, dass Schüler heutzutage in Sachen Bewegung ganz schön unmotiviert sind. Sie sitzen meiner Ansicht nach in ihrer Freizeit viel zu oft vor dem Fernseher oder zocken auf ihrer PS4, statt sich draußen auszutoben und mit anderen zu spielen. Viele Schüler haben vertreiben sich sogar im Bus ihre Zeit mit Spielen, wo sich doch zu meiner Schulzeit der meiste Trubel und die meiste Unterhaltung eben dort abspielten. Am Wandertag haben meine Schüler nun ständig gedrängt, am Handy spielen zu dürfen, was untersagt war. Wir Lehrer verdrehten auf solche Fragen hin nur noch die Augen.

Dennoch gab es vereinzelt Schüler, die sich freuten, spazieren zu gehen und tatsächlich Interesse an Bäumen, Tieren und allgemein an der Natur zeigten. Ich hatte meine Becherlupe dabei, die immer gut bei den Kindern ankommt. Wir untersuchten damit Blätter, Insekten und eine Schnecke. Am Wandertag begleitete ich speziell einen Schüler. Er ist sehr verträumt und still. An diesem Tag lernte ich eine ganz neue Seite an ihm kennen. Er entpuppte sich als tierlieb und erzählte von seiner Familie, seinen Freunden und Spielsachen zuhause. Es war toll, so viel Neues über ihn zu erfahren, was ich im Unterricht nie hätte herausfinden können! Auch unser Klassenclown stellte sich beim Ausflug als hilfsbereit und verantwortungsvoll heraus. Selbst die, die er sonst im Unterricht ausgrenzt, behandelte er respektvoll und zuvorkommend. Ich traute meinen Augen nicht, als er jedem einen seiner Kekse anbot.

Als ich vom Wandertag erfuhr, war ich zunächst skeptisch, da meine Praktikumsklasse sehr anstrengend ist. Doch das, was ich am Freitag entdecken durfte, zeigte mir ein ganz neues Bild von dieser Klasse. Sie ließen mich auch spüren, dass ich ein Teil von ihnen geworden bin. Es war einmalig!

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  12.10.2017

Praktikum im Studium

Workaholic?

Erst einmal vorneweg: Mein Praktikum macht mir immer noch Spaß. Größtenteils sind es typische Praktikantenaufgaben, die ich erledige. Zum Beispiel habe ich vorige Woche mehrere hundert Briefe gefaltet und in Briefumschläge gepackt, 60 Plakate mit Flyern beklebt, auf denen die Vorführungszeiten standen, und Gemüse für die Verpflegung einer Band geschnippelt. Dennoch ist es schön zu sehen, dass das, was man tut, auch einen Effekt hat. Als ich am Freitag in der Kneipe gegenüber vom Haus der Springmaus zu einer Geburtstagsfeier eingeladen war, konnte ich stolz erzählen, welche der Plakate in den Fenstern ich aufgehängt hatte, dass das Fensterbild am Büro von mir gemalt wurde und es gut ist, dass ich die Programmhefte draußen täglich auffülle, sonst wären die jetzt schon längst leer.
Was ich allerdings auch merke: Ich bin sehr geschafft. Meine Woche sieht momentan immer so aus, dass ich von 10 bis 18 Uhr Praktikum habe, dann kurz nach Hause fahre, etwas esse und mich dann nochmal für ein paar Stunden in die Mathe-Bib setze, um mich an meine Bachelorarbeit zu setzen. Am Wochenende bin ich ebenfalls tagsüber für mindestens fünf Stunden im Mathezentrum, um weiterzukommen.
Zeit für meine Freunde finde ich unter der Woche gar nicht. Denn nach acht Stunden Arbeit und drei Stunden Bib bin ich froh, wenn ich einfach nur ins Bett gehen und mich entspannen kann. Dafür versuche ich, mir am Wochenende zumindest die Abende für sie freizuhalten.
Was ich von diesem Praktikum auch mitnehme: Ein Nine-to-five-Job ist nichts für mich. Ich bin froh, als Lehrerin später vormittags feste Termine zu haben, die Arbeit am Nachmittag und Abend aber selbst planen zu können. Außerdem muss ich darauf achten, mich nicht zu überfordern. Da ich gerade mit der Bachelorarbeit gut vorankomme und optimistisch bin, rechtzeitig und zufriedenstellend fertig zu sein, bin ich momentan meist gut gelaunt und entspannt. Zwischendurch sah das aber auch anders aus. Vor ein paar Wochen noch hatte ich manchmal das Gefühl, dass mir alles über den Kopf wächst. Da war es noch wichtiger als jetzt, die Wochenenden zu nutzen, um mich zu erholen. Ich weiß, dass der Lehrerberuf stressig ist, und will nicht mit 30 dem Burn-Out erliegen. Darum ist es gut, dass ich jetzt schon probe, mich zeitlich zu managen.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  02.10.2017
Autor: Janna
Rubrik: studium
02.10.2017