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Praktikum im Studium

Ferien im Theater

Um den Lehramtsbachelor abzuschließen, fehlt mir noch das Berufsfeldpraktikum. Dieses Praktikum kann man entweder in einer pädagogischen Einrichtung absolvieren oder im Bereich der studierten Fächer. Für mich war klar: Ich will das Praktikum nutzen, um etwas Neues zu erleben. Ich habe die ganzen neun Jahre auf dem Gymnasium in der Theater-AG gespielt und finde generell alles, was mit Bühne zu tun hat, cool. Also kam mir die Idee, ein Praktikum am Theater zu machen.
Meine erste Bewerbung ging an ein Theater, das auf seiner Website direkt nach Praktikanten für die Regie suchte – nachdem ich wochenlang keine Antwort bekommen hatte, hakte ich nach, nur um zu erfahren, dass alle Plätze bereits vergeben waren. Mittlerweile war das Semester auch schon weiter fortgeschritten, weswegen ich mich nicht mehr auf eine Bewerbung reduzieren wollte, sondern bei allen möglichen Theatern und Organisationen anfragte. Die Ausbeute war sehr ernüchternd: Ein Theater vergab keine Praktika und konnte mir nur anbieten, einen Tag lang zu hospitieren, das Varieté nahm Praktikanten erst ab einem Zeitraum von drei Monaten an und der Slam-Workshop meinte, ich würde die Kapazitäten des Zwei-Mann-Betriebs überschätzen.
Ziemlich frustriert sah ich mich schon mit einem Notfallpraktikumsplatz im Kindergarten sitzen, als eine Freundin plötzlich einen Geistesblitz hatte: Ich könnte es ja noch beim Haus der Springmaus versuchen. Das Kleinkunsttheater hat ein häufig wechselndes Programm und liegt ganz bei mir in der Nähe. Nachdem ich mir die Website angeschaut hatte, konnte ich mir das gut vorstellen und schrieb eine Bewerbung, in der ich neben meinem Interesse am Theater auch erwähnte, dass ich seit zwei Jahren an Poetry Slams teilnehme.
Diese Anmerkung war es wohl, die mir letztendlich geholfen hat. Am nächsten Tag bekam ich einen Anruf, dass normalerweise keine Praktika vergeben werden würden, aber meine Anfrage ihr Interesse geweckt hätte. Daher sollte ich nochmal eine ausführlichere Bewerbung schicken, man würde sich dann nach den Theaterferien wieder bei mir melden. Gesagt getan, ein bisschen länger dauerte es dann doch noch, aber schließlich kam die Nachricht: Praktikum läuft! Ich bin sehr gespannt, was ich alles erleben werde!

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  18.09.2017
Autor: Janna
Rubrik: studium
18.09.2017

Praktikum im Studium (Studium)

Mein Alltag im PSZ

Die Hälfte meiner Praktikumszeit im Psychosozialen Zentrum für Geflüchtete ist schon vorbei. In meiner Arbeitszeit mache ich teilweise Praktikantinnenaufgaben: Ich übernehme Recherchearbeit, kopiere Fragebögen und erstelle oder begleite und unterstütze bei Tagungen und Schulungen, die das PSZ anbietet. In der restlichen Zeit sitze ich als Beobachterin bei den Clearing-Gesprächen dabei, in denen systematisch verschiedene Eckdaten abgefragt werden, um die besondere Schutzbedürftigkeit einzuschätzen. Dabei geht es unter anderem um Biografisches - um die Hintergründe, warum die Person aus ihrem Land geflohen ist, um ihre aktuelle Situation in Deutschland und um die psychische Verfassung der Person.
Außerdem gehe ich mit in die Gruppenangebote, in denen ich mich auch aktiv beteiligen kann. Zum Beispiel gibt es Entspannungs-/Bewegungsgruppen, jeweils getrennt für Männer und Frauen. Dann gibt es jeweils arabische, persische und russische Männer- und Frauengruppen, in denen es teilweise um Alltagsbewältigung oder aufenthaltsrechtliche Aspekte geht oder einfach nur um den Austausch mit anderen Menschen. Zuletzt war ich in der persischen Männergruppe dabei als es um Ernährung ging. Es kamen leider nur drei Männer, also waren wir mit der Sozialpädagogin, der Dolmetscherin und insgesamt sechs Personen. Alle hatten eine Kleinigkeit zu essen dabei, wir haben das Essen geteilt, über die Zubereitung und über Essenskultur in verschiedenen Ländern gesprochen und uns über gesunde Ernährung informiert.
Ein paar Mal habe ich auch sozialpädagogische Aufgaben übernommen. Ich suche zum Beispiel aktuell für eine afghanische Familie eine Wohnung, die den Kriterien des Sozialamts entspricht. Einen anderen Mann habe ich zum Jobcenter begleitet, um zu bewirken, dass die Geldkürzungen, die ihn und seine drei Kinder an die Grenze des Existenzminimums gebracht haben, rückgängig gemacht werden. Ich konnte mich mit ihm zwar nicht unterhalten, da wir keine gemeinsame Sprache sprechen, jedoch denke ich, war es trotzdem gut für ihn, nicht ganz alleine dorthin zu müssen.

Autor: Franca  |  Rubrik: orientieren  |  06.09.2017

Praktikum im Studium

Psychosoziales Zentrum

Mein aktuelles Praktikum mache ich in einem sogenannten Psychosozialen Zentrum (PSZ) für Geflüchtete. Solche Zentren bieten zum Beispiel Migrationsberatung, psychosoziale Beratung oder auch Trauma-Behandlung an. Die Gespräche finden alle in Zusammenarbeit mit Dolmetscherinnen und Dolmetschern statt. Die häufigsten Sprachen sind dabei Arabisch, Persisch und Russisch. Beim Dolmetschen wird nach einem ganz bestimmten Leitfaden vorgegangen: Jedes gesprochene Wort soll übersetzt werden, damit jede Person auch alles versteht. Die Übersetzer sind wirklich nur zur Sprachvermittlung da, sollen ihre eigene Meinung nicht einbringen und keine Kommentare abgeben. Dies fällt manchmal ganz schön schwer, wie ich mitbekommen habe, da die Dolmetscherinnen und Dolmetscher oft aus demselben Land kommen wie die Klientinnen und Klienten und ähnliche Erfahrungen gemacht haben beziehungsweise diese gut nachvollziehen können.

Leider kann ich bei den meisten Gesprächen nicht dabei sein, da es oft um sehr sensible Themen geht. Da wäre es ungünstig, wenn sich mehr Leute als unbedingt nötig im Raum befänden. Ich kann jedoch an den sogenannten Clearing-Gesprächen teilnehmen, bei denen innerhalb von zwei Sitzungen festgestellt werden soll, ob eine Person „besonders schutzbedürftig“ ist, also schnell einen Behandlungsplatz bekommen sollte. Viele der Menschen haben traumatisierende Erfahrungen gemacht. In ihrem Heimatland, wo sie oft Krieg und Elend am eigenen Leib erfahren haben, auf der Flucht, auf der sie ihr Leben riskiert haben und dann auch manchmal bei der Ankunft in Deutschland, wo sie teilweise diskriminiert werden, unter sehr schwierigen Bedingungen untergebracht werden und keinen Anschluss, keine Familie und keine Beschäftigung haben. Die Menschen, die es so weit geschafft haben, sind aber auch sehr ausdauernd und robust und bringen Kräfte und Stärken mit, die hier niemand entwickeln musste.

Autor: Franca  |  Rubrik: orientieren  |  22.08.2017
Autor: Franca
Rubrik: orientieren
22.08.2017