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Praktikum im Ausland

Mein lieber Schwede!

Auf meinem Schoß lag „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand” von Jonas Jonasson. Das Buch handelt von Allan Karlsson, der, wie der Titel verrät, an seinem 100. Geburtstag in ein neues Abenteuer aufbricht. Empfohlen wurde mir das Buch von einem Mitbewohner einer Kollektive in Stockholm, um ein bisschen schwedische Literatur zu genießen. Es war der ideale Begleiter, um Stockholm im Winter zu entdecken.

Ich war zum ersten Mal in Schweden und anstatt alle Museen zu besuchen oder alle Aussichtspunkte zu genießen, wollte ich entdecken, was den Schweden, dessen Kultur und Lebensstil ausmacht. Man sagt, er oder sie sei stilsicher, liebe Aufwendiges und Ausgefeiltes und lege großen Wert auf Qualität und gutes Essen. Entgegen dieser Vorurteile ist Allan aus oben genanntem Roman aber gar nicht so. Allan ist ein Tausendsassa und Abenteurer, der völlig sorglos durchs Leben geht, von Kontinent zu Kontinent wandelt und in seiner Einfachheit die Krisen des letzten Jahrhunderts mit- und überlebt.

Ich konnte mich nicht von dem Buch lösen und nutze jede Minute in der U-Bah, um zu lesen. Ich ließ mich durch Stockholm treiben, immer der Nase nach, um die Stadt zu entdecken. Und selbst als ich mich, wie vereinbart, mit Freunden und Kollegen traf, machte ich Bekanntschaften mit allerlei Allan-Charakteren: Einem Aussteiger, der seinen Laptop mit Solarpanels ausgestattet mit in die Wildnis nahm und von dort aus an seinem IT-Projekt arbeitete. Einem Vagabunden, der ehemals im Finanzsektor gearbeitet hatte und in ein Haus investierte, um eine Kollektive ins Leben zu rufen und die Philosophie von Couchsurfing täglich selbst zu leben. Und einem ehemaligen Diplomaten, mit dem ich über Ethisches Investment und die Vorzüge von Kickstartern philosophierte.

Ohne jegliche Planung außer einem Date zum Holzhacken und der lieben Liebe, dachte ich, dass mein Zwischenstopp in Schweden anders verlaufen würde. Gespräche über Obdachlose, Immigranten, die Wahlen in Spanien und Grübeln über die Zukunft Griechenlands machten meinen Besuch hier sehr ereignisreich, aktuell und im Herzen europäisch.

Autor: Manuel  |  Rubrik: orientieren  |  30.12.2015
Autor: Manuel
Rubrik: orientieren
30.12.2015

Praktikum im Ausland

Hartz IV

Frisch in Berlin angekommen, muss ich der Realität ins Auge schauen: Wenngleich ich schon unendlich viele Schauergeschichten über das Jobcenter und den Hartz IV-Antrag gehört habe, beschloss ich diese Unterstützung zur Finanzierung meines Unterhaltes zu beantragen. Ich war dann doch überrascht, wie einfach dies vonstatten ging.

Es mag sein, dass viele Personen negative Erfahrungen mit dem Jobcenter gesammelt haben, doch bei mir war alles sehr unproblematisch. Zwar wiegt so ein Hartz IV-Antrag bestimmt ein halbes Kilo und es nimmt einige Zeit in Anspruch bis man wirklich alle Dokumente und alle Formblätter beisammen und auch die seltsamsten Fragen beantwortet hat, doch alle Mitarbeiter/innen waren dabei stets hilfsbereit und sehr freundlich.

Für mich lag die große Herausforderung vielmehr darin, dass ich für den Abschluss des Hartz IV-Antrags aufgrund meiner Rückkehr aus dem Ausland und erstmaligen Zuzugs nach Berlin eine Wiederaufnahme in die Krankenkasse beantragen musste. Zudem brauchte ich einen Mietvertrag, einen neuen Personalausweis und eine Meldebescheinigung vom Bürgeramt. Letzteres ist leider komplett überlastet und vergibt Termine nur mit zweimonatiger Wartezeit. Ohne gültigen Personalausweis kann man sich jedoch nicht ummelden und ohne Mietvertrag gibt es keinen Namen am Postkasten (unser Hausmeister reißt ihn konsequent ab) und ohne Namen am Postkasten läuft wirklich vieles schief, wenn es um offizielle Organisationsprozesse geht.

Nach diesen ersten, chaotischen Wochen in Berlin konnte ich diesen riesigen, organisatorischen Knoten jedoch auflösen. Viel Kommunikation und konsequentes Nachfragen haben es möglich gemacht. Ich bin erleichtert, diesen essentiellen Teil hinter mich gebracht zu haben und nun wieder Zeit für andere Sachen zu haben.

Autor: Anni  |  Rubrik: studium  |  28.12.2015
Autor: Anni
Rubrik: studium
28.12.2015

Praktikum im Ausland

Die letzten Tage vor Heiligabend

In meinem letzten Text hatte ich Euch schon von der bevorstehenden Weihnachtsfeier erzählt. Vergangenen Mittwoch, acht Tage vor Heiligabend, war es dann endlich so weit: 33 Kolleginnen und Kollegen und mit mir zehn Praktikantinnen und Praktikanten versammelten sich im Bierkeller der Vertretung. Nach dem Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr, von dem ich mit dem Oktoberfest und dem auf Grund der Terrorgefahr abgesagten Abend im Advent sowohl die positiven, als auch die negativen Highlights miterlebt habe, ging es zum feierlichen Teil über. Bei Gans und später auch weihnachtlichem Gebäck verbrachte ich einen schönen Abend im Kreise der Kollegen.

Die Feier stellte mehr oder weniger den Abschluss des Jahres dar und zwei Tage später verabschiedete sich der Großteil der Beschäftigten der Vertretung in den wohlverdienten Urlaub. Ich bin immer noch in Brüssel und werde Montag und Dienstag noch arbeiten. Doch viel gibt es nicht mehr zu tun. Die Koffer sind gepackt, die Wohnung geputzt und wenn Ihr diesen Text lest, werde ich wohl längst zu Hause bei meiner Familie sein und den Heimaturlaub in vollen Zügen genießen. Schließlich war ich seit Mitte August nicht für mehr als zwei Tage zu Hause.

Was bleibt also am Ende eines solch aufregenden Jahres noch zu sagen? Vier Monate meines Praktikums sind wie im Flug vergangen und wenn ich im neuen Jahr nach Belgien zurückkehre, bleiben mir nur noch sieben Wochen. Eine Zeit, auf die ich mich jetzt schon freue, auch wenn mit ihr das Ende immer näher rückt.

Doch erst einmal kommt Weihnachten und der Start in ein hoffentlich genauso ereignisreiches neues Jahr.

Ich wünsche Euch Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch!

Autor: Christoph  |  Rubrik: studium  |  25.12.2015
Autor: Christoph
Rubrik: studium
25.12.2015