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Praktikum im Ausland

Advent, Advent

Knapp ein Monat ist seit den Terroranschlägen von Paris vergangen. Ein Monat, in dem auch hier in Brüssel alles etwas anders war. Während die Terrorstufe vier galt, war die Stadt zeitweise wie ausgestorben. Schulen und Kindergärten sowie öffentliche Einrichtungen waren geschlossen und auch ich arbeitete von zu Hause aus. Mittlerweile ist wieder ein wenig Normalität eingekehrt und der Alltag ist zurück. Einzig die große Zahl an Soldaten, die vor den Institutionen patrouillieren, erinnern noch an die Geschehnisse.

Ich hatte mich schon seit meiner Ankunft in Belgien auf die Adventszeit gefreut. Das erste Mal, dass ich diese vorweihnachtliche, besinnliche Zeit nicht zu Hause mit meiner Familie verbringen sollte, sondern in einer fremden Stadt in einem anderen Land. Der erste Dämpfer erfolgte schließlich kurz vor dem ersten Advent. Unser lange und intensiv vorbereiteter Abend im Advent in der Vertretung wurde auf Grund der Terrorgefahr vorsorglich abgesagt. Natürlich gab es keine konkrete Gefährdung für die Bayerische Vertretung, doch wer möchte unter diesen Umständen schon die Verantwortung für eine Veranstaltung mit 400 Personen übernehmen? Kurz nach der Absage folgte die Herabstufung der Terrorwarnstufe, was mich noch mehr ärgerte.
Unsere bayerische Europaministerin Dr. Beate Merk ließ es sich trotzdem nicht nehmen, nach Brüssel zu reisen. Sie besuchte uns am nächsten Morgen beim wöchentlichen Jour-fixe, unserer internen Besprechungsrunde. Jeder Mitarbeiter erhielt neben den guten Wünschen der Ministerin auch ein kleines weihnachtliches Präsent. Eine sehr schöne Geste!

Meine Kollegen und ich steuerten als Ersatzveranstaltung nach Feierabend einen der vielen in der Stadt verteilten Weihnachtsmärkte an. Schon seit mehreren Tagen leuchtete die Stadt auf dem Nachhauseweg am Abend in weihnachtlichen Farben. Das Rathaus am Grand Place überrascht jede halbe Stunde mit einer bunten Lichtershow.
Was uns dann am Weihnachtsmarkt erwartete, erinnerte mich sehr an die Heimat. Viele verschiedene Buden, die zusammen eine kleine weihnachtliche Stadt bildeten, in der es herrlich duftete. Der Inhalt der Buden reichte dann vom bekannten Glühwein, der tatsächlich auch in Belgien Glühwein heißt – was mich sehr überraschte, bis hin zu Ständen mit ganz exotischen Dingen, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Irgendwie dann doch ein bisschen wie zu Hause, auch wenn der heimische und weltbekannte Nürnberger Christkindlesmarkt natürlich nicht zu ersetzen ist.

 

Autor: Christoph  |  Rubrik: studium  |  18.12.2015
Autor: Christoph
Rubrik: studium
18.12.2015

Praktikum im Ausland

Jugendklimagipfel in Paris

Während meines Urlaubs nahm ich dieses Jahr an der „Conference of Youth“ (COY) in Paris teil. Diese findet jedes Jahr kurz vor der UN-Klimakonferenz statt. Auf diesem Jugendklimagipfel treffen sich junge Menschen aus aller Welt, um gemeinsam über Klimafragen zu diskutieren.

Nachdem ich mit dem Nachtbus nach Paris gefahren war, wurde ich frühmorgens bei klirrender Kälte vor den Eingangstoren des „Parc des Expositions“ erst einmal abgewiesen. Da ich nicht im Organisationsteam, sondern nur als Teilnehmer und Berichterstatter des „Manifesto“-Teams für „Sustainable Food Productions“ angereist war, durfte ich erst nach acht Uhr morgens in die Messehallen der COY eintreten. Ein Pain au Chocolat und eine heiße Schokolade hielten mich wach, bevor ich mich mit 3.000 anderen Teilnehmern aus aller Welt in das Klimaabenteuer stürzte.

Wir müssen die Art und Weise, wie wir über das Klima reden, ändern, lautete die Devise an allen Ecken. Workshops zur Klimakommunikation, Selbstfindung und nachgespielte Klimagipfelkonferenzen – der Jugendklimagipfel ist ein Event zum Netzwerken für junge Aktivisten und Weltveränderer. Während meine Kollegin und ich versuchten, ein Dokument über nachhaltige Nahrungsmittelproduktion mit Einflüssen von Afrika bis zu den USA zu verfassen, konnte ich in den Pausen alte Bekannte aus Neuseeland treffen, die als Teil der offiziellen Delegation angereist waren und auf dem UN-Klimagipfel ihre Stimme laut machen würden.

Die Rede von einem möglichen Klimawandel war gestern. Es passiert genau jetzt: die Wissenschaftler legen die Daten vor und diese werden nicht mehr angezweifelt. Klimawandel passiert sowohl direkt vor unserer Haustüre als auch weit entfernt. Anstatt Leute zu verunsichern, zu beängstigen oder ihnen Schuldgefühle einzureden, unterhielten wir uns darüber, wie wir positiv und konstruktiv über dieses Thema reden könnten. Am Ende hatten wir das ausgearbeitete Manifesto, Tatendrang in der Luft und Paris vor der Haustür. Wir werden sehen, ob die Hoffnungen der Jugend sich in politischen Taten manifestieren.

Autor: Manuel  |  Rubrik: studium  |  14.12.2015
Autor: Manuel
Rubrik: studium
14.12.2015

Praktikum im Ausland

Schuljahresende

Hier in Bolivien sind wir gerade mitten in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien. Das muss für euch in Deutschland sehr seltsam klingen, aber hier ist wirklich gerade der Sommer angebrochen. Die versprochene Regenzeit hält sich allerdings immer noch zurück, dafür sind die Nächte milder geworden. Das heißt, ich brauche keine vier Bettdecken mehr, drei reichen auch.

Das Ausbleiben des Regens macht es jedenfalls schwer, unser Gartenprojekt voranzutreiben. Die ersten Versuche Bäume zu pflanzen, waren leider wenig erfolgreich. Die Pfirsiche und die Feige sind schon eingegangen, nur die Apfelbäumchen und die Ulme haben überlebt. Ob die Kartoffeln gut gedeihen, wird sich herausstellen, aber wegen der Trockenheit konnten wir den Salat, den Thomas vorgezüchtet hat, noch nicht aussetzen.

Dafür haben wir ausprobiert, ob man mit den Kindern Papierschöpfen kann. Das mussten wir mangels eines Rahmens zwar ziemlich improvisieren, zum Glück steht uns in der Küche aber ein riesiges Püriergerät zur Verfügung, mit dem sich aus den vorgerissenen Papierschnipseln ein hervorragender Cellulosebrei herstellen ließ. Das Ganze musste anschließend nur noch mit einem Nudelholz auf einem Tuch ausgerollt werden und einen Tag lang trocknen. Bald wollen wir ein Riesenpapier angehen, auf dem wir zusammen mit den Kindern ein Plakat zum Thema „Papierherstellung“ gestalten. Soweit zumindest der Plan.

Im Projekt bleibt uns dafür sogar noch ein bisschen mehr Zeit als an den Schulen, denn obwohl die Ferien nächste Woche anfangen, wird Yachay Mosoj bis zum 16. Dezember geöffnet haben. Allerdings kommen schon deutlich weniger Kinder. Vormittags ist fast niemand mehr da, weshalb ich mich zu der Zeit immer mehr in die Küche zurückziehe und dort aushelfe. Das ist auch der Grund dafür, dass es mit dem Englischunterricht bisher noch nicht geklappt hat. Ab und an kommt aber schon der eine oder andere mit seinen Englisch-Hausaufgaben zu mir, was mir jedoch nur noch mehr vor Augen führt, wie spärlich diese Weltsprache hier unterrichtet wird. Dafür spricht aber fast jeder Quechua, eine der indianischen Sprachen. Etwas paradox ist das schon.

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  09.12.2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
09.12.2015