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Praktikum im Ausland

Terror in Brüssel - Teil 2

Nach den Razzien und Festnahmen im Zuge der Anschläge von Paris überschlugen sich die Ereignisse in Brüssel. Über verschiedene Liveticker verfolgten meine Kollegen und ich die Geschehnisse in der Stadt. Es wurde von weiteren Razzien berichtet und die Bevölkerung wurde gewarnt. Kurz bevor wir uns schließlich im Hof der Vertretung versammeln wollten, um die europaweite Schweigeminute in Gedenken an die Opfer von Paris gemeinsam zu begehen, erreichte mich eine schockierende Tickermeldung: „Schießerei in der Rue de la Loi“.Das war die zentrale Straße, die das Europaviertel mit der Innenstadt verbindet. Die Straße auf der ich noch am Tag zuvor mit meiner Schwester zum Bahnhof gelaufen war und die jeden Tag auf meinem Weg zu Arbeit liegt. Die Nerven lagen blank.

Später stellte sich das jedoch als Falschmeldung heraus. In einer Parallelstraße war ein verdächtiges Auto mit französischem Kennzeichen gefunden worden, dass von der Polizei aufgesprengt wurde. Auch nicht schön, aber trotzdem in dieser Situation sehr beruhigend. Mein Tag war trotzdem gelaufen. Beinahe im Minutentakt erreichten mich besorgte Nachrichten aus der Heimat – was den Arbeitsablauf natürlich behinderte – aber an diesem Tag war sowieso alles anders. Trotzdem war viel zu tun. Der Trubel erreichte mich mitten in unserer anstrengendsten Woche seit dem Oktoberfest und am Abend sollte Staatsministerin Dr. Merk bei uns im Haus zu Gast sein. Leider kamen auf Grund der Ereignisse des Tages nur wenige Besucher in die Vertretung, was die Stimmung noch mehr dämpfte.

In den folgenden Tagen blieb es zum Glück weitgehend ruhig, wodurch sich auch meine Freunde und Familie in Deutschland wieder etwas entspannten. Am Wochenende erwartete ich wieder Besuch von Freunden, die sich ihre Reise nach Brüssel aber verständlicherweise noch zweimal überlegten. Freitagnachmittag holten sie mich in der Vertretung ab, wo ich ihnen noch kurz die Räumlichkeiten zeigte. Anschließend verbrachte ich mit ihnen einen schönen Abend und führte sie, wie meine Schwester, durch die Innenstadt. Nachdem ich sie knapp drei Monate nicht gesehen hatte, war es schön sie wieder bei mir zu haben, besonders nach der letzten Woche. Leider stellte sich jedoch schon am nächsten Morgen heraus, dass der Freitag der einzig schöne Tag ihres Besuchs bleiben sollte.

Autor: Christoph  |  Rubrik: studium  |  27.11.2015
Autor: Christoph
Rubrik: studium
27.11.2015

Praktikum im Ausland

Das Jobangebot

Mitten im Konvertieren von Videos und Moderieren der Webinare fragte mich unsere Managerin, ob ich fünf Minuten Zeit hätte. Die sonst so freundliche Dame hörte sich in diesem Moment ziemlich ernst an und ich fragte mich schon, ob ich irgendetwas vermasselt hatte. In ihrem Büro erklärte sie mir, dass es wegen des Krankheitsausfalls einer Kollegin den Plan gäbe, eine Arbeitskraft für drei Tage pro Woche einzustellen. Doch statt jemanden neuen einzuarbeiten, würde sie mir gerne einen Vertrag für ein Jahr anbieten: eine Festanstellung in der Bildungsabteilung, jedoch mit 80 Prozent administrativen Aufgaben.

Dementsprechend verbrachte ich das Wochenende mit Grübeln. Ich rief meine Freunde und meine Familie an und teilte ihnen erst einmal die freudige Neuigkeit mit, dass mir hier eine tolle Chance angeboten wurde. Aber mehr und mehr schien es mir, als ob das Angebot gerade nicht das Passende sei. Am Samstag kam eine nette Grußkarte meiner Mutter an. Sie wies mich darauf hin, dass in unserem Dorf viele Flüchtlinge untergebracht sind und deren Kinder den örtlichen Kindergarten besuchen. Obendrein waren dann da die Geschehnisse in Paris sowie die Info, dass mein Vater vielleicht am Burnout-Syndrom leidet. Das alles sagte mir, dass es daheim genügend Herausforderungen und vielleicht eine Rolle und Aufgabe für mich geben könnte – auch wenn diese nicht mit einem Gehalt, ordentlichen Arbeitszeiten und anderen Spesen vergütet werden würden.

Ich hatte meine Entscheidung noch nicht getroffen, als meine Managerin mich, eine halbe Stunde nachdem ich die Nachricht über den Gesundheitszustand meines Vaters gehört hatte, abpasste. Spontan und meiner Intuition folgend legte ich ihr oben Genanntes dar und lehnte das Angebot schließlich ab. Normalerweise ist das der Zeitpunkt, an dem man in Gehaltsverhandlungen einsteigt, denn wer ein Jobangebot erhalten hat, ist gefragt und das Unternehmen an einem interessiert.

Zu guter Letzt war der Kommentar meiner Kollegin im Supermarkt sehr einprägend, als sie meinte, dass in meinem Alter ein Leben auf der Insel langweilig sei und ich nicht in einem Büro sondern im Feldeinsatz unterwegs sein sollte. Daher freue ich mich nun auf neue Herausforderungen und zwischenmenschliche Interaktion daheim. Und die Jobsuche wird fortgesetzt!

Autor: Manuel  |  Rubrik: orientieren  |  26.11.2015
Autor: Manuel
Rubrik: orientieren
26.11.2015

Praktikum im Ausland

Terror in Brüssel

Mehr als eine Woche ist nun seit den schrecklichen Anschlägen von Paris vergangen und noch immer steht ganz Europa unter Schock. Auch hier in Brüssel ist die Lage mehr als angespannt.

Letztes Wochenende war meine Schwester zu Besuch bei mir in Belgien. Nach ihrer Ankunft am frühen Freitagnachmittag ging unser erster Weg in die Innenstadt. Ich zeigte ihr den Grand Place, das Manneken Pis und die große Einkaufsstraße mit den vielen verschiedenen Geschäften. Durch die lange Anreise per Zug war meine Schwester ziemlich erschöpft, so dass wir nach dem Abendessen zurück in meine Wohnung gingen, um entspannt das Länderspiel Frankreich gegen Deutschland am Fernseher anzuschauen.

Doch es wurde alles andere als ein entspannter Abend. Bis spät in die Nacht verfolgten wir schockiert die Ereignisse in der französischen Hauptstadt, die nur etwas mehr als 250 Kilometer von Brüssel entfernt liegt. Knapp fünf Wochen vorher war ich auf Grund der kurzen Entfernung selbst noch in Paris gewesen und hatte dort ein Wochenende verbracht, was mich noch mehr betroffen machte.

Trotzdem ließen meine Schwester und ich uns am nächsten Tag nicht abschrecken und gingen weiter auf Stadtbesichtigung. Insgeheim war ich etwas froh, dass wir die Innenstadt am Tag zuvor schon abgearbeitet hatten. Ich hatte schon ein mulmiges Gefühl, doch es blieb ruhig. Den ganzen Tag waren mir aber schon unverhältnismäßig viele zivile Polizeiwagen aufgefallen, was sich am Abend dann auch durch Nachrichtenmeldungen erklärte. „Razzien in Molenbeek, Verdächtige festgenommen“. Nicht einmal 24 Stunden hatte es also gedauert, bis der Schrecken auch Brüssel erreicht hatte.

Am nächsten Morgen brachte ich meine Schwester dann auch schon wieder zum Bahnhof. Am liebsten hätte sie mich ins vermutlich sicherere Deutschland mitgenommen, doch das ging nicht. Zusammen mit meinen Praktikantenkollegen fuhr ich dann an diesem Tag nach Maastricht. Wir wollten einfach raus aus Brüssel und weg von der ganzen Angst. Trotz der Umstände hatte ich viel Spaß und einen schönen Tag, der eine wirkliche Erholung war.

Autor: Christoph  |  Rubrik: studium  |  24.11.2015
Autor: Christoph
Rubrik: studium
24.11.2015