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Praktikum im Ausland

Das Oktoberfest in Brüssel

Seit meinem ersten Arbeitstag in Brüssel standen die Vorbereitungen für das Oktoberfest im Fokus. Nachdem die letzten drei Tage zuvor den vollen Einsatz des gesamten Teams forderten, war der große Tag endlich gekommen: Das Bayerische Oktoberfest in Brüssel wurde feierlich eröffnet. Leider musste unser bayerischer Ministerpräsident Horst Seehofer wegen einer Regierungserklärung am folgenden Tag seinen Besuch absagen. Trotzdem war schon beim Sponsorenempfang am späten Nachmittag viel Prominenz geboten. Als Ersatz für das Landesoberhaupt erschien die bayerische Europaministerin Dr. Beate Merk. Außerdem waren Vertreter der Sponsoren anwesend, die den gesamten Eröffnungsabend finanzierten, um den Steuerzahler nicht zu belasten. Den perfekten Rahmen mit bayerischem Flair lieferten eine Delegation der bayerischen Gebirgsschützen in ihrer typischen Tracht sowie eine Blaskapelle vom Tegernsee.

Nach den üblichen Grußworten und einem kurzen Stehempfang in der Vertretung folgte ein feierlicher Festzug von der Bayerischen Vertretung zum Festzelt hinter einem angrenzenden Park, das in den Tagen zuvor aufgebaut und typisch geschmückt wurde. Dort angekommen hieß es für alle Mitarbeiter der Vertretung erst einmal arbeiten. Am Einlass gab es verschiedene Tische, an denen sich die Gäste registrieren lassen mussten. Außerdem waren Kollegen abgestellt, die die VIPs direkt am Auto empfingen und zu ihrem Platz führten; jeder war in mindestens zwei Schichten eingeteilt.

Am Ende des Abends wurden dann an alle Gäste eigens angefertigte Lebkuchenherzen mit der Aufschrift „Bayerisches Oktoberfest Brüssel 2015“ verteilt, die gut ankamen und äußerst beliebt waren. Anschließend konnten auch wir den Abend genießen und nach dem anstrengenden Tag erst einmal essen und trinken. Das Bayerische Landwirtschaftsministerium hatte den Mitarbeitern einen Ochsen spendiert, der frisch gegrillt als Braten serviert wurde.

Da Dienstpflicht bis 24 Uhr angesetzt war, blickte ich am nächsten Morgen in sehr viele müde Gesichter. Trotzdem waren alle sehr zufrieden, da der Eröffnungsabend ein voller Erfolg war, und alle freuten sich auf die restlichen Tage ohne stressige Arbeit am Abend. Auch für uns Praktikanten war das wohl eine der interessantesten Wochen, in denen die bayerische Heimat gefühlt ganz nahe ist.

Autor: Christoph  |  Rubrik: studium  |  21.10.2015
Autor: Christoph
Rubrik: studium
21.10.2015

Praktikum im Ausland

Umfragen

Vergangene Woche ging mir sehr oft ein Sprichwort durch den Kopf, das meine Sozialkunde-Lehrerin häufig zu sagen pflegte: Traue nur der Statistik, die du selbst gefälscht hast. Nun, wir erstellen momentan eine Statistik hier im Projekt, basierend auf einer Umfrage, die wir unter den Schülern verschiedener Altersgruppen, Lehrern und Eltern durchgeführt haben. Das Projekt „Yachay Mosoj“, so wie es jetzt ist, wird im Dezember enden und im Februar in überarbeiteter Form, mit neuer Motivation und neuen Angeboten für die Kinder und Mütter wieder aufgebaut. Unter anderem wird ein neu gebautes Gebäude, in dem sich auch mein Zimmer befindet, komplett in Betrieb genommen. Dort soll ein Elektronik-Kurs gehalten, ein neuer Computerraum eingerichtet und eine Bäckerei eröffnet werden.

Die Umfrage diente dazu, die Angebote perfekt auf die Bedürfnisse der Menschen im Viertel anpassen zu können. So zogen wir also bewaffnet mit Papier und Stift los in die Schulen, um alle Altersgruppen von der ersten bis zur zwölften Klasse in die Mangel zu nehmen. Allerdings waren sich sogar die Erwachsenen im Team nicht immer ganz einig, was die eine oder andere umständlich formulierte Frage überhaupt genau bedeuten sollte – und für sie ist Spanisch noch nicht einmal eine Fremdsprache. Für mich war es schon eine sehr große Herausforderung, für die Kleinsten andere Worte zu finden, damit auch sie wahrheitsgemäß antworten konnten. Größtenteils ging es um die Berücksichtigung der Rechte der Kinder in der Schule und die sozioökonomische Situation bei ihnen zu Hause. Weitere Punkte betrafen die Gesundheitsversorgung und eventuelle Arbeitsumstände, sollte das Kind irgendeiner Art von Arbeit nachgehen. Bei vielen der Fragen wagte ich es allerdings zu bezweifeln, dass das Ergebnis letztendlich in irgendeiner Form aufschlussreich sein könnte.

Die ganze Woche verbrachten wir schließlich damit, Excel-Tabellen und Kreisdiagramme zu erstellen, bis wir an die 200 Fragebögen in Prozente verwandelt hatten. All dieser Aufwand bedeutete einen Aufschub des monatlichen Planungstreffens aller Mitarbeiter von „Yachay Mosoj“ und damit dem Zeitpunkt, an dem ich endlich feste Aufgaben zugewiesen bekommen würde. Hoffentlich wird das bald nachgeholt, damit ich mich auch mal nützlicher fühle und nicht nur so, als würde ich auf Kosten des Projektes leben.

Autor: Lea  |  Rubrik: orientieren  |  16.10.2015
Autor: Lea
Rubrik: orientieren
16.10.2015

Praktikum im Ausland

Eine unangenehme Situation

Brüssel hat eine hohe Kriminalitätsrate. Das wurde mir gleich am ersten Tag bei der Praktikanteneinführung gesagt. Man werde nicht gleich umgebracht, trotzdem könne es schon einmal passieren, dass man überfallen und ausgeraubt würde. Auch Wohnungseinbrüche wären nichts Ungewöhnliches. Am besten nachts nicht alleine in verlassenen Gegenden unterwegs sein und generell Vorsicht walten lassen, waren die gutgemeinten Tipps.

Viele meiner Kollegen gehen nur noch ohne Wertgegenstände aus dem Haus oder fahren abends nicht mehr alleine in der Metro. Ich hingegen bildete mir ein, mit meinem nicht gerade schmächtigem Körperbau und Auftreten vermutlich nicht das erste Ziel solcher Angriffe zu sein. In den ersten zwei Wochen meines Auslandsaufenthaltes hier, als mein Praktikum noch nicht begonnen hatte, war ich ausschließlich allein unterwegs und kam auch oft erst spät nach Hause. Nach der Ansprache wurde ich jedoch vorsichtiger.

Heute Morgen, dem ersten Tag nach dem Wochenende, hatte ich etwas verschlafen. Ich machte mich schnell fertig und lief zur Arbeit. Plötzlich stand ein Mann vor mir, versperrte mir den Weg und sprach mich an. Woher ich komme, und ob ich gerade auf dem Weg in die Arbeit sei, fragte er und schmeichelte mir, dass ich gut Englisch spreche, was nach meiner eigenen Einschätzung aber nicht der Fall ist. Ich war etwas verwirrt. Mein Gegenüber hatte beide Hände in seiner Jackentasche versteckt, was mich unsicher machte und mir anscheinend auch anzusehen war. Ich sollte mir keine Sorgen machen, er würde mir nichts tun und wollte nur reden. Doch das verunsicherte mich nur noch mehr. In der sonst so gut besuchten Straße war in meiner Wahrnehmung auf einmal fast nichts mehr los. Ich wusste nicht, was ich machen sollte. Der Mann war etwas größer als ich, und kräftig gebaut und kam immer näher auf mich zu. Mit einem Blick auf die Uhr deutete ich an, dass ich wenig Zeit hätte und schnell weiter müsse. Natürlich alles nur ein Vorwand, da ich keine festen Arbeitszeiten habe und es keine Rolle spielt, wann ich morgens im Büro bin. Doch komischerweise funktionierte es. Der Mann machte den Weg frei und ging weiter. Das ist gerade noch einmal gut gegangen!

Vielleicht hört sich die Geschichte völlig harmlos an und vielleicht wollte sich der Mann tatsächlich nur ein wenig unterhalten. Allerdings war mir die Situation nicht wirklich geheuer, und ich war froh als ich in der Arbeit angekommen war.

Autor: Christoph  |  Rubrik: studium  |  08.10.2015
Autor: Christoph
Rubrik: studium
08.10.2015