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Praktikum im Ausland

Der erste Eindruck

Nun war er also gekommen, der erste Tag meines Praktikums bei der Vertretung des Freistaates Bayern bei der EU. Morgens meldete ich mich an der Pforte und wurde sofort von der zuständigen Mitarbeiterin freundlich begrüßt und durchs Haus geführt. Die Sommerpause, die in der Politik im August stattfindet, war gerade erst zu Ende gegangen. Viele Referatsleiter und auch alle anderen neuen Praktikanten kamen erst zum 1. September zurück in die Vertretung. Es war also ziemlich ruhig und meine erste Aufgabe bestätigte jedes Vorurteil über Praktika: Ich durfte Briefe falten, in einen Umschlag stecken und nach Adressaten sortieren. Hintergrund ist das bald stattfindende Oktoberfest in Brüssel, das die Bayerische Vertretung alle zwei Jahre ausrichtet und das die beliebteste Veranstaltung in ganz Brüssel sein soll, was mir durch viele Reaktionen so auch schon bestätigt wurde.

In Brüssel wird der Freistaat Bayern – genauso wie alle anderen Bundesländer und viele Regionen Europas – vertreten. Jedes Ministerium schickt einen Referenten nach Brüssel, der von dort über die Geschehnisse bei der Europäischen Union berichtet. Ich wurde, anders als die anderen Praktikanten, keinem der Ministerien zugeordnet. Mein Schwerpunkt liegt auf der Betreuung des Internetsauftritts, dem Schreiben von Berichten über Veranstaltungen, dem Anlegen von Fotostrecken und auch dem Mithelfen bei der Organisation von Veranstaltungen. Also war das Eintüten der Einladungen ja gar nicht so verkehrt.

Nach wenigen Tagen Anlaufzeit stand dann auch schon die erste Veranstaltung an: Die Hanns-Seidel Stiftung richtete in unserem Haus eine abendliche Podiumsdiskussion zum Thema „Multilateralismus – Die EU bei der UNO“ aus. Viele ehemalige EU-Botschafter der UNO erzählten von ihren Erfahrungen und Erlebnissen. Die Diskussion war wirklich sehr interessant und ich hielt alles schriftlich fest, um am nächsten Tag meinen ersten Artikel zu verfassen. Zum Abschluss des Abends gab es eine bayerische Spezialität: Nürnberger Bratwürste mit Sauerkraut und Senf. Für einen Franken beim Freistaat Bayern am ersten Abend ein Traum! Ich war endgültig in Brüssel angekommen und war mir sicher, ich hatte alles richtig gemacht.

Autor: Christoph  |  Rubrik: orientieren  |  16.09.2015
Autor: Christoph
Rubrik: orientieren
16.09.2015

Praktikum im Ausland

Aller Anfang ist schwer

Am Dienstag fuhr ich erst mit dem ICE nach Köln, von wo es nach vier Stunden Aufenthalt per Bus weiter nach Brüssel ging. Abends kam ich dort an und machte mich erschöpft mit dem Taxi auf den Weg zu meiner Wohnung. Ich habe ein Zimmer mit Bett, Tisch und Schrank sowie Bad und Küche in einem für 500 Euro pro Monat gemietet. Brüssel ist ein teures Pflaster!

Trotz des anstrengenden Tages ging ich noch an meinem ersten Abend auf Entdeckungstour und landete im Jubelpark, einem groß angelegten Park an dessen Ende ein großer Triumphbogen steht, der Belgiens Unabhängigkeit im Jahre 1830 gewidmet ist. Ich war sofort beeindruckt und fühlte mich auf Anhieb wohl in der neuen Stadt. Am nächsten Morgen ging ich zum Einwohnermeldeamt, von wo ich wegen Personalmangel wieder weggeschickt wurde. Ich sollte am nächsten Tag wiederkommen, dann würden auch Anträge von EU-Bürgern bearbeitet werden, für die wegen der vielen Flüchtlinge nur wenige Kapazitäten pro Tag verfügbar seien. Ich kam um sechs Uhr morgens und selbst das war schon zu spät. Letztlich konnte ich mich dann online anmelden.

In den nächsten Tagen ging ich immer wieder los und schaute mir verschiedene Teile der Stadt an. Das Europa-Viertel, der Grand Place mit seinem imposanten Rathaus oder das weltberühmte Manneken Pis gefielen mir besonders gut. Nur mit der Sprache hatte ich noch ein paar Probleme. Mein Eindruck: Die meisten Menschen in Brüssel wollen oder können nicht Englisch sprechen. Bislang bekam ich – abgesehen von meinem Vermieter und der Behörde – genau eine Antwort auf Englisch und das war ein einfaches ‚yes‘ eines Taxifahrers. Es zeichnet sich also ab, dass ich nicht drum herum kommen werde, ein wenig Französisch zu lernen, um mich im Alltag besser durchschlagen zu können. Immerhin kann ich schon ‚bitte‘ und ‚danke‘ sagen. Besser als nichts!
In der nächsten Woche geht die Stadtbesichtigung für mich weiter, bevor dann bald mein Praktikum beginnt. Ich bin gespannt, was mich hier noch so alles erwartet. In diesem Sinne: Au Revoir!

Autor: Christoph  |  Rubrik: studium  |  03.09.2015
Autor: Christoph
Rubrik: studium
03.09.2015

Praktikum im Ausland

Was bisher geschah

Ich bin Christoph, 20 Jahre alt und aus Stein bei Nürnberg. Ich studiere im fünften Semester Ressortjournalismus an der Hochschule Ansbach. Im kommenden Wintersemester steht das praktische Studiensemester an, das ich bei der bayerischen Staatskanzlei in Brüssel absolvieren und für das ich das kommende halbe Jahr im Ausland verbringen werde. Doch der Reihe nach!

Meine Schullaufbahn verlief relativ normal. Vier Jahre Grundschule, dann der Übertritt aufs Gymnasium und keine Ahnung, was danach einmal folgen sollte. Doch wer wusste das damals schon? Aber noch waren ja im besten Fall acht Jahre Zeit, um einen Plan zu entwickeln. Nach verschiedenen Praktika zur Berufsorientierung, die ich alle eher im wirtschaftlichen Bereich bei größeren Firmen machte, stand für mich schnell fest: Das ist nichts für mich!
Aber was dann? Ich überlegte, wofür ich mich eigentlich interessiere, und kam immer wieder auf ein Ergebnis: Sport, vor allem Fußball. So reifte in mir der Traum, eines Tages Sportjournalist zu werden und über die großen Sportereignisse in der Welt zu berichten. Arbeiten und dabei richtig Spaß zu haben; sozusagen das Hobby zum Beruf machen.
In den verbleibenden vier Jahren Schulzeit arbeitete ich also mit Hochdruck daran, einen für das Studium genügenden Abiturschnitt zu erreichen. Ich hatte nach intensiver Recherche den Studiengang Ressortjournalismus in Ansbach ausfindig gemacht, den es noch nicht lange gab. Es ist einer der wenigen derartigen Studiengäne in Deutschland, der eine Möglichkeit zur Spezialisierung auf Sportjournalismus ermöglicht und dafür keine hohen Gebühren verlangt, wie es an einigen Privathochschulen der Fall ist. Und mein Plan ging auf. Ich bestand das Abitur mit einem Schnitt von 2,2 und erhielt nach zwei bangen Monaten des Wartens eine Zusage.
Nach drei Semestern Grundausbildung folgte dann im letzten Semester die Schwerpunktwahl, womit das Studium für mich gefühlt erst richtig begann. Nebenbei machte ich meine ersten journalistischen Erfahrungen und berichtete etwa für den „Szene Extra!“-Teil der Nürnberger Nachrichten über verschiedene Themen am Studienstandort Ansbach.

Und jetzt das praktische Studiensemester in Brüssel. Kenner der Szene, die den Text bis hierhin aufmerksam gelesen haben, würden vermutlich auf ein Praktikum beim RSC Anderlecht, dem ortsansässigen Fussballverein tippen. Wer mich selbst vor einem Jahr gefragt hätte, hätte wahrscheinlich genau diese Antwort bekommen, weil ein halbes Jahr im Ausland für mich damals noch unvorstellbar war. Weg von zu Hause, in ein fremdes Land, in dem eine Sprache gesprochen wird, die ich nicht verstehe. So was kam nicht in Frage.
Schon vor eineinhalb Jahren verschickte ich die ersten Bewerbungen an unzählige Unternehmen, an PR-Abteilungen von Sportvereinen und an große Sportsender im Fernsehen. Doch zurück kamen durchweg Absagen. Sportjournalismus ist ein hart umkämpftes Feld mit vielen Bewerbern – das lernte ich spätestens jetzt – in dem es selbst für ein Praktikum sehr schwer ist, einen Fuß in die Tür zu bekommen.

Als vor vier Monaten Verzweiflung und Panik fast ihren Höhepunkt erreicht hatten, erfuhr ich zufällig von der Möglichkeit, das Praxissemester bei der bayerischen Staatskanzlei zu absolvieren, die gezielt Studierende aus Ansbach suchte, da sie mit ihnen gute Erfahrungen gemacht hatte. Ursprünglich hatte ich mich für die Zentrale in München beworben, doch sie suchten auch noch einen Praktikanten für die Vertretung bei der EU in Brüssel und boten mir diese Stelle an. Nach kurzem Überlegen sagte ich zu.

Meine Ansichten haben sich im vergangenen Jahr verändert. Ein halbes Jahr im Ausland halte ich nun für eine gute Erfahrung, die sich im Lebenslauf nicht schlecht macht. Der Sport bleibt zwar zunächst auf der Strecke, doch bei der Arbeit im seriösen Politikgeschäft kann ich mit Sicherheit auch viel lernen. In welchem Feld ich später einmal arbeite, ist damit aber noch nicht entschieden – oder in der Fußballsprache gesagt: Es ist ein kurzes Auswärtsspiel in Brüssel.

 

Autor: Christoph  |  Rubrik: studium  |  24.08.2015
Autor: Christoph
Rubrik: studium
24.08.2015