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Praktikum im Ausland

Fahrradfahren in Mexiko Stadt

Als ich vor zwei Jahren das erste Mal in Mexiko-Stadt war, hat mich der extreme Verkehr einerseits beeindruckt, aber andererseits auch geschockt. Für mich waren innerstädtische, autonbahnartige, siebenspurige Straßen wie der Eje Central oder der Peripherico etwas ganz Neues. Auch daran, dass man sich grundsätzlich weder an Geschwindigkeitsbegrenzungen, Ampeln noch Verkehrsregeln hält, war ich nicht gewöhnt. Hier herrscht grundsätzlich das Recht des Stärkeren. Als Fußgänger oder als Fahrradfahrer sollte man also doppelt und dreifach aufpassen. Wenn mir jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass ich eines Tages durch die Stadt radeln werde, hätte ich ihn für verrückt erklärt.

Allerdings hat sich in den letzten zwei Jahren so einiges geändert: Die Stadt hat erste aufofreie Radwege gebaut und es hat sich ein regelrechter Fahrradhype entwickelt. Das geht so weit, dass es Radtreffs mitten in der Nacht gibt. Einer heißt zum Beispiel "mujeres en bicis” (Frauen auf Fahrrädern). Diese Gruppen fahren dann von zehn Uhr abends bis zwei Uhr früh durch die Stadt, weil es da weniger Verkehr gibt. Wer cool ist, fährt hier also Rad!

Leider sind die Leute, die hier in unserem Haus wohnen, für meine Verhältnisse ein bisschen zu cool… So bin ich letztens wohl oder übel mit den anderen mit dem Fahrrad zu den allsamstäglichen Salsa Stunden gefahren. Ich hatte natürlich erstmal total Angst und bin super vorsichtig und langsam gefahren. Mit der Zeit kennt man aber die Tricks, um Gefahren zu vermeiden: geduldig sein, immer locker bleiben, nie erwarten, dass Linksabbieger auf einen achten, immer bevor man eine Straße überquert checken, in welche Richtung sie geht (die meisten Straßen hier sind Einbahnstraßen und wenn man das nicht gewöhnt ist, und man zuerst nach links schaut und die Autos alle von rechts kommen, kann das fatal enden. Auch wenn Radfahren hier ein bisschen gefährlicher als in Deutschland ist, hat es doch einen entscheidenden Vorteil: Bei Stau ist man deutlich flexibler und schneller. Und hier gibt es viel Stau.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  28.09.2012
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
28.09.2012

Praktikum im Ausland

Kaffee trinken statt Kaffee kochen

Vor ungefähr einer Woche habe ich mein Praktikum bei Amnesty International in Mexiko Stadt angefangen. Am ersten Tag war ich natürlich ganz schön aufgeregt. Welche U-Bahn muss ich nehmen? Wie finde ich von der U-Bahn zum Büro? Was werde ich genau machen? Kann ich das? Sind die Leute nett? Die üblichen Fragen eben …

Inzwischen haben sich einige dieser Fragen geklärt. Mit der U-Bahn zu Amnistía zu fahren ist recht einfach, man muss nur einmal umsteigen und am Bahnsteig um seinen Platz kämpfen, damit man, wenn die U-Bahn kommt, auch einsteigen kann. Außerdem sollte man aufpassen, in der U-Bahn nicht zerquetscht zu werden. Glücklicherweise gibt es ein Abteil nur für Frauen und wenn man es schafft, sich am Bahnsteig bis dahin durchzukämpfen, ist es ein bisschen entspannter und weniger überfüllt.

Als ich am ersten Tag im Büro ankam, wurde ich sofort sehr herzlich begrüßt. Überhaupt sind alle ganz fürchterlich freundlich, sodass man sich eigentlich wie bei Freunden und nicht wie bei einem Praktikum oder in der Arbeit fühlt. Man wird als Praktikant sehr respektvoll behandelt, man muss keinen Kaffee kochen und nur selten was kopieren – nicht öfter als alle anderen auch. Die Atmosphäre ist also ganz wunderbar, nur leider sind alle so nett zueinander, dass fast überhaupt nichts passiert, außer, dass viel Kaffee getrunken wird.

Zu meinen Aufgaben gehört also einerseits Kaffee trinken, quatschen und nichts tun und andererseits das Telefon und E-Mails zu beantworten. Beides fiel mir besonders in den ersten Tagen sehr schwer, inzwischen gewöhne ich mich aber daran. Formelle E-Mails auf Spanisch zu schreiben ist nicht direkt meine Stärke. Ich hoffe schwer, dass ich im Laufe der Zeit noch mehr zu tun bekomme. Glücklicherweise habe ich aber schon etwas in Aussicht: Eine andere Freiwillige kümmert sich um die Menschenrechtsverletzungsanzeigen und hat damit sehr viel um die Ohren. Es sieht also ganz so aus, als ob ich ihr bald helfen kann.

Bis dahin bleibt mir nichts als abzuwarten und Kaffee zu trinken.

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  18.09.2012
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
18.09.2012

Praktikum im Ausland

Eine Reise in den Südosten Mexikos (Teil2)

Palenque, beziehungsweise Bonampak und Yaxchilan, waren die von Mexiko-Stadt am weitesten entfernten Punkte unserer Reise. Danach haben wir sozusagen etappenweise den Rückweg angetreten. Von Palenque aus sind wir über Nacht mit dem Bus auf einer sehr kurvenreichen Straße nach San Christobal de las Casas gefahren. Im Bus haben wir ein nettes mexikanisches Pärchen kennen gelernt, das uns mit zu einem Freund genommen hat, bei dem wir dann alle gewohnt haben. San Christobal ist eine eher kleine Stadt in den Bergen und wegen der Höhe ist es dort verhältnismäßig kühl. Es herrscht eine ganz besondere Stimmung, was vielleicht mit dem Mit- und Nebeneinander der verschiedenen Kulturen zu tun hat. Am deutlichsten sieht man das, wenn man die verschiedenen Märkte der Stadt besucht: Auf dem einen verkaufen die Indigenas das Gemüse, das sie selber anbauen. Hier werden indigene Sprachen gesprochen und man sieht praktisch keinen einzigen Touristen. Die Preise sind natürlich dementsprechend niedrig. Für drei Pesos, also 20 Cent, kriegt man hier drei Bündel Spinat und für 20 Pesos sechs Mangos. Der Markt am Zocalo und vor dem Kloster Santo Domingo ist bunt durchmischt: Hier treffen Mexikaner, Lateinamerikaner, Touristen aus aller Herren Länder und Indigenas aufeinander.

Der letzte Bundesstaat unserer Route war Oaxaca, einer der größten und abwechslungsreichsten. Wir haben uns von der Küste aus landeinwärts gearbeitet. Nach drei entspannten Tagen am Meer mit Baden, kleinen Wanderungen und Strandspaziergängen ging es weiter in die Berge von Oaxaca. Das war nur eine kleine Zwischenstation, weil man praktisch nicht mit dem Bus direkt von Amasunte (dem Strandort) nach Oaxaca-Stadt fahren kann. Die Straße ist eine einzige Serpentine und die Busfahrer versuchen regelrecht den Zeitrekord von sechs Stunden zu brechen – ohne Rücksicht auf Verluste. Deswegen haben wir also einen Tag in San Jose del Pacifico pausiert und die wunderbare Aussicht genossen. Am nächsten Tag sind wir nach Oaxaca weiter gekurvt, unserer letzten Station. Obwohl wir wieder sehr nette Leute kennen gelernt und unsere Freunde aus San Christobal wieder getroffen haben, war der Aufenthalt dort ein bisschen vom Regen getrübt. Da sich über Yucatan ein Hurrikan entladen hat, hat man auch in den anderen Teilen Mexikos davon zu spüren bekommen. Insgesamt haben wir aber zweieinhalb sehr schöne Wochen verlebt. Nach dieser Reise will ich eigentlich nur zum Klamotten waschen wieder nach Mexiko Stadt zurück – und dort ein weiches Bett genießen.

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  10.09.2012
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
10.09.2012