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Praktikum im Ausland

Ein Tag im öffentlichen Krankenhaus von Mexiko Stadt

In letzter Zeit hab ich mich total in den Wunsch, Medizin zu studieren, reingesteigert. Aber nachdem ich durch mein momentanes Praktikum bei Amnesty International gelernt habe, dass sich für ein Studium interessieren und in dem dazu gehörigen Bereich arbeiten zwei ganz verschiedene Sachen sind, wollte ich erst mal den Alltag eines Klinikarztes erleben, bevor diese Erfahrung durch das obligatorische Pflegepraktikum verstärkt werden wird.

Durch Zufall habe ich auf einer Party eine Ärztin kennengelernt, die an der UNAM, einer der besten öffentlichen Universitäten Mexikos, lehrt. Sie hat mich netterweise dazu eingeladen, sie im Uniteil des öffentlichen Krankenhauses (Hospital General) zu besuchen und zu sehen, wie dort gearbeitet wird.

Am vereinbarten Tag bin ich also mit der U-Bahn zu besagtem Krankenhaus gefahren und habe beim Aussteigen einen älteren Herren nach dem Weg gefragt. Zufälligerweise war er Arzt im Krankenhaus und hat mich gleich durch den Mitarbeitereingang eingeschleust. Nachdem ich ungefähr eine Stunde lang die Kardiologie der Universität gesucht habe, war ich dann endlich erfolgreich. Dieses Krankenhaus ist riesig es hat über 1.000 Betten!

Ich wurde ganz herzlich empfangen und erst mal allen vorgestellt. Unter anderem dem Oberarzt der Station, der ganz nebenbei der Bruder des Mexikanischen Nobelpreisträgers in Chemie ist. Jedenfalls waren alle sehr nett zu mir, haben mich alles anschauen lassen und mir alles erklärt. Ich habe mich wie im Paradies gefühlt – endlich durfte mein Hirn mal wieder arbeiten.

Ich war bei ganz normalen Gesprächen zwischen Arzt und Patient dabei, habe Herzbelastungstests gesehen und andere Methoden kennengelernt, mit denen die Funktionalität des Herzens oder bestimmte Herzkrankheiten untersucht werden. Der Höhepunkt war aber, dass ich mit in den OP durfte! Für mich war das eine sehr wichtige und großartige Erfahrung, denn ich war mir nicht sicher, ob ich das aushalten würde. Zunächst ist mir auch wirklich etwas schummerig geworden, als ich gesehen habe wie sie die einzelnen Gewebeschichten aufschnitten, um einen Herzschrittmacher zu implantieren, aber nach einer halben Tafel Schokolade war alles wieder im Lot. Bei der nächsten OP ging es mir dann bestens.

Nachdem ich mir jetzt relativ sicher bin, dass ich Medizin studieren will, werde ich mich mal über das Pflegepraktikum informieren und schauen, ob ich das vielleicht auch im Ausland machen kann.

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  31.10.2012
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
31.10.2012

Praktikum im Ausland

El grito - der Schrei

Bis vor ein paar Jahren hat man in Deutschland nirgendwo unsere Flagge gesehen – man war nicht stolz, Deutscher zu sein. Auch wenn sich das in den letzten Jahren ein bisschen geändert hat, sind wir weit von dem Nationalstolz der Mexikaner entfernt. Besonders im September ist das zu sehen, das ist nämlich „el mes patrio”, also der Monat, in dem sich Mexiko selbst feiert. Warum? Am 15. September um 23 Uhr wurde vor über 200 Jahren die Unabhängigkeit Mexikos von Spanien ausgerufen, oder besser gesagt ausgeschrien. Deswegen wird an diesem Tag jedes Jahr zur gleichen Zeit die Unabhängigkeit gefeiert.

Ich habe diesen besonderen Tag mit der Familie meines Freundes verbracht. Es wurde die typische Pozole, eine sehr nahrhafte Suppe mit Mais, Schweinefleisch, Salat, Radieschen, Sahne, Tortilla und was man sich sonst noch so vorstellen kann, gegessen. Danach sind wir ins Zentrum Tlalnepantlas gelaufen um den „grito” mitzuerleben. Im Allgenmeinen werden die Hauptplätzte der Städte und Dörfer in den Landesfarben geschmückt, der Bürgermeister hält eine Rede und am Ende schreien alle „viva Mexico” – Es lebe Mexiko! Danach wird mit vielen Raketen und Musik weiter gefeiert.

Der eigentliche Feiertag ist aber der Tag danach. Traditionell gibt es in Mexikostadt an diesem Tag einen Militärumzug. Auch wenn ich kein Fan von solchen Dingen bin, hat mich der Umzug irgendwie beeindruckt, weil ich so etwas einfach noch nie gesehen hatte. Ich glaube, wenn man in Deutschland einen fünfstündigen Militärumzug mit Panzern, Hubschraubern, Fallschirmspringern und Düsenjets veranstalten würde, wäre das ein Skandal. Hier ist es eine Attraktion – wie ein Kirchweihumzug.

Autor: Maja  |  Rubrik: auszeit nach dem abi  |  15.10.2012
Autor: Maja
Rubrik: auszeit nach dem abi
15.10.2012

Praktikum im Ausland

Fahrradfahren in Mexiko Stadt

Als ich vor zwei Jahren das erste Mal in Mexiko-Stadt war, hat mich der extreme Verkehr einerseits beeindruckt, aber andererseits auch geschockt. Für mich waren innerstädtische, autonbahnartige, siebenspurige Straßen wie der Eje Central oder der Peripherico etwas ganz Neues. Auch daran, dass man sich grundsätzlich weder an Geschwindigkeitsbegrenzungen, Ampeln noch Verkehrsregeln hält, war ich nicht gewöhnt. Hier herrscht grundsätzlich das Recht des Stärkeren. Als Fußgänger oder als Fahrradfahrer sollte man also doppelt und dreifach aufpassen. Wenn mir jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass ich eines Tages durch die Stadt radeln werde, hätte ich ihn für verrückt erklärt.

Allerdings hat sich in den letzten zwei Jahren so einiges geändert: Die Stadt hat erste aufofreie Radwege gebaut und es hat sich ein regelrechter Fahrradhype entwickelt. Das geht so weit, dass es Radtreffs mitten in der Nacht gibt. Einer heißt zum Beispiel "mujeres en bicis” (Frauen auf Fahrrädern). Diese Gruppen fahren dann von zehn Uhr abends bis zwei Uhr früh durch die Stadt, weil es da weniger Verkehr gibt. Wer cool ist, fährt hier also Rad!

Leider sind die Leute, die hier in unserem Haus wohnen, für meine Verhältnisse ein bisschen zu cool… So bin ich letztens wohl oder übel mit den anderen mit dem Fahrrad zu den allsamstäglichen Salsa Stunden gefahren. Ich hatte natürlich erstmal total Angst und bin super vorsichtig und langsam gefahren. Mit der Zeit kennt man aber die Tricks, um Gefahren zu vermeiden: geduldig sein, immer locker bleiben, nie erwarten, dass Linksabbieger auf einen achten, immer bevor man eine Straße überquert checken, in welche Richtung sie geht (die meisten Straßen hier sind Einbahnstraßen und wenn man das nicht gewöhnt ist, und man zuerst nach links schaut und die Autos alle von rechts kommen, kann das fatal enden. Auch wenn Radfahren hier ein bisschen gefährlicher als in Deutschland ist, hat es doch einen entscheidenden Vorteil: Bei Stau ist man deutlich flexibler und schneller. Und hier gibt es viel Stau.

Autor: Maja  |  Rubrik: orientieren  |  28.09.2012
Autor: Maja
Rubrik: orientieren
28.09.2012