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Die Lehrer von morgen

Über den Wolken

Dieses Semester habe ich einen Gitarrenkurs belegt. Ich war schon immer von diesem Instrument begeistert und denke, im sonderpädagogischen Bereich ist es eine gute Möglichkeit, um für musikalische Abwechslung zu sorgen. Da ich mir zu Beginn nicht sicher war, ob ich wirklich dabei bleiben würde, kaufte ich erstmal eine günstige Gitarre. Der Unterschied zur teuren ist deutlich zu hören, dennoch reicht sie für den Anfang, meinte mein Gitarrenlehrer.

Jede Woche mache ich mich also auf den Weg zum Volkshochschulkurs und trage mein Instrument auf dem Rücken. Ich bin immer wieder gespannt, was als nächstes kommt! Ich bin in einem Kurs mit zwölf Teilnehmern. Die Gruppe ist bunt gemischt: Schüler, Mütter bis hin zu Rentnern.

Zu Beginn lernten wir zunächst, wie man das Instrument richtig hält und wie man es pflegt. Dann zupften wir auf den Saiten, um ein Gehör für die unterschiedlichen Noten zu bekommen. Merken kann man sich die Noten der Seiten mit dem Sprüchlein: „Eine alte Dame geht Haschisch einkaufen.“ Jeder Anfangsbuchstabe der einzelnen Wörter soll die entsprechende Note darstellen. In den nächsten Stunden lernten wir Akkorde und gestern schon unser erstes Lied: „Über den Wolken“. Das Umgreifen und die verkrampften Bewegungen mit den Fingern stellen noch eine große Hürde da, aber Übung macht ja bekanntlich den Meister!

Autor: Eva  |  Rubrik: orientieren  |  10.11.2017
Autor: Eva
Rubrik: orientieren
10.11.2017

Die Lehrer von morgen

Schlaf, Sozialleben oder Uni?

Es wird behauptet, als Student hätte man die Wahl: Schlaf, Sozialleben oder Uni – worauf kann man am ehesten verzichten? Eigentlich halte ich das für absoluten Humbug. Ich habe ein sehr aktives Sozialleben, die Uni läuft auch ganz gut, und ja, okay, ich könnte mehr schlafen, aber auf dem Zahnfleisch gehe ich noch lange nicht. Und solange ich ab und zu mal ein Wochenende habe, an dem ich ausschlafen kann, ist das alles kein Thema.
Doch bereits in der ersten Woche des neuen Semesters krachte mein ganzes Konstrukt zusammen. Das lag daran, dass ich in diesem Semester dienstags bis donnerstags jeweils um 8.15 Uhr Uni habe, der Wecker klingelt also um 7 Uhr. Dank Erstirallye, Cocktailtrinken zum Geburtstag einer Freundin und Menschen treffen, die man lange nicht gesehen hat, kam ich auf weniger als sechs Stunden Schlaf die Nacht. Am Freitag war ich erst um 1 Uhr nachts zu Hause, weil ich ein Konzert in Köln besucht hatte, und musste um 10 Uhr schon wieder in der Uni sein. Den Freitagabend mit der Geburtstagsparty besagter Freundin und Reinfeiern in meinen eigenen Geburtstag überstand ich nur, weil ich am Nachmittag einen Mittagsschlaf gehalten hatte. Am Samstag fuhr ich dann früh in die Heimat, um mit meiner Familie Geburtstag zu feiern. Und am Sonntag konnte ich zwar lange schlafen, musste aber feststellen, dass ich die Uni nicht jede Woche so vernachlässigen kann: In Mathedidaktik und Analysis III sind jeweils Übungszettel zu bearbeiten, die ich am Wochenende schaffen muss, weil ich zwischen Montag und Mittwoch die Aufgaben der Physiker aus meinem Tutorium korrigieren muss und zwischen Tür und Angel ja auch noch die Texte für Deutschdidaktik und die Onlineaufgaben für Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte erledigt werden müssen. Also muss ich mein Sozialleben etwas zurückschrauben. Ich war heute zwar mit meinen Freunden in der Mensa, aber bin ihrem Spieleabend ferngeblieben.
In diesem Semester muss ich mir ein gutes Zeitmanagement zurechtlegen. Ich habe zwar total Lust auf die Veranstaltungen, die ich belege. Aber die Aufgaben, die außerhalb der Präsenzzeit zu erledigen sind, muss ich besser takten. Ich bin allerdings optimistisch, dass ich die Uni mit genügend Schlaf und Sozialleben unter einen Hut bekomme.

Die Lehrer von morgen

Hey Judeschka!

In letzter Zeit mache ich mir oft Gedanken über Menschen, die mich mein Leben lang begleitet haben. Wie sie sich verändern, was sie tun und wohin es sie verschlagen hat. Damals kickten wir im Ort gemeinsam, egal ob Mädchen oder Junge, oder klingelten ganz frech an Türen, um uns schnell zu verstecken und wütende Blicke zu beobachten. Oder wir lagen im Zelt und philosophierten über das Leben. Ich hatte eine sehr schöne Kindheit, an die ich gerne zurückdenke. Man durfte so sein, wie man ist, frei und durchgedreht. Und jetzt sind alle meine Freunde von damals so weit voneinander entfernt wie noch nie und die vergangene Zeit scheint immer mehr zu verschwimmen.
Eine sehr gute Freundin von mir hat oft gesungen und auf ihrer alten Gitarre gespielt. Sie war meine Nachbarin und ist etwas älter als ich. Wir reisten zusammen an die Ostsee und genossen das Gitarrenspiel während des Sonnenuntergangs. Ihre Locken waren wild und ihr Lachen ansteckend. Sie war waghalsig, mutig und ein großes Vorbild für mich.
Heute ist sie als die Singer-Songwriterin „Hey Judeschka!“ bekannt, hat die Single „Immerwiedersommertag“ veröffentlicht, gibt Konzerte und studiert Jazz-Gesang. Sie zieht mit ihren poetischen Liedern die Zuhörer in ihren Bann, ermöglicht es ihnen, sentimental zu werden und für einen Moment loszulassen. Ich kann gar nicht mehr sagen, wie oft ich wegen ihr eine Träne vergossen habe … Es ist ein komisches Gefühl, seine Freundin auf Youtube, Spotify oder iTunes zu finden, ihre Lieder unter der Dusche oder im Auto zu hören, ihre Entwicklung zu verfolgen. „Ich lebe für die Kunst“, flüsterte sie mir bei unserer letzten Begegnung ins Ohr und tanzte durch die Küche. Sie ist so weit von mir entfernt, doch dank ihrer Musik ganz nah.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  03.11.2017
Autor: Eva
Rubrik: studium
03.11.2017