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Die Lehrer von morgen

Zugchaos

Letztlich sind es immer dieselben Dinge, die Menschen aufregen wie zickige Frauen, verplante Männer und die Unzuverlässigkeit der Deutschen Bahn. Solche Klischees regen mich furchtbar auf, dazu gehören auch Sprüche à la: „Wer braucht schon Abenteuerurlaub, es reicht eine Reise mit der Deutschen Bahn“. Doch manchmal denke ich, das Schicksal will mein Verständnis für diese Menschen schulen, indem es mich besonders negative Erfahrungen mit der Bahn machen lässt. Oft sitze ich im ICE über lange Strecken hinweg auf dem Boden, weil ich zu geizig für eine Sitzplatzreservierung bin. Voriges Jahr wollte ich spontan eine Freundin zu ihrem Geburtstag überraschen, kam aber aufgrund eines schlimmen Unwetters und des dadurch notwenigen Schienenersatzverkehrs erst mit sechs Stunden Verspätung an. Dieses Jahr war ich Ende Oktober in Hannover unterwegs, um mir das Finale der deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry-Slam anzusehen und Freunde zu besuchen. Als ich am Sonntag nach Hause fahren wollte, kam ich dank Sturmtief Herwart nur bis Kassel und musste dann umkehren. Eigentlich hätte ich am Montag wieder arbeiten und in die Uni gehen müssen, doch ich verbrachte den Tag in maßlos überfüllten Zügen; es war nicht einmal genug Platz, um auf dem Boden zu sitzen.
In solchen Fällen ist es auch für mich schwierig, positiv zu bleiben. Mich erstaunt es, wie organisiert und fortschrittlich unser gesamter Alltag einerseits ist und wie leicht er sich andererseits von einem Unwetter durcheinanderbringen lässt. Und wenn ich ehrlich bin, gefällt mir dieses Gefühl auch, für ein paar Stunden aus der Zeit gefallen zu sein und nichts tun zu müssen oder zu können. Wenn ich dafür das nächste Mal einen Sitzplatz bekäme und mein Smartphone-Akku ausreichend geladen wäre, um mögliche Anschlüsse zu checken und WhatsApp-Nachrichten zu beantworten, hätte ich nichts dagegen.

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  14.11.2017
Autor: Hannah
Rubrik: studium
14.11.2017

Die Lehrer von morgen

Über den Wolken

Dieses Semester habe ich einen Gitarrenkurs belegt. Ich war schon immer von diesem Instrument begeistert und denke, im sonderpädagogischen Bereich ist es eine gute Möglichkeit, um für musikalische Abwechslung zu sorgen. Da ich mir zu Beginn nicht sicher war, ob ich wirklich dabei bleiben würde, kaufte ich erstmal eine günstige Gitarre. Der Unterschied zur teuren ist deutlich zu hören, dennoch reicht sie für den Anfang, meinte mein Gitarrenlehrer.

Jede Woche mache ich mich also auf den Weg zum Volkshochschulkurs und trage mein Instrument auf dem Rücken. Ich bin immer wieder gespannt, was als nächstes kommt! Ich bin in einem Kurs mit zwölf Teilnehmern. Die Gruppe ist bunt gemischt: Schüler, Mütter bis hin zu Rentnern.

Zu Beginn lernten wir zunächst, wie man das Instrument richtig hält und wie man es pflegt. Dann zupften wir auf den Saiten, um ein Gehör für die unterschiedlichen Noten zu bekommen. Merken kann man sich die Noten der Seiten mit dem Sprüchlein: „Eine alte Dame geht Haschisch einkaufen.“ Jeder Anfangsbuchstabe der einzelnen Wörter soll die entsprechende Note darstellen. In den nächsten Stunden lernten wir Akkorde und gestern schon unser erstes Lied: „Über den Wolken“. Das Umgreifen und die verkrampften Bewegungen mit den Fingern stellen noch eine große Hürde da, aber Übung macht ja bekanntlich den Meister!

Autor: Eva  |  Rubrik: orientieren  |  10.11.2017
Autor: Eva
Rubrik: orientieren
10.11.2017

Die Lehrer von morgen

Schlaf, Sozialleben oder Uni?

Es wird behauptet, als Student hätte man die Wahl: Schlaf, Sozialleben oder Uni – worauf kann man am ehesten verzichten? Eigentlich halte ich das für absoluten Humbug. Ich habe ein sehr aktives Sozialleben, die Uni läuft auch ganz gut, und ja, okay, ich könnte mehr schlafen, aber auf dem Zahnfleisch gehe ich noch lange nicht. Und solange ich ab und zu mal ein Wochenende habe, an dem ich ausschlafen kann, ist das alles kein Thema.
Doch bereits in der ersten Woche des neuen Semesters krachte mein ganzes Konstrukt zusammen. Das lag daran, dass ich in diesem Semester dienstags bis donnerstags jeweils um 8.15 Uhr Uni habe, der Wecker klingelt also um 7 Uhr. Dank Erstirallye, Cocktailtrinken zum Geburtstag einer Freundin und Menschen treffen, die man lange nicht gesehen hat, kam ich auf weniger als sechs Stunden Schlaf die Nacht. Am Freitag war ich erst um 1 Uhr nachts zu Hause, weil ich ein Konzert in Köln besucht hatte, und musste um 10 Uhr schon wieder in der Uni sein. Den Freitagabend mit der Geburtstagsparty besagter Freundin und Reinfeiern in meinen eigenen Geburtstag überstand ich nur, weil ich am Nachmittag einen Mittagsschlaf gehalten hatte. Am Samstag fuhr ich dann früh in die Heimat, um mit meiner Familie Geburtstag zu feiern. Und am Sonntag konnte ich zwar lange schlafen, musste aber feststellen, dass ich die Uni nicht jede Woche so vernachlässigen kann: In Mathedidaktik und Analysis III sind jeweils Übungszettel zu bearbeiten, die ich am Wochenende schaffen muss, weil ich zwischen Montag und Mittwoch die Aufgaben der Physiker aus meinem Tutorium korrigieren muss und zwischen Tür und Angel ja auch noch die Texte für Deutschdidaktik und die Onlineaufgaben für Deutsch für Schülerinnen und Schüler mit Zuwanderungsgeschichte erledigt werden müssen. Also muss ich mein Sozialleben etwas zurückschrauben. Ich war heute zwar mit meinen Freunden in der Mensa, aber bin ihrem Spieleabend ferngeblieben.
In diesem Semester muss ich mir ein gutes Zeitmanagement zurechtlegen. Ich habe zwar total Lust auf die Veranstaltungen, die ich belege. Aber die Aufgaben, die außerhalb der Präsenzzeit zu erledigen sind, muss ich besser takten. Ich bin allerdings optimistisch, dass ich die Uni mit genügend Schlaf und Sozialleben unter einen Hut bekomme.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  06.11.2017