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Die Lehrer von morgen

Mein erster Unterrichtsbesuch

Kurz nach den Osterferien hatte ich meinen ersten Unterrichtsbesuch. Vorab musste ich einen Entwurf für meinen Unterricht anfertigen, in dem ich auf über 20 Seiten erklärte, warum ich meinen Unterricht so machen möchte und nicht anders. Dabei nahm ich auf den gültigen Bildungsplan Bezug, analysierte die Wichtigkeit des Themas für die Schülerinnen und Schüler und zeigte auf, welche Anpassungen für die konkrete Klasse notwendig sind. Außerdem habe ich natürlich viel Zeit damit verbracht, Material für die Stationenarbeit zu basteln.
Einen Tag vor meinem Unterrichtsbesuch habe ich alles im Klassenzimmer vorbereitet, damit ich nachts ruhig schlafen konnte. Ich hatte Sorge, etwas nicht so umsetzen zu können, wie ich es mir vorgenommen hatte. Am Ende lief aber alles soweit nach Plan. Zu Besuch waren meine Ausbilderin vom Seminar und eine andere Referendarin. Beide saßen zusammen mit meiner Mentorin hinten in der Klasse und beobachteten den Unterricht.
Anschließend folgte die Reflexion in zwei Phasen: Zuerst in Zweiergruppen (Ausbilderin und Mentorin; andere Referendarin und ich), dann zu viert. In den Zweiergruppen wurden Notizzettel mit Sternen („Das war gut“) und mit Lupen („Darauf sollte man noch genauer schauen“) beschrieben. In der Phase zu viert stellte erst ich die gefundenen Sterne vor, dann die Ausbilderin ihre, dann wieder ich meine Lupen und die Ausbilderin ihre. Am Ende durfte ich aus meinen Lupen-Zetteln zwei bis drei auswählen, die ich mir als nächstes vornehmen möchte. Diese wurden als Baustellen in einem Protokoll festgehalten, an denen ich bis zu meinem nächsten Besuch arbeiten sollte.

Insgesamt habe ich die Kritik als sehr wertschätzend und konstruktiv empfunden. Ich konnte alle Punkte nachvollziehen und habe mich nicht persönlich angegriffen gefühlt. Das hat mir sehr gut getan. Insgesamt hat mir diese Erfahrung die Sorge vor den nächsten Besuchen genommen, allerdings ist beim nächsten Mal mein Schulleiter mit dabei – das wird also auch wieder aufregend.

 

Autor: Hannah  |  Rubrik: studium  |  Jun 12, 2019
Autor: Hannah
Rubrik: studium
Jun 12, 2019

Die Lehrer von morgen

Öl trinkende Bonuskinder

Obwohl ich dieses Semester schon viel zu tun habe, habe ich mich dafür entschieden, das Angebot des Sprachenlernzentrums zu nutzen. Eine Freundin von mir hatte dort bereits Kurse belegt und sehr davon geschwärmt, sodass ich das unbedingt auch ausprobieren wollte. Seit Anfang des Semesters belege ich einen Schwedisch-Kurs, an dessen Ende ich Sprachniveau A2 erreicht haben soll. Schön ist, dass im Vergleich zum Schulunterricht alle ungefähr auf einem Niveau sind und alle Lust dazu haben. So arbeiten wir alle gut mit.
Schwedisch interessiert mich schon länger. Bereits als Kind habe ich gerne Bücher von schwedischen Autoren gelesen und schwedische Filme gesehen. Mit der Wahl bin ich auch jetzt noch sehr zufrieden, denn ich denke mir immer wieder, was Schwedisch für eine süße Sprache ist. Ein Beispiel gefällig? Wenn ich jemanden frage: „Hur gammal är du?“, heißt das nicht, dass ich wissen will, wie sehr er schon vergammelt ist, sondern nur, wie alt er ist. „Dricker du öl?“ hat auch nichts mit Öl zu tun, sondern fragt, ob jemand Bier trinkt. Die Schweden haben außerdem sehr differenzierte Bezeichnungen für Verwandtschaftsverhältnisse. Auf Deutsch kann ich zum Beispiel nur von meinem Opa sprechen, auf Schwedisch wird mit morfar und farfar unterschieden, ob es der Opa mütterlicher- oder väterlicherseits ist, ähnlich ist es bei Tanten und Onkeln.
Das süßeste schwedische Wort ist aus meiner Sicht das für Stief- oder Adoptivkinder. Kind bedeutet „barn“ und ein Stief- oder Adoptivkind ist ein „bonusbarn“. Ich finde den Gedanken sehr schön, ein zusätzliches Kind als „Bonus“ zu sehen – das Wort hat nämlich im Deutschen wie im Schwedischen die gleiche Bedeutung.
Wann ich die neuen Sprachkenntnisse aktiv nutzen kann, weiß ich noch nicht. Der nächste Schwedenurlaub ist noch nicht geplant – ich freue mich aber sehr darüber, das Angebot in Anspruch genommen zu haben und kann jedem nur empfehlen, auf diese Art seinen Horizont zu erweitern.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  Jun 11, 2019
Autor: Janna
Rubrik: studium
Jun 11, 2019

Die Lehrer von morgen

Der evangelische Religionsunterricht

Dieses Semester muss ich im Bereich der Mittelschuldidaktik ein studienbegleitendes Praktikum im Fach Evangelische Religion absolvieren. Dieses Praktikum ist gleichzeitig dazu da, um meine Vocatio abzulegen.
Für die Vocatio muss ich eine Unterrichtsstunde ablegen, ein Gespräch mit einem Geistlichen führen und ein Motivationsschreiben verfassen.
Meine Praktikumsschule befindet sich in Würzburg. Es ist eine Mittelschule, die sich in einem sozialen Brennpunkt befindet. Ich bin dort mit fünf weiteren Praktikanten.
An dieser Schule gibt es sehr wenige evangelische Schülerinnen und Schüler, weswegen der evangelische Religionsunterricht für die Klassen sieben bis neun zusammengefasst wird.
Die Religionsklasse ist sehr heterogen. Nicht nur wegen der großen Altersunterschiede, sondern auch aufgrund unterschiedlicher Herkunft der Schülerinnen und Schüler. Im Religionsunterricht kamen wichtige Gespräche auf, wie beispielsweise ob ein Kind mit Migrationshintergrund deutsch ist, nur weil es so im Pass steht oder ob es sich erst als Deutsche oder Deutscher fühlen muss. Viele der Schülerinnen und Schüler, die etwas introvertierter sind, begannen sich hier allmählich zu öffnen. Genau aus diesem Grund wählte ich dieses Didaktikfach. Es ist neben der Vielseitigkeit ein offener Ort, um miteinander zu sprechen, zu reflektieren und sich auszutauschen.
Wir Praktikanten müssen wöchentlich Religionsstunden vorbereiten. Bisher scheinen die Schülerinnen und Schüler sehr diszipliniert zu sein und es läuft gut. Welche Erfahrungen ich in dieser Klasse weiterhin machen werde, berichte ich in meinen nächsten Beiträgen.

 

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  Jun 5, 2019