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Die Lehrer von morgen

Matheball

„Ein Matheball? Tanzt man da Induktionsschritte?“, war die Frage eines Bekannten, als er von meiner Wochenendplanung hörte. Um das klarzustellen: Nein, tut man nicht. Auf dem Matheball sind die üblichen Standardtänze gefordert. Dennoch ist er eines der größten Ereignisse im Semester. Die Karten sind limitiert und waren dieses Jahr schon eine halbe Stunde nach Vorverkaufsbeginn restlos weg – zum Glück waren meine Freunde und ich schnell genug gewesen.
An einem Freitag im Dezember hieß es dann: Auf zum Tanzen. Mit der Bahn ging es für Antonia, Heiko, Felix und mich nach Bonn-Bad Godesberg zur Stadthalle, wo in einem der Säle Musik gespielt wurde und es neben ein paar Tischen auch eine Bar mit Erfrischungen gab. Wichtiger war aber natürlich das Tanzen. Felix ist nicht nur einer meiner besten Freunde in Bonn, sondern auch einer meiner liebsten Tanzpartner und da er genau wie ich ohne „offizielle“ Begleitung gekommen war, tanzten wir die meiste Zeit miteinander. Ein bisschen Abwechslung musste aber natürlich sein, weswegen ich auch mit ein paar Erstis, Fachschaftlern und anderen Jungs tanzte, die ich von Fachschaftsveranstaltungen kannte.
Zwischen 20 und 1 Uhr habe ich insgesamt 34 Tänze mit zwölf verschiedenen Leuten getanzt, von Cha-Cha-Cha über Rumba und Discofox bis hin zu Jive, Tango und Quickstep – ein bisschen war aus meinem Tanzkurs vor sechs Jahren anscheinend hängengeblieben. Mein Versuch, Salsa zu tanzen, wurde sogar anerkennend gelobt: „Dafür dass du kein Salsa tanzen kannst, kannst du ziemlich gut Salsa tanzen.“
Und der Ball ist natürlich auch eine gute Gelegenheit, sich so richtig aufzubrezeln. Normalerweise trage ich keine Kleider und benutze maximal Concealer, für diesen Abend war es das volle Programm: Schminke, kleines Schwarzes und hohe Schuhe.
Am Ende halfen alle beim Aufräumen, dann ging es mit der Bahn zurück nach Hause. Wie bei den vergangenen Malen war der Ball ein schönes Erlebnis und ich freue mich darauf, nächstes Semester wieder dort zu tanzen.

Autor: Janna  |  Rubrik: studium  |  15.01.2018
Autor: Janna
Rubrik: studium
15.01.2018

Die Lehrer von morgen

Unverhofft WG-Mutti

In WGs wohne ich schon seit 2012 –mit der kleinen Unterbrechung während meines Auslandssemesters in Israel. Meistens war ich in diesen WGs eher eine der unordentlichen Personen – allerdings nie eklig und wenn es Putzpläne gab, habe ich mich an diese gehalten. Aber der eine oder andere hatte peniblere Vorstellungen vom Putzen, wollte, dass ich mit der Zahnbürste in irgendwelchen Ecken herumschrubbte und so weiter. Ich mag es sauber, aber man muss es auch nicht übertreiben. Wenn ich mal eine schöne Wohnung nur für mich haben werde und keine Kompromissentscheidungen mit anderen mehr treffen muss, werde ich in dieser Frage vielleicht anders drauf sein.
Aber trotz meiner entspannten Haltung habe ich in meiner aktuellen WG irgendwie die Mutti-Rolle eingenommen. Ich bin selbst total überrascht darüber und muss mich darin noch zurechtfinden. Meine Mitbewohnerinnen sind alle kürzer als ich in der WG, jünger und weniger weit in ihrem Studium. So weit so gut, das müsste ja noch nichts heißen. Sie haben aber auch deutlich weniger WG-Erfahrung als ich: Zwei der drei sind direkt von ihren Eltern in diese Wohnung gezogen und alle drei fahren jedes Wochenende zu ihren Familien. Sie können durchaus putzen und sind nicht stinkfaul, aber sie sind es noch nicht gewohnt, Verantwortung für eine Wohnung zu übernehmen. Oft brennt, wenn ich spät abends nach Hause komme, Licht in der Küche, weil es keiner vor dem Schlafengehen ausgemacht hat. Genauso ist es mit Fenstern – alle lüften brav nach ihrem Duschgang, aber oft denkt niemand daran, das Fenster auch wieder zu schließen. Einmal kam ich an einem Samstag nach Hause und es waren sowohl das Küchen- als auch das Badfenster geöffnet, obwohl seit Donnerstag keiner mehr in der Wohnung war. Auch stelle ich oft den Müll schon mal in den Hausflur, um ihn beim nächsten Mal mit runterzunehmen (wir wohnen im vierten Stock und gehen selten extra deshalb runter). Am nächsten Tag steht er immer noch da, obwohl alle drei bereits in der Uni sind, also an der Tüte vorbeigingen. Solche Kleinigkeiten nerven mich zunehmend und ich denke, ich muss das mal ansprechen.
In solchen Momenten merke ich, dass die Jahre nicht spurlos an mir vorübergezogen sind – ich bin selbstständiger und verantwortungsbewusster geworden.

Die Lehrer von morgen

Begabungen

Wer sagt schon von sich selbst, begabt zu sein; besser zu sein, als jemand anderes; einer, der sein Gebiet exzellent beherrscht? Meiner Einschätzung nach braucht man heutzutage Begabungen, um eine Chance auf Stipendien zu haben oder von Dozenten oder Kommilitonen respektiert zu werden. Sonst ist man nur eine Matrikelnummer von vielen.
Aber was ist eigentlich Begabung? Laut Duden ist es eine angeborene Befähigung, gute Leistung zu erbringen. Doch woher weiß ich, ob ich dem entspreche? Ich liebe es zum Beispiel, die Saiten an meiner Gitarre anzuschlagen, Klaviertasten zu drücken und meine Stimme nach Gefühl einzusetzen. Ich liebe es, mich von der Melodie treiben zu lassen. Einen Moment lang ein Gefühl von Sorglosigkeit zu tragen. Kein lebloser Computer zu sein, der nach vorgegebenem System läuft. Ich schwimme mit dem Strom, aber die Geschwindigkeit und wie ich mich bewege, bestimme nur ich.
Dabei spiele ich schlecht Gitarre, beherrsche nur wenige Griffe, fühle zwar den Takt, aber kann kaum Melodien reproduzieren. Bin ich also unmusikalisch, da ich keine gute Leistung erbringe oder diese Fähigkeit nicht angeboren ist? Besteht sie aus starren Noten, Takten und Wiederholungen? Oder reicht allein das Gefühl aus, sich tragen zu lassen, um musikalisch zu sein? Und ist man wirklich von Geburt an sportlich? Oder erfordert es nicht eher viel Selbstbeherrschung, Ehrgeiz sowie tägliches oft stundenlanges Training, um gute Leistungen zu erbringen.
Begabt kann man in ganz verschiedenen Bereichen sein: Sind etwa Tugenden wie Hilfsbereitschaft auch eine Begabung, die man messen könnte? Und sind sie es auch dann, wenn sie eher im Innern stattfinden?
Ich finde es spannend, diesen Fragen nachzugehen und die Definition auf den Kopf zu stellen.

Autor: Eva  |  Rubrik: studium  |  12.01.2018