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Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Theresienstadt

Nachdem wir etwas über die Hälfte der Gesamtstrecke hinter uns gelassen hatten, machten meine Freunde und ich uns von Prag aus auf den Weg in das nahegelegene Konzentrationslager Theresienstadt.
Theresienstadt war ein eher ungewöhnliches KZ, das anfangs nur als Gestapo-Gefängnis, später als Sammellager für prominente Juden diente, von wo aus fanden aber auch alle möglichen Deportationen in andere Konzentrationslager statt. Für viel Geld wurde prominenten und wohlhabenden Juden dort ein sorgloses Leben mit Wohnung, Arbeit und Verpflegungspauschale versprochen. Natürlich lebte man in Wahrheit unter prekären Bedingungen Bett an Bett, nach Geschlechtern getrennt, in vollgestopften ausgedienten Kasernen mit streng rationiertem Essen. Wer dort lebte, konnte immerhin seine Religion ausleben, Theater spielen oder auch seinem gelernten Handwerk nachgehen. Außerdem setzte man einen Ältestenrat aus Juden ein, der Kritikern vorgaukeln sollte, die Juden lebten dort vollkommen selbstbestimmt. Tatsächlich hatte dieser jedoch kaum Macht, dokumentierte aber alles, was vor sich ging, heimlich für die Nachwelt. Diese Aufzeichnungen wurden auch nicht zerstört, als die Nazis ihre Dokumente 1945 verbrannten. Da sehr lange niemand wusste, was in anderen KZs wie Auschwitz, Sachsenhausen oder Dachau vor sich ging, nahmen es viele einfach hin, wenn es hieß, dass sie dorthin umziehen sollten. Sobald ein Familienmitglied nach Theresienstadt musste, meldeten sich viele Angehörige sogar freiwillig für den nächsten Transport zu diesem KZ, um weiter bei ihren Lieben wohnen zu können – völlig unwissend, was sie dort erwarten würde.
Obwohl die große Anlage heute wieder bewohnt ist und dort keine Tötungen stattfanden, herrschte unter uns eine sehr beklommene Stimmung. Wir verbrachten deutlich mehr Zeit dort als geplant, waren aber auch seltsam erleichtert, als wir Theresienstadt wieder verließen.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  17.11.2017
Autor: Katha
Rubrik: studium
17.11.2017

Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Verkalkuliert?

Nach Ende der Klausurphase stand ein Ergebnis sehr lange aus. Das war nerventechnisch etwas ungünstig für mich, da diese Klausur als die schwierigste und wichtigste in unseren Maschinenbau-Bachelor gilt.
Meine Lerngruppe kalkuliert pro Klausur etwa eine Woche Lernzeit in der Prüfungsphase, bei Fächern, die über zwei Semester gehen, etwas mehr. Oft ist auch nicht mehr drin, da wir uns die Termine ja nicht selber aussuchen. Für diese Prüfung hatten wir glücklicherweise zwei Wochen Zeit. Doch dann erfuhren wir, dass unsere Kommilitonen völlig am Rad drehten und teilweise frühere Prüfungen schoben, um mehr Zeit zu gewinnen. Hatten wir uns verkalkuliert? Diese Frage zerrte an meinen Nerven.
Außerdem ist die Klausur darauf ausgelegt, dass niemand sie in der vorgegebenen Zeit schaffen kann. An sich ist das nicht schlimm, da am Ende die Bewertung angepasst wird. Leider führt das aber beim Lernen zu dem Gefühl, buchstäblich nichts zu können, da man für alles, was man überhaupt schafft, dreimal so lange braucht wie vorgegeben. Dazu hat sich das Institut noch eine kuriose Regelung für Wiederholer einfallen lassen: Während des Semesters kann man durch zusätzliche Abgaben Bonuspunkte sammeln, die aber bei Nichtbestehen verfallen und bei einem jedem weiteren Versuch nicht wieder angehäuft werden dürfen. All das führte schon vor der Klausur zu einer ausgewachsenen Grundnervosität und es war mir denkbar wichtig, zu bestehen.
Während der Klausur wurde bekanntgeben, dass die Ergebnisse drei Wochen später kommen würden. Oft schaffen die Institute es etwas früher – nicht so in diesem Fall. Meine Kommilitonen und ich rechneten also schon seit einigen Tagen mit der Veröffentlichung als endlich Stichtag war. Bis dato hatte ich eine grandiose Klausurphase hingelegt. Zwar keine besonders guten Noten – aber daran musste ich mich in meinem Studiengang schnell gewöhnen –, dafür überall bestanden. Und das bei meinem Pensum von angestrebten 46 Credits, vorgesehen sind etwa 30 Credits pro Semester.
Das alles wäre aber nur halb so gut, wenn die letzte danebenginge. Als sich abends die Nachricht verbreitete, die Ergebnisse seien online, brach natürlich der Server zusammen. Ich verbrachte noch einige ruhelose Stunden mit unzähligen Ladeversuchen, bis mir um 21.30 Uhr die Note 4.0 im Online-Campus entgegen leuchtete – knapp bestanden! Meine Freude war so groß, dass ich minutenlang durch die Wohnung hüpfte.

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  15.11.2017

Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Roadtrip gen Osten

Während Sturm Xaver im Oktober den Norden Deutschlands verwüstete, saß ich mit meinen Freunden im Bulli auf dem Weg nach Dresden. Von der westlichsten Stadt Deutschlands, Aachen, waren wir auf dem Weg in eine der östlichsten.

Zwar konnte ich als Fahrer an der hervorragend mit Getränken und Knabberzeug versorgten Rückbankrunde nicht teilnehmen, gemütlich war es trotzdem für uns alle. Zumindest bis wir das erste Mal zwecks Pinkelpause hielten und uns die Türen aus der Hand flogen. Augenblicklich wieder frisch und wach von der steifen Brise setzten wir die Fahrt fort. Leider nicht lange, denn ein paar Kilometer weiter rauschten wir in eine Vollsperrung. Xavier hatte zwei Lastwagen vor uns in den Graben befördert. Wir improvisierten und bauten uns zwischen den stehenden Autos ein Spielfeld auf, um die alkoholfreie Version des bekannten Spiels Flunkyball zu spielen – zu unserer Unterhaltung und der der Umstehenden. In Dresden angekommen, fanden wir unsere Airbnb Bude problemlos und lernten unseren Host kennen, der uns super hilfsbereit gute Tipps und Ratschläge für den Abend mit auf den Weg gab. Da ich bisher in so ziemlich allen Städten, die ich in letzter Zeit besucht hatte, gute Erfahrungen mit Free Walking Tours gemacht habe, schlug ich der Gruppe vor auch in Dresden und später in Prag eine zu machen. Wir hatten wieder Glück und erwischten einen tollen Guide, der uns kurzweilig und authentisch die Geschichten seiner Stadt erzählte. Da das Highlight unserer Reise und auch der längste Aufenthalt in Prag geplant war, könnten wir dort zwei Touren mitmachen. Eine durch die Altstadt und das jüdische Viertel und eine weitere durch die Schlossanlagen über Prag. Obwohl die Guides in Prag die Touren fast alle hauptberuflich machen, gerieten wir wieder an aufgeschlossene und lebhafte Guides, die es verstanden uns die verschachtelte und spannende Geschichte Prags nahezubringen.

Am letzten Abend liefen wir den Berg im Westen Prags hoch und genossen die fantastische Aussicht auf die dunkle Moldau und die hell erleuchtete Stadt dahinter. Vor uns lagen noch das letzte Etappenziel unserer Reise – Leipzig. 

Autor: Katha  |  Rubrik: orientieren  |  10.11.2017
Autor: Katha
Rubrik: orientieren
10.11.2017