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Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Delfine im Bosporus

Ich hatte mir Istanbul immer als prächtige Stadt vorgestellt, die aufgrund ihres geografischen Standorts stark westlich geprägt ist. Tatsächlich habe ich durch meine Reise dorthin ein anderes Bild bekommen. Entgegen meiner Erwartung hat Istanbul zum Beispiel keine Altstadt, wie wir sie von deutschen Städten kennen. Der als Altstadt betitelte Teil Istanbuls hat zwar jede Menge enge Gassen zu bieten, darüber hinaus erinnert aber nur hier und da mal eine alte Moschee an längst vergangene Zeiten.
Nachdem ich festgestellt hatte, dass die Altstadt zwar interessant, aber nicht besonders schön ist, lagen meine Hoffnungen auf den berühmten Sehenswürdigkeiten. Hier folgte die nächste Enttäuschung, denn selbst die einst prächtige Hagia Sophia beeindruckte mich wenig. Wer orientalische Pracht sehen möchte, sollte aber den Topkapi-Palast besichtigen. Ich persönlich finde, dass der Palast mit seinen schlichten grünen Außenanlagen und den wunderschön gestalteten Privatzimmern schöner als das Schloss von Versailles ist.
Dann habe ich noch zufällig einen sehr schönen Moment erlebt. Mit ein paar Freunden war ich in der Altstadt unterwegs, als wir irgendwann ungeplant am Bosporus rauskamen. Wir setzten uns, beobachteten die Fähren und Angler, während die Sonne langsam über der Süleyman-Moschee unterging – ein friedlicher Anblick. Und dann tauchte plötzlich zwischen den Fähren eine Delfinschule auf. So viele Delfine hatte ich zuvor noch nie gesehen. Der Bosporus war sicher der letzte Ort, an dem ich mit Delfinen gerechnet hätte - eine schöne Überraschung!

Autor: Katha  |  Rubrik: studium  |  10.12.2018

Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Polizeibegleitung

Zur halbjährlichen Hauptversammlung meines europäischen Studierendenvereins flog ich mit einigen Kommilitonen aus Aachen und Düsseldorf ein paar Tage nach meiner letzten Klausur nach Istanbul. Dort waren wir sehr „komfortabel“ in einem noch nicht fertiggestellten Sportzentrum untergebracht: Schlafen im Parkhaus, Diskussion und Plenum auf den Tribünen in der Sporthalle … So „bequem“ die Unterbringung war, so „ungefährlich“ und „gepflegt“ war auch die umliegende Gegend. Das wurde uns aber erst klar, als wir in der U-Bahn von einer jungen Türkin angesprochen wurden, ob wir wirklich sicher seien, an der nächsten Station aussteigen zu wollen. Sie hielte das in dieser Gegend für keine gute Idee. Ein Ort zum Wohlfühlen also! Gewarnt, aber immer noch unternehmungslustig wagten wir uns trotz dieses Hinweises weiter vor die Tür und erlebten ein paar sehr interessante Tage. Unsere Hauptversammlung läuft immer ungefähr gleich ab. Tagsüber gibt es Vorträge, Diskussionen und Wahlen. Abends und nachts gehen wir gemeinsam feiern. Und wenn ich „wir“ sage, meine ich 800 Studierende aus vielen verschiedenen Ländern. In der Türkei gibt es ein Gesetz, das vorschreibt, dass solche großen Gruppen grundsätzlich von der Polizei begleitet werden müssen. Als Studierendenorganisation, die für ein demokratisches Europa eintritt, müsste gerade eine solche Veranstaltung ganz unter dem Zeichen der Versammlungsfreiheit stehen. Umso bedenklicher erschien mir die permanente Polizeibegleitung. Das tatsächliche Ausmaß dieses Gesetzes begriff ich aber erst, als wir abends in gemietete Busse stiegen, um zum Bosporus zu fahren. Dort sollte als Programmhighlight eine Bootsparty stattfinden. Zum einen durften die Busse nur als Konvoi starten, damit die Polizisten uns alle gleichzeitig begleiten konnten. Das war nervig, weil es unfassbar lange dauerte, bis 800 Menschen, die dieses Gesetz nicht kannten und davon ausgingen, dass die Busse nacheinander abfahren, endlich alle eingestiegen waren. Tatsächlich unwohl wurde mir aber erst bei der Aktion, die dann folgte. Als alle von den Bussen auf das Boot gewechselt waren und es ablegte, folgte uns von Anfang bis Ende in ein paar Metern Abstand ein Polizeiboot. Mit anderen Worten: Man hat unsere Gruppe keinen Augenblick aus den Augen gelassen – nicht einmal für eine Party.

Autor: Katha  |  Rubrik: orientieren  |  27.11.2018

Ingenieurwesen? Ja, bitte!

Credit-Points oder ECTS-Punkte?

Zu Studienbeginn kann das an der Uni gebräuchliche Leistungssystem sehr verwirrend sein. Unter Studierenden wird oft von „Credit Points“ gesprochen, im Online-Campus ist von ECTS-Punkten die Rede und die ganz normalen Noten – ähnlich wie man sie aus der Schule kennt – gibt es auch noch. Dass „Credits“ die Kurzform von „Credit Points“ ist, dürfte klar sein. Bei den ECTS-Punkten handelt es sich um ein Synonym für die besagten „Credits“. Mit der Bologna-Reform der Europäischen Union wurde das „European Credit Transfer System“ (ECTS) eingeführt, um Studienleistungen EU-weit vergleichbar zu machen. Diese Maßnahme sollte dabei helfen, die Bildungssysteme besser aufeinander abzustimmen und so die Anerkennung bereits erbrachter Leistungen bei einem Studienwechsel im In- und Ausland zu erleichtern. Dabei steht ein ECTS-Punkt für 30 Arbeitsstunden. Inbegriffen ist darin nicht nur der Besuch der Lehrveranstaltungen, sondern auch die Vor- und Nachbereitung des Fachs.
Die Credits dienen auch zur Gewichtung der Noten. Die Note in einem Fach, das mit beispielsweise acht Credits einen sehr hohen Arbeitsaufwand erfordert, wiegt doppelt so schwer wie eine, die man in einem Vier-Credits-Fach erzielt.
Leider weichen die Arbeitsstunden, die durch die Credits für ein Fach vorgesehen sind, in der Praxis oft vom tatsächlichen Aufwand ab. In diesem Semester hatte ich mehrere Klausuren, die mit jeweils vier Credits gewichtet wurden. Bei der einfachsten konnte ich mit 40 Stunden Lernen eine gute Note schreiben. Für die schwierigste habe ich 150 Stunden gelernt und gerade so bestanden. Damit ist die Vergleichbarkeit in einigen Fächern also doch wieder hinfällig.
Trotzdem halte ich das System für ein sehr praktisches Instrument. Denn im Januar startet mein Auslandssemester an einer französischen Hochschule, die ihre Kurse dank des einheitlichen europäischen Systems genauso bewertet wie meine Hochschule. So kann ich mir möglicherweise sogar alle Fächer anrechnen lassen, die ich im Ausland belegen werde.

Autor: Katha  |  Rubrik: orientieren  |  06.11.2018