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Mein Freiwilliges Jahr

Mit Vollgas ins neue Jahr!

Auch im neuen Jahr musste ich am Ball bleiben, was meine Zeit nach dem FSJ anging. Mein Freiwilligenjahr läuft noch ein paar Monate – was mache ich dann? Ich möchte weiterhin Medizin studieren, aber was, wenn ich wieder nicht zugelassen werde? Also schrieb ich wieder Bewerbungen, zum einen für ein paar Ausbildungsstellen zur Notfallsanitäterin überall in Deutschland, zum anderen für Ausbildungen im Pflegebereich bei uns im Krankenhaus. Immerhin habe ich dort ja schon viel Praxiserfahrung gesammelt – vielleicht erhöht das meine Chancen.
Außerdem lernte ich fleißig für den Test für medizinische Studiengänge sowie den HamNat, den Auswahltest für medizinische Studiengänge der Uniklinik Hamburg-Eppendorf. Auch wenn ich noch nicht weiß, ob ich zu Letzterem zugelassen werde, möchte ich mich schon vorbereiten, denn die Einladung erfolgt wenige Tage vor dem Test, da bleibt nicht mehr viel Zeit zum Üben.
Das ganze Bewerben und Lernen erinnert mich stark an mein letztes Schuljahr. Damals dachte ich, dass genau diese Phase irgendwann ein Ende hat. Und gefühlt habe ich mich gar nicht weiterentwickelt, immerhin kreisen genau die gleichen Fragen in meinem Kopf wie vor einem Jahr – einzig das Wort „Abi“ wurde durch das Wort „FSJ“ ersetzt. Was mache ich nach meinem FSJ? Welchen Weg soll ich gehen? Ich muss zugeben, diese Ungewissheit ist echt frustrierend. Während meine Freunde nach dem Abi alle schon eine Ausbildung bekommen haben oder studieren, wird bei mir noch eine gewisse Zeit vergehen, bevor ich diese Fragen endlich beantworten kann.
Aber ich weiß, dass sich das FSJ lohnt, denn ich lerne viele neue Dinge eines Krankenhausalltags kennen. Ich bin ein sehr zielstrebiger Mensch und wenn ich etwas erreichen will, muss ich eben auch durch diese Zeit durch. Klar, ich könnte auch einfach irgendetwas anderes studieren. Aber warum eine Sache halbherzig tun, wenn doch die volle Leidenschaft dabei sein kann? Ich möchte auch später nicht in einem Beruf arbeiten, der mir keine Freude bereitet. Und was wäre das Leben ohne Hindernisse, die wir bewältigen müssen? Das wäre ja langweilig!

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  11.01.2018

Mein Freiwilliges Jahr

„Privilegien und Machtdifferenzen“

Nun sind schon vier Monate meiner Freiwilligenzeit um. Vor Weihnachten fand die dritte Seminarwoche statt. Schon in der Vorbereitungsmail wurde das Thema „Privilegien und Machtdifferenzen“ angekündigt. In der Herberge angekommen, konnte sich jeder einen Workshop aussuchen, in dem es um Privilegien ging. Zur Auswahl standen Rap, zwei Theatergruppen, eine Fotowerkstatt sowie eine Schreibgruppe. Obwohl ich anfangs zögerte, schloss ich mich schließlich der Schreibgruppe an. Ich schreibe sehr gerne und habe auch viele Ideen, bin aber auch sehr selbstkritisch. Ich traue mir auch nicht wirklich zu, über Politik zu schreiben. Dennoch trug ich mich dafür ein. Unsere Gruppenleiterin versicherte uns, dass nichts nach außen dringen würde, was in diesem Raum besprochen würde. Wir konnten auch jederzeit entscheiden, ob wir Übungen mitmachen und unsere Texte veröffentlichen wollten oder nicht. Das war auch genau richtig, denn Schreiben ist emotional und man gibt viel von sich preis.
Nach und nach befassten wir uns mehr mit dem Thema Privilegien. Wann ist man privilegiert und was bedeutet das überhaupt? Am Ende der Woche präsentierte jede Gruppe ihr Ergebnis. Von Galerien bis zu Musikvideos oder Flashmobs war alles dabei. Meine Gruppe hat eine Galerie mit unseren Texten umgesetzt. Außerdem haben wir einige Werke vorgelesen. Wir präsentierten unsere Werke nicht nur vor unseren FSJ-Kollegen, sondern auch vor dem Vorstand der Herberge sowie dem Vorstand unseres Trägers – ein größeres Projekt als angenommen. Das hat mich wahnsinnig stolz gemacht. Worte, die ich verfasst habe, haben andere bewegt. Kurz gesagt: Es war faszinierend. Unsere Gruppenleiterin betonte, dass wir und unsere Texte wichtig sind. Wir sind es wert, mit unseren Texten Raum einzunehmen. Und genau das zählt auch zu den Privilegien. Ich kann mich sehr glücklich schätzen so privilegiert zu sein.
Neben der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen wurden wir in unserem Selbstbewusstsein bestärkt. Deshalb finde ich dieses Seminar absolut gelungen. Ich bin schon gespannt auf das nächste. Jetzt freue ich mich aber erstmal wieder auf die Arbeit im Krankenhaus!

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  08.01.2018

Mein Freiwilliges Jahr

Rückblick, Ausblick

Wie schnell dieses Jahr wieder vergangen ist! 2017 ist bei mir sehr viel passiert, es war ja auch mein Abschlussjahr. Deshalb plante ich meine Zeit nach dem Abi. Zunächst habe ich mich auf einige Ausbildungsstellen in der Pflege beworben, auf die ich aber keine rechte Lust hatte. Für mich war das Medizinstudium viel attraktiver, wenn auch noch unerreichbar. Ich wollte den Test für medizinische Studiengänge schreiben – was ich aus Zeitgründen dann doch nicht tat. Und zeitweise wollte ich ins Ausland, war aber auch davon nicht ganz überzeugt. Kurzum: In mir herrschte das reinste Chaos.
Im Sommer kam dann der Moment, auf den meine Familie mehr hingefiebert hatte als ich – das Überreichen meines Abiturzeugnisses. Ich will das Abitur nicht herabwürdigen, aber für mich war es nie etwas Besonderes, eher ein seit Langem vorgezeichneter Weg. Vielleicht wird ein Studium ja mein persönliches Highlight? Prägender schienen mir eher die vier Wochen im Sommer, in denen ich die Co-Leitung eines Ferienlagers übernahm und über mich hinauswuchs. Es war eine sehr anstrengende, aber auch prägende und schöne Zeit!
Mir wurde klar, ich möchte etwas Sinnvolles machen und suchte nach Alternativen zu meinen bisherigen Plänen – und fand meine jetzige FSJ-Stelle. Mittlerweile ist ein Drittel meiner Einsatzzeit um und ich hatte Hochs und Tiefs. Momente, in denen ich heulend in der Umkleide saß, weil die Zweifel an der Entscheidung mir zu Kopf stiegen, und Tage, an denen die Arbeit wahnsinnig viel Spaß gemacht hat.
Und jetzt startet ein neues Jahr! Was das wohl bringen mag? Mein FSJ jedenfalls geht noch bis Mitte Juli, danach bin ich für dieses Mal sechs Wochen wieder als Co-Leiterin auf Ferienlagern unterwegs – und habe dann hoffentlich endlich Gewissheit, wie es weitergeht. Das Medizinstudium ist mein großer Traum bleiben, doch falls es (wieder) nicht klappt, werde ich eine Ausbildung absolvieren (siehe meinen Beitrag „Alle (halbe) Jahre wieder). Da ich gerade 20 Jahre alt geworden bin, könnte ich mir vorstellen, von Zuhause auszuziehen. Nicht umsonst suche ich mir Ausbildungsstellen außerhalb meines Bundeslandes.
Es liegt noch vieles im Ungewissen, aber ich freue mich auf das neue Jahr und die vielen Chancen! Möge auch euch das Jahr 2018 einen guten Weg bereiten!

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  27.12.2017
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
27.12.2017