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Mein Freiwilliges Jahr

Wann kommt die richtige Abzweigung?

Da sich mein FSJ bald dem Ende neigt, habe ich mich bereits auf diverse Ausbildungen und Studiengänge beworben. So langsam sind die Bewerbungsfristen vorbei und ich warte jeden Tag sehnsüchtig auf irgendeine Rückmeldung. Kaum ein Tag vergeht, an dem ich nicht in meine E-Mails nach einem Firmen- oder Uniabsender durchsuche.
So auch vorige Woche. Ich wusste, dass an diesem Tag die Einladungen zur Teilnahme am HAM-Nat-Test für das Medizinstudium in Hamburg rausgehen würden. Umso nervöser war ich, als ich die E-Mail in meinem Postfach fand. „Sie sind leider nicht eingeladen“ sprang mir direkt entgegen. Keine Einladung heißt, kaum eine Chance, meine Abiturnote mit dem Test zu verbessern. Für diesen werden nur die besten 850 Bewerber eingeladen und deshalb war mir schon klar, dass ich es wohl auch dieses Mal nicht schaffen werde. Trotzdem nagt es stark am Ego. Nichtsdestotrotz stehen noch andere Uni- sowie Ausbildungsrückmeldungen aus. Zum Beispiel habe ich von einer Ausbildungsstelle eine positive Rückmeldung erhalten: In knapp zwei Wochen bin ich zum Einstellungstest eingeladen. Dabei werden Kenntnisse in Mathe und Rechtschreibung sowie Allgemeinwissen abgefragt. Außerdem werde ich mich erneut für das nächste Semester bewerben.
Auf dem Weg ins Medizinstudium habe ich schon früh gelernt, dass er selten geradlinig – vom Abi direkt ins Studium – verläuft. Immer wieder gibt es Abzweigungen, Umleitungen und jede Menge Hürden. Ich hoffe inständig, dass ich nach dem Studium mit Stolz sagen kann, dass sich jede dieser Hürden gelohnt hat.
Obwohl es fast sicher ist, dass ich die Krankenpflegeausbildung in meinem jetzigen Haus absolvieren kann, werde ich sicherheitshalber noch ein paar Bewerbungen abschicken. Man weiß schließlich nie, was kommt. Und wer weiß, vielleicht finde ich ganz neue Möglichkeiten, wie mein Leben nach dem FSJ aussehen könnte!

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  26.02.2018
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
26.02.2018

Mein Freiwilliges Jahr

Wenn die Arbeit Früchte trägt

Vor meinem FSJ habe ich mich immer gefragt, warum Leute gerne im Reha-Bereich arbeiten. Ich stellte mir das wenig spannend vor, da will ich doch lieber was Außergewöhnliches sehen und „Action“ haben. Dabei habe ich nicht bedacht, wie schön – und vor allem wichtig – es ist, Menschen in der Zeit nach der Action zu begleiten. Schließlich möchten diese Patienten gerne in ihr altes Leben zurück.
Das ist gerade in der neurologischen Reha oft schwierig. Die Funktionswiederherstellung von einzelnen Gliedmaßen etwa erfordert neben der Willenskraft des Betroffenen auch sehr viel Geduld – sowohl vom Personal als auch von demjenigen selbst. Schnell kann Frustration aufkommen, wenn die Genesung doch länger dauert als erwartet.
In den vergangen sechs Monaten habe ich trotzdem viele Momente erlebt, in denen es den Patienten von Tag zu Tag besser ging. Wir haben zum Beispiel Patienten, die einzelne Gliedmaßen nicht bewegen oder spüren können. Wenn sie nach erfolgreicher Therapie wieder ihr Essen alleine aufschneiden oder selbstständig über die Station spazieren können, ist das ein grandioses Gefühl. Ich erinnere mich außerdem an eine Patientin, die aufgrund einer Schluckstörung nur püriertes Essen bekommen durfte. Sie konnte nur sehr langsam schlucken und ich habe mehr als eine Stunde mit dem Anreichen bei ihr verbracht – aber in dem Moment war mir das egal. Gerade in solchen Situationen, wenn ich die Patienten schon besser beziehungsweise länger kenne, fiebere ich mit, bis die Ausgangssituation wieder hergestellt wird. Ich drücke innerlich die Daumen und motiviere die Patienten, wenn sie mit den Therapeuten über den Flur gehen.
Und wenn das alles klappt, spürt man auch die eigene Erleichterung. Dann stelle ich jedes Mal fest, wie stark dieses Team aus Pflegern, Ärzten und Therapeuten auf unserer Station zusammenarbeitet. Alle ziehen an einem Strang und haben nur das Ziel vor Augen, dass es den Patienten besser geht. Mittlerweile denke ich daher ganz anders über die Reha.

Mein Freiwilliges Jahr

Wenn es eher eckig statt rund läuft

Es gibt Tage, da scheint alles schief zu gehen. Nicht nur bei mir, sondern im ganzen Krankenhaus. Diese Tage sind zum Glück relativ selten. Doch erst vor Kurzem hatte ich genau wieder so einen Tag erlebt:
Schon als ich den Flur meiner Station betrat, sah ich die vielen Betten aus der Notaufnahme. Über Nacht wurden also einige Patienten neu aufgenommen. An sich ist das kein Problem, denn für mich heißt das nur, dass ich das Frühstück genau prüfen muss, damit es für alle Patienten ausreicht. Sonst muss ich auf anderen Stationen Nachschub holen. Und tatsächlich: Wir hatten keine Brötchen, was zu großer Unzufriedenheit bei den Patienten führen kann. Die Logistik in einem Krankenhaus ist ähnlich wie eine Kette; nur so stark wie das schwächste Glied. Kurz vor dem Frühstück tauchten die Brötchen dann aber doch noch auf – sie waren zunächst auf einer falschen Station gelandet.
Je weiter der Vormittag voranschritt, desto unruhiger wurde es. Das Telefon stand nicht still, die Neuaufnahmen hatten noch kein Bett und standen im Flur herum, weil die entlassenen Patienten ihre Zimmer noch nicht geräumt hatten. Der hauseigene Transportdienst schaffte es nicht, die Patienten zu ihren Untersuchungen zu bringen, sodass das ebenfalls an mir hängen blieb. Kurzum: Es herrschte großes Chaos. Doch zusammen konnten wir diese Situation bewältigen, auch wenn der Ton zwischendurch mal rauer wurde – das darf man dann aber nicht persönlich nehmen. Und das Schöne an solchen Tagen ist, dass auch diese Schicht irgendwann vorübergeht. Außerdem lernt man dadurch die ruhigeren Schichten erst zu schätzen.

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  09.02.2018
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
09.02.2018