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Mein Freiwilliges Jahr

Ein Blick hinter die Kulissen - Teil 2

Und so sieht ab Mittag ein typischer Tag in meinem FSJ in der Klinik aus (hier findet ihr Teil 1):
12 Uhr: Und schon folgt die nächste Mahlzeit. Auch diese wird ausgeteilt sowie bei einigen Patienten angereicht. Anschließend wird alles wieder eingesammelt und der Container nach draußen gebracht.
13 Uhr: Nun beginnt erneut eine variable Phase. Meistens bringe ich den Müll weg, bereite alles für die Kaffeerunde vor, hole Bestellungen aus der Apotheke ab oder räume Lieferungen weg.
13.45 Uhr: Auf fast jeder Station gibt es eine Kaffeerunde, bei der ich von Zimmer zu Zimmer gehe und die Patienten frage, ob sie noch etwas trinken möchten. Auf meiner Station haben einige Patienten eine Schluckstörung. Darauf muss ich achten und die Getränke dann mit einem Pulver andicken. Ansonsten könnten sich die Patienten verschlucken, was üble Folgen haben kann. Wenn ich fertig bin, räume ich alles auf, befülle den Wagen neu und koche Kaffee für den Spätdienst. In dieser Zeit findet auch die Pflegeübergabe zwischen den Schichten statt.
14.30 Uhr: Zum Ende meiner Schicht schaue ich mir noch mal Bestellungen an, fülle Datenblätter der Patienten aus oder schaue auch mal den Ärzten über die Schulter. In dieser Zeit konnte ich schon mehrfach bei einer Lumbalpunktion zusehen, was natürlich total spannend ist. Dabei wird eine Nadel auf Höhe der Lende in den Lumbalkanal eingeführt, um Nervenwasser zu entnehmen. Dieses muss zum Beispiel beim Verdacht auf Erkrankungen des Gehirns untersucht werden.
15.15 Uhr: Feierabend!
Mein Aufgabenpensum ist wie ihr seht ziemlich breit gefächert. Und obwohl sich meine Tätigkeiten oft wiederholen, gleicht kein Tag dem anderen. Schließlich wechseln unsere Patienten immer wieder durch, sodass auch neue Bedürfnisse dazukommen.
Und nun verstehe ich auch, warum die Pfleger immer auf Achse sind: Hier ist immer Action!

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  05.02.2018

Mein Freiwilliges Jahr

Ein Blick hinter die Kulissen - Teil 1

Bevor ich das erste Mal in einer Klinik gearbeitet hatte, habe ich mich gefragt, wie die Abläufe dort wohl aussehen. Ich stellte mir vor, dass die Pflegekräfte Medikamente austeilen, bei allen Patienten die Vitalzeichen messen und immer unter Strom stehen. Nach fünf Monaten im täglichen Frühdienst verstehe ich nun ganz gut, woher der ständige Stress und das Gerenne kommen. Auch ich als FSJlerin habe einen straffen Tagesablauf, den ich euch gerne vorstellen möchte. Anmerkung: Dies ist mein persönlicher Ablauf. Viele meiner FSJ-Kollegen haben einen Großteil der Aufgaben nicht, weil sie auf einer Station mit Patienten arbeiten, deren Pflegebedarf geringer ist.
7 Uhr: Schichtbeginn! Meist bin ich schon ein paar Minuten früher da, um mich auf den neusten Stand zu bringen. Je nachdem wie pflegeaufwendig unsere derzeitigen Patienten sind, wasche ich bereits einige von ihnen oder helfe den Pflegern bei der üblichen Morgenrunde. Dabei werden die Vitalzeichen (Puls, Blutdruck, Temperatur und gegebenenfalls Blutzucker) gemessen. Außerdem werden die Medikamente ausgeteilt.
8 Uhr: Es gibt Frühstück. Bei knapp 40 Patienten brauche ich für das Austeilen eine Stunde oder länger. Manche Patienten können leider nicht mehr alleine essen oder sich ein Brot schmieren – dabei helfe ich ebenfalls. Wenn ich fertig bin, muss ich auch schon wieder mit dem Abräumen beginnen, da die Essenscontainer zu einem bestimmten Zeitpunkt abgeholt werden. Andernfalls blockieren sie den ganzen Tag unseren Ausgang.
10 Uhr: Der Vormittag ist immer recht variabel. Je nachdem, wie schnell das Frühstück vonstattenging und wie viele Patienten schon gewaschen sind, habe ich andere Aufgaben. Eines bleibt aber immer gleich: die Essensbestellung. Anfang der Woche frage ich jeden Patienten, was er oder sie gerne zu essen hätte. Diese Infos gebe ich dann für den darauffolgenden Tag im System ein. Auch der normale Stationsbedarf wie Kaffee oder Wasser wird darüber bestellt. Wenn ich mit den Bestellungen fertig bin, koche ich Kaffee, helfe meinen Kollegen beim Waschen oder bringe Patienten zu einer Untersuchung.
10.30 Uhr: Pause! Jetzt verspeise ich mein Brot und fahre etwas runter.
11 Uhr: In der Mittagsrunde hefte ich mich an die Fersen einer Pflegekraft – meistens jene, die ich bereits am Morgen begleitet habe – und messe erneut Vitalzeichen und teile Medikamente aus.
Wie mein Tag weitergeht, lest ihr im nächsten Beitrag.

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  29.01.2018
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
29.01.2018

Mein Freiwilliges Jahr

Wieso, weshalb, warum?

Vergangene Woche lud meine Krankenhausdirektion erneut zum FSJ-Forum ein, eine Gesprächsrunde, an der sich alle derzeitigen FSJler beteiligen und mit der Direktion oder dem Vorstand des Krankenhauses sprechen. Diesmal stand die Veranstaltung unter dem Thema Ausbildung.
Das Krankenhaus ist nämlich ein Lehrkrankenhaus für Auszubildende und Studierende.
Ich habe mich schon sehr auf dieses Treffen gefreut, da ich von einer Ausbildung im Haus nicht abgeneigt bin.
Nachdem die Veranstaltungsleiter ein paar Eckdaten über das Krankenhaus genannt hatten, stellten die Bereichsleiter die jeweiligen Ausbildungsberufe vor. Das war sehr interessant und nützlich, da ich Hinweise für meine Bewerbung bekam und außerdem noch ein paar interessante Fakten sammeln konnte. Im Anschluss hatte ich die Möglichkeit, direkt mit den aktuellen Auszubildenden der jeweiligen Fachrichtung zu sprechen. Ich sprach zum Beispiel mit Hebammenschülern oder OTAs (Operationstechnische Assistenz) über deren Ausbildungsalltag. Mit den Gesundheits- und Krankenpflegern konnte ich mich bereits auf der Station unterhalten.
Zum Schluss sprach ich auch noch mit der Bereichspflegeleitung der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Auch sie hat mir noch einige Hinweise für das Bewerbungsverfahren mitgegeben. Außerdem freut sie sich schon auf meine Bewerbung. Ich konnte also schon im Vorfeld einen guten Eindruck hinterlassen.
Das Positive an meinem Freiwilligenjahr ist, dass ich automatisch zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen werde und Vorteile gegenüber anderen Bewerbern habe. Schließlich arbeite ich ja auch schon ein Jahr lang in dem Unternehmen und die jeweilige Station konnte sich schon ein gutes Bild von mir machen. Zu Beginn hatte ich sehr starke Zweifel, ob ich das Jahr wirklich machen sollte. Mittlerweile bin ich aber sehr glücklich und zufrieden mit meiner Einsatzstelle und meiner Arbeit. Und wer weiß, vielleicht geht meine berufliche Zukunft auch direkt in dem Unternehmen weiter? Ich werde euch auf dem Laufenden halten!

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  17.01.2018