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Mein Freiwilliges Jahr

Ein Blick hinter die Kulissen - Teil 1

Bevor ich das erste Mal in einer Klinik gearbeitet hatte, habe ich mich gefragt, wie die Abläufe dort wohl aussehen. Ich stellte mir vor, dass die Pflegekräfte Medikamente austeilen, bei allen Patienten die Vitalzeichen messen und immer unter Strom stehen. Nach fünf Monaten im täglichen Frühdienst verstehe ich nun ganz gut, woher der ständige Stress und das Gerenne kommen. Auch ich als FSJlerin habe einen straffen Tagesablauf, den ich euch gerne vorstellen möchte. Anmerkung: Dies ist mein persönlicher Ablauf. Viele meiner FSJ-Kollegen haben einen Großteil der Aufgaben nicht, weil sie auf einer Station mit Patienten arbeiten, deren Pflegebedarf geringer ist.
7 Uhr: Schichtbeginn! Meist bin ich schon ein paar Minuten früher da, um mich auf den neusten Stand zu bringen. Je nachdem wie pflegeaufwendig unsere derzeitigen Patienten sind, wasche ich bereits einige von ihnen oder helfe den Pflegern bei der üblichen Morgenrunde. Dabei werden die Vitalzeichen (Puls, Blutdruck, Temperatur und gegebenenfalls Blutzucker) gemessen. Außerdem werden die Medikamente ausgeteilt.
8 Uhr: Es gibt Frühstück. Bei knapp 40 Patienten brauche ich für das Austeilen eine Stunde oder länger. Manche Patienten können leider nicht mehr alleine essen oder sich ein Brot schmieren – dabei helfe ich ebenfalls. Wenn ich fertig bin, muss ich auch schon wieder mit dem Abräumen beginnen, da die Essenscontainer zu einem bestimmten Zeitpunkt abgeholt werden. Andernfalls blockieren sie den ganzen Tag unseren Ausgang.
10 Uhr: Der Vormittag ist immer recht variabel. Je nachdem, wie schnell das Frühstück vonstattenging und wie viele Patienten schon gewaschen sind, habe ich andere Aufgaben. Eines bleibt aber immer gleich: die Essensbestellung. Anfang der Woche frage ich jeden Patienten, was er oder sie gerne zu essen hätte. Diese Infos gebe ich dann für den darauffolgenden Tag im System ein. Auch der normale Stationsbedarf wie Kaffee oder Wasser wird darüber bestellt. Wenn ich mit den Bestellungen fertig bin, koche ich Kaffee, helfe meinen Kollegen beim Waschen oder bringe Patienten zu einer Untersuchung.
10.30 Uhr: Pause! Jetzt verspeise ich mein Brot und fahre etwas runter.
11 Uhr: In der Mittagsrunde hefte ich mich an die Fersen einer Pflegekraft – meistens jene, die ich bereits am Morgen begleitet habe – und messe erneut Vitalzeichen und teile Medikamente aus.
Wie mein Tag weitergeht, lest ihr im nächsten Beitrag.

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  29.01.2018
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
29.01.2018

Mein Freiwilliges Jahr

Wieso, weshalb, warum?

Vergangene Woche lud meine Krankenhausdirektion erneut zum FSJ-Forum ein, eine Gesprächsrunde, an der sich alle derzeitigen FSJler beteiligen und mit der Direktion oder dem Vorstand des Krankenhauses sprechen. Diesmal stand die Veranstaltung unter dem Thema Ausbildung.
Das Krankenhaus ist nämlich ein Lehrkrankenhaus für Auszubildende und Studierende.
Ich habe mich schon sehr auf dieses Treffen gefreut, da ich von einer Ausbildung im Haus nicht abgeneigt bin.
Nachdem die Veranstaltungsleiter ein paar Eckdaten über das Krankenhaus genannt hatten, stellten die Bereichsleiter die jeweiligen Ausbildungsberufe vor. Das war sehr interessant und nützlich, da ich Hinweise für meine Bewerbung bekam und außerdem noch ein paar interessante Fakten sammeln konnte. Im Anschluss hatte ich die Möglichkeit, direkt mit den aktuellen Auszubildenden der jeweiligen Fachrichtung zu sprechen. Ich sprach zum Beispiel mit Hebammenschülern oder OTAs (Operationstechnische Assistenz) über deren Ausbildungsalltag. Mit den Gesundheits- und Krankenpflegern konnte ich mich bereits auf der Station unterhalten.
Zum Schluss sprach ich auch noch mit der Bereichspflegeleitung der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege. Auch sie hat mir noch einige Hinweise für das Bewerbungsverfahren mitgegeben. Außerdem freut sie sich schon auf meine Bewerbung. Ich konnte also schon im Vorfeld einen guten Eindruck hinterlassen.
Das Positive an meinem Freiwilligenjahr ist, dass ich automatisch zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen werde und Vorteile gegenüber anderen Bewerbern habe. Schließlich arbeite ich ja auch schon ein Jahr lang in dem Unternehmen und die jeweilige Station konnte sich schon ein gutes Bild von mir machen. Zu Beginn hatte ich sehr starke Zweifel, ob ich das Jahr wirklich machen sollte. Mittlerweile bin ich aber sehr glücklich und zufrieden mit meiner Einsatzstelle und meiner Arbeit. Und wer weiß, vielleicht geht meine berufliche Zukunft auch direkt in dem Unternehmen weiter? Ich werde euch auf dem Laufenden halten!

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  17.01.2018

Mein Freiwilliges Jahr

Mit Vollgas ins neue Jahr!

Auch im neuen Jahr musste ich am Ball bleiben, was meine Zeit nach dem FSJ anging. Mein Freiwilligenjahr läuft noch ein paar Monate – was mache ich dann? Ich möchte weiterhin Medizin studieren, aber was, wenn ich wieder nicht zugelassen werde? Also schrieb ich wieder Bewerbungen, zum einen für ein paar Ausbildungsstellen zur Notfallsanitäterin überall in Deutschland, zum anderen für Ausbildungen im Pflegebereich bei uns im Krankenhaus. Immerhin habe ich dort ja schon viel Praxiserfahrung gesammelt – vielleicht erhöht das meine Chancen.
Außerdem lernte ich fleißig für den Test für medizinische Studiengänge sowie den HamNat, den Auswahltest für medizinische Studiengänge der Uniklinik Hamburg-Eppendorf. Auch wenn ich noch nicht weiß, ob ich zu Letzterem zugelassen werde, möchte ich mich schon vorbereiten, denn die Einladung erfolgt wenige Tage vor dem Test, da bleibt nicht mehr viel Zeit zum Üben.
Das ganze Bewerben und Lernen erinnert mich stark an mein letztes Schuljahr. Damals dachte ich, dass genau diese Phase irgendwann ein Ende hat. Und gefühlt habe ich mich gar nicht weiterentwickelt, immerhin kreisen genau die gleichen Fragen in meinem Kopf wie vor einem Jahr – einzig das Wort „Abi“ wurde durch das Wort „FSJ“ ersetzt. Was mache ich nach meinem FSJ? Welchen Weg soll ich gehen? Ich muss zugeben, diese Ungewissheit ist echt frustrierend. Während meine Freunde nach dem Abi alle schon eine Ausbildung bekommen haben oder studieren, wird bei mir noch eine gewisse Zeit vergehen, bevor ich diese Fragen endlich beantworten kann.
Aber ich weiß, dass sich das FSJ lohnt, denn ich lerne viele neue Dinge eines Krankenhausalltags kennen. Ich bin ein sehr zielstrebiger Mensch und wenn ich etwas erreichen will, muss ich eben auch durch diese Zeit durch. Klar, ich könnte auch einfach irgendetwas anderes studieren. Aber warum eine Sache halbherzig tun, wenn doch die volle Leidenschaft dabei sein kann? Ich möchte auch später nicht in einem Beruf arbeiten, der mir keine Freude bereitet. Und was wäre das Leben ohne Hindernisse, die wir bewältigen müssen? Das wäre ja langweilig!

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  11.01.2018