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Mein Freiwilliges Jahr

„Privilegien und Machtdifferenzen“

Nun sind schon vier Monate meiner Freiwilligenzeit um. Vor Weihnachten fand die dritte Seminarwoche statt. Schon in der Vorbereitungsmail wurde das Thema „Privilegien und Machtdifferenzen“ angekündigt. In der Herberge angekommen, konnte sich jeder einen Workshop aussuchen, in dem es um Privilegien ging. Zur Auswahl standen Rap, zwei Theatergruppen, eine Fotowerkstatt sowie eine Schreibgruppe. Obwohl ich anfangs zögerte, schloss ich mich schließlich der Schreibgruppe an. Ich schreibe sehr gerne und habe auch viele Ideen, bin aber auch sehr selbstkritisch. Ich traue mir auch nicht wirklich zu, über Politik zu schreiben. Dennoch trug ich mich dafür ein. Unsere Gruppenleiterin versicherte uns, dass nichts nach außen dringen würde, was in diesem Raum besprochen würde. Wir konnten auch jederzeit entscheiden, ob wir Übungen mitmachen und unsere Texte veröffentlichen wollten oder nicht. Das war auch genau richtig, denn Schreiben ist emotional und man gibt viel von sich preis.
Nach und nach befassten wir uns mehr mit dem Thema Privilegien. Wann ist man privilegiert und was bedeutet das überhaupt? Am Ende der Woche präsentierte jede Gruppe ihr Ergebnis. Von Galerien bis zu Musikvideos oder Flashmobs war alles dabei. Meine Gruppe hat eine Galerie mit unseren Texten umgesetzt. Außerdem haben wir einige Werke vorgelesen. Wir präsentierten unsere Werke nicht nur vor unseren FSJ-Kollegen, sondern auch vor dem Vorstand der Herberge sowie dem Vorstand unseres Trägers – ein größeres Projekt als angenommen. Das hat mich wahnsinnig stolz gemacht. Worte, die ich verfasst habe, haben andere bewegt. Kurz gesagt: Es war faszinierend. Unsere Gruppenleiterin betonte, dass wir und unsere Texte wichtig sind. Wir sind es wert, mit unseren Texten Raum einzunehmen. Und genau das zählt auch zu den Privilegien. Ich kann mich sehr glücklich schätzen so privilegiert zu sein.
Neben der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen wurden wir in unserem Selbstbewusstsein bestärkt. Deshalb finde ich dieses Seminar absolut gelungen. Ich bin schon gespannt auf das nächste. Jetzt freue ich mich aber erstmal wieder auf die Arbeit im Krankenhaus!

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  08.01.2018

Mein Freiwilliges Jahr

Rückblick, Ausblick

Wie schnell dieses Jahr wieder vergangen ist! 2017 ist bei mir sehr viel passiert, es war ja auch mein Abschlussjahr. Deshalb plante ich meine Zeit nach dem Abi. Zunächst habe ich mich auf einige Ausbildungsstellen in der Pflege beworben, auf die ich aber keine rechte Lust hatte. Für mich war das Medizinstudium viel attraktiver, wenn auch noch unerreichbar. Ich wollte den Test für medizinische Studiengänge schreiben – was ich aus Zeitgründen dann doch nicht tat. Und zeitweise wollte ich ins Ausland, war aber auch davon nicht ganz überzeugt. Kurzum: In mir herrschte das reinste Chaos.
Im Sommer kam dann der Moment, auf den meine Familie mehr hingefiebert hatte als ich – das Überreichen meines Abiturzeugnisses. Ich will das Abitur nicht herabwürdigen, aber für mich war es nie etwas Besonderes, eher ein seit Langem vorgezeichneter Weg. Vielleicht wird ein Studium ja mein persönliches Highlight? Prägender schienen mir eher die vier Wochen im Sommer, in denen ich die Co-Leitung eines Ferienlagers übernahm und über mich hinauswuchs. Es war eine sehr anstrengende, aber auch prägende und schöne Zeit!
Mir wurde klar, ich möchte etwas Sinnvolles machen und suchte nach Alternativen zu meinen bisherigen Plänen – und fand meine jetzige FSJ-Stelle. Mittlerweile ist ein Drittel meiner Einsatzzeit um und ich hatte Hochs und Tiefs. Momente, in denen ich heulend in der Umkleide saß, weil die Zweifel an der Entscheidung mir zu Kopf stiegen, und Tage, an denen die Arbeit wahnsinnig viel Spaß gemacht hat.
Und jetzt startet ein neues Jahr! Was das wohl bringen mag? Mein FSJ jedenfalls geht noch bis Mitte Juli, danach bin ich für dieses Mal sechs Wochen wieder als Co-Leiterin auf Ferienlagern unterwegs – und habe dann hoffentlich endlich Gewissheit, wie es weitergeht. Das Medizinstudium ist mein großer Traum bleiben, doch falls es (wieder) nicht klappt, werde ich eine Ausbildung absolvieren (siehe meinen Beitrag „Alle (halbe) Jahre wieder). Da ich gerade 20 Jahre alt geworden bin, könnte ich mir vorstellen, von Zuhause auszuziehen. Nicht umsonst suche ich mir Ausbildungsstellen außerhalb meines Bundeslandes.
Es liegt noch vieles im Ungewissen, aber ich freue mich auf das neue Jahr und die vielen Chancen! Möge auch euch das Jahr 2018 einen guten Weg bereiten!

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  27.12.2017
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
27.12.2017

Mein Freiwilliges Jahr

Mir geht's gut, und dir?

Ein paar Mal innerhalb meines FSJ-Jahres findet von meiner Einsatzstelle aus ein Forum statt – so auch heute. Ziel ist es, die anderen FSJler sowie die Pflegedirektion des Krankenhauses kennenzulernen, aber auch, Unklarheiten oder Unzufriedenheiten zu klären.
Das heutige Forum war das erste für mich. Zusammen mit den anderen Freiwilligen wurde ich in einen großen Seminarraum geladen. Einige Kollegen kannte ich schon von einem Seminar, andere habe ich kennengelernt. Anschließend begrüßte uns die Pflegedirektion und stellte den Konzern und das Krankenhaus vor. Das war sehr eindrucksvoll, denn wenn ich nur auf meiner Station bin, kriege ich gar nicht mit, wie groß und komplex das ganze Haus ist. Außerdem sei die Klinik die wichtigste unseres Stadtteils, was unsere Arbeit enorm wichtig macht. Das gab mir den Ansporn, mich eventuell doch für eine Ausbildung im pflegerischen Bereich dort zu bewerben.
Außerdem konnten wir dem Bereichspflegeleiter Fragen stellen, der für uns FSJler zuständig ist. Dabei kam heraus, dass es auf vielen Stationen ähnliche Probleme gibt. Auch auf meiner Station ist nicht alles hundertprozentig rosig, dennoch fühle ich mich wohl. Einige andere jedoch nicht. Wir wurden ermutigt, in diesen Fällen unseren Standpunkt zu verteidigen. Gerade in der Position eines FSJler habe ich oft das Gefühl, dass ich nicht den Mund aufmachen darf, denn alle meine Kollegen sind ausgebildet und haben jahrelange Berufserfahrung – ich nicht. Kann ich es dann wagen, etwas zu sagen? Ja, erfuhren wir. Oft ist nur ein Kommunikationsproblem zwischen der Leitung und der Station Schuld an einem Missverständnis. Diese Dinge können also schnell geklärt werden.
Mein Fazit des heutigen Tages ist sehr positiv, denn in den vergangenen drei Monaten hatten meine Kollegen und ich eher das Gefühl, oft auf uns allein gestellt zu sein. Insofern fand ich das Forum sehr sinnvoll. Und ich konnte aktiv daran mitwirken, das FSJ für die Nachfolger noch zu verbessern.

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  21.12.2017