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Mein Freiwilliges Jahr

Rückblick, Ausblick

Wie schnell dieses Jahr wieder vergangen ist! 2017 ist bei mir sehr viel passiert, es war ja auch mein Abschlussjahr. Deshalb plante ich meine Zeit nach dem Abi. Zunächst habe ich mich auf einige Ausbildungsstellen in der Pflege beworben, auf die ich aber keine rechte Lust hatte. Für mich war das Medizinstudium viel attraktiver, wenn auch noch unerreichbar. Ich wollte den Test für medizinische Studiengänge schreiben – was ich aus Zeitgründen dann doch nicht tat. Und zeitweise wollte ich ins Ausland, war aber auch davon nicht ganz überzeugt. Kurzum: In mir herrschte das reinste Chaos.
Im Sommer kam dann der Moment, auf den meine Familie mehr hingefiebert hatte als ich – das Überreichen meines Abiturzeugnisses. Ich will das Abitur nicht herabwürdigen, aber für mich war es nie etwas Besonderes, eher ein seit Langem vorgezeichneter Weg. Vielleicht wird ein Studium ja mein persönliches Highlight? Prägender schienen mir eher die vier Wochen im Sommer, in denen ich die Co-Leitung eines Ferienlagers übernahm und über mich hinauswuchs. Es war eine sehr anstrengende, aber auch prägende und schöne Zeit!
Mir wurde klar, ich möchte etwas Sinnvolles machen und suchte nach Alternativen zu meinen bisherigen Plänen – und fand meine jetzige FSJ-Stelle. Mittlerweile ist ein Drittel meiner Einsatzzeit um und ich hatte Hochs und Tiefs. Momente, in denen ich heulend in der Umkleide saß, weil die Zweifel an der Entscheidung mir zu Kopf stiegen, und Tage, an denen die Arbeit wahnsinnig viel Spaß gemacht hat.
Und jetzt startet ein neues Jahr! Was das wohl bringen mag? Mein FSJ jedenfalls geht noch bis Mitte Juli, danach bin ich für dieses Mal sechs Wochen wieder als Co-Leiterin auf Ferienlagern unterwegs – und habe dann hoffentlich endlich Gewissheit, wie es weitergeht. Das Medizinstudium ist mein großer Traum bleiben, doch falls es (wieder) nicht klappt, werde ich eine Ausbildung absolvieren (siehe meinen Beitrag „Alle (halbe) Jahre wieder). Da ich gerade 20 Jahre alt geworden bin, könnte ich mir vorstellen, von Zuhause auszuziehen. Nicht umsonst suche ich mir Ausbildungsstellen außerhalb meines Bundeslandes.
Es liegt noch vieles im Ungewissen, aber ich freue mich auf das neue Jahr und die vielen Chancen! Möge auch euch das Jahr 2018 einen guten Weg bereiten!

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  27.12.2017
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
27.12.2017

Mein Freiwilliges Jahr

Mir geht's gut, und dir?

Ein paar Mal innerhalb meines FSJ-Jahres findet von meiner Einsatzstelle aus ein Forum statt – so auch heute. Ziel ist es, die anderen FSJler sowie die Pflegedirektion des Krankenhauses kennenzulernen, aber auch, Unklarheiten oder Unzufriedenheiten zu klären.
Das heutige Forum war das erste für mich. Zusammen mit den anderen Freiwilligen wurde ich in einen großen Seminarraum geladen. Einige Kollegen kannte ich schon von einem Seminar, andere habe ich kennengelernt. Anschließend begrüßte uns die Pflegedirektion und stellte den Konzern und das Krankenhaus vor. Das war sehr eindrucksvoll, denn wenn ich nur auf meiner Station bin, kriege ich gar nicht mit, wie groß und komplex das ganze Haus ist. Außerdem sei die Klinik die wichtigste unseres Stadtteils, was unsere Arbeit enorm wichtig macht. Das gab mir den Ansporn, mich eventuell doch für eine Ausbildung im pflegerischen Bereich dort zu bewerben.
Außerdem konnten wir dem Bereichspflegeleiter Fragen stellen, der für uns FSJler zuständig ist. Dabei kam heraus, dass es auf vielen Stationen ähnliche Probleme gibt. Auch auf meiner Station ist nicht alles hundertprozentig rosig, dennoch fühle ich mich wohl. Einige andere jedoch nicht. Wir wurden ermutigt, in diesen Fällen unseren Standpunkt zu verteidigen. Gerade in der Position eines FSJler habe ich oft das Gefühl, dass ich nicht den Mund aufmachen darf, denn alle meine Kollegen sind ausgebildet und haben jahrelange Berufserfahrung – ich nicht. Kann ich es dann wagen, etwas zu sagen? Ja, erfuhren wir. Oft ist nur ein Kommunikationsproblem zwischen der Leitung und der Station Schuld an einem Missverständnis. Diese Dinge können also schnell geklärt werden.
Mein Fazit des heutigen Tages ist sehr positiv, denn in den vergangenen drei Monaten hatten meine Kollegen und ich eher das Gefühl, oft auf uns allein gestellt zu sein. Insofern fand ich das Forum sehr sinnvoll. Und ich konnte aktiv daran mitwirken, das FSJ für die Nachfolger noch zu verbessern.

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  21.12.2017

Mein Freiwilliges Jahr

Alle (halbe) Jahre wieder ...

... kommt das Christuskind – oder so ähnlich. In meinem Fall heißt es eher „... bewerbe ich mich erneut“.
Auch wenn bald Weihnachten ist, will bei mir keine Weihnachtsstimmung aufkommen. Statt Plätzchen backen, stehen bei mir Bewerbungen an. Schon im Herbst 2016 fing es mit den ersten Bewerbungen für Ausbildungen beziehungsweise Freiwilligenjahr an. Im Sommer folgte dann die Bewerbung für das Medizinstudium. Mein großes Ziel ist es nämlich, Ärztin zu werden. Und da ich keine Chance verpassen will, bewarb ich mich wieder für das Sommersemester 2018 und habe ich mich für den Test für medizinische Studiengänge registriert, Letzteres um mögliche Bonuspunkte zu ergattern.
Außerdem wächst mein Turm der zu schreibenden Bewerbungen für Ausbildungen im September 2018 immer höher. Immerhin gab es schon positive Rückmeldungen von einigen Schulen, die die Ausbildung zum Notfallsanitäter anbieten. Da die Bewerberrunde teilweise noch bis April geht, heißt es dort trotzdem noch Daumen drücken, bis ich in ein paar Monaten hoffentlich Gutes berichten kann.
Da ich trotz der Rückmeldungen nicht nur auf ein Pferd setzen möchte, bewerbe ich mich zudem noch für die Ausbildung als Physiotherapeutin. Ein Kollege auf meiner Station hat mir letzte Woche seinen Arbeitsalltag gezeigt. Zusammen haben wir Patienten mobilisiert, Übungen für bestimmte Muskelpartien besprochen und anschließend dem Patienten vorgestellt. So konnte ich einen guten Einblick gewinnen und mir haben die Aufgaben echt Spaß gemacht.
Sicherlich kommt bei einigen die Frage auf, warum ich mich auf so vieles bewerbe. Ganz einfach: Ich möchte mich nicht schon jetzt festlegen. Ich kann und will mich auch nicht darauf verlassen, dass ich eine Ausbildung bekomme, nur weil mein erster Eindruck in Ordnung war. Und selbst wenn ich mehrere Zusagen bekomme, kann ich dann selbst entscheiden, was ich will und was ich lieber doch nicht antrete.

Autor: Lydia  |  Rubrik: orientieren  |  15.12.2017
Autor: Lydia
Rubrik: orientieren
15.12.2017